26. Jahrgang
Iul'-a, Samstag, den 16. Dezember 1899
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die der Krämer unten im Dorfe im Fenster aus- qestellt habe, und fragten die Mutter, ob das Christkindchen auch wohl zu ihnen herauf käme, oder ob der Weg zu weit wäre.
.Wenn Ihr hübsch artig seid und fleißig betet, kommt eS gewiß auch zu uns," antwortete die erfreute Mutter, welche die für die Knaben bestimmten Geschenke in einer Kommode verborgen hielt. , .
Nachdem die Knaben ihr kärgliches Abend- brod verzehrt hatten, drängten sie die Mutter, sie möge sie zu Bett bringen. Beide waren von dem Waten im Schnee müde geworden. Die Mutter erfüllte die Wünsche der Kleinen, welche bereits ihre Schuhe ausgezogen und vor das Kammerfenster gestellt hatten. Heute Nacht, so meinten sie, müffe doch endlich einmal das Christkindchen an ihrem Fenster erscheinen und eine Gabe zurücklaffen. Zum erstenmale be- stärkte die Mutter sie in ihrem Glauben.
Aufrecht im Bette sitzend, falteten beide Knaben die Hände zum Gebet. Konrad hatte bei den Kindern des Arbeiters im Dorfe ein neues Weihnachtslied gelernt, das er nach dem kurzen Gebet: „Lieber Gott, mach' mich fromm, daß ich zu Dir in den Himmel komm'" mit komischer Verdrehung der Worte hersagte.
Leise schloß die Mutter dann, als die Knaben eingeschlafen waren, die Kammerthüre und trat in dem Wohnzimmer an ein Fenster, aus dem sie lange hinausschaute zu den Sternen und über die schneebedeckten Felder, auf welchen ein feiner Nebelflor lag. @8 war ihr leichter umS Herz und mit Sehnsucht und einiger Sorge erwartete
angenommen.
* Der Aeichstag, der gestern bis zum 9. Januar in die Weihnachtsferien gegangen ist, hat seit seinem Wiederzusammentritte am 14. Jio= vember 23 Plenarsitzungen ab gehalten und in diesem Abschnitte bereits ein großes Arbeitspensum geleistet. Da die Session im Juni nicht geschloffen, sondern nur vertagt worden war, konnten die von den Kommissionen vorgelegten und vorher noch nicht erledigten Berichte zur Be- rathunq gestellt werden. Dies geschah zunächst mit der Novelle zum Postgesetz, der Fernsprech- qebührenordnung und dem Entwurf über die gemeinsamen Rechte der Besitzer von Schuldverschreibungen. Diese drei Vorlagen sind nach den Vorschlägen der Kommission in zweiter und drttter Lesung zur Annahme gelangt. Das Telegraphenwegegesetz, das vor der Vertagung kommissarischer Berathung überwiesen worden war, ist ebenfalls durchberathen und geschäftsordnungsmäßig in dritter Lesung verabschiedet worden. Die Reichs- schuldenordnung wurde mit unwesentlichen redaktionellen Aenderungen von der Budgetkommission genehmigt und harrt der Bestätigung durch das Plenum. Die Novelle zur Gewerbeordnung wurde in zweiter Lesung im Wesentlichen nach den Vorschlägen der Kommission — in sieben Sitzungen — angenommen. In dritter Berathung ist die Novelle ebenfalls erledigt, bis auf den den Ladenschluß betreffenden Abschnitt, der nach Neujahr zur entscheidenden Abstimmung gebracht werden soll. Abgelehnt wurde dagegen in zweiter Lesung, ohne vorherige Kommissionsberathung, das Gesetz zum Schutze des gewerblichen Arbetts- verhältniffes. Das Haus hat zwei „Schwerinstage" abgehalten, an denen über die Anträge der Freisinnigen und Sozialdemokraten auf Erlaß
le heute ihren Mann, der seit Mittag nicht wieder zu Hause gewesen war.
Zwischen fünf und acht Uhr Nachmittags fuhr auf der Streite kein Zug. Diese drei dienstfreien Stunden benutzte Steffens heute zu einem Gange in'S Dorf, welche nur eine kleine halbe Stunde von seiner Wohnung entfernt lag. Aber trotz dieser kurzen Entfernung war dieser Gang einer der schwersten, die er in seinem Leben gemacht jatte, denn er galt seinem Gläubiger, bei dem er einen Ausschub wegen der Zahlung seines Wechsels erbitten wollte. Aber weder sein bekümmertes Gesicht, noch das Anerbieten, daß er vom ersten Januar ab monatlich die Hälfte seines Gehaltes zur Abtragung der Schuld hergeben wollte, vermochten das Herz deS Wucherers zu erweichen. Greiff, ein Bauernadvokat schlimmster Sorte, bedeutete ihm kurz, daß der Wechsel, da er gestern am Präsentationstage nicht eingelöst sei, heute Morgen bereits dem Gerichtsvollzieher zur Protestausnahme übergeben worden sei.
Jedes weitere Wort schien nach dieser Erklärung unnütz verschwendet. Mit tiefer Erbttte- rung im Herzen, trat er den Heimweg wieder an. Als er am „Dorfkruge" vorbei kam, sah er beim Scheine der Laterne über deffen Thür nach seiner Uhr Er halte noch beinahe volle zwei Stunden Zeit bis zum nächsten Zuge. Er überlegte. WaS sollte er jetzt schon nach Hause gehen? fragte er sich. Dort erwartete ihn möglicherweife der Gerichtsvollzieher. Daß er feit dem Morgen nichts genoffen, das fühlte er nicht, daß sein Weib auf ihn warten werde, daran
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Wo ist der Hexenmeister, der daraus beweisen will, das Centrum werde die neue Flottenvorlage annehmen?_________
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einem Boden stehen. . . .
Aber dieser weitere Probieroersuch mit dem Reichstage ist der Reichsregierung nicht geglückt. Sie weiß so wenig und so viel wie vorher: sie weiß, daß Konservative, Freikonseroatlve, Na- tionalliberale und Freisinnige Vereinigung tm Allgemeinen für die Fsottenverstärkung sind, die Polen, die Freisinnige Volkspartei und die Sozialdemokratie dagegen. Das aber wußte jedermann auch schon ganz genau vorher; um dieses große Geheimniß zu ergründen, bedurfte es wahrhaftig nicht dieser Riesenoperation. Das Schicksal der neuen Flottenvorlage aber hängt vom Centrum ab- und was das Centrum thun wird, ist noch vollkommen ungewiß. Das Centrum kann unmöglich Stellung zu der Vorlage nehmen, ehe es ‘ dieselbe kennt, das hätte sich die Reichs- regierung selbst sagen können. Es ist daher einfach lächerlich, wenn flottenfrohe Blätter aus der Rede des Abg. Dr. Sieber den Schluß ziehen wollen das Centrum wolle in seiner Mehrheit oder gar geschloffen Ja sagen zu der Flottenvorlage. Was Herr Dr. Lieber im Voraus gesagt hat, das war eine Verneinung, nämlich, daß das Centrum gar keine Lust dazu hat. Ja zu sagen zu den Vorschlägen des Reichskanzlers über die Kostendeckung für neue Flottenver- qrößerungen. Nach dem Vorschläge des Kanzlers sollte dies durch die Aufnahme neuer Reichsanleihen erfolgen. Herr Dr. Lieber hat diesen Vorschlag aber durchaus abfällig beurtheilt und im Uebrigen erklärt, das Centrum könne gar nichts sagen über eine Vorlage, die es noch nicht
Deutsches Hetdb
Berlin, 15. Dezember.
n Der Reichstag und seine Etats- berathung.
nicht ordnungsgemäß verfahren ist; es tommtauf diesen Fall selbst aber nicht weiter an. Die Mit- theilung in der ,Nordd. Allgem. Ztg.' sagt: „Um den Wider sprach zu beseitigen, der dann liegt, daß ausländisches Fleisch ohne vorherige Unter- uchung zur Einfuhr zugelassen wird, während int Jnlande an vielen Orten bereits eine obligatorische Schlachtvieh- und Fleischbeschau besteht, ist dem Reichstage der Entwurf eines Gesetzes vor- qeleqt, in dem ein Untersuchungszwang für alles aus dem Auslande eingehende Fleisch vorgesehen ist .... Wenn das Zustandekommen dieses Gesetzes nicht an übertriebenen und unerfüllbaren Forderungen scheitert, ist anzunehmen, daß jener Widerspruch.... in Wegfall kommen mtrb; Jene Eingangs erwähnte Verdächtigung der Reichv- reqierunq durch die börsenliberalen Blätter dürfte dadurch widerlegt sein. Mit den „übertriebenen und unersüllbaren Forderungen" meint der Osft- ziosus augenscheinlich einen Thell der Abänderungsvorschläge der Kommission des Reichstages. Hoffentlich aber gelangt allgemach die Regierung zu einer andern und richtigeren Beurtheilung dieser tm Interesse der heimischen Viehzucht und gleichzeitig im Interesse der heimischen Volksernährung noth- wendigen Abänderungen der Bestimmungen des Regierungs-Entwurfes.
h Der Bundesrath hat gestern den Entwurf eines Gesetzes betreffend einige Aenderungen von Bestimmungen über das Aoftwese« und der Entwurf einer Fernsprechgebühr en - Ordnung in der Faffung der Äeichstagsbeichluffe
burger Kaiserrede eine so ausgezeichnete Aufnahme bei dem Volke gefunden hätte, so wäre man schon jetzt damit hervorgekommen. Die Hamburger Tischrede des Kaisers war also gewissermaßen eine Probierrede; und nach demselben Rezepte wollte jetzt augenscheinlich auch die Reichsregierung probieren, wie die Flottenaktien beim Reichstage ständen, um nach den dabei gemachten Erfahrungen ihr eigenes weiteres Verfahren einzurichten. Der Reichskanzler und die Staatssekretäre können nun derlei ohne weiteres thun, unbeschadet ihrer Würde und der Würde des Reiches. Aber es ist em ehr gewagtes Experiment, wenn der Monarch tn eigener Person ' in derselben Weise vorgeht. Der Würde des Herrschers kann das unmöglich förverlich sein; und die Art und Weise, in der jetzt im Reichstage diese Hamburger Kafferrede besprochen worden ist, wird diese Anschauung wohl auch sehr vielen Leuten in denjenigen Kreisen beigebracht haben, die mit der Reichsregierung in der Beurtheilung dieser ganzen Angelegenheit auf
Während die resolute Frau ein Geschenk nach dem anderen aus ihrem Tragkorbe deroorholte und mit launigen Worten auf den Tisch legte, zog eine tiefe Röthe über das blaffe Gesicht der langen Frau. Der Gedanke, daß jemand An- ihetl an ihrem Unglück nahm, ja für sie sorgte, machte ihr Herz freudiger schlagen. Ach, in der letzten Zeit batte sie ja nur die Schlechtigkeit und Verworfenheit der Menschen kennen gelernt. Wohl regte sich in ihrem Innern noch der natürliche Stolz, der jeden selbständigen Menschen von der Annahme eines Almosens zurückhält, aber die Mutterliebe und die Freude, die Kinder am hl Christabend beschenken zu können, drängte ihn zurück. Verwirrt stammelte sie einige Dankes- roorte und versicherte der alten Frau, daß pe später, wenn ihre Verhältniffe sich gebessert bäten, gern und freudig alles erstatten wollte. Die alte Frau lehnte aber jede Vergütung mit der Erklärung ab, daß sie al8 ihre beste Kundin, die ihr stets eine Erfrischung gereicht, schon langst Anspruch auf eine entsprechende Gegenleistung gehabt habe. .. ,. .
Ein halbes Stündchen plauderte die biedere Alle noch mit der jungen Frau, dann hockte sie ihren bedeutend erleichterten Tragkorb wieder auf und setzte ihren Weg über das Gebirge fort; Helle Freude leuchtete ihr dabei aus den klugen, ^Als "es &unfeIte, tamen bie beiden Knaben in Begleitung eines Bahnarbeiters aus dem Dorfe zurück. Die Kälte hatte ihre Wangen lebhaft geröthet. Es waren prächtige Kinder. B-we wußten viel zu erzählen von den ichönen Sache ,
hasten Zukunstsvorstellungen über eine ganz un- i geheuerliche Uebervölkerung Deutschlands. Er । weiß heute schon ganz genau, daß indem vtahre 2000 in dem Gebiete des deutschen Reiches 100 Millionen Menschen sitzen werden, die 50 Mill. Tonnen gleich zweitausend Millionen Zentner an Einfuhr von Nahrungsmitteln und anderen zmn Leben nothwendigen Dingen aus dem Auslände brauchen werden; und damit nun nach hundert Jahren diese Unglücksmenschen nicht verhungern, wenn etwa nach hundert Jahren eine noch stärkere Seemacht die deutsche Nordseeküste dlockiren sollte, sollen wir nach Herrn Schmollers Ansicht heute, schon hundert Jahre im voraus, umere Reichsfinanzen ruiniren. Staatssekretär Graf Bülow fing mit seinen Beweisen für die Noth- wendigkeit einer Flottenverdoppelung tm 15. Jahrhundert an: Prof. Schmoller eilt damit gleich voraus bis zum Jahre 2000. Schade daß nicht beide mit ihren Beweisen sich zusammen thun können; das müßten artige Rechenexempel werben, dre dabei heraus kommen würden! Zum Glücke haben wir vom Fürsten Bismarck Realpolitik gelernt, die sich in der Gegenwart bewegt uni sich mit den Anforderungen der Gegenwart beschäftigt, so daß wir uns von den schreckhaften Zukunftsträumen auch des allerberühmtesten Gelehrten nicht bange zu machen lassen brauchen. Ader Herr Professor Schmoller verdiente, vorübergehend Staatssekretär zu sein. Seine Reden für die neue Flotten-Vorlage könnten intereffant werden!
• Der deutsche Militärattache m Saris soll nicht abgeschafft werden — so berichtigt nunmehr der Pariser ,Ftgaro' selbst seine do rauf« gegangene Mittheilung vom Gegentheil. Aber der Posten soll eine Zeit lang unbesetzt bleiben, behauptet der ,Figaro'. Die Franzosen wurden vermuthlich die Letzten sein, um sich darüber zu ärgern. Vorläufig klingt auch diese Meldung unglaubwürdig.
* In der ersten Beilage zur heutigen Nummer des »Reich?- und Staats-Anzeigers' wird eine Nachweisung der Kiuuahme aa Mech selkempek- keuer im deutschen Reich für die Zett vom 1. April 1896 bis zum Schluß des Monats November 1899 veröffentlicht. Danach betrug die Einnahme im Monat November im RelchSpost- qebiet, Bayern und Württemberg 965,513^30 Mk. und in den Vormonaten 6,900,233,40 Mk., zusammen also 7,865,746,70 Mk. gegen 7,258,582,40 Mark im Vorjahre (also + 597,164.30 Mark.)
Q Amerikanische Ileisch - Anfuhr. In den Tagen nach dern Bekanntwerden der Botschaft des Präsidenten Mac Kinley an den Kongreß der Vereinigten Staaten erschien in einigen frei« händlerischen Blättern die Notiz, die Reichsregierung wolle gegenüber der ausländischen Fleisch- Einfuhr nicht einmal bei der schwachen Kontrolle bleiben, die in dem Regierung« - Entwürfe des Fleischschau-Gefetzes vorgeschlagen worden ist. Die Mittheilung ist s. Z in der,Fuld. Ztg.' wohl erwähnt, aber sofort mit einem starken Fragezeichen versehen worden. Jetzt ist nun auch wirklich IN der,Nordd. Allgem. Ztg.' eine Mittheilung er- schienen, welche die Berechtigung dieses Fragezeichens darthut. Diese Mittheilung knüpft an einen bestimmten Fall an, in dem ein Sbterarjt bei der ihm zur Pflicht gemachten Fleischbeschau
Nun ist der Reichstag in die Weihnachtsferien aeaangen — recht wohl verdiente Ferien, muß man sagen. Er hat im Laufe dieser letzten vier Wochen einen Arbeitsstoff bewältigt, der auch einem längerem Zeiträume parlamentarischer Berathung nicht zur Unzierde gereichen würde. Dcr Reichstag hat in der Zeit vom 14. November bis zum 14. Dezember 23 Plenarsitzungen abgehalten. Es sind während dieser kurzen Zeil in weiter und dritter Lesung durcdberathen und erledigt worden die Novelle zum Postgesetze mit ihrem vielgestaltigen Inhalte, b.e neue Fernsprech- qebühren-Ördnung und das Gesetz über die gemeinsamen Rechte der Besitzer von Schuldverschreibungen. In allen drei Lesungen und gleichzeitig in der Kommission ist das Telegraphen- Wege-Gesetz durchberathen worden, und ihre Erledigung in zweiter und beinahe auch dritter Berathung hat die wichtige Novelle zur Gewerbe- Ordnung gefunden — beinahe dritte Berathung, denn es fehlt noch die Abstimmung über einen Artikel der Novelle und die Abstimmung über das ganze Gesetz. Als besonderer Antrag ist aus der Novell- zur Gewerbe - Ordnung die Krankenversicherung der Heimarbeiter herausgeschält und als besondere Novelle zum Krankenversicherungsgesetz verabschiedet roorbem Die Arbeitswilligen-Vorlage hat das ihr gebührende schnelle Begräbniß gefunden. Der Antrag Baffer- mann auf Beseitigung des Berbindungsverbotes für politische Vereine ist zum Gesetze geworden; denn schon hat er die kaiserliche Bestätigung erhalten. Und außerdem hat sich der Reichstag in zwei Sitzungen mit den Anträgen auf Einführung eines Reichsberggesetzes beschäftigt. Das Jate- » ressanteste aber kam zuletzt, nämlich die sogenannte Etatsberathung, die aber durchaus ferne Etatsberathung, sondern eigentlich etwas ganz Neues noch nie Dagewesenes war: die Voibe- rathung, die Einleitung zu der Berathung eines .Gesetzentwurfes, den es noch gar nicht gibt, also der neuen Flottenoorlage.
Das war eine Redeturnier von vier Tagen, und alle die Sitzungen dieser vier Tage hatten eine recht stattliche Länge. Die Sitzung des letzten Tages erreichte sogar die außergewöhnliche Dauer von acht Stunden.
Wenn man nun die Frage aufwirft, was
eigentlich dabei herausgekommen ist, so ist man um eine irgendwie bestimmte Antwort verlegen. Warum die Reichsregierung den ungewöhnlichen Schritt that und das Thema von der neuen Flottenvorlage an die Stelle der Etatsberathung setzte, läßt sich leicht erratheu, ließe sich auch bann leicht erratheu, wenn nicht der Staatssekretär der Marine, Herr Tirpitz, die Taktik, die bei der ganzen Sache befolgt wird, klar gelegt hatte durch Ämerfung »er M< Md- des K-II-r« b« lern Mm* in Hamburg. 6,rr j“s'en Die neue Flottenvorlage hätte eigentlich erst ein Jahr später kommen sollen; aber da dreHam-
X Acht MiMarde« statt achthundert Millionen will der Berliner UniversitätSprofeffor Schmoller für die Marine bewilligen, wenn es nothwendig wäre — „und zwar so schnell rote möglich, ehe es zu spät ist". Herr Schmoller, und das ift wirklich der mit Recht berühmte Berliner Gelehrte, leidet bekanntlich an schreck-
Wärterhaus Ar. 9. Erzählung aus dem Verkehrsleben von Th. Schmidt. 6 ______ (Nachdruck verboten.)
„Sie dürfen nicht so von meinem Manne sprechen, Mutter Lürßen. Er leidet schwer genug unter dem Mißgeschick, daS uns verfolg Pack n Sie nur die Sachen wieder ein, vielleicht hilft Gott uns im nächsten Jahre wieder auf ... . Borgen darf und mag ich nicht.
Eigentlich sollte ich mich beleidigt suhlen, Frau Steffens," meinte die Alte halb tm ® ri.lt halb mit lächelndem Gesicht. »Sie zahlen mich doch nicht zu jenen Hausirern, die man mit Worten schon nicht mehr aus dem Hause werfen kann y Sehen Sie, wenn ich jemand eine Freude machen kann, dann thue tchs gern Diele Sachen gehören alle Ihnen. Eine Liede »st der anderen werth. Sie haben die ganzen Jahr von mir gekauft und mir so manche Une Tasse Kaffee gegeben, daß ich mich ordentlich danach «rholte weyn ich aus dem Gebirge zarückkam .. Wie S." danken, Sie lehnen ab!? Paperlapap! Die eine Hand wäscht die andere . . . Hekeses, da hätte ich das Beste ja bald vergef,en Hier ein Geschenk von Ihrer srüheren Herrin^au. der Avotheke .... Ist fo was zur H rv-a.tung. Da nehrn-n Sie - ’ne Flasche TokaY r. Und da ist auch was für Ihren Brummbären.wollte sagen für Ihren lieben Mann, damit kann er sich am Christabend die ©rillen wegpaffenUnd non diesem Packet kochen Sie sich eine schone Taffe Kaffee. So, nun bm ich für heute fertig.
I.Parzeil«» t» flelba. mit Anterhattungs-Aeilage „Muflrirte Sonntags-Zeitung:'