der Stadt Frankfurt s. M^
Verbunden mit den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.
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(Expedition: am H. Geistpförtchen, Schlachthausgasse 21.)
M 108 Samstag den 8. Mai 1869.
Neberblick der Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.
gelangt und welches auch mit den von Sachverständigen früher schon, wenn auch nicht in so überzengender Weise ausgesprochenen Ansichten vollständig übereinstimmt. Das Buch führt dann 2000 Wörter der dänischen Sprache auf, welche germanischen Ursprungs sind und wendet sich in den letzten Abschnitten entschieden gegen das Projekt der Errichtung eines nord- schleswig'schen Prediger-Seminars, als Anstalt für Prediger zur Erlernung der Sprache, welche in Schleswig nirgends heimisch ist, nirgends gesprochen wird und sich nur widerrechtlich einer Reihe von Kirchen und Schulen bemächtigt hat. Die Sprache, welche der Verfasser hier gegen die preußische Regierung führt, ist zwar weder bescheiden noch gerechtfertigt, indeß viel Beherzigenswerthes enthält das Buch auch in diesem Theile. —
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Frankfurt, 8. Mai. Verschiedene Symptome lassen muthmaßen, daß die sogenannte Nordschleswig'sche Frage denk- nächst wieder in den Vordergrund gedrängt werden wird, wenigstens hat der bekannte unverschämte Fanatismus der Kopenhagener neuerdings wiederholt Zeichen besonderer Reizbarkeit an den Tag gelegt, Da nun aber die Dänen historische Rechte auf den Besitz des nördlichen Schleswigs nicht nachzuweisen im Stande sind, weil solche nicht existrren, so werfen sie sich auf die Nationalitätsfrage mit besonderem Eifer und pochen namentlich darauf, daß ja die Nordschleswiger Dänen seien, weil sie dänisch sprächen. Dies Argument ist jedoch keineswegs unbedingt stichhaltig, wie z. B. die Erfahrung lehrt, daß die Elsasser und Lothringer wohl ziemlich rein ihre Nationalität, indeß nicht in gleichem Maße ihre Sprache bewahrt haben; aber man könnte den Beweis immerhin schon gelten lassen, wenn nur die Voraussetzung, auf welcher er beruht, richtig wäre. Es ist aber ein langjähriger Irrthum, der natürlich von den Dänen geflissentlich genährt worden, daß die eigenthümliche Sprache, welche die Noroschleswiger reden, dänisch sei. Wenn jedoch ein Seeländer dorthin kommt, so kann er stch mit diesen angeblich dänisch Redenden nicht verständigen. In Wahrheit ist höchstens der vierte Theil des ncrdschleswig'schen Wortschatzes dänisch, dagegen drei Theile germanischen, d. h. friesischen und plattdeutschen Ursprungs: der Wortstamm germanisch, nur die Flexionsendungen dänisirt. Wer Interesse daran hat, Näheres über dies Verhältniß zu ersahreu, — und angesichts der dänischen Forderungen sollte das Interesse ein allgemeines sein — den verwerfen wir dir eine soeben erschienene Broschüre von Dr. Clement aus Ncrdfriesland, welche den Titel trägt: „Die dänische Schrift- sprache und die nordschleswig'sche Volkssprache, als zwei in Natur und Ursprung von einander sehr verschiedene, wenn auy mindestens zur Hälfte aus deutschen Sprach-Elementen bestehende Mundarten, Hamburg, Altona und Leipzig, I. F. Richter." „Die dänische Schriftsprache und die nordschleswig'sche Mrndart haben sich in einer einander ganz entgegengesetzten Wäse gebildet. Jene füllte und ergänzte sich nach und nach bis zur vollen Hälfte ihres Gesammt-Jnhalts mit deutschen Sstach-Elementen. Dieser erging es umgekehrt, indem die ur- springliche Sprache des schleswig'schen Landes, die friesisch- anckische, also germanische, im Laufe der Jahrhunderte aus der jütisch-dänischen Mundart starke Bestandtheile in sich auf=,;„_,....... ........, ..... v ,_____, . ______ ....
Wi. Eine dänische „Muttersprache" hat es im schleswig'schen ^falls bestand darin, daß derselbe in seinem Laboratorium eine ^awe nie und nirgends gegeben." Dies ist das Resultat, zu größere Menge eines unentdeckten Metalls dargestellt hatte, welchem der Verfasser durch eingehende Untersuchung der Frage dessen Eigenschaften, namentlich leichte Entzündbarkeit, noch
Aus der Nähe.
* Wiesbaden, 4. Mai. In Breslau wird in der Woche
vor Pfingsten eine große Ausstellung landwirthschaftlicher Produkte eröffnet. Der nassauische Weinbau ist mit 250 Num- dort vertreten, auch der Herzog Adolph hat ausgestellt. Von dem Minister für Landwirthschaft ist auf Vorschlag des Directoriunls des landwirthschaftlichen Vereins, Herr Hermann Dresel, abgeordnet, die Interessen unserer Producenten in der Ausstellung und in der Jury daselbst zu vertreten. Herr Dresel, einer der tüchtigsten Kenner des rheinischen Weinbaues, ist bekanntlich in gleicher Eigenschaft bei der Weltausstellung 1867 in Paris gewesen und hat seine Mission damals in der erfolgreichsten Weise gelöst.
* Hirzenach, 1. Mai. Gestern Abend ereignete sich auf dem Rheine in der Nähe unseres Nachbarortes Ehrenthal ein großes Unglück. Mehrere Taglöhner von Ehrenthal und Wellmich wollten gegen 9 Uhr Abends mittelst eines Kahnes von St. Goar aus heimkehren. Mitten im Strome kam das um 6^2 Uhr von Coblenz abfahrende Dampfboot in ihre Nähe. Da der Kahn ohne Licht fuhr, dieLeute auch wohl des Fahrens nicht kundig waren, so geschah es, daß das Dampfboot, dessen Mannschaft in der Dunkelheit das Fahrzeug nicht bemerken konnte, letzteres überfuhr und in Folge dessen drei Taglöhner ihren Tod in den Wellen fanden, während die anderen gerettet wurden. Es möge dieser traurige Vorfall wiederum erue Warnung für nachtsfahrende Schiffer sein, nie das Anbringen einer Laterne auf dem Fahrzeuge zu unterlassen.
......, . , , I * Heidelberg, 3. Mai. Die Ursache des unserem be- len Mundart starke Bestandtheile in sich auf-rühmten Chemiker, Geheimenrath Bunsen, zugestoßenen Un- r - ' "" ' * " ' "einem Laboratorium eine