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Intelligenz- Blatt

der Stadt Frankfurt a. M.,

verbunden mit dm Frankfurter Mach richten als Extrabeilage.

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(Expedition: am H. Geistpförtchrn, Schlachthausgaffe 21.)

M 29. Donnerstag dm 4. Februar 1869.

NeLerblick der Ereignisse tm Gebiete der politischen und absichtigt mit Nächstem seinen zweiten CycluS von Wintervor- materiellen Interessen lesungen zu eröffnen, und hat diesmal einen Gegenstand gewählt,

" ' der Alle ohne Unterschied interessirsn dürfte. Es handelt sich

materiellen Interessen.

Frankfurt, 4. Februar. (Die Besch lag nähme-Der- um Shakespeare und befielt große ethische Dramen: „Kaufmann Handlung.) Die Verhandlungen in unserem Abgeordneten-von Venedig," „Romeo und Julie", „Othello", „Macbeth", Hause über die BLschlaguahmkmeßcsgeln gegen die Bestrebungen der vormaligen Regenten von Hannover und Heffen werden für unsere deutsche Geschichte ewig denkwürdige bleiben. Graf Bismarck sagtm.A. gegenüber dmAgitstionm des ehemaligen Königs von Hannover: „Das Bestreben, ummtirbrocheu deu Frieden als zweifelhaft, als einer unmittelbaren, naheliegenden Störung ausgesetzt darzustellen und auf diese Weise das Vertrauen, dessen große Nationen bedürfen zu ihrer Wohlfahrt, daS gegenseitige Vertrauen, dessen Europa bedarf, nach Kräften zu stören, über­all Agenten, Jntriguanren hineinzubringen und keinen Glauben an den Frieden, keine Verbesserung der Zustände in Handel und Wandel, keine Belebung des Verkehrs und der Wohlfahrt aus-

kommen zu lrfsen. AL dieses Treiben ist uns bekannt; es springt uns in die Augen, ohne daß es juristisch nachgswiesZu wird, es ist vorhanden, und wenn auch vieles in den Zeitungen sicht, was nicht wahr ist, so ist doch dieses wahr, obgleich eë in den Zeitungen zu lesen ist. Dahin dürfen wir es in staat lichm Beziehungen, wo wir nicht für unser eigenes Leben zu sorgen hoben, sondern für die „Wohlfahrt einer ganzen Nation" — dahin dürfen wir es nicht kommen lassen, daß wir erst on- fangen, zurNoihiseh? zu greift», wmu sie fast schon nicht mehr anwendbar ist; ich beschränke die Nothwehr nicht auf den Be­griff allein der Abwehr eines lebsnsg jährlichen Anfalles, sop- ber« auch auf die Herstellung desjenigen Vertrauens auf den Frieden, dkffen wir zu unserer Wohlfahrt bedürfen. Dies Ver­trauen auf den Fri-dA würde nicht gestärkt werden, wenn wir nicht einem solchen Unternchmen entgegentreten, dessen Duldung mit der Würde einer großen Nation meines Erachtens nicht verträglich ist. Wir wollen hier nicht zu Gericht sitzen über den gefallenen Gegner, aber wir wollen Deutschland vor Schaden bewahre», wir wollen diesem Frevel mit dem Frieden einer großen Nation, mit dem Frieden Europas, ein Ende machen, gegen diejenigen, welche für persönliche und kleinliche dynastische Interesse« sich berufen fühlen, daS Glück und die Ehre des eigenen Vaterlandes in Verschwörungen mit dem Auslande zu bedrohen und aufs Spiel zu setzen."

Aus der Mähe.

* Offenbach. Die hiesige Schiffbrücke ist am 1. d. nach Ablauf des Maineises bei einem Wafferstand von 24 Zoll, öffenbarer Pegel, aufgefahren worden.

* Offenbach, 1. Februar. Herr Dr. Carl Grün be°

„König Lear" und "Hamlet." Die historischen Dramm und die Komödien können dabei unr berührt werden, aber wir sollen in dm tiefsten Inhalt des großen Briten, in fdue höchste Welt- anschaung eingeführt werden. Soviel wir vernehmen, ist der Monatag, als der paffmdste Tag dafür, auch diesmal beibe­

halten worden.

* Friedberg, 31. Januar. Ueber den auch an biefeu Blättern neulich erwähnten archäologischen Fund in der Nähe von Oberwöllstadt läßt sich die Darmstädter Zeitung von hier berichten: Die nach Mauerwerk suchenden Bewohner der Umgegend haben allerdings unter dem auSgegrabenm Fundamente rc„ tüchtig aufgeräumt. Die beiden T hohen und 18" dicken, in einer Entfernung von 4' vor. einander parallel laufenden Mauern, welche in einer Länge von über 80' aufgegraben worden waren, und die nach der Eir siHt Einiger einen Kanal, wahrscheinlich aber einen unterirdischen Gang gebildet haben, sind ganz entfernt, Md nur noch ein Hanfe» Steine liegt noch da, der Abfuhr harrend. Das Mauerwerk setzt sich allerdings nach beiden Richtungen unter dem Felde fott, Niemand aber hat bis heute weiter gegraben. Säesgänge, die èn dm ebengenannten Mug mâuden, sind gleichfalls aufgewühlt. Am südöstlichen Ende dieses Hsuptgangks trifft man auf stärkeres Mauerwerk, anscheinend Fundamente eines größeren Gebäudes, tat Welchem unter einigen Sandsteinen, in die v «eckige Löcher gehauen Waren, eiuzâe Knochen gefunden worden sind. Unweit davon fard man gleich­falls unter Mauerwerk zwei Hirnschädel. Die letzte Mauer ist übrigens nur zu einem kleinen Theils auSgegrabe». Dm intereft fatiteftert Fund bildet wohl eine 6' 2’ lange römische Gäule von Sandstein, die der Graf von Affenheim käuflich erworLe» Hst und bereits wegbringen ließ. Eine Menge Dachziegeln, Slicks von kleineren römischen G fâßm und Reste von Zuschrift-:- wurden vorgefunden. Nach der mir gemachten Mittheilung eines Freundes von Alterthümern ist unter Anderem ein Stück Sk^ stein zu Tage gefördert worden, worauf halbfußhoH eingchaum war: I V III. Mauerwsrk, unter Auberm einige Stufen einer Treppe, sollen schon in dem angreuzendm Felde gefunden worden sein, und so scheint e8, daß der größte und wichtige Th.il der römischer Niederlassung noch unter den ringsum kahl darein- schauenden Obstbäumen begraben liegt.

* Memmingen, 1. Februar. In der Nacht vom 27. auf den 28. Jan. entleibte sich der au Geistesstörung leidende pensionirtr Major Friedrich Wilhelm v. Herrmann von hier in seiner Wohnung durch einen Pistolenschuß in den Kopf.