der Stadt Frankfurt a. M.,
verbunden mit den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.
(Expedition: am H. Geistpförtchen, Schlachthausgaffe 21.)
M 112
Donnerstag dm 13. Mai
1869.
Ueberblick der Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.
zum Kaiser begab, ihr Pferd in tajen Galopp gesetzt, und es machte sich ganz hübsch, als sie, von ihrem General und den Ordonnanz-Offizieren gefolgt, dahinspreugte. Die Manöver wurden ziemlich gut ausgeführt, besonders die der Artillerie, die ungefähr 150 Schüsse abfeuerte. Letztere führte eine Art von Feldmanöver aus; sie manöverirte nämlich vom Ende der Ebene nach der Stelle zu, wo der Kaiser stand, in dessen nächste Nähe sie gelangte, nachdem sie viermal abgeprotzt und gefeuert hatte. Die Manöver dauerten ungefähr bis 4Va Uhr, worauf der Vorbeimarsch begann, dem bie Kaiserin auch zu Pferde, die Prinzessin von Wales aber immer in ihrem Wagen anwohnte. Die Truppen ließen es an den Rufen: „Vive FEmpereur! Vive Flmpératrice ! Vive le Prince Impérial !" nicht fehlen. Gegen 5Vi Uhr war das Defilo vorüber, und der Kaiser, die Kaiserin, die Prinzen und das Gefolge ritten nach dem Eingänge der Ebene, um in die bereit gehaltenen Wagen zu steigen und nach Paris zurückzufahren. Der Kaiser, die Kaiserin, der Prinz und die Prinzessin von Wales nahmen im ersten Wagen Platz. Im zweiten Wagen befanden sich der Erzherzog und der kaiserliche Prinz.
Aus der Nähe
* O berursel, 9. Mai. Im vorigen Jahre wurde hier- selbst am Urselbache eine Badeanstalt eingerichtet, die sich bald eines so zahlreichen Zuspruches erfreute, daß für dieses Jahr eine Erweiterung nöthig wurde. So sind jetzt elegante Einrichtungen für kalte uno warme Bäder, für Wellen-, Douche- und Sitzbäder getroffen ; über das Badelokal strömt die Ursels bach dahin und gibt seine Fluthen nach Belieben ab; nahe daran stoßend sind Spaziergänge angelegt, das Auge erfreut sich au dem herrlichen Grün der Wiesen und Wälder. Wohnungen für Familien und einzelne Personen, mit der herrlichsten Aussicht nach verschiedenen Seiten, können abgegeben werden und ist somit den Wünschen eines nicht durch übertriebenen Luxus verwöhnten Publikums, bestens entsprochen. Oberursel ist seit Jahren als lieblicher und gesunder Aufenthaltsort von auswärts gesucht und die am 15. Mai zu eröffnende Badeau-
Frankfurt, 13. Mai. Aus Paris wird unterm 8. d.
£ rieben: Gestern fand eine große Cavallerie- und Artillerie- ae auf der sogenannten Ebene von Bagatelle statt. Von
2 Uhr an waren dort acht Cavallerie- und zwei Artillerie-
Regimenter aufgestellt. Tue Ebene war mit hohem und in
Folge der starken Regen der letzten Tage, prächtig grünem
Grase bedeckt, so daß die Pferde fast bis an die Kniee im
Grünen standen. Das Ganze gewährte einen schönen Anblick.
Schlag 3 Uhr kamen der Kaiser, die Kaiserin, der Prinz und
die Prinzessin von Wales, der Erzherzog Victor und der kaiserliche Prinz nebst Gefolge angefahren. Der Kaiser, die
Prinzen und das Gefolge stiegen sofort zu Pferde. Die
Prinzessin von Wales, noch immer sehr kränklich, blieb in ihrem Wagen, in welchem sie der Revue auch anwohute. Die
Kaiserin dagegen, welche ein blaues Amazonenkleid angelegt und trotz ihrer 43 Jahre ganz jung und höchst anmuthig aussah, stieg ebenfalls zu Pferde, ohne sich jedoch dem Stabe des Kaisers anzuschließen. Sie blieb in der Nähe des Wagens der Prinzessin, mit der sie sich sehr angelegentlich unterhielt. Ihr Gefolge bestand aus einem General und einigen Ordonnanz-Offizieren, welche Letztere die Verbindung zwischen ihr und dem Kaiser aufrecht erhielten. Am Eingänge der Ebene wurden der Kaiser und die Prinzen vom Marschall Canrobert, Ober-Kommandanten des ersten großen Militärbezirks, und dem Marschall Baraguay d'Hilliers, Ober-Kommandanten der kaiserlichen Garde, die sich Beide an der Spitze ihres Generalstabes befanden, empfangen. Nach der Begrüßung ritt der Kaiser mit den Prinzen, den Marschällen und dem übrigen Stabe an den Truppen vorüber. Der Prinz von Wales, oer die Uniform des zehnten englischen Husaren-Regiments, dessen Chef er ist, und den Großcordon der Ehrenlegion trug, ritt an der Rechten des Kaisers, der in Generals-Uniform war und den englischen Hosenband-Orden angelegt hatte. Auf der Linken I des Kaisers ritt der Erzherzog Victor in österreichischer Generalsuniform und zur Seite des Prinzen von Wales der_________ a.,„w________..... „. ____0„ —--------- --------- kaiserliche Prinz, der die französische Lieutenants-Uniform trug statt dürfte für Fremde einen ueuen Anziehungspunkt bieten 1 und sein Pferd ganz gut leitete. In dem Gefolge, das äußerst[ * Hanau, 9. Mai. Am 7. d. M. feierte der hiesige Mnzend war, befanden sich viele österreichische und englische Rechtsanwalt und Notar, Herr Alexander Michael, sein Offiziere. Nach dem Vorbeiritt, bei dem jedes Regiment oen 50jähriges Dienstjubiläum. Derselbe ist seit dem Jahre 1819 Kaiser mit den üblichen Rufen begrüßte, begannen die Manöver, üls Anwalt bei den hiesigen Gerichten thätig und versah in Die Kaiserin, die sich bis dahin neben dem Wagen der früheren Jahren die Stelle eines Garnisonsauditeurs. Zahl- Prinzessin von Wales gehalten, ritt alsdann — der Kaiser reiche Gratulationen und Andenken wurden dem noch rüstigen hatte sie durch einen Adjutanten dazu apffordern lassen—nach und allgemein beliebtem Jubilar dargebracht.
Stelle hin, von wo aus der Kaiser und die Prinzen die! * Hanau, 9. Mai. Die Schloßgärten sind, wie man
Revue mit ansehen sollten. Die Kaiserin hatte, als sie sich aus den Anschlägen, welche die aus Uebertretungen gesetzten