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der SIM Frankfurt a. M^

Vcrbuvdm mit den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.

-----*——-* —c- -^ WA»--»»»-«-- —---- (Expedition: am H. Geistpförtchen, Schlachthausgasse 21.)

M 137 Samstag den 12. Juni 1869,

Interesse der einzelnen Betheiligten und daher auch dem Bundes­interesse, als in der schon vorhandenen und noch zu vervoll­ständigenden Uebereinstimmung der gejammten beiderfeiiigen Heereseinrichtungen die ausreichende Bürgschaft für die Wirk­samkeit und Dauer eines solchen Vertrages enthalten ist. Es wurde daher am 25. Mai d. I. zwischen Bevollmächtigten des Bundes - Präsidiums und der Großherzoglich Badischen Regierung ein Vertrag, betreffend die Einführung der gegen­seitigen militärischen Freizügigkeit, abgeschlossen. Danach soll den beiderseitigen Staatsangehörigen freistehen, nicht nur, sich der Musterung im Gebiete oes anderen Theils zu unterziehen, sondern auch in der Armee des Letzteren ihre active Militär­pflicht mit der Wirkung abzuleisten, daß sie damit ihrer Ver- Verpflichtung zum activen Dienste in ihrem Heimathsstaat ge­nügen. Auf das Reserve- und Landwehrverhältniß erstreckt sich Die gedachte Befngniß jedoch nicht. Dieser Vertrag ist im Reichstage als eine erfreuliche Bethätigung nationaler Gemein­schaft begrüßt und genehmigt worden. — Der Reichstag des norddeutschen Bundes hat die ihm vorliegenden Gegen­stände der Berathung im Laufe der vorigen Woche erledigt. Der Schluß der Session ist jedoch noch nicht erfolgt. Da die Mitglieder des Reichstages zngleich Mitglieder des Zoll­parlaments sind und als , solche vereinigt bleiben , so liegt die Möglichkeit vor, auch den Reichstag nöthigen Falls noch zu weiteren Berathungen zu versammeln.

Ueberblick der Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.

Frankfurt, 12. Juni. Bei der Wahl der Präsidenten im Zollparlamente wurde der bewährte Reichstags-Präsident Simson wieder zum ersten, der bayerische Minister-Präsident Fürst Hohenlohe zum zweiten, der Herzog von Ujest zum dritten Präsidenten gewählt. Fürst Hohenlohe, welcher jüngst auf Anlaß der Wahlen zum bayerischen Landtage sich mit Entschiedenheit von Neuem zu der von ihm bisher befolgten nationalen Politik bekannt hatte, richtete nach feiner Wahl zum ersten Vice-Präsidenten folgende Worte an das Zoll- parlament: „Meine Herren! Indem Sie mich heute zum zweiten Male zu Ihrem Vice-Präsidenten ernennen, erweisen Sie mir eine Ehre, für die ich Ihnen zu tiefem Danke ver­pflichtet bin. Drese Ehre ist um so größer und meine Dank­barkeit um so aufrichtiger, als ich im vergangenen Jahre nicht Gelegenheit gehabt habe, Beweise für meine Befähigung zu dem mir übertragenen Amte abzulegen. Wenn Sie mich den­noch heute gewählt haben, so haben Sie mir damit das Recht gegeben, das Motiv Ihres Vertrauens in meine Thätigkeit außerhalb dieser hohen Versammlung zu suchen. Damit ge winnt aber Ihr Votum für mich eine höhere politische Be­deutung und das Vertrauen dieser hohen Versammlung wird mir den Muth geben, auf dem Wege, den ich für den richtigen halte, unbeirrt fortzuschreiten, auszuharren in dem Bestreben, für die Verständigung, Versöhnung und Eintracht der deut­schen Stämme mit allen Kräften zu wirken. Sollte ich Ge­legenheit haben, in dieser hohen Versammlung den Vorsitz zu führen, so ersuche ich Sie, mir mit freundlichem Wohlwollen und mit freundlicher Nachsicht entgegenkommen zu wollen." Diese Worte haben nicht bloß im Zollparlamente, sondern weithin in Deutschland freudigen Wiederhall gefunden. Die Thatsache, daß gerade der leitende Minister Bayerns die erste Gelegenheit benutzte, um den Gefühlen der Eintracht der deutschen Stämme Ausdruck zu geben, ist auf allen Seiten als eine Bestätigung der Ansicht und Hoffnung aufgefaßt worden, daß das Zusammensein und gemeinsame Wirken einer allgemeinen deutschen Vertretung für die Zwecke des Zollbundes auch das Bewußtsein und die Kraft der nationalen Gemeinschaft überhaupt beleben und stärken muß ! — Die Großherzoglich Badische Regierung hatte den Wunsch aus­gesprochen, mit' dem norddeutschen Bunde einen Vertrag abzu- schließen, nach welchem künftighin Bundesangehörige in Baden und umgekehrt Badische Staatsangehörige innerhalb des Bundesgebiets sich der militärischen Musterung zu unterziehen und ihre Militärpflicht abzuleisten berechtigt sein sollen. Der Abschluß eines solchen Vertrages entsprach um so mehr dem

Aus der Nähe.

* Offenbach, 5. Juni. Die Ausstellung für Industrie, Gewerbe, Ackerbau und Viehzucht, welche im Frühherbst in Altona stattfinden wird, hat, wie wir vernehmen, bereits einen internationalen Charakter erhalten, indem In- und Ausland betheiligt sind. Letzteres macht energische Anstrengungen, sich zu vertreten, so daß cs neben den materiellen Interessen eine patriotische Pflicht ist, daß das Inland in jeder Branche würdig theilnehme. Tarif-Reductionen von Transport- Jnstitüten sind fast ausnahmlos, meist auf die Hälfte, be­willigt, was die Betheiligung wesentlich erleichtert. Der Flächen­raum des Ausstellungèplatzes umfaßt 1V2 Millionen Quadrat­fuß. Ueber 12,000 Thaler sind zu Preisen bestimmt, welche zur größeren Hälfte der Viehzucht gelten; für die Jndustrie- Erzeugnisse werden vorwiegend Diplome, Medaillen und sonstige ehrenvolle Auszeichnungen ertheilt. Die Zeit der Ausstellung ist an und für sich sehr günstig, sie ist doppelt günstig, weil gleichzeitig mit ihr das mit Altona einen einzigen Häuser- Complex bildende Hamburg eine große internationale Garten­bau-Ausstellung veranstaltet, und wird der vielfache Reiz ohne Zweifel den großartigsten Besuch anziehen,