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Intelligenz-Blatt

der Stadt Frankfurt a. M^

verbunden mit den Frankfurter NaGrichten als Extrabeilage.

(Expedition: am H. Geistpförtchen, Schlachthausgasse 21.)

M 110 Dienstag den 11. Mai 1869.

Franzosen, die wir in letzter Zeit zu sprechen Gelegenheit ge­habt haben und die allerdings den gebildeten Kreisen ange- gehören, wollen von einem Kriege für die Ultramontanen, Deposfedirten und Republikaner mit Deutschland nichts wissen und begreifen es nicht, daß man noch an der Friedensliebe des französischen Volkes zweifelt, da dieses keinen ordentlichen Nutzen von einem Kriege haben werde, dessenZiel, Eroberung deutscher Landesstrecken, jedenfalls die entsetzlichsten Opfer an Menschen und Geld kosten müßte, und schließlich doch Preußen immer wieder von neuem kämpfen würde, um solche Resultate nicht zu dulden. Preußen allein, das fühlen Alle, wird alle Lebenskräfte seines gesunden Staates aufbieten, um die Un­abhängigkeit und Selbstständigkeit Deutschlands zu sichern, da es dabei die gerechteste Sache verficht, und wenn Noth an Mann, nur Vaterlandsverräther ihm entgegen arbeiten könnten.

Ueberblick der Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.

Frankfurt, 11. Mai. Es war bequem, seit Jahren auf den verschiedenen politischen Erlustignngen das einige Deutschland zu preisen, wenn auch die Kosten aller dieser Ergötzungen sehr bedeutende gewesen sein mochten. Jetzt, da ein großer Theil der so oft ausgesprochenen Wünsche zur Wirklichkeit ge­worden ist und der noch übrig gebliebene sich der Vollen­dung nähert, wird in eben so oft böswilliger als frivoler Weise von den untereinander sonst in jedem Bezüge feindlichen Par­teien nichts unterlassen, das begonnene Werk zu stören und, wo nicht anders, durch Herbeirufung des Auslandes zu stürzen. täffe nicht Preußen im Laufe seiner Geschichte schon so viele chwierigkeiten glücklich überwunden, so möchte man zu Zeiten an einem geeinigten Gesammtdeutschland verzweifeln. Es liegen auch viele Anzeichen vor, daß die augenblicklich so übermäßig Uut wüthende Opposition um deßwillen ihren Ton anstimmt, weil sie weiß, daß im Stillen die Annäherung des Südens au den Norden sich auf mehr als einem Gebiete unausgesetzt vollzieht, und daß an eine Beihülfe der westlichen Großmacht zur Vernichtung Preußens so leicht nicht zu denken ist. Wir haben es noch in neuester Zeit selbst erlebt, daß die Feind­seligkeit der bayrisch-würtembergischen Presse lange nicht so viel vermag, als es dem äußeren Ansehen nach zu erwarten stände. Das Bedürfniß einer gedrungenen, die eigene Selbst­ständigkeit zu wahren in den Stand gesetzten, deutschen Eini­gung wächst zusehends und läßt sich nicht mehr verdrängen. Die Täuschungen einer Coalition, welche dynastische Legitimi­tät, ultramontanen Confessionshaß, und radicalen Föderalis­mus abwechselnd als Fahne hervorhebt, enthüllen sich immer mehr dem Auge des Volkes. Deutschlands Zerfall wäre die einzige Folge der Bestrebungen dieser Partei-Allianz, welche, da sie selbst nicht ausreicht, ' immer wieder ihre Hoffnungen aus einen nahen europäischen Krieg setzt, also gerade dasjenige herbeiwünscht, was sie als ein abzuschaffendes Unheil darstellt, und welche von der Verarmung des Volks udet, während doch ein solcher Krieg auf Jahre hinaus allen Handel und Wandel Deutschlands vernichten würde. Diese Partei wünscht keine Ausgaben für eine deutsche Flotte, da­mit ausländische Heere desto leichter an den Küsten Nord­deutschlands landen und weit und breit Verheerung dem deut­schen Vaterlande bringen. Diese Alliirten der verschiedensten Farben würden, falls ihre Hoffnungen realisirt sein könnten, vuv«» ^ g« «v^».»«.^.. ^^..g ^ ^ «u«™ Mr durch ihr Thun Noth und Elend über das deutsche Volk,gedenkt, da der Gebrauch der hiesigen Thermen für denGesund- driugen und dem deutschen Vaterlande Stücke Landes abreißen heitszustand der hohen Frau von ganz entschieden wohlthätigen Wen, da eine uneigennützige Beihülfe von Seiten ausländischer Folgen sich gezeigt hat. Se. Hoheit der Prinz Gemahl hat Echte nichts weiter als eine unsinnige Verblendung ist. Alle aus diesem Grunde èin großes schönes Haus, links der Son-

Aus der Nähe.

* Darmstadt, 4. Mai. Der heutige Zucht- und Milch­viehmarkt war, trotz des gleichzeitig in Mannheim stattfinden­den Viehmarktes, sehr stark befahren. Von den im Ganzen zu­getriebenen 431 Stück wurde der größte Theil, zu meistens hohen Preisen, abgesetzt. Die Nachfrage war derart, daß ein noch bedeutend größerer Umsatz hätte stattfinden können, falls mehr Vieh vorhanden gewesen wäre.

* Darmstadt, 5. Mai. Herr Kaufmann Carl Gaulä dahier ist gebeten worden, sich dem Loosabsatze zum Besten des in Düsseldorf zu erbauenden Hospitals zu unterziehen. Der Besitz eines Looses berechtigt zum Besuche der von Pfingsten bis Ende des Monats währenden Ausstellung. Die Dampf­boote gewähren bei Retourbillets so mäßige Fahrpreise, daß die Kunstausstellung das Ziel manches Touristen für einen Fest- oder Frühlingsausflug sein dürfte.

* Wiesbad en. Die Aussichten für die diesjährige Saison gestalten sich außerordentlich glänzend, die Zahl der bereits eingetroffenen Kurgäste ist eine für die frühe Jahreszeit sehr bedeutende, was am deutlichsten bei den Nachmittaasconcerten und in den Räumen des Kurhauses ersichtlich ist.— Von hohen Gästen werden zur Kur erwartet, Prinz Carl von Preußen, Bruder Sr. Majestät des Königs, mit zahlreichem Gefolge vom 15. Mai ab, auf wenigstens 4 Wochen: sodann die Prinzessin von Wales, welche nicht blos den Sommer über, sondern bis zu ihrer vollständigen Heilung hier zu verweilen