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JvtelligenzBIatt der MM Frankflirt s. M., verbunden mit dm Frankfurter Nachrichten als Extrabellage.

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(Expedition: am H. Geistpförtchen, SchlachthauSgaffe 21.)

M 45. Dienstag dm 23. Februar 1869.

Leila Khatoun. Seine diplomatische Carriere begann er 1843' in welchem Jahre er zum zweitm Dollmetscher der Pforte und Leiter deS UrbersetzungSbmmuS ernannt wurde. Später (1848) wurde er noch den Unruhen zu Jaffy und Bukarest als Gene- ralcommiffär der Pforte in die Douaufürstenthümer geschickt und erhielt sodann Missionen nach Petersburg (in der Flücht- lingsfrage), sowie nach Egypten. Im Jahre 1853 trat er in Folge des schroffen Auftretens deS Fürsten Meutschikoff von seinem Posten zurück, wurde jedoch zwei Jahre später rehabilitirt und erhielt den Titel eines Pascha. DaS Mißfallen deS Czarm hatte er sich durch eine Broschüre über die heiligen Stätten zu­gezogen, in der er die russischen Ansprüche scharf bekämpfte. Fuad Pascha hat sich auch sonst alS Schriftsteller sehr hervor­gethan und im Jahre 1852 eine türkische Grammatik herauSge« geben, die von dm Gelehrten sehr geschätzt wird.

Neberblick der Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.

s*KAkf«rt, 23. Februar. (Fuad Pascha.) Der Orient hat seinen gewiegtesten Diplomaten verloren. Fuad Pascha ist! vor einigen Tagen gestorben. Angesichts der Verwicklungen, denen die Türkei trotz aller griechischen FriedenSerklärnngen ent­gegengeht, hat dieser Verlust für die Türkei eine wahrhaft ver- hängnißvolle Bedeutung. Fuad Pascha war kein kühner Refor­mator, kein Staatsmann, der ein Reich zu rsgensrtreu, einem Volke neue Kraft und neues Leben einzuhauchen vermöchte. Fuad Pa'cha wußte, was man der Türkei zamuthen dürfe; der steche Leib verträgt keine radikale Kur mehr. Viel ist geschehen, wenn man den AuSbruch der Katastrophe verzögert. Darauf war auch daS Bestreben Fuad Paschas gerichtet. Er suchte die Türkei,dm Westmächten näher zu bringen; suchte in Konflantiuopel europäische Sitten einzubürgern, war jedoch nichts weniger als freigiebig mit Concessionen. Ec gewährte dm souveränen Staaten Serbien und Rumänien gerade so viel, als zur Vermeidung der Kriegsgefahr bewilligt werden mußte. Im Punkte der Civilisation war es ihm vorzüglich um Amßer- lichkeiten zu thun. Der Besuch der Pariser Ausstellung durch dm Sultan und die Reise Sr. Majestät durch Europa schien ihm ein außerordentlicher Fortschritt, und er wachte große An­strengungen, um mit Umgehung der Vorschriften des Korans dieses Unternehmen in Scene zu setzen. Er glaubte, die Sym- pathirn Europas für die Türkei würden durch das persönliche Erscheinen des Sultans um ein Bedeutendes gesteigert werden. Nun wir haben den Sultan gesehen, aber unser Sinn war nicht staunend gefesselt und unser Enthusiasmus überschritt nicht das richtige Maß. Der Sultau erregte durch seine Nnbckavnt- schaft mit europäischen Sitten und europäischer Bildung Auf­sehen; im Uedrigen langweilte sich Sz. Majestät bei der Reise durch Europa, ohne Diejenigen zu amüsiren, welche ihm gegen­über die Pflichten der Gastfreundschaft auSüben mußten. Der Sultan kehrte in übler Laune nach seinen Palästen zurück und von nun an war der Stem Fuad Pascha» im Sinken. Später kam die Nachricht von einer geheimnißvollru Vergiftungsgr- Wchte. Der Minister entging mit Noth dem Tode. Er zog sich nach Nizza zurück, wo er biS an sei« Ende verweilte. Fuad war von instinctivem Haffe gegen Rußland beselt. So lange er Minister deS Auswärtigen war, brauchten Oesterreich und die Westmächte nicht zu fürchten, daß Rußland irgendwelchen Einfluß in Constantinopel ausübe. Bet dem jüngsten türkisch- griechischen Conflikt war eS deutlich bemerkbar, daß Fuad sich nicht mehr am Ruber befinde. Fuad Pascha, geb. 1815, war bet Sohn deS unter dem Dichternamm Izzet Mollah bekannten Izzet Effendi Kitchegizade und Neffe der berühmten Dichterin

Aus der Nähe.

* Hanau, 19. Febryar. Gestern Mittag 4 Uhr 5 Min. ist der Storch bei uns eingetroffen.

• Darmstadt, 16. Febmar. Gestern begannen innerhalb eines engeren Kreises die Zeichnungen für den beabsichtigten Bau eines OdeonL. Nach der hierbei stattgefuudenen Betheiligung unterliegt eS keinem Zweifel, daß die erforderliche Summe für den Bau beschafft wird. Auch der Bau eineS Justizpalastes ist jetzt in Aussicht genommen, indem die Aufstellung eines Vor­anschlages verfügt ist.

* Darmstadt, 16. Febmar. Peter Keller aus Büttelborn ist seiner Haft auS dem hiesigen Arresthause wieder entlassen worden, da die Untersuchung bezüglich der neuesten Vorfälle in Weiterstadt und Büttelborn genügendes Material nicht ergeben haben soll, um ihn in Anklagestand zu versetzen, beziehungsweise vor ein Strafgericht zu stellen.

* Darmstadt, 17. Februar. Auch in diesem Jahre haben die Großh. Hess. Offiziere, welche die Militairschule in Berlin besuchen, sich durch ihre Kenntnisse ausgezeichnet und sollen namentlich die Artillerie-Offiziere Deiß und Rohde in dem be­treffenden Schulrapporte an den König lobend erwähnt worben sein. —

* Mainz, 14. Febmar. Der des Giftmordes an seiner Gattin angeklagte Schäfer von Bretzenheim, welcher vor einiger Zeit von der Union an die hessischen Gerichte auSgeliefert wurde, hat am verfloffenen SamStag ein vollständiges Gestäudniß feiner Schuld abgelegt.

Herr Ewald Grobecker hat in Mainz ein, wie immer, erfolgreiches Gastspiel-beendet und beginnt ein solches demnächst