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Intel?lgenz-B I a t t

-er Statt Frankfurt a. M., verbunden mit den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage,

(Expeditton: am H. Geistpförtchen, Schlachthausgasse 21.)

M 97 Samstag den 24. April 1869,

annehmen, daß das ein Stillstand ist? Und wenn immer vom Ausbau der Verfassung gesprochen wird: — ja, mein Gott, man baut doch ein Haus' nicht dadurch aus, daß man fort­während an seinen Fundamenten rüttelt. Man sagt uns ferner: in Bezug auf das Materielle hat der Bund vielleicht das Seinige gethan, aber für die politischen Ideen, für den allge­meinen Fortschritt ist gar nichts geschehen. Nun, die Frage nach dem Fortschritt, das ist etwas sehr Zweifelhaftes, je nach­dem man das Wort versteht. Ich muß sagen, ich halte es in den Interessen, die wir Alle hier vertreten, doch für einen bedeutenden Fortschritt, der seit dem Anfänge des Bundes wirklich schon gemacht worden ist, blicken Sie doch um sich in diesem Saale, wo Sie die Vertreter der verschiedensten Parteien des Landes sehen, auch aus den äußersten Parteien auf beiden Seiten, sehen Sie hier so viele Männer vereinigt aus den einzelnen Staaten, die noch vor wenigen Jahren zum Theil stündlich und mit Mißtrauen einander gegenüber ge­standen haben, sehen Sie sie friedlich ihre Meinungen austauschen selbst über so schwierige und tief in die Verhältnisfe ein­schneidende, Anträge, wie der vorliegende ist! Halten Sie das nicht für einen Fortschritt? Ist da das Nationalgefühl nicht bereits sehr weit, nnd zwar in einer Weise fortgeschritten, wie wir es nur wünschen können? Und nun möchte ich zum Schluß nur noch eins sagen: Ein weit größerer Fortschritt würde be­vorstehen, wenn Sie es, meine Herren, über sich gewinnen könnten, solche Anträge nicht wieder zu stellen, wenn Sie eS über sich gewinnen könnten, nicht ewig an der Verfassung zu rütteln, nicht ewig den Einzelnstaaten, die gern sich am Bunde betheiligen und daran mitwirken, das Bild vorzuhalten, wie unsicher die ganzen Verhältnisse sind, indem die Majorität dieser Versammlung im Stande sein möchte, die ganzen Ver­hältnisse umzukehre'n. Meine Herren, damit werden Sie nichts erreichen, damit werden Sie Niemand den Aufenthalt in diesem Hause angenehmer machen und keinen Fremden einladen, in dieses Haus zu ziehen. Damit werden Sie nur das Gegentheil von dem erreichen, was Sie wollen; Sie werden nicht Ihre Ideen ausführen, Sie werden die Idee des Bundes schädigen."

Ueberblick der Ereignisse im Gebiete der politischen un- materiellen Interessen.

Frankfurt, 24. April. (Befestigung und Fort­schritt tm Nord deutschen Bunde.) Bei den jüngsten Berathungen im Reichstage sprach sich der Königlich Sächsische Minister 'von Friesen in beherzigungswerther Weise über die Bedingungen einer sicheren und ersprießlichen Entwickelung der Bundesangelegenheiten und zugleich über die seither im Bunde gemachten Fortschritte aus. Er sagte unter Anderem: „Ich hatte es für höchst wünschenswerth, daß in Deutschland einmal eine Zeit lang ein Gefühl der Sicherheit eintritt, nicht blos nach Außen, sondern auch nach Innen. Wir haben in­nerhalb des Bundes noch sehr viel zu thun, der Bund, um auf der ihn: bereits gegebenen und bestehenden Grundlage seine Einrichtungen auszubilden, die Einzelstaaten, um ihre Ein­richtung dem Allgemeinen anzupassen und sich zu lebendigen und selbstthätigen Mitgliedern des Ganzen heranzubilden. Durch ein ewiges Rütteln an den Fundamenten der Ver­fassung, durch éin ewiges Jnfragestellen aller der Grundsätze, auf denen die Verfassung beruht, befördern Sie diese Ent­wickelung nicht; dadurch werden Sie im Gegentheil immer mehr und mehr Unruhe, immer mehr und mehr Mißverständ­nisse und Mißtrauen erregen. Wir haben noch eine große Masse, die nach Tausenden zählt, nnd zwar gebildete Männer, die sich noch mit einem gewissen Mißtrauen, mit einer gewissen Unbehaglichkeit innerhalb des neugeschaffenen Bundes erhalten, weil sie nicht recht wissen, was schließlich das Ende sein soll. Wir haben andererseits viele Männer, die sich die Mühe geben, die noch widerstrebenden Bewegungen innerhalb des Bundes in das richtige Geleise zu leiten, viele Männer, die es sich zu ihrer Aufgabe und zur mühevollen Aufgabe ihres Lebens machen, der Idee des Bundes in den verschiedenen Kreisen mehr Eingang zu schaffen. Rufen Sie nicht, ich bitte Sie, in den Gewissen dieser Männer Bedenken hervor, die sie dahin führen müßten, zu sagen: „Nein, bis hierher und nicht weiter!" Damit werden wir die Mißtrauischen, Zweifelhaften und Un­sicheren nicht gewinnen, damit werden wir den besten Freunden des Bundes die Waffen aus der Hand nehmen, mit denen sie auf Andere einwirken nnd im Interesse des Bundes wirken können. Freilich, der Bund soll nicht stillstehen, er soll fort­schreiten. Ich glaube aber, es ist ein ungerechter Vorwurf, dm man dem Bunde macht, daß er in der Zeit, feit welcher er besteht, zu wenig gethan habe. Der Bund besteht noch nicht seit ganz zwei Jahren, und was ist in diesen zwei Jahren nicht schon geschehen, welche wichtigen und zum Therl sehr heilsamen, nützlichen' Gesetze sind in dieser Zeit geschaffen worden! Können Sie wirklich

Aus der Nähe.

* Darmstadt, 19. April. Derlandwirthschaftliche Verein für die Provinz Starkenburg wird in diesem Frühjahre aber­mals eine ansehnliche Zahl junger Zuchtschweine der größeren englischen Schläge, deren Bezug aus den besten Quellen in Sachsen und am Niederrhein bereits gesichert ist, ankaufen und an Angehörige der Provinz versteigern lassen. Es find für diesen Zweck alle Vorkehrungen getroffen, und steht zu er­warten, daß das Unternehmen, an welchem sich seither das