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Intelligenz Blatt

der Stadt Frsnkftirt a. M.,

verbundm mit dm Kr««kfurter M«chrrcht<« als Extrabeilage.

(Expedition: am H. Geistpförtchen, Schlachthausgasse 21J

M 157

Dimstag dm 6. Juli

1869.

lleberblick der Ereignisse im Gebiete der politischen und Brüggen eröffnet, der ein Hoch ausbrachte auf den Schirm^ mntttlCKClt Interessen f^Tm hpS wnrhhpitHsfipn Q^nnhpâ ©Knia SJVtiTfipsm T ^pi

Frankfurt, 6. Juli. (Ein deutsches Volksfest in Brasilien). Die Entfaltung der Flagge des Norddeutschen Bundes auf dem Consulatsgebäude in Porto Alegre ist von den Deutschen aus Stadt und Umgegend am 5., 6. und 7. Mai, mit einem erhebenden Feste gefeiert worden. Schon am 5. Mai, Nachmittags, zeigten fast alle Häuser, in denm Deutsche wohnen, einen reichen Flaggenschmuck, und überall sah man scbwarz-weiß-rothe Fahnen slattern. Am Landungsplätze der Dampfer von S. Leopoldo versammelten sich die Mitglieder des Festcomite's zum Empfange der leopoldenser Landsleute. Nach erfolgter Ausschiffung stellten sich zwei Musikcorps an der Spitze auf, hierauf folgten sechs so eben von S. Leopoldo und den Colonieen angelangte Fahnen, von denen drei den Vereinen, Bier-Convent,Orpheus und Concordia von S.Leopoldo und drei den Gesangvereinen aus Hamburgerberg, Neuschneitz und Bomjardim angehörten. Auch erschien eine Deputatton vom Caby, und mancher andere Theil der Colonieen war durch einzelne Gäste vertreten. Später folgten die Gäste aus Rio Pardo und Santa Cruz. Den ganzen Abend hindurch dauerte die Vorfeier in den drei deutschen Lokalen (Germania, Leopoldina und Deutscher Club) bis spät in die Nacht fort. Am anderen Morgen begab sich ein prächtiger Festzug von etwa 1000 Festtheilnehmern nach dem Hause des Consuls, Hrn. W. Ter Brüggen, wo die Norddeutsche Flagge gehißt und von den im Hafen liegenden fünf deutschen Schiffen, so wie den Dampfern von S. Leopoldo mit 21 Kanonenschüssen begrüßt wurde. Nun ergriff der Präsident des Comites, Hr. M. Brombera, das Wort und begrüßte die neue Flagge in einer vortrefflichen Rede. Der Consul antwortete mit schönen und kräftigen Worten. Beide Reden wurden mit einem wahren Beifallsstürme von der Versanimlung ausgenommen, und die Hochs auf den Norddeutschen Bund und auf ganz Deutschland, ; mit denen sie schlossen, wiederhallten in der ganzen Stadt. Nach Beschluß dieses feierlichen Actes, der den officlellen Höhepunkt des Festes bildete, holte das Comite Herrn Consul Ter Brüggen ab und der Zug setzte sich wieder in Bewegung, wobei der Herr Consnl denselben inmitten des Comite's begleitete. In der „Germania" angekommen, wurden die Fahnen eingestellt und nahmen der Consul und das Festcomite die Ehrenplätze in der Mitte der Tafel ein. Hierauf hielt Herr Karl v. Ko- seritz, der Redacteur der Deutschen Zeitung, eine Rede, welche ebenfalls mit stürmischem Beifalle ausgenommen wurde. Der Männergesangverein „Germania" sang nun „Die Wacht am Rhein", worauf Herr M. Heinssen ein Gedicht vortrug. Die Reihe der Toaste wurde hier von dem Herrn Consul W. Ter

Herrn des Norddeutschen Bundes, König Wilhelm I. Der zweite Toast ging vom Präsidenten des Fest-Comite's, Herrn M. Bromberg, aus, welcher der glücklichen Wahl des Herrn Ter Brüggen zum Consul Anerkennung aussprach und die vielen und großen Dienste betonte, die derselbe sowohl als preußischer Consul, wie als einer der Gründer und ältesten und energischsten Vorkämpfer des hiesigen Deutschthums ge­leistet hat; das vom Redner auf den Consul ausgebrachte Hoch wurde stürmisch beantwortet. Herr W. Ter Brüggen ergriff hierauf nochmals das Wort, indem er für die ihm er­wiesene Ehre dankte und seinen Ansichten über das dortige Deutschthum in kurzen und energischen Zügen Ausdruck lieh. Gegen 2 Uhr war das Frühstück beendigt und die Anwesenden begleiteten den Consul mit Musik nach seiner Wohnung zu­rück. Den ganzen Tag über wurden die Festlokale nicht leer von Besuchern, und kaum brach die Dämmerung an, als auch schon sämmtliche deutsche Häuser im Schmucke der schönsten Illumination prangten und bald darauf ein langer Fackelzug durch die Straßen der Stadt zog. Eine Nachfeier fand am 7. in Gestalt eines Scheibenschießens statt. „Unser Deutsch- thum," sagt die Deutsche Zeitung von Porto Alegre, „hat in diesem Feste einen Beweis seiner Lebenskraft gegeben und be­rechtigt zu den schönsten Hoffnungen für die Zukunft. Mögen sie nicht illusorifch sein, und mögen die Worte der Festredner noch lange nachklingen in allen deutschen Herzen der Provinz und sie anfeuern, festzuhalten an unserer Sprache, an unseren Sitten und Gebräuchen, auf daß unser Deutschthum sich kräftig und gesund entwickeln könne, als würdiger Vertreter in der Fremde des großen, herrlichen, einzigen deutschen Vaterlandes!"

wie stark

NuA der Nähe.

* Offenbach, 2. Juli. Einen Maßstab zur Beurtheilung, stark das hiesige Schützenfest besucht war, mag die Zahl der Eisenbahnbilletts geben, welche an dem vergangenen Sonn­tag an den «Stationen Offenbach und Sachsenhausen ausgegeben wurden. Es waren deren nicht weniger als 18000. Auch die folgenden Tage brachten noch zahlreiche Contingente von Frankfurt und Umgegend.

* Darmstadt, 2. Juli. Eine hier bekannte Persönlich­keit, Louis D., ist dieser Tage hier gestorben. Wie man hört, hat der Unglückliche Tags vorher 2 Pfund Kirschen ge­gessen und darauf 7 Schoppen Bier getrunken, welche Ün- mäßigkeit seinen Tod herderführte.

* Bingen, 1. Juli. Hier wurde vor einiger Zeit ein schöner römischer Grabstein ausgegraben. Derselbe ist für das Museum in Darmstadt erworben.