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Intelligenz Blatt

der KM Frankfurt a. M.,

verbunden mit den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.

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(Expedition: am h. Geistpförtchen, Schlachthausgaffe 21.)

M 7. Samstag den 9. Januar 1869.

Ueberblick der Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen ^Interessen.

FraEfart, 9.Januar. (Die europäischenFürsten- HLuser im Jahre 1868.) In dem verflossenen Jahre sind folgende VerLnderungen in den europäischen Fürstenhäusern zu verzeichnen gewesen: Verstorben find diesmal nur 7 Mitglieder derselben und zwar 5 männlichen Geschlechts: König Ludwig I von Bayern (82 Jahre alt), Herzog Joseph von Sachsen-Alten­burg (79 Jahre alt), Herzog Ernst von Würtemberg (Sohn des Herzogs Alexander Friedrich Karl, 61 Jahre alt), Land­graf Karl von Heffer-Philippsthal (65 Jahre alt), Graf Hugo von Lippe-Weißenfeld (59 Jahre alt); ferner zwei weiblichen Geschlechts: Prinzessin Emma von Schaumburg-Lippe (3 Jahre alt) und Gräfin Gustave von Lippe-Weißenfeld (Wittwe, 79 Jahre alt). Von Cardiuälen ist gleichfalls nur 1 gestorben: Cardinal-Bischof d'Andrea (56 Jahre alt). Geboren wurden dagegen 12 Prinzen und 8 Prinzessinnen, nämlich: Söhne des Königs von Griechenland, des Großherzogs von ToSkana, der Kronprinzen von Rußland und Preußen, des Erzherzogs Karl Ludwig von Oesterreich, des Erbprinzen von Hohenzollern-Sig- maringen, des Fürsten von Teck, der Prinzen Friedrich und Ludwig von Hessen, Alfred von Liechtenstein, Wilhelm von Schaumburg-Lippe und Alexander von Oldenburg; Töchter des Kaisers von Oesterreich, der Erbprinzen von England (Prinz von Wales) und Anhalt, des Herzogs Wilhelm von Mecklen­burg-Schwerin, des Jnfanten Don Carlos von Spanien, der Prinzen Adalbert von Bayern und Nikolaus von Oldenburg, des Grafen Franz von Lippe-Weißenfeld. Vermählungen fanden nicht weniger als 11 statt (gegen 4 im vorigen Jahre). Ver­mählt haben sich nämlich: 1) der Titular-Großherzog Ferdi­nand IV. mit Prinzessin Alix von Parma; 2) Kronprinz Hum­bert von Italien mit seiner Cousine Margarethe, Enkelin des Königs von Sachsen; 3) Großherzog Friedrich Franz II. von Mecklenburg-Schwerin in dritter Ehe mit Prinzessin Marie von Schwarzburg-Rudolstadt; 4) Erzherzog Heinrich von Oesterreich mit Fräulein Leopoldine Hoffmann; 5) Herzog Nikolaus von Würtemberg mit seiner Nichte Herzogin Wilhelmine; 9) Herzog von Alencon (Sohn des Herzogs von Nemours) mit Prinzessin Sophie von Bayern (der früheren Braut des Königs von Boyern); 7) Graf Alfons von Caserta (Prinz beider Sicilien) mit seiner Cousine Antonie, Tochter des Grafen von Trapani; 8) Graf Gaetan von Girgenti (Bruder des Vorigen) mit Prin­zessin Isabella von Spanien; 9) Prinz Alexander von Olden­burg mit Prinzessin Eugenie von Leuchtenberg; 10) Prinz Lud­wig von Bayern (Sobn des Prinzen Luitpold) mit Erzherzogin Maria Theresia von Oesterreich-Este; 11) Prinz Nikolaus von Naffau mit Natalie v. Puschkin, verwittwele v. Dübelt, Gräfin v. Merenberg. Verloht hat sich außerdem der Kronprinz von

Dänemark mit Prinzessin Luise von Schweden (Tochter des Königs). Die Ehe des Prinzen Wilhelm von Hanau (Sohns des Kurfürsten von Hessen) mit Prinzessin Elisabeth von Schaum­burg-Lippe ist wieder getrennt worden. Durch die spanische Revolution ist die Zahl der Souveräne auf 38 reducirt, näm­lich 4 Kaiser (einschließlich des Kaisers von Brasilien), den Großsultan, den Pavst, 10 Könige, 1 Königin, 6 Großherzoge, 5 Herzoge und 10 Fürsten (einschließlich des Fürsten von Mo­naco). Der älteste derselben ist der Papst, 76^2 Jahre alt; außer diesem sind noch 3 über 70 Jahre ait und im vorigen Jahrhundert geboren, nämlich der König von Preußen, der Herzog von Anhalt (der älteste weltliche Fürst) und der Fürst von Schwarzburg-Rudolstadt; von den übrigen sind 5 60—70 Jahre, 7 find 50—60 Jahre, 12 sind 40—50 Jahre, 6 (ohne die Königin von Svanien) 30—40 Jahre, 4 find 20—80 Jahre alt Der jüngste ist der Fürst Hinrich XXII. Reuß ä. L., 22% Jahre alt. Das durchschnittliche Alter der Souveräne ist 45 Jahre; 22 Souveräne haben dasselbe bereits überschritten. Am längsten regiert der Herzog von Anhalt, nämlich seit 51 Jahren 5 Monaten; von den übrigen «gierten 4 seit 30 bis 40, 6 seit 20—30, 12 seit 10—20 Jahren; alle andern, 15 an der Zahl, find erst in den letztverstossenen 10 Jahren zur Regierung gekommen. Die durchschnittliche Regierungszeit be­trägt 15% Jahre, 19 haben dieselbe schon überschritten. Un- verheirathet und noch nicht verheirathet gewesen sind 5 Souveräne, nämlich außer dem Papst der König von Bayern, der Herzog von Braunschweig, die Fürsten von Liechtenstein und Reuß â. L. Lon dm übrigen sind sechs verwittwet: die Königin vonGroß- britanlen, der König von Italien, der Großherzog von Hessen, der Herzog von Anhalt und die Fürsten von Schwarzburg- Rudolstadt und Monaco; der Fürst von Schwarzburg-Sonders- hausen ist geschieden und der Großsultan lebt in Polygamie. Somit bleiben 25 christliche Souveräne übrig, welche regel­mäßig vermählt sind wovon 1 zum 3 und 1 zum 2 mal). Von den Gemahlinnen derselben ist die älteste die Königin von Sachsen, aber 67 Jahre alt; von den übrigen sind 3 50—60, 11 40 bis 50, 6 sind 30—40, 2 sind 20—30 Jahre alt; die beiden jüngsten, welche noch nicht 20 Jahre alt, sind die Großerzogin von Mecklenburg-Schwerin und die Königin von Griechenland, jene 18 Jahre 11 Monate, diese erst 17 Jahre 4 Monate alt Das durchschnittliche Alter ist 40 Jahre, die durchschnittliche Dauer der Ehe 19 Jahre 7 Monate. 25 Souveräne (nach Weglassung der Königin von Spanien) haben Söhre muthmaßlichen Nachfolgern, einer (der Kaiser von Brasilien) eine Tochter, 6 dagegen (worunter die Könige von Bayern und Schweden) Brüder, 3 (einschließlich des Großsultans andere Settenverwandte); hinzu kommt noch der Papst, sowie zwei Souveräne (von Braunschweig und Reuß ä. L.) nach deren Tode die Regierung aus eine andere Dynastie oder Linie über-