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Intelligenz-Blatt

^ der Stadt Frankfurt a. M.,

â< verbunden mit den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.

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VW;. -- (Expedition: am H. Geistpförtchen, Schlachthausgasse 21.)

M 175 Dienstag den 27. Juli 1869.

nahmen die frommen und Missionsvereine einen bedeuten den Aufschwung, von denen der Gustav-Adolphs-Verein wohl den größten Segen gestiftet hat. Nicht minder rege wurde seit 1848 das Vereins leben, dessen be- deutenste Frucht der große Handwerkerverein ist, dem mit seinen großartigen Lehrmitteln und Lehrkräften der Titel einer Bildungs-Akademie für Handwerker gebührt. Einen ähnlichen segensreichen Einfluß üben die städtischen Fortbildungs-An­stalten und die vom wissenschaftlichen Verein gegründeten Volksbibliotheken. Die Einwohnerzahl Berlins war gegen Ende der Regierung König Friedrich Wilhelm IV. auf 547,571 gestiegen. Unter König Wilhelm I. begann die Bau­periode der Stadt, deren Resultate das neue Rathhaus 1863 bis 68), eine große Anzahl Gemeindeschulen, mehrere Real­schulen und Gymnasien, eine Anzahl Kirchen, sowie bedeutende Straßen- und Hafenanlagen bilden. Berlins politische Be­deutung als Hauptstadt des norddeutschen Bundes und Sitz der deutschen Parlamente (Reichstag und Zollverein) zieht im Bunde mit dem neuen Freizügigkeitsgesetze ein noch schnelleres Wachsthum der Stadt, als m den vorangegangenen Perioden, nach sich. Das auf Berlin zu mündende Schienennetz er­weitert sich von Jahr zu Jahr und um die neuen Bahnhöfe (Ostbahnhof, Görlitzer Bahnhof) entstehen neue Stadttheile in großem Maßstabe. Bereits haben auch die Versuche mit Villegiatur-Anlagen außerhalb der Stadt (Wilhelmshöhe, West- end und das Kilgan'sche Projekt) begonnen, eine Pferdebahn hat Berlin mit der nahen zweiten Residenzstadt Charlotten­burg innig verbunden, und auch die umliegenden Dörfer be­ginnen mehr und mehr Vorstädte Berlins zu werden. Es vollzieht sich also derselbe Proceß welcher London zur größten Stadt der Erde herangebildet hat. Die Einwohnerzahl Berlins betrug nach der Zählung von 1867 = 702,437, davon sind 630,059 Evangelische, 41,178 Röm.-Katholische und 27,607 Juden. Von der 1864 auf 609,733 Köpfe gezählten Civilbevölkerung waren 302,348 (49 pCt.) geborene Berliner, die anderen 304,961 (51 pCt.) Zugezogene, darunter Angehörige des Preuß. Staates 269,499 (44,38 PCt.), außerpreutzische Deutsche 31,205 (5,14 pCt.),

Ueberblick der Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.

Frankfurt, 27. Juli. Mit Friedrich Wilhelms IV. Regierungsantritt im Jahre 1840 beginnt das Zeitalter der Eifenbahnen und das Wachsthum Berlins zur Bedeutung und Einwohnerzahl einer Weltstadt. Die Eisenbahnen und der Bau des Schifffahrts-Canals ließen ganze neue Stadt­theile vor dem Potsdamer und Anhaltischen Thore, sowie auf dem Köpnicker Felde emporwachsen. Der erweiterten Stadt entsprechend erhielt Berlin 1851 eine militärisch organisirte Feuerwehr, eine englische Gesellschaft legte Wasserwerke zur Versorgung der Häuser mit filtrirtem Wasser an, die Elektro- Telegraphie brachte einen regen telegraphischen Verkehr mit dem In- und Auslande zu Wege, dem entsprechend sich der kaufmännische und Börsenverkehr Berlins hob. Den Eisen­bahnen folgten große Maschinenbau-Anstalten, welche mit ihren Anlagen und ihrer Arbeiter-Bevölkerung ganze Stadtviertel füllten; die Eisenkonstruktion der Bahnhofshallen wurde im ausgedehntesten Maße auf andere Bauten übertragen, so daß man heute von einer Eisenbau-Aera sprechen kann, die Er­findung der Daguereotypie wirkte gewaltig aus das Kunstgebiet ein, kurz Berlin wurde durch die Erfindungen der Neuzeit mächtig angeregt und gefördert. Der künstlerische König übte einen bedeutenden Einfluß auf das Kunstleben Berlins aus, die Reihen der Künstler von Bedeutung in Berlin mehrten sich in starker Progression, vor Allem aber nahm die Baukunst einen regen Aufschwung und begann auch den Privatbauten den Stempel der Schönheit und Anmuth aufzuprägen, selbst fördernd und gleichzeitig außerordentlich gefördert durch die Leistungen der Berliner Thonwaaren-Jndustrie auf dem Ge­biete der Ornamentik. In dieselbe Zeit fallen die ersten Ver­suche der Kunst-Steingießerei, welche langsam, dock sicher, wie es scheint, sich ihr Terrain erobert. Den bedeutendsten Bauten dieser Periode gehören das neue Museum, das Krankenhaus Bethanien, die katholische Michaelskirche, die MarkuSkirche, das "kue Opernhaus, die Borsig'sche Lokomotiv-Bauanstalt, die Eenbrauerei Tivoli, die Aktienbäckerei, das Zellengefängniß k^,^ ^^, „„p^^p,^ ^^^ u^w ^,^ ^.,, bei Moabit rc. an. Der zoologische Garten bei Berlin besteht Nichtdeutsche 4,257 (0,70 pCt.) Berlin ist also eine reine >eN dem Jahre 1844. Von Denkmälern dieser Periode sind deutsche Stadt- Das größte Contingent der zugezogenen stente berjeit^nen die Friedenssäule auf dem Belle-Alliance-Platz die Provinz Brandenburg, 6 pCt. ihrer gesammten Bevölkerung, die Denkmäler von Jork und Gneisenau (1854), die Sachsen 2 pCt., Pommern 1,7 pCt., Schlesien 1,2 pCt., Posen ^euer|tatue Friedrichs des Großen (1851), die Marmorstatue 1,0 PCt., die übrigen Provinzen des Staates unter 1 pCt. Friedrich Wilhelms UI. im Thiergarten (1849), die Denksäule!In drei Jahren (1861—64) ist die Bevölkerung Berlins um im Jnvalidenpark (1851). Zu den öffentlichen Parken trat ca. 100,000 Köpfe gewachsen, d. h. ungefähr um ebenso viel, im Jahre 1848 der Friedrichshain vor dem Landsberger und als in 100 Jahren von Friedrich Wilhelm 1. bis auf Friedrich «vnigschore, eine für die kahle, nordöstliche Gegend der Stadt Wilhelm 111. (1713—1819), innerhalb welcher Zeit sie von sehr wichtige Anlage. Der Richtung des Hofes entsprechend/ 60,000 auf 192,000 anwuchs. In den fünfzehn Jahren von