Einzelbild herunterladen
 

der Stadt Frankfurt a. M., »erbrmdm mit dm Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage. - - ' —■—«OB—

(Expedition: am j. Geistpfärtchen, SchlachthauSgaffe 21.)

M 71. Donnerstag dm 25. Marz 1869.

Cinladullg zum Abonuement.

Mit dem 1. April 1869 beginnt ein neues Vierteljahr-Abonnement für das Frankfurter Intelligenz-Blatt, Amtsblatt und Anzeiger für den Stadtkreis Frankfurt a. M., Anzeige- Blatt der städtischen Behörde« zu Frankfurt a. M. und die Frankfurter Nachrichten.

Der Abonnementspreis dieser sämmtlichen fünf Blätter beträgt hier in Frankfurt von der Expedition bezogen, für das Vierteljahr fl. 1. 45 kr.

Durch die Post bezogen kosten dieselben für das Vierteljahr in Preußen: Thlr. 1. 15^ Sgr. oder fl. 2. 41 kr., außerhalb Preußen: Thlr. 1. 2^ Sgr. oder fl. 1. 53 kr.

«eberblick der Ereignis im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.

FrMkfart, 25. März. Die „Aschaffmburger Zeitung" schreibt: Die Gerüchte über Frieden und Ädrg sind so schwankend, daß es selbst dem scharfsinnigm Politiker schwer fallen muß, aus ihnen einen richtigen Schluß zu zirhen. Was österreichische Blätter behaupten, widersprechen norddeutsche Journale, und was diese sicher wissen wollen, drmentirt die französische Presse. Noch selten wurde Europa durch so konfuse und verworrene Zeitungsberichte beunruhigt, als in bi-sem Augenblicke. Ob nun die verschiedenen Gerüchte wahr oder nicht wahr seien; fest steht, daß sie einen Ursprung und eine Absicht haben müssen; j-doch ist es unwahrschrialich, daß sie dem Winde gleichen, der gewöhnlich einem Gewitter vorhergetzt Vorläufig dürfen wir uns wohl auf die Annahme beschränken, daß ein großrr Theil jener Gerüchte seinen Ursprung in den Köpfen der Börse spielenden Combinations-Politiker hat, die eben für ihre Politik keine anderen Anhaltspunkte haben, als die unsicheren Nachrichten ihrer schlecht unterrichteten Agenten, wonach ihnen kaum eine andere Absicht zu Grunde läge, als die, Kursdifferenzen zu erzielen. ES unterliegt keinem Zweifel, daß die einzigen thatsächlichen Ereigniffe, d. i. die belgische Frage und die Abberufung des Grafen Usedom von Florenz, die Waage der Politik ins Schwanken gebracht haben, und es wird gut sein, wenn man diese Ereigniffe nicht unterschätzt, denn sie sind eS, die im Augenblicke der vollsten Beachtung werth stad, und möglicherweise als Vorläufer künftiger Ereigniffe gelten können. Man täusche sich ja nicht, trotz aller Friebensversicherungm, über den Ernst der Lage. Wenn sich die „Jndrpendavce Beige* von ihrem Pariser Cocrespoudeuten schreiben läßt, daß eine Be­urlaubung in der französischen Armee auf drei Monate eintrete, so kann das wahr sein; man wolle aber dabei nicht außer Acht lasten, daß auch bet unS oft eine Räumung der Kasernen noth­wendig wird, um anderen Streitkräften zur Woffmübung Plötz

zu machen. ES ist also der Fall burchau» nicht underkbar, daß dtksir Grund einen Einfluß auf jene Beurlaubung äußert. — Sollte man aber in Frankreich ernstlich WilleuS sein, den Frieden zu erhalten, so würden wir diese Absicht mit Freuden als eis Zesch n begrüßen, daß man dort endlich einmal von der Idee abgekommen ist, sich in deutsche Angelegenheiten zu mischen. ES würde uns dies um so mehr freuen, alS dadurch die Feinde der deutsch-nationalen Entwicklung ihre einzige und letzte Stütze verloren hätten; denn sobald ihnen die Aussicht genommen ist, Frankreich zum Protektor ihrer vaterlandSverrätherischen Absicht zu haben, find sie kraftlos und eS würde unS dadurch das bittere Gefühl erspart bleiben, sie einstenS alS Deutschlands treulose Söhne am Pranger stehen zu sehen.

DaS fianzöstsche Journal Osficiel sagt: „Der Bericht der Budgetkommission bestätigt die Uebereinstimmung der Regierung and der Commission über die finanzielle Lag-. Die Commissign drückt die Hoffnung aus, baß der Friede nicht werde gestört werden; dieses Vertrauen wird ihr eingegeben nicht nur durch den Zustand unserer Wehrkräfte, sondern auch durch die Versicherungen der Vertreter der verschiedenen Regierungen. Die Commission erkennt diesen Erklärungen gemäß an, daß gegen« wS'tlg kein Cor flikt in Europa besteht und daß die Negierungen noch bei einer neulichen Gelegenheit den Willen bewiesen haben, die Schwierigkeiten friedlich zu lösen, welche die Ereignisse vielleicht hNvorrufen könnten."

Man meldet auS Florenz: „Seit einiger Zeit durch­ziehen Räuberbanden die Berge von Modena; man bezeichnet dieselben unter dem Namen „Republikaner". An ihrer Spitze stehen bekannte junge Leute, von denen einer früher Hauptmann i der Nationalgarde war. Die Bande zählt im Ganzen über 100 Mann, ist mit SHweizergewehren bewaffnet und in kleine Gruppen getheilt. Dieselbe» vergreifen sich weder an Privat- eigenttzum «och an Privatpersonen. Der Zweck ihrer Operation besteht darin, sich den Ertrag der Taxen der neuen Mahlstener anzueignen. Wenn die Steuereinnehmer sich bei dM Müllern