Intelligenz. Blatt
-er MM Mut i M.,
vWbrmdm mit dm Kraukfurter MachrLchteu als ExtrabMage.
(Expedition: am H. Geistpförtchen, Schlachthausgaffe 21.)
M 65. Donnerstag dm 18. März 1869.
Neber-lick der Ereigniße im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.
Frankfurt, 18. März. Die bmmuhigmdm Gerüchte, dir seit einigen Tagen verbreitet waren, haben größtentheilS ihren Ursprung in der Gewohnheit leicht erregbarer Leute, die Situation im Ganzen heute als günstig, morgen im entgegengesetzten Sinne aufzufüffen, statt sich von den eiozelmn Symptomen Rechenschaft zu geben, die jener Auffassung zur Stütze dienen sollen. Wollte man diese Mühe nicht schrue», so würde sich bald zeigen, daß jede einzelnen und ala mistischea Nachrichten, vor welchen man zurückschreckt, kaum die oberflächlichste Untersuchung auLYalte» und sich, etwas näher angesehen, zu einem gewöhnlichen TageSgerücht verflüchtigen. Die zahlreichen Con- jecturen über die Reise des Herzogs von Gram out nach Paris, um ein Beispiel anzuführe», fallen schon jetzt dem Spott am heim, und es wird von Wien aus als fraglich bezeichnet, ob
Wenn auch Marschall Serrano die Erklärung seines College» dadurch adzusHwâchm sich beeilte, daß er sie alS die individuelle Ansicht Topetes bezeichnete und hinzufügtr, daß das Cabinet das Votum der Cortes respretiren wird, mö^e es zu Gunsten der Monarchie oder zu Gunsten der Republik ausfsllev, so ist doch keinenfallS anzunehmen, daß der Marineminister jene Erklärung gleichsam auf eigene Hand abgegeben haben sollte, vielmehr vorauSzvsrtzen, daß er sehr wohl gewußt, er drücke damit die Anschauung seiner College« aus. Jedenfalls wird die ohnehin numerisch überlegene Partei der Monarchisten in den Cortks durch Topetes Versicherung nur an Intensität gewonnen haben und sie wird schon dadurch eine numerische Verstärkung voraussichtlich erhalten, daß gerade Topete sich ganz besonderer Popularität erfreut und als Havptmheber der spanischen Revolution zu betrachten ist. WaS speciell den Herzog von Montpen- ster betrifft, so ist arzuuchme», daß gerade die Schilderung TopeteS von dem militäris Hm MSrtyrrrèhume desselben nicht
der Herzog sich auch nur nach Paris begeben werde. Erfolgt unwesentlich die öffentliche Meinung zu Gunsten dieses Mit- die Reise, so wird die Weltgeschichte schwerlich t ason eine andere glieds deS jüngeren Zweiges der Bourbon? stimmen dürfte. Richtung empfangen. Wir wissen, welche Bewandtniß es mit ’ " " " “ m
solchen angeblich politischen Reisen der Diplomaten hat. Herr Benedetti wollte vor Kurzem von Berlin nach PariS reisen, wie er jährlich um dieselbe Zeit zu thun pflegt, und er hatte dazu nach dem Eintritt deS ihm persönlich befreundeten Herrn v. Lavalette in die Geschäfte eine doppelte Veranlassung. Die 1 Reise unterblieb dann, wie versichert wurde, weil damals in
Folge deS griechischen CovfliktS pessimistische Gerüchte in Umlauf waren und man dieselben durch die Besprechung des Botschafters mit dem französischen Minister des Auswärtigen zu verstâ keu fürchtete. Die Reife wurde deßwegen verschoben. Pariser Blätter hatten irrthümlich gemeldet, der Sohn des Herrn Benedetti sei erkrankt geneset?, dann wieder hergestellt worden, oie egenaje zueröinoang du ^wqiu vc- ^umgiu, du ^ujuuna was alles besprochen und mit allerlei Commentaren begleitet Louise, mit dem Herzoge von Montpmster, dem jüngsten Sohne wurde. In Berlin erfuhr man aber, daß die Sache sich genau Louis Philipps, durch, welche am 10. October 1846 Pattfanb, umgekehrt verhielt. Aus jene Zeitungsnachricht hin, war nach trotzdem England dagegen protestirte. WaS Guizot zu jener Nancy telegraphirt worden, ob verjünge Herr Benedetti wirklèch Zeit zu Gunsten der Orleans ins Werk setzte, scheint j.tzt nach I erkrankt sei, worauf dieser antwortete, er befände sich ganz wohl Verlauf fast eine? MmsHmalterZ seine Früchte tragen zu sollen.
jüngeren Zweiges
Ein Prinz, der für"den Ruhm Spaniens sich an dem Kriege gegen Marokko betheiligen wollte und nur auf Befehl der Königin Isabella daran verhindert wurde, kann auf Sympathie des ritterlichen spanischen Volke? rechnen, zumal dieses militärische Märtyrerthum späterhin auch durch ein politisches noch erhöht wurde. Die Gache selbst erscheint übrigens um so interessanter, als sie die Erinnerungen an die sogenannten „spanischen Hei- rathen" wachruft, die eine so merkwürdige Episode in der Regierung Louis Philipps und seines damaligen Ministers Guizot bildet. Im Jahre 1846 suchte bekanntlich Guizot eine Vermählung der Königin Isabella mit einem französischen Prinzen zu Stande zu bringen, jedoch vergebens. Dagegen setzte er die eheliche Verbindung der Schwester der Königin, der Jasauti» " “ ' ' Herzoge von Montpmster, dem jüngste» Söhne
dmH, welche am 10. October 1846 stattfand,
und läge ruhig seinen Studien ob. DieS nur als ein Beispiel unter vielen anderen zum Beweise, was alles bei solchen Gelegenheiten vermuthet und umhergstragru wird. — Von Florenz aus, wird jetzt einem Telegramm zufolge der Abschluß der bekannten Tripel-Allianz in amtlichen Kreisen bestimmt in Abrede
SCt, UNS die Ueberzeugung befestigt sich, daß die Anstrengungen armora's nicht so leicht durchdrungen werden.
Mit der Erklärung deS MariurministerS Admirals Topete in einer der jüngsten Sitzungen der spanischen CorteS zu Gunsten Herzogs von Montpensier ist die spanische Bewegung augenscheinlich in eine neue Phase der Entwicklung getreten.
Mit welcher Spannung der Kaiser Napoleon die weitere Entwicklung der „Affaire Montpensier" ohne Zweifel verfolgt, braucht nicht erst auSeinandrrgesltzt zu werde». Durch das Confiècâtionsdekret über das Vermögen der Orleans sollten dem gefährlichen Prätendeutenthum desselben die Wurzeln aSgegrabeu werden. Merkwürdig, wenn diese Wurzel« auf spanischem ischlagen sollten, desselben Spaniens, daS sich optstütze seiner Politik auSersehm hatte. Der
Boden wieder a«H
Napoleon zur Havpi.
fernere Gang der Ereignisse wird" darüber entscheiden.