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Intelligenz.Blatt

der MM Frankfurt a. Mi

kerbNudru mit dm Frs«kf«rter N«chrichte« als Extrabeilage.

(Expedition?: sm h. BeistvfSrèchtn, PchlachthauSgaffe 81.)

M 87. Dienstag dmUpril 1869.

Bestellungen auf das Frankfurter Intelligenz-Blatt, Amtsblatt und Anzeiger für den Stadtkreis Frankfurt a. M., Anzeige-Blatt der städtischen Behörden zu Frankfurt a. M. und die Frankfurter Nachrichten werden für dieses Quartal bei der Expedition zum Preise von st. 1. 45 kr. fortwährend angenommen.

Durch die Post bezogen kosten dieselben für das Vierteljahr in Preußen: Thlr. 1. 15 ’/< Sgr. oder fl. 2. 41 kr., außerhalb Preußen: Thlr. 1. 2^ Sgr. oder st. 1. 53 kr.

Ueberblick der Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.

Frankfurt, 13. März. Der Bundeshaushalts- Etat des norddeutschen Bundes für das Jahr 1870 liegt jetzt sammt seinen Anlagen gedruckt vor, wie er aus den Berathungen des Bundesrathes yervorgegangen ist; er schließt in Einnahme und Ausgabe mit 75,958,495 Thlr. ab. Da von derMarme- anleihe nur ein Rest von 1,251,0/6 Thlr. zur Verfügung übrig ist, io erklärt sich daraus, daß der Etat für 1870 hinter dem Etat für 1869 zurückbleibt, nnd zwar mit einer Summe von 1,742,640 Thlr. Abgesehen von diesen außerordentlichen Aus­gaben, die durch außerordentliche Zuflüsse gedeckt worden, stellt sich eine Erhöhung des Ausgabeetats um 2,155,208 Thlr. heraus; die fortdauernden Ausgaben haben eine Erhöhung von 2,026,969 Thlr. erfahren. Daß durch Abstriche des Reichstages daran eine erhebliche Summe gespart werden kann, ist nicht möglich; denn von der Ziffer von 71,752,106 Thlr. fallen 66,699,765 Thlr. allein auf die Militärverwaltung, deren Etat dem Reichstage auch für die beiden Jahre 1870 und 1871 noch nach Art. 71 der Bundesverfassung „zur Kenntnißnahme und zur Erinnerung vorzulegen" ist. Für die auswärtigen Ange­legenheiten, welche mit dem Jahre 1870 vom preußischen auf den Bundesetat übergehen, sind 832,730 Thl. angesetzt, für die bereits auf dem Bundesetat stehenden Bundesconsulate 335,450 Thlr. Die Verzinsung der Bundesschuld nimmt 4o0,000 Thlr. in Anspruch, das Bundeskanzleramt 221,950 Thlr., der Bundesrechnungshof 59,700 Thlr., der Reichstag 20,563 Thlr. f einmaligen und außerordentlichen Ausgaben sind auf 4,206 389 Thlr. veranschlagt, was gegen den Etat für 1869 ein Minus von 3,769,609 Thlr. beträgt, wovon eben die ge- rmgeren außerordentlichen Verwendungen für Marinezwecke die Ursache sind. Die Einnahmen des Bundes setzen sich zusam- men ^s^em Überschüsse der Zölle und Verbrauchssteuern

^'^00,950 Thlr., der Post- und Zeitungsverwaltung Mit 264,371 Thlr., der Telegraphenverwaltung mit 77,807 Tlr., auë den verschiedenen Einnahmen bei einzelnen Ausgabe-Ver- Waltungen mit 103,568 Thlr. Dazu tritt der Rest der Zehn- Mrllwnen-Anleihe mit 1,251,076 Thlr. Es bleiben dann noch 25,754,723 Thlr. durch Matricularbeiträge zu decken;

Verschiedene Blätter haben mit Befremden darauf aufmerk­sam gemacht, daß unter den Generalen das bürgerliche Element so spärlich vertreten sei. Man darf dabei indessen nicht außer Augen lassen, daß gewöhnlich bürgerliche Officiere, wenn sie in die höheren Chargen rücken, geadelt werden, und haben z. B. allein in Veranlassung des letzten Feldzuges an 50 Ofsi'- ciere das Adelsprädicat erhalten. Ganz etwas ähnliches findet sich auch bei der höheren Verwaltung, und sind unter den jetzigen Oberpräsidenten allein 3 Geadelte. — Der Artikel der „Pr." über Aeußerungen des Herzogs von Grammont lautet: In unseren diplomatischen Kreisen ist es dem Ver­nehmen nach sehr bemerkt worden, daß der Herzog von Grammont, welcher allerdings stets den Kriegsbefürchtungen entgegenge­treten ist, seit seiner Rückkehr aus Paris noch mit größerer Entschiedenheit und Bestimmtheit seine Ueberzeugung ausspricht, daß im Laufe des Frühlings und Sommers dieses Jahres der Friede keine Störung zu befürchten habe. Der französische Gesandte unterläßt nicht zu betonen, daß seine Regierung auf­richtig den Frieden und nur den Frieden wolle.

Aus der Nähe.

* Homburg, 8. April. Auf dem am 7. d. M. für den Obertaunuskreis abgehaltenen Kreistag zu Homburg wurde von dem Vorsitzenden, Herrn Landrath von König, Mit­theilung über die Einnahmen und Ausgaben der Kreis-Com- munalkasse für das Jahr 1868, sowie Vorlage des Etats pro 1869 gemacht. Zur Prüfnng dieser Gegenstände wurde eine Commission gewählt. Als Beihülfe für das Taubstummen­institut zu Camberg für 1869 wurden 25 Thaler aus der Kreiscommunalkasse verwilligt. Für die Mitglieder der Com­mission für Begutachtung der Classensteuer-Reklamationen wurden Diäten und Reisekosten aus der Kreiscommunalkasse nach dem Ansätze der Diäten und Reisekosten der Kreisstände verwilligt. In demselben Maße wurden für die Civilmit- glieder der Kreisersatzcommission Diäten und Reisekosten ver­willigt. Als Ausschuß zum Zwecke der Aufbringung und Vertheilung der vom Kreis zu leistenden Landlieferung in Fällen einer Mobilmachung wurde eine Commission von sechs Mitgliedern gewählt. In die Vormusterungscommission be-