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Intelligenz. Blatt

derAMM FrankM s. M.,

verbunden mit dm Kvauksurter Nachrichten als Extrabeilage.

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(Expedition: ‘am H. Geistpförtchen, SchlachthauSgasie, 81.)

M 41.

Donnerstag dm 18. Februar

1869.

Neberblick der Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.

Frankfart, 18. Februar. Der Wortlaut der Depesche, welche der Marquis v. Lavalette im Namen der Pariser Con- ferevz au Herm DelyanniS in Athen gerichtet, lautet wie folgt: Die Mächte, welche den Pariser Vertrag von 1856 unterzeich­net und die sich in Conferenz versammelt haben, um mit ver­söhnlichem Geist den zwischen Griechenland und der Türket ausgebrochenen Streit zu untersuchen, haben lebhaft bedauert, daß die griechische Regierung es nicht für gut befunden hat, ihrem Vertreter vorzuschrerben, bei ihren Arbeiten gegenwärtig zu sein, und nicht den Weg gewählt hat, sich in der Conferenz zu erklären. Indeß haben sie es für ihre Pflicht gehalten, das Werk wohlwollender Intervention, welches sie zu Gunsten der Interessen des Friedens unternommen hatten, fo.tzufetzm, indem sie mich als Präsidenten der Conferenz beauftragten, dem grie- chischen Gesandten iß Pa iS mitzutheilen, daß er durch meine Vermittelung in Beziehnng zu der Conferenz treten könnte. Ich halte es für unnütz, Hinzuzufügen, daß ich mich beeilt habe, wie auch die Sitzungsberichte feststellen, dort die Aktenstücke vorzu- legru, welche Herr Rhangsbe wir übergeben hatte, und die Conferenz faßte »st ihre Beschlüsie noch einer unparteiischen Prüfung aller Aktenstücke, welche ihr Gewissen aufklären kann« ten. In Folge dieser unparteiischen und langsamen Prüfung sind die Möchte zu der einstimmigen Ueberzeugung gelangt, daß Grund -vorliege, die Debatte von thatsächlichen Fragen zu be­freien und sich weniger daran zu haltm, ein Urtheil über die Vergangenheit zu fällen, als sich mehr mit der Aufsuchung der Regeln zu beschäftigen, welche in der Zukunft den Beziehungen zwischen der Türkei und Griechenland zur Richtschnur dienen sollen. Mit einem Worte, die Conferenz hat geglaubt, daß daS beste Mittel, um der Rückkehr der gegenwärtigen Schwierig­keiten zuvorzukommen, darin bestehe, die allgemeinen Prinzipien deS Völkerrechts genau anzugeb m, in Betreff welcher die beiden Regierungen in Streit gerathen waren und die daS ge­meinschaftliche Gesetz aller Völker sind und fein werden. — Ich bin von der Conferenz beauftragt worden, Ew. Excellenz die eingkschloffene Declaration mitzutheilen, in welcher die Re­präsentanten der Mächte ihre Beschlüsie und Ansichten zusam- mengefaßt haben. Die Conferenz ist überzeugt, daß die griechische Regierung die wohlwollenden Gefühle nicht verkennen wird, welche sie in ihren Arbeiten beständig geleitet hat, und daß sie nicht verweigern wird, den allgemeinen Principien ihre Zustim­mung zu geben, die, ich wiederhole eS, aus gleiche Weise alle Staaten verpflichten, und welche Griechenland annehmm kann, ohne im mindesten seiner Unabhängigkeit und Würde zu nahe zu treten. Damit aber der Beschluß sofort die Gültigkeit er­

hält, welche die Cabineite ihm zu geben wünschen, ist es noth­wendig, daß in der Woche, welche die Übergabe der gegen« wärtigm Declaration folgt, die griechische Regierung antworte, indem sie durch meine Vermittlung der Conferenz ihre einfache Zustimmung zu den in diesem Acte auseinander gesetzten Prin­cipien und ihre Verpflichtung, ihr Auftreten in Zukunft da­nach zu richten, zukommen läßt. Wie es durch die der gegen­wärtigen Declaration vom türkischen Minister gegebenen und im Sitzungsbericht aufgenommenen Zustimmung f-stgestellt ist, hat sich die Pforte verpflichtet, die in ihrem Ultimatum vom 1t. December angekündigten Maßregeln zurückzunehmen, Nach Zustimmung der Regierung Sr. griechischen Majestät zur Decla­ration wird die Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen zwischen Griechenland und der Türkei alS von Rechts wegen statifindend von dem Augenblick au betrachtet, alS diese Zustim­mung der Conferenz mitgetheilt worden ist. Nach Ablauf deS oben erwähnten Termins muß die Conferenz mit tiefem Be­dauern das Stillschweigen des Athener Ministeriums als eine Weigerung betrachten, und sie wird alle Mittel, auf die sie rechnete, um zu einem Einverftändniß zu gelangen, als erschöpft betrachten. Von diesem Augenblick an wird ihr nichts übrig bleiben, als die griechische Regierung allen Consequenzen eines Beschlüsie» zu überlassen, welcher den Wünschen aller Mächte für die Aufrechterhaltung des Friedens zuwider ist.

Ich bin rc. Lavalette.

Aus der Nähe.

* Frankfurt, 17. Februar. Die Stadtverordneten ver­handelten gestern in fünfstündiger Sitzung unter heftiger Debatte über die Rccchangelegenheit. Beschlossen wurde, die gewesene Deputation erneut mit Vollmachten zum Abschluß nach Berlin zu senden. Mit 27 gegen 24 Stimmen wurde dieselbe dahin instrutrt, nur im Falle die Regierung bereit sei auf 3 Millionen eivzug-hen, abzuschließen.

* Heddernheim, 15. Febrnar- Gestern hat sich hier eine Frauenkrankenkassi gebildet und sind bereits 220" Frauen und Jungfrauen derselben beigetreten.

* Homburg. Die FastnachtSfeier war hier in diesem Jahre besonders hervortretend, wie dies bis jetzt noch nie der Fall. Die verschiedenen Vereine hielten ihre sehr besuchten Maskenbälle und sogar zu einer Kappeufahrt kamS. Am Fast- nachtdienStag wurde das benachbarte Oberursel von hier auS viel besucht, um auch von den dortigen Vergnügungen noch einiges zu genießen.

* Darmstadt, 14. Februar. In Dieburg fand dieser Tage ein schönes Fest statt. Die dortige kleine israelitische Ge-