da nur den Mitgliedern der kaiserlichen Familie in die Krypta hinabzusteigen gestattet ist. Das Publikum, dessen ich immer eine Menge und den verschiedensten Nationen angehörig dort sah, fand ich stets erstaunt durch die Großartigkeit des Eindrucks. Nur schwer sind die Gefühle zu beschreiben, welche Einen durchdringen, wenn man die zwanzig Fuß in die Gruft hinabschaut, um so dann zu einer Hohe von 150 Fuß in die offene Kuppel emporzublicken, welche von einer zweiten geschlossenen Kuppel noch hoch überragt wird, und — beleuchtet von dem hier bläulich einfallenden Lichte — ein Denkgemälde von Delafosse zeigt, auf welchem man mit Hilfe des Fernglases Ludwig den Heiligen erkennt, wie Christus demselben das Schwert zur Bekämpfung der Feinde des Christenthums überreicht. Geblendet von diesem Anblick, nimmt man sich nur wenig Zeit, in den beiden dem Ausgange nahe liegenden Seitenhallen die Marmorsärge von Louis und Jerome Bonaparte zu betrachten. Selbst die wirklich schönen Grabdenkmäler von Turenue und von Bauban mit liegenden Marmorbildern verschwinden vor den Eindrücken der Kaisergruft, welche zu dem Interessantesten und Bedeutendsten zählt, das man in Paris zu sehen hat.
Aus der Nähe.
* Aschaffenburg, 14. Juli. Mit den gestrigen Frühzügen passirte eine Anzahl Angehöriger der am 13. Juli 1866 bei Frohnhofen gefallener hessischen Soldaten die hiesige Stadt, um sich nach genanntem Orte zu begeben. Aus Anlaß des heutigen Jahrestages des Gefechtes bei Aschaffenburg ist das Oesterreicher-Denkmal mit Kränzen decorirt worden.
* Münnerstadt, 13. Juli. Am 10. Juli 1866Abends, nachdem der letzte Kanonenschuß von bayerischen und preuß. Truppen zwischen Riedlingen und Kissingen verhallt war,s
Beta 11 n t tu
wurden 509 meist bayerische Verwundete nach Münnerstadt gebracht, wo man von Seiten des hiesigen Augustinerkonvents und der Bürgerschaft Alles aufbot, diè Lage dieser Unglücklichen zu erleichtern. Von diesen Verwundeten starben hier drei Officiere und 47 Unterofficiere und Gemeine, welche nebeneinander im hiesigen Gottesacker begraben liegen. Durch unermüdete Thätigkeit des Juvalidenvereins und dessen Vorstandes, Herrn Landrichter Edel dahier, gelang es, durch eine Sammlung im Bezirk, die nöthigen Mittel zusammen zu bringen, um ein entsprechendes, dem Andenken der gefallenen Krieger gewidmetes Monument auf ihrem Grabe aufstellen zu können, welches nun am 10. Juli 1869, am Jahrestage der Schlacht bei Kissingen, eingeweiht wurde. Früh nach einem in der Pfarrkirche gehaltenen Traueramte zog man in Prozession, die Musik der hiesigen Studenten voran,' nach dem Gottesacker; unter Betheiligung des ganzen Augustiner-Convents, der Honoratioren, der Bürgerschaft, vieler Soldaten in Uniform, welche von nah und fern herbeigeeilt waren, und Mancher seinen Arm oder Bein auch unter dem Monument begraben wußte, und einer unzähligen Menschenmenge. Nachdem dieHH. Lehrer in Gemeinschaft mit Studenten passende Lieder in erhebender Weise vorgetragen hatten, ergriff Herr Stadtpfarrer Prosper M e r k le das Wort und schilderte die Schrecken des Krieges und dann die Gedulo und Gottergebcnheit der hier ruhenden Krieger, welchen er fast allen die Sterbesacramente gereicht und ihnen die Augen zugedrückt habe. Als Herr Stadtpfarrer noch der unendlichen Sehnsucht der auf dem Sterbebette liegenden Soldaten nach Vater und Mutter erwähnte, blieb kein Auge trocken und tief gerührt verließ man den Gottesacker. So war wieder ein Akt der Pietät geschlossen und unser Gottesacker um eine monumentale Zierde reicher.
a ch n n g e n.
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