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Intelligenz-Blatt

der Stadt Frankfurt a. M.,

verbunden mit dm Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.

(Expedition: am H. Teistpförtchen, GchlachthcmSgaffe 21.)

M 59.

Donnerstag dm 11. März

1869.

Ueb erblick der Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Jntereflen.

^rnttkfere^, 11. März. Da» Berliner Militär-Wochen- blatt enthält einen sehr interessanten Artikel über die Fortbildung der Feuerwaffen im Jahre 1868. Man erfährt daraus, daß in dem norddmsschen Bundeèheere an der Ausrüstung mit dem „bewährten" Zündnadelgewehr rüstig fortgearbeitet worden. Für den Bedarf der Festungen wurden gezogene PrreussionSge- Wehre eigener und fremder Konstruktion, als eroberte öster­reichische u. s. w., zur Hinterladung umgearbeitet. Percussionirte Waffen führt noch die preußische schwere Cavallerie in Gestalt einer glatten Pistole. Vergleichsversuche der Schießschule in Spandau haben bewiesen, daß das Zündnadelgewehr in Bezug auf Feuergeschwindigkeit und Präcision mit Gewehren der be­kanntesten Systeme concurriren kaun. Die Überlegenheit deS kleinen Kalibers in Bezug auf Rasanz dürfte dagegen ein unter Umständen schwer wiegender Faktor bleiben. Nach kurzer Mit- theilung über Hessen, Baden, Würtemberg und Boyern wird berichtet, baß Oesterreich die Verwandlung seiner alten Gewehre nach Wânzl noch nicht zu Ende gebracht hat. DaS neue Mo­dell von Werndl soll, trotz der FabrikationSschwierigkeiten, nun zur Ausführung kommen. Hier, wie überall, stößt die Erzeugung der Metallpatronen noch auf Hindernisse. Frankreich hat die Ausrüstung seiner Infanterie mit ChaffepotS nur auf den FriedenSstand beendet. Die KriegsauSrüstung (von einer Re­serve nicht zu reden) kann noch nicht alS vollendet zu betrach­ten sein. Ungeachtet mancher Mängel, die der Kriegsminister selbst zugibt, scheint die Waffe doch im Ganzen zu befriedigen. Für die mobile Nationalgarde werden alte Gewehre nach Snider umgrändert. Italien und Rußland haben dos Zündnadelsystem angenommen. In letzterem geht die Bewaffnung sehr langsam vorwärts. Im Gebiete der Feldartillerie sind nur wenige ma­terielle Aenderungm zu melden. Der Hinterladung mit Per- cusstonSführung huldigen mit Entschiedenheit Nord- und Süd- deutschland, Rußland und Belgien. In Frankreich sind im Loger von ChalonS ausgedehnte Versuche mit vier Batterien Aonzener Hinterlader gemacht worden, deren Verschluß dem Wahrendorff'schen nachgebildet ist. DeS ShrapnelschusseS in der Felbartrllerie entbehren jetzt Preußen und Italien; derZrit- Muder für gezogene Geschütze ist jedoch in ersterem Siarte schon i Ur vervollkommnet worden. Revolverkanouen, Kugelspritzen, i Mitrailleusen, oder wie sie sonst genannt werden, haben auf rleille und mittlere Entfernungen treffliche Scheibenresultate er- gebm, stad indeß noch nirgends, mit Ausnahme Frankreichs, und zwar dort für den Feldgebrauch angenommen wordm.

England zu der Einsicht gelangen wird, die Zeit sei gekommen, wo die Aufrechterhaltung internationaler Schravkm nur zur - ur-”- ”•* I*** W^M Qwvxpv WWig WU^(UUKIU16U Ä.»»«,«. Schädigung der Gesittung und der gemeinschaftlichen Interessen * wir 1 u toenllet M dann auf dem Gebiete der schweren des Weltverkehrs führen und als solche von der öffentlichen Artillerie der Pauzerstage zu und kommt zu dem Schluffe, baß Meinung verurtheilt werden muß. Englands Widerstand dürfte

in der Feuerwaffentechnik „kaum eine Klärung zu erkennen und ein definitives Fertigwerden sobald nicht in Aussicht ist."

Man schreibt auS Paris: Abermals ist ein weiterer Schritt

genommen werde. Den uner-

zur Anbahnung der internationalen Münzeinigung gethan. Man versichert, daß die Münzcsmmisflon, welche seit Monaten im französischen StaatSrathetazt, sich nicht blos auf daS bestimmteste für die Annahme der alleinigen Geldwährung ausgesprochen, sondern diesem Beschlusse noch den Wunsch hinzugefügt hat, daß die Ausprägung von 25-Flaskeustückm, welche schon von der internationalen Mâozconferevz im Jahre 1867 aiempfohlen wurde, nun ernstlich in Angriff „ müdlichm Bestrebungen deS Herrn von Pariru, Biceprästdentra des StaatSratheS (bekannt durch die Rede, mit welcher er im Jahre 1865 als Rezieruvg^commissär im gesetzgebenden KSrp-r die Politik der Nichteinmischung Frankreichs in den deutsch« dänischen Krieg mit Entschiedenheit vertheidigte) und Vorsitzenden der Münzcommijsto«, ist eS gelungen, diesrn wichtigen Beschluß in der Sitzung vom 19 Februar durchzuführen und, obgleich die Zustimmungen der Regierungen von Belgien, Italien und der Schweiz einzuholen sind, so unterliegt eS wohl kaum einem Zweifel, daß die Ausprägung von 25-Frankenstäcken jetzt schon alS eine vollbrachte Thatsache zu betrachten ist. DieseS neue Goldstück, von welchem mehrere Proben in daS Ausland

geschickt worden sind, kommt dem Pfund Sterling, dem 5-Dollakstück und dem österreichischen 10'Guldenstücke sehr nahe. ES unterscheidet sich leicht vom 20-Fra kenstück und übertrifft daS Pfund Sterling, sowie den halben Adler (5 Dollar») durch die Schönheit der Form, obgleich eS in der That denselben an Werth nachsteht. Allerdings wird die neue Münze sich des be­sonderen Wohlwollens der reisenden Engländer nicht im höchsten Grade zu erfreuen haben, da jetzt schon die Daily N-wS die Befârchiung auSspricht, daß AlbtonS Söhne einige Centimes, welche sie immer bei der Umwechselung der Sovereigns in Franken gewannen, von nun an einbüßen dürften. Aber gerade dieser Umstand könnte vielleicht der mächtigste Hebel für die Förderung der Wünsche vieler aufgeklärter Engländer werden, welche die Herabsetzung bei Sovereigns auf 25 Franken sich zum Ziele gesetzt haben. DaS internationale Schwesterstäck, ohne besonderen Namen, nomina sunt odiosa und ohne bestimmte Nationalität, schöner und wegen seiner decimalen Legirung um ein Wenige? schwerer alS der Sovereign, wird sich hoffentlich im Völkerverkehr so bewähren und eine so günstige Aufnahme in Deutschland und Amerika finden, daß man endlich auch in