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Intelligenz-Blatt

-er MM Frankfurt a. M., verbunden mit den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.

(Expedition: am h. Geistpförtchen, Schlachthausgaffe 21.)

M 21. Dienstag dm 26. Januar 1869.

Ueberblick der Ereignisse im Gebiete der politischen und fahren erörtert, welche die Integrität der Monarchie dadurch bt- materiellen Interessen sdrohen, daß einerseits die Wiener Clique mit dem Grafen Beust j M der Spitze zum Kriege treibe, um ihr va banque! zu spielen Frankfurt, 26. Januar. (Die Ungarn und Grafend daß andererseits die Revolution an der unteren Donau die Beust.) Die vom Grafen NikolausBethlen redigirte „U nga-orientalisch« Frage in Fluß zu bringen suche. Dem gegenüber rische Monatsschrift" bringt an derSpitze lhreS January führt der Artikel auS: Preußen könne eine Annexion der deutsch- HesteS einen interessanten Artikel, welcher die Uebe,schrift führt: österreichischen Provinzen nicht wollen, da es in diesem Falle „Die Integrität der österreichisch-ungarischen Monarchie." Bei die slavischen Elemente Oesterreichs mit Gewalt Niederhalten müßte, der Bedeutung, welche in Folge der gegenwärtigen dualistischen was jede entente eordiale mit Rußland schor j tzt zu Grunde Gestaltung unseres Nachbarreiches die Haltung der ungarischen richten und Preußen in Europa isoliren würde; Preußen hab-- Nation für unsere deutschen Verhältnisse gewonnen hat, mag es aber auch ein geringeres Interesse alS Rußland und Frankreich unS gestattet sein, an dieser Stelle den Inhalt des erwähnten an der Arrondirung Rumäniens. Ungarns Feinde seien zugleich

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richten und Preußen in Europa isoliren würde; Preußen Hab-

Artikels in Kurzem wiederzugeben. Der Anfang befleißen lautet: „Graf Beust ist kein Oesterreicher. Er beurtheilt die österrei­chischen Zustände von dem Standpunkte der fcanzöflsch-belgisch- kleindeutschen Emigrantenclique, die seit Jahrhunderten sich zwischen Monarchen und Volk gedrängt und die Interessen des JesuitiSmuS stets höher gehalten hat, als die Consolidirung deS österreichischen StaateS. Diese Emigrantenclique, dem Ungarn seine Knechtschaft von Jahrhunderten verdankt, hat seine letzte Karte heute auf einen Krieg gesetzt. Gras Beust ist ein ehr­licher Mann; aber als Diplomat muß er, wenn er sich halten will, dieser Clique nachgeben oder — zurücktreten; denn die äußere Politik Oesterreichs liegt noch heute faktisch jn den Häaden der Erzfeinde der österreichisch-ungarischen Monarchie. Für einen wahren Oesterreicher ist daS höchste StaatSinteresse die Integrität der österreichisch­ungarischen Monarchie. Die Völker Oesterreich-UngarnS werden dieses höchste Interesse sowohl gegen die abenteuerliche Politik deS Grafen Beust als gegen die Angriffe der Revolution zu schützen wissen. Die eben erwähnte Clique ist heute durch die dlpossedirten deutschen Cx^egenten verstärkt worden und hat neben ihrem verrätherischen Treiben bedeutende Geldmittel zu, Verfügung erhalten. Zeitungen werden gekauft, die unter dem Deckmantel des Patriotismus zu einem Kriege gegen Preußen treiben und hierdurch unser höchstes Interesse: die Jvtegrttäi der österreichisch-ungarischen Monarchie in verrätherischer Weise aufS Spiel setzen. ES wäre ihnen schon längst gelungen, ben Krieg zu entzünden, würde Ungarn nicht zeitweise eine heil- same Douche auf die erhitzten Köpfe herabschötten." — ES folgt darauf die Wiedergabe eines Artikels auS dem be- kannten militärischm Fachblatt« „Kamerad-, worin eS heißt, »daß höher als die Scholle Erde die Würde und Machtstellung des Reiches stehe, wie sie durch daS Blut feiner Söhne erkämpft und durch internationale Verträge feierlich anerkannt wordm. ^"»^^^^ägen gehört auch der Prager Frieden, welcher zwischen Oestereich und Preußen und für Letzteres in Deutsch, land die Grenze gezogen". Nachdem so, „die Existenz der welfischen Kriegspartei m O'si»rrsich" k^nstati-t wordm, werden die G«-

Preußens Gegner und wollten die Ungarn nur mit der Ver­dächtigung verhetzen, daß Preußen auch die deutsch-österreichischen Provinzen annekttren und den revolutionären Plänen der groß­rumänischen Partei Vorschub leisten wolle. — In einem weiterm Artikel wird konstattrt, daß die Erhaltung des Friedens für Ungarn ein höheres Jntensis sei, als der Nachtheil, der für Ungarn aus der Annexion SâddeutschlandS an den norddeutschen Bund erwachsen könnte. ES scheint demnach, daß Graf Beust sich andere Comparsen als die Ungarn auSsuchm müsse, um die „Austria auf der Wacht am Main" mit Erfolg in Seme setzen zu können.

A«S der Nähe.

* Homburg, 20. Januar. Der am Sonntag dahier abge­haltene Boll der hiesigen freiwilligen Feuerwehr war sehranimirt. Herr Landrath v. König eröffnete die Polonaise. Auch in Oberursel und Rödelheim hielten die hiesigen «Feuerwehren ihre Jrhreèfestlichleiten ab, deßhalb war kein Besuch auswärtiger (Sameraben erschienen.

* Darmstadt, 21. Januar. Am gestrigen Tage wurden hier abermals mehrere Erdstöße verspürt; die beiden ersten, deren einer um 8, der andere um 11 Uhr Morgens statthatte, wurden von verschiedenen Personen, die in ihre Aussagen mit einander übereinstimmen, vahrgenommen. Drei weitere erfolgten im Verlaufe deS gestrigen Nachmittags, deren erster, etwa 12 Sekunden andauernd (der Herr Berichterstatter befand sich im Zimmer; nach anderen, im Freien gemachten Beobachtungen wird die Zeitdauer auf nur 4-S Sekunden angegeben. D. R) um 2 Uhr 27 M. sowohl in der Alt- wie in der Neustadt wahrgenommen wurde, während die bethen anderen, schwächeren Stöße, vorzugsweise an der östlichen Seite der Stadt bemerk­lich waren und auch von dem Berichterstatter genau be­obachtet wurden. Der zweite der NachmittagSerdstöße, der etwa 4 Sekunden anhielt, trat um 5% Uhr, der dritte, ungefähr 18 Sekunden andauernde, trat um 7% Mr ein. Mit beiden