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' Intelligenz-Blatt

her Stadt Frankfurt a. M.,

verbunden mit den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.

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(Expedition: am H. Geistpförtchen, Schlachthausgaffe 21.)

M 107

Donnerstag dm 7. Mai

1869,

KW^ Wegen der Feier von Chr. Himmelfahrtstaae wird morgen Freitag kein Jntelligenzdlatt ausgegeben.

Ueberblick der Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.

Frankfurt, 6. Mai. (Entdeckung Amerikas durch die Chinesen.) Der chinesische Dolmetscher in San Fran­cisco, I. Haulay, ließ einen Aufsatz erscheinen, in welchem er interessante Angaben über die frühzeitige Entdeckung Amerikas dncch die Chinesen macht. Die Chinesen haben Amerika (ohne äoeifel Mexiko) bereits vor 1400 Jahren entdeckt und be- ’ neben. Sie gaben die Entfernung dieses Landes von China ^ 20,000 chinesische Meilen an. Gegen 500 nach Christi Geburt begaben sich buddhistische Priester dorthin und brachten .enbilder und

die Kunde zurück, daß sie buddhistische Götzk Glanbensschnften bereits daselbst angetroffen h.

daraus, daß eine chinesische Einwanderung nach dem ameri­kanischen Festlande bereits in uralter Vorzeit stattgefunden haben müsse, da die amtlichen Berichte buddhistischer Priester vor mehr als 1400 Jahren so übereinstimmende Zustande als schon vorhanden und eingewurzelt schilderten. Vielleicht werden noch in China Urkunden aufgefunden, welche bestimmtere Auf­schlüsse über die vorliegende Culturfrage gewähren. Beachtens- werth ist es, daß zur Zeit der Entdeckung Amerikas durch die Spanier die an den Küsten des Süllen Meeres seßhaften Jndianerstämme sich in der Mehrzahl einer altbegründeten Kultur erfreuten, während die Bewohner der atlantischen Küsten den Europäern in ursprünglicher Rohheit entgegentraten.

Glanbensschnften bereits daselbst angetroffen hätten. Ihre Schilderungen gleichen in vielen Zügen den ein Jahrtausend späteren der Spanier. Sie nannten das Land „Fusany", nach einem dortigen Baume, dessen Blätter ähnlich denen des 1 Bambus wären und aus dessen Rinde die Einwohner Kleider. und Papier zu Büchern verfertigten und dessen Früchte sie aßen. Diese Angaben fallen genau und auffallend mit denen des amerikanischen Geschichtsschreibers Prescott von dem in Mexiko einheimischen Maquay-Baume zusammen. Wie er er­zählt, verarbeiteten schon die Azteken einen aus seiner Rinde ^bereiteten Brei zu Papier. Damals schon dienten dessen "'llätter so wie heute noch zur Dachdeckung, seine Fasern zur »-Verfertigung von Stricken, die Wurzeln liefern eine nahrhafte

Speise, und der Saft wird von den Eingebornen zu einem berauschenden Getränke, Pulgue genannt, gegohren. Die um ein Jahrtausend auseinander liegenden Berichte der Chinesen und Spanier kommen auch darin überein, daß die Eingebornen kein Eisen, sondern nur Kupfer besäßen, sie fertigten alle ihre Werkzeuge zur Bearbeitung von Stein und Metall aus einer Mischung von Kupfer und Zinn, sie achteten den Werth des Goldes und

Aus der Nähe.

* Wiesbaden, 1. Mai. In keinem Frühling sind am Rhein so viel Nachtigallen gehört. worden, wie in dem des Jahres 69. In den Kursaalanlagen, welche eben in voller Blüthenpracht stehen, hört man diese Frühlingsvögel jetzt Tag und Nacht.

* Die Meteorologische Station Wiesbaden hat mit dem L Mai ihre Arbeit begonnen. Die große Bedeutung und Wichtigkeit derselben, namentlich für einen Kurort, liegt auf der Hand.

* Aus dem Kreise Worms, 30. April. Abermals sind in unserem Kreise, in Offstein, zwei herrenlose wüthende Hunde erlegt worden. Wie viel Unheil können diese mög­licherweise wieder angerichtet haben? Ungeachtet der allent­halben fortwährend sich mehrenden Unglücksfälle durch wüthende Hunde, gibt es unbegreiflicherweise hier und da noch immer einzelne Leute, welche aus Blindheit, oder aus übertriebenem Zartgefühl gegen ihre eigenen Hunde — die weder durch _,., . -----., Ji I..... Maulkörbe, noch sonstwie incommodirt werden sollen — unbe-

Albers gering im Vergleiche mit Europas und Asiens kümmert um das Wohl oder Wehe ihrer Mitmenschen, alle Zöllern. Die religiösen Gebräuche und Culturzustände bieten polizeiliche Schutzmaßregeln für überflüssig erklären, ja selbst v ~ ' vor die Existenz der Wuthkrankheit zu leugnen suchen. Einensolchen

gion Hundeliebhaber, welcher unlängst in öffentlichen Blättern Be- cdige hauptungen obiger Art aufstellte, wiederlegte kürzlich der Aehnlichkeit wie in den Kunstwerken, Einrichtungen und Sitten badische Bezirksthierarzt von Heidelberg durch die That, indem des aztekischen und des chinesischen Volkes, ja sogar in den er einen, Anfangs März von einem wuthverdächtigen Hunde ^estchtszügen mittel - und südamerikanischer Jndianerstämme gebissenen Hund, gut verpflegt und verwahrt, in Gemeinschaft und denen der Chinesen, sowie nach Haulay's Bemerkung im mit mehreren der tüchtigsten Aerzte von Heidelberg beobachtete Accent und den meisten einsilbigen Wörtern der chinessischen und am 11. April bei demselben die Wuth vollständig aus- und vielen Indianer-Sprachen. Der Verfasser führt eine Reihe brechen sah, welcher er zwischen dem 6. und 7. Tage erlag, ârter an, die eine große Verwandtschaft verrathen und folgert Bevor dieser Hund eingefaugen wurde, waren verschiedene

den Chinesen vor 1400 Jahren, wie den Spaniern vor ^00 Jahren, dieselben Erscheinungen. Zwischen der Religion der Azteken und dem Buddhaismus herrscht eine merkwürdige Aehnlichkeit wie in den Kunstwerken, Einrichtungen und Sitten

große Verwandtschaft verrathen und folgert