Zntelligeuz Blatt der Stadt Frankfurt a. M., verbundm mit den Frankfurts« Nachrichten als Extrabeilage.
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(Expedition: am H. Geistpförtchen, Schlachthausgaffe 21.)
M 23. Donnerstag dm 28. Januar 1869.
Ueberblick der Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.
grantfart, 28. Januar. DaSJournaldeS DebatS gibt de« Inhalt der von der Conferenz erlassenen Erklärung wie folgt: „Die Conferenz hat beschlossen, an die griechische Regierung eine Erklärung zu richten, welche der Türkei in den zwei ersten Artikeln ihres Ultimatums Recht gibt. Wenn wir gut unterrichtet sind, so geht aus der allgemeinen Haltung der Erklärung hervor, daß ein Staat nicht, ohne die Prinzipien und Regeln deS Völkerrechtes zu verletzen, auf seinem Gebiete die Bildung und Organisation von Freiwilligencorps dulden oder erlauben darf, deren Existenz eine Gefahr oder eine Drohung für seinen Nachbar sein könnte; noch auch zulasten oder gutheiße», daß HandelS- oder andere Schiffe unter seiner Flagge sich in seinen Häfen »offnen oder verprovianttren, um Insurgenten Hülfe zu leisten, ohne auf eine regelmäßig «»geordnete Blokade Rücksicht zr nehmen; daß diese Grundsätze für alle civilifirten Staaten ohne AuSsnahme obligatorisch sind und daß man, um sie zu rmgkhen, sich weder auf besondere Institutionen noch auf specielle Gesetzgebungen berufen kann. Griechenland wird also in Zukunft diese Grundsätze respectiren und dafür sorgen müssen, taß sie auf seinem ganzen Gebiete respectirt werden." Die France bemerkt dazu, daß ihre Nachrichten diese Darstellung im Ganzen bestätigen.
Die neue Rheinschifffahrts-Akte soll bekanntlich am 1. Juli I. I. ins Leben treten. Um dies zu ermöglichen, wird die „Central- Commission für die Rheinschifffahrt" im kommenden Monat April in Mannheim zusammentreten, die Notifikationen der Akte austauschen und im Archiv der Commission illebetlegen.
geseheneZwischenfälle in Frage gestellt würden. WaS bedenklicher ist, als das Resultat der Wahlen, ist vielmehr die Sprache einzelner republikanischer Organe, so z. B. wenn die Diskussion, auf die 14,000 republikanischen Wähler Madrids hinweisend, diese als eine für den Straßenkampf schlagfertig dastehende Streitmacht bezeichnet, wenn durch die CorteS die Monarchie wieder eingeführt werden sollte. Leider steht eS allerdings auch ohne solche Drohungm schon schlimm genug um Spaniens gegenwärtige Aussichten.
Die „Correspondeneia" gibt nach den ihr bisher bekannt k «wordenen Wahlergebnissen in SpanienfolgeudeZusammen- fillang, welche ihr, abgesehen von unbedeutenden Irrthümern, as zuverlässig erscheint: 115 Progresststen, 20 demokratische
Aus der Nähe.
* Hofheim, 25. Januar. Am verflossenen Sonntag hielt der hiksige Gesangverein „Concordia" seine alljährlich stattfin- dende (musikalisch-deklamatorische) Abendunterhaltung ab. Es hatte sich ein sehr zahlreiche» Publikum eingefunden und wurden die ausgezeichnet vorgetragenen Gesänge und Deklamationen mit dem reichsten Beifall belohnt. Die vorzüglichen Leistungen einer Mtlitâr-Musikkaprlle von Mainz trugen zur Verherrlichung deS Ganzen sehr bei. Nach dem Concert folgte Tanzvergnügen, welches eine fröhliche Gesellschaft bis zum Morgen fistelte. Wir wünschen dem Gesangverein „Concordia", der nun schon etwa 25 Jahre besteht, auch ferneres Gedeihen!
* Hanau, 26. Januar. Der Kommerzienrath Friedrich Leisler ist zum Mitglied der Direktion der Zeichnmakademie ernannt worden.
* Friedberg, 26. Januar. DaS bisher erledigte Amt eines zweiten Beigeordneten hiesiger Stadt ist dieser Tage dem durch die letzte Ergänzungswahl in den Gemeinderath ringe- tretenen Herrn Gerbermeister Baruch Grödel übertragen worden. Derselbe ist zugleich der erste Israelit, welcher
im Gemeinderath der Stadt Friedberg einmSitz eingenommen hat.
* Höchst, 22. Januar. Bei der dritten und letzten Ber- m — ----------,^,. steigerung der V. Heitz'schen Gebäulichkeiten wurde das Vorder-
Aanarchigen, 81 Unionisten, 69 Republikaner, 2 ModeraboS hauS von Herrn Becker von Reifenberg für den niedrigen Preis ™ « Absolutisten. Die Summe dieser Abgeordneten brtrâgtvon 6125 fl. ersteigert. Die neue Schreinerwerkstätte wurde Iwoch erst 305, so daß der Ausgang von 47 Wahlen dem " ------ - - ■ — - —
Satte noch unbekannt war, darunter jedenfalls auch die Wahlen «f dm cauarischen und balearischen Inseln. Wenn «publikanische Zeitungen noch auf der Behauptung bestehen, daß die Republik in Grunde einen Sieg gefeiert habe, weil die Männer ihrer Partei denAusschlag geben würden, so ist dies nur dann richtig, wenn die Monarchisten stch hoffnungslos spalten. Halten dagegen ia der Hauptsache die Unionisten zu den Progresststen, so ist die gemeinsame Ma;orität dieser bethen gesichert. Daß die Cortes für eine monarchische StaatSform stimmen »erben, könnte man nut dann als zweifelhaft betrachten, wenn man annehmen Dome, daß alle jetzt vorhandenen Grundlagen durch unvorher-
von Herrn Apotheker Kayß er NamenS der evangelischen Gemeinde zu 3070 fl. ebenfalls sehr billig ersteigert. Es soll daraus ein Betsaal hergerichtet werden, da zu befürchten sei, daß die Kapelle im Bolongaro'schen Schloß vom Eigenthümer gekündigt werde. Man sagt, eine polnische adelige Familie beabsichtige das Schloß zu kaufen. — Für den neuen Erwerber der hiesigen Broncefabrik kostet der Kaufbrief sa^ dem Sofortzettel 698 Thlr. — 34 Metermorgen pareellirte Ackergrundstücke, in hiesiger Gemarkung gelegen, wurden zusammen aus der Hand pr. Morgen zu 450 fl. verkauft.
* Groß-Gerau, 21. Januar. Bei dem großen Jutereffs, welches die Asstsenverhandlungen gegen Peter Keller von Büt-