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ZutelligeszBlatt

der Stadt /rankfurt a. M.,

verbunden mit den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.

(Expeditton: am H. Geistpförtchen, Schlachthausgaffe 21.)

M 105 Dienstag den 4. Mai 1869,

Ueb erblick der Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.

Jahreseinnahme, 1868^betrug 41,774 Dollars und Ausgabe 34,992 Dollars.

Frankfurt, 4. Mai. (Deutsche Anlagen im Jn- und Aus lande.) Der letzte Jahresbericht der „Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger" 1868 enthielt gegen 1866 den Fortschritt, daß die Zahl Der nachweislich geretteten Personen, 1866, 495, 1867 schon 615 betrug bei 128 verun­glückten Schiffen. 1868 wurden 547 Personen gerettet bei 115 verunglückten Schiffen. Das Verzeichniß der deutschen Stationen zur Rettung Schiffbrüchiger ergibt an der deutschen Nordsee­küste, von der holländischen Grenze bis zur Wesermündung, 14, von der Wesermündung bis zur dänischen Grenze 8; an der deutschen Ostseeküste: von der dänischen Küste bis zur Odermündung 13, von der Oder- bis zur Weichselmündung 12, von der Weichselmündung bis zur russischen Grenze 14. Die Gesellschaft hat ihren Sitz in Bremen und besteht auf Grund von freiwilligen Privat-Beiträgen (einmalige Jahres­beiträge), 1866 in Einnahme 10,841 Thaler, wovon ausge­geben wurden 4059 Thaler. Der Bestand der Rettungsstationen war 1866 21, 1868 aber schon 61. Die literarische Vertretung ihrer edlen Zwecke verfolgt die Gesellschaft durch die alle vier­zehn Tage Sonntags erscheinende und vom Director der deut­schen Seemannsschule zu Hamburg redigirte Hansa, Zeit­schrift für Seewesen (22^/zSgr. per Vierteljahr im Buchhandel), welche wir hiermit empfehlen. — Interessenten zeigen wir auch an, daß die deutsche „Nordpol-Expedition ihre erste Quittung über die bis zum 1. April 1869 eingegangenen Bei­träge versendet. Es ist eine recht ansehnliche Liste von fürstlichen Häuptern, Vereinen, Gesellschaften und Privatpersonen, die sich an Beiträgen betheiligen. — Aus dem Auslande liegt uns vor der Jahresbericht des Gesangvereins „Deutscher Liederkranz in Newyork" von 1868 von E. Steiger, dem Secretär des Vereins, der das Jncorporationsrecht 1860 er­halten hat, Grundbesitz im Werthe von 100,000 Dollars zu halten. Er besitzt auch seit 1863 zwei Häuser: No. 31 und 33 in der vierten Straße, worauf er noch 32,000 Doll, schuldet, nachdem 9000 Doll. abgezahlt sind. Von 388 Mitgliedern 1863 ist er auf 970 in 1868 gestiegen. In jedem Winter werden

fbrüchiaer" 1868 enthielt gegen Zahl der nachweislich geretteten chon 615 betrug bei 128 verun-

Aus dev Nähe.

* Königstein, 25. April. Ende dieser Woche oder An­ana nächster Woche wird Ihre Hoheit die Frau Herzogin viederholt ihren Sommeraufenthalt dahier nehmen. — Herr Schauspieldirektor Hauser mit seiner Truppe gibt während der Saison wieder Vorstellungen hierselbst, wodurch in das Kur­eben eine angenehme Abwechslung gebracht wird. Bei günstiger Witterung versprechen wir uns eme belebte Saison; denn wer einmal das reizende Königstein mit seiner gesunden Luft, seinem frischen Quellwasser, den waldumkrânzten Bergen, lieblichen Thälern und entzückenden Fernsichten kennen gelernt hat, den zieht es mit unwiederstehlicher Gewalt immer wieder hierher, und er fühlt das Herz noch einmal so lebhaft zu schlagen, wenn aus des Thales Tiefen sein Fuß diese freundliche lichte Höhe beschreitet. Aber auch gar Manchen fesselt die Dankbarkeit wegen der wiedererlangten Gesundheit an unser Städtchen, denn mcht unbeträchtlich ist die Zahl jener, welchen dieses Glück hier zu Theil wurde.

* Mit Ende dieses Monats siedelt Dr. Carl Gutzkow mit seiner Familie von Kesselstadt bei Hanan nach Bregenz am Bodensee über.

* Marburg, 24. April. Im Interesse der hiesigen Ge­werbetreibenden und aller Derer, welche in der Lage waren, an Studirende Credit zu gewähren, hatte die akademische Be- jörde, ungeachtet der Aufhebung der akademischen Civilgerichts- barkeit bisher auf Antrag des Gläubigers, der ein rechts­kräftiges Schulderkeuntniß gegen einen Studirenden erwirkt hatte, bis zur Befriedigung desselben das Abgangszeugniß dieses Studirenden zurückbehalten. Jetzt ist nun, wie man uns als sicher mittheilt, höchsten Orts diese Maßregel für unzu­lässig erklärt worden und wird sich hiernach Jedermann zu entscheiden haben, ob unter solchen Umständen ein Credit an Studirende überhaupt noch gewährt werden kann. — Die nächste Generalversammlung „der vereinigten evangelischen Conferenzen beider Hessen und Nassau" wird, wie die „Ev. Bl." heute mittheilen, am 2. Juni hier stattfinden. Näheres soll noch veröffentlicht werden.

_ ^Durmstadt, 1. Mai. Wegen des Ablebens Ihrer Hochfurstüchen Durchlaucht der verwittweten Fürstin Ida Carolme Lomse zu Schaumburg-Lippe, geborene Prinzessin zu Waldeck und Pyrmont, ist auf Allerhöchsten Befehl eine Hoftrauer vom Heutigen bis einschließlich den 8. Mai verord- ' net worden.

nachdem 9000 Doll. abgezahlt sind. Von 388 Mitgliedern 1863 ist er auf 970 in 1868 gestiegen. In jedem Winter werden 4—5 musikalische Abendunterhaltungen gegeben. 1869 im Januar ist die Mitgliederzahl 1012, davon 119 nominell und 80 wirklich active und 60 außerordentliche, von denen 45 die Proben regelmäßig besuchen. Ju der Gesangschule werden 30 junge Damen unterrichtet. Das Vermögen des Liederkranzes besteht (Grundeigenthum, Mobiliar, Mustkalien, Instrumente, Bibliothek, Wirthaftsvorräthe, Sparkassengelder, (Kassenbestand) aus 66146s Dollar; die Schulden aus 37,575 Dollars. Die