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der Stadt Frankfurt a. M.,

mit den ^ranf futter Na chrichte« als Extrabeilage,

(Expedition: am h. Geistpförtchen, Schlachthausgafse 21.)

M 99 _

Dienstag den 27. April

1869.

Ueberblick der Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.

Frankfurt, 27. April. (Die norddeutsche Armeen Alle Corps der norddeutschen Armee sind längst vollzählig , vorhanden und könnten größtentheils, falls es einmal I nothwendig wäre, wozu jetzt Hottlob keine Aussicht vorhanden ist, stets in zehn Tagen auf deu Kriegs fuß gebracht werden. Es gibt au Infanterie 9 Garde- und 105 Linien-Regimenter zu 3100 Mann in 3 Bataillonen, — 353,400 Mann, ferner 4 hessische Infanterie-

Regimenter zu je 2050 Mann in 2 Bataillonen, — 8200M., 18 Jägerbataillone (davon 2 bei der preußischen Garde und ! 2 bei der hessischen Division), jedes zu 1030 Mann, = ' 18,540 Mann. Gesammtzahl der Infanterie 380,140 Mann, gegen 301,000 Mann in Frankreich. Zum Ersatz der In­fanterie werden bei der Mobilmachung errichtet für jedes Re­giment ein Ersatzbataillon von 1003 Mann, für jedes hessische Regiments Ersatzcompagnieen mit 504 Mann, für jedes Jägerbataillvn eine Ersatzcompagnie mit 252 Mann, zusammen also 120,894 Mann, gegen 122,000 Mann in Frankreich. Die norddeutschen Ersatztruppen werden nicht aus lauter Rekruten bestehen. Die Dienstpflicht in Linie und Reserve dauert be-

I kanntlich 7 Jahre und da der Jahrgang bei einem Regiment aus ungefähr 500 Mann besteht, so hat jedes derselben einen Bestand von 3500 Mann Soldaten, also einen Ueberschuß von mehreren Hunderten, die als Stamm des Ersatzbataillons verwendet werden. Dazu werden dann die schon im Frieden der sogenannten „Ersatz-Reserve" überwiesenen Mannschaften herangezogen, deren Zahl so groß ist, daß man jedes Ersatz­bataillon im Nothfälle leicht auf 1500 Mann bringen kann, was z. B. im Jahre 1866 geschehen ist. Damals wurden schon nach Monatlichem Bestände die Ersatzbataillone auf 6 Compagnieeu vermehrt, wovon 4 als „4. Bataillon" des be­treffenden Regiments formirt, mobil gemacht wurden. Die Er­satz-Infanterie kann also nöthigenfalls auf 180,000 Mann ^bracht werden, was in einem Kriege, bei dem Alles auf dem Spiele stünde, ohne Zweifel fofort geschehen würde. Die uo^deutsche Reiterei zählt einschließlich der Gürde-Regimenter w 1 Regiment Gardes du Corps, 9 Kürassier-, 21 Dragoner-, zu ; 16 Husaren-, 21 Ulanen-, 4 sächsische und 2 hessische leichte ko

für jedes norddeutsche Cavalleric-Regiment so viele Reserven vorhanden, daß man im Nothfalle bei jedem Regiment noch eine 6. und 7. Escadron errichten könnte. Die 13 norddeut­schen Feldartillerie-Regimenter zählen in diesem Augenblicke (da bei jedem eine 4. reitende Batterie noch fehlt) jedes 15 Batterieen, ausgenommen das 12. (sächsische) Regiment, bei dem erst 14 Batterieen errichtet sind. Jedes Feld-Artillerie- Regiment ist 2316 Mann stark, die hessische Artillerie-Ab- theilut g mit 6 Batterieen zählt 950 Mann. Summa 31,000 Mann ' und gerade 200 Batterien, 1200 Geschütze. — Die Festungs-Artillerie, gegenwärtig 9 Regimenter mit je acht, 3 Abtheilungen mit je vier und 1 Abtheilung mit zrvei Compagnieeu, wird, da sich bei einer Mobil­machung die Landwehr-Artillerie damit vereinigt, int Kriege verdoppelt; sie formirt alsdann nach dem jetzigen Stande 17 2 Compagnien zu je 200 Mann = 34,400 Mann.

wpelt; sie formirt alsdann nach dem jetzigen Compagnien zu je 200 Mann — 34,400 Mann. — Im Kriege wird auch iür jedes Artillerie-Regiment eine Ersatzabtheilung mit 864 Mann und 24 Geschützen formirt, was wieder eine Reserve von 11,232 Mann und 312 Geschütze ergibt. Das Total der Artillerie ist sonach in Norddeutschland 76,632 Mann, 1512 Geschütze, gegen 53,000 Mann und 1056 Geschütze in Frankreich. An Pionieren hat der Nord­deutsche Bund 13 Bataillone, von denen jedes einschließlich der Ponton Colonne, des Feldbrückentrains, der Schanzzeugcolonne und der Feld-Telegraphen-Abtheilung 1000 Mann zählt und eine Ersatz-Abtheilung von 260 Mann formirt. Die 13 Train- Abtheilungen zählen mit je 9 Munitionscolonnen, 6 Lazarethen, 5 Proviantcolounen und der Feldbäckerei durchschnittlich 1800 Mann, außer der Ersatzabtheilung. Die norddeutsche Feldarmee zählt folglich einschließlich der hessischen Division, 497,000 Mann mit 1200 Geschützen, gegen 435,000 Mann mit 840 Geschützen der französischen Armee, sie ist also allein schon numerisch etwas stärker, wie die Letztere. Die Ersatz­truppen im norddeutschen Bunde belaufen sich auf 164,000 Mann und können im Nothfalle auf 224-—240,000 Mann er­höht werden. Sind sie auch weniger, wie die französischetr Depottruppen geeignet, bald mobil gemacht zu werden, so sind sie doch in Verbindung mit der 34,MO Mann starken Festungs­Artillerie hinreichend,' um alle festen Plätze und Garnisonen in besetzen, so daß außer der Linie, auch die Landwehr voll- ^.-i—..., „ ^ ,»Ei^.>- ‘7- - tMPi^ .^.^ lammen frei bleibt. Die Landwehr zählt im norddeutschen

^iter-Regimenter, zusammen 76 Regimenter zu 4 Feld- Bunde 210 Bataillone, von denen jedes mit 806 Mann aus- Ichwadronen mit 648 Mann, zusammen 49,248 Reiter gegen rücken soll. Diese Zahl wird jedoch erst im Jahre 1871 voll- "8,000 in Frankreich. Die 5. Escadron eines jeden Regi- ständig durch Mannschaften, die das 32. Jahr noch nicht über- Wnts bildet die Erfatzschwadron, deren Etat 283 Mann ist, schritten haben, gedeckt sein: gegenwärtig ist deßhalb das zweite M M Ganzen 21,508 Mann gegen 11,000 in Frankreich. Aufgebot erst vom 35. Jahre ab entlasten, so daß die alt­äs Total der Cavallerie ist somrt' in Norddeutschland 70,756, prkußischen Landwehrbataillone immerhin complet gemacht m Frankreich 79,000 Mann. In Wirklichkeit sind übrigens ^werden können. In den neuen Landestheilen und in Sachsen