26. Jahrgang
IuLtza, Dienstag, dm 28. November 1899
M 272.
ne
Nachdem er das gesprochen, saßen die Reiter
hm raut
iüM > Novbr,, Uhr
Professor! ch । allseitiger
»*6g|
q lieber das schlimme Centmm vermögen sich seine durch die Ablehnung der Zuchthaus-Vorlage unangenehm überraschten Gegner noch immer nicht zu beruhigt«. Alle Tage findet man in ihrer Presse ZorneSergüfle oder scharfsinnige Vermuthungen über die Gründe für das Verhalten der ausschlaggebenden Partei. Nicht wenig mag es den Aerger steigern, wenn einige, dem Centrum sonst nicht sonderlich gewogene Blätter offen anerkennen, es habe klug gehandelt und sich wieder einmal als Herrn der Situation gezeigt. So etwas darf man ihm nicht gönnen und deshalb wird entweder behauptet, es habe aus lauter Verlegenheit um geeignete Vorschläge der Sache rasch ein Ende gemacht oder es habe aus Gründen, die mit der Vorlage selbst nichts zu thun hätten, die
Gesetzes Über den Haufen werfen? Zeugt es von Rücksichtnahme, wenn wiederholte, mit großer Mehrheit gefaßte Beschlüffe des Reichstages, wie der wegen Aufhebung des Jesuitengesetzes oder die Gewährung von Diäten einfach ad acta gelegt werden? Ist es rücksichtsvoll, das förmliche Versprechen wegen Aufhebung des Verbindungs-Verbotes für politische Vereine unerfüllt zu lasten? War die Einbringung des Zuchthausgesetzes selbst etwa eine Höflichkeit, wo man doch wußte, wie die Mehrheit dazu stand? War die seit Jahren im preußischen Landtage beliebte Behandlung der Wahlrechtsfrage etwa eine spezielle Höflichkeit gegen das Centrum, für die es sich im Reichstage bei der Zuchthausvorlage hätte dankbar erzeigen sollen? Die ganze Rücksichtnahme der Regierung auf die Volksvertretung besteht darin, daß sie sich ihre Vorlagen bewilligen läßt. In manchem anderen Lande würde die Regierung schon längst nicht mehr mit der Volksvertretung ausgekommen sein, wenn sie ihr die Behandlung hätte angedeihen lassen, die dem Reichstage von den deutschen Regierungen zu Thril wird.
Es wird jetzt das Märchen aufgebracht, tm Centrum oder dem Dbg. Dr. Lieder sei es vorher bekannt gewesen, daß die Regierung im Falle einer Kommissions - Berathung damit einverstanden sein würde, auch Über die Frage des Koalitionsrechtes zu verhandeln. Das hak Graf Posadowsky allerdings hinterher angedeutet, und daraus hat man dann willkürlich die Geschichte von der vorherigen Mittheilung an das Centrum gemacht. Wäre es der Regierung wirklich um eine Verständigung über das Koaiitions- recht zu thun gewesen, so hätte sie damit doch nicht monatelang hinter dem Berge zu halten brauchen. Sie hätte es schon bei der ersten Lesung sagen können. Ihr ganzes Verhalten gegenüber dieser Frage läßt aber keinen Zweifel darüber, daß die Andeutung des Staatssekretärs nur eine in derNoth gemachte Verlegenheits-
fügung stehe.
Der Jarl redete mit Torkel ab, daß er dieselben die Sirake nach Upsala führen solle. In der Nähe von Upsala sollten sie sich nach dem Jagdschloste Freedeborg erkundigen und in der Umgebung desselben würden sie sich wieder treffen. Em Dutzend bewaffneter Männer könnte in einer Zeit, wo das ganze Land zu den Waffen griff, um Severin Norby abzuwehren, nicht weiter auffallen: doch rieth er ihnen gleichwohl, Begegnungen möglichst zu vermeiden, und wenn sie Erkundigungen um Freedeborg einzögen, nur einzelne Unbewaffnete in Hütten oder Bauernhöfe
Hamen die PetiK- jeile 25 Pf.; M Wiederholungen wird entsprechend. Rabatt gewährt.
Bemerkung war.
Bei der Zuchthaus - Aktion sind nun einmal für die Regierung und die Scharfmacher keine Lorbeeren zu pflücken. Sie thäten am klügsten, gar nicht mehr davon zu reden, damit möglichst bald Gras über die Geschichte wüchse.
i Nr. liegt Hamburger roese in r gefl. Be- empfehlen-
spalt. Garmond-
Für diese Propheten kommt nun gerade jetzt recht ungelegen der amtliche Nachweis über die Einnahmen des Reiches an Zöllen und gemeinschaftlichen Verbrauchssteuern während des letzten Sommerhalbjahres vom 1.April bis zum letzten Oktober dieses Jahres. Aus diesem amtlichen Nachweise ersieht man nämlich mit recht unerfreulicher Deutlichkeit, daß die Einnahme an Zöllen und Verbrauchssteuern während dieser ersten sieben Monate des laufenden Rechnungsjahres im Vergleiche zu demselben Zeitraum des Vorjahres nur sehr unwesentlich gestiegen ist, noch nicht einmal um eine halbe Million. Diese Einnahme hat in der angegebenen Zeit 436 296 655 Mk. betragen, d. h. nur um 454 893 Mk. mehr als in demselben Zeiträume des Jahres 1898; und das stimmt ganz und gar nicht zu jener oben erwähnten Propheten-Rechnung.
Es sind falsche Propheten, auf deren Stimme man nicht hören darf. Sie werden sich ebenso irren wie jener „Mann aus dem Volke", der ein Nationalgeschenk für Flottenrüstungen aufbringen will! _ »
auf, und in raschem Trabe ging es weiter vorwärts.
Wir lasten die Reiter einstweilen weiter traben und das Fußvolk, lauter tüchtige abgehärtete Waldläufer, in mächtigen Tagesmärschen unter Führung Torkel's nachziehen, um uns wiederum nach Notburga umzusehen.
Seit wir sie verließen, waren drei bange Wochen vergangen. Von einer Entscheidung des Königs ober ihres Vaters hatte sie noch nichts vernommen. , Der Vogt tröstete sie damit, daß ja der König noch immer zu Felde liege, und ihr Vater sie wohl aufgehoben wisse. Er begegnete ihr mit der größten Ehrerbietung, aber jeder Ausflug aus dem Jagdschloste rourbe igr verwehrt, weil man nicht wisse, welche Gefahr der Wald in sich berge.
Herr Olaus Petri hatte inzwischen. unter allen möglichen Vorwänden an das Mädchen sich heranzudrängen versucht, war aber dis jetzt mit seinen Versuchen wenig glücklich gewesen. Notburga kam nicht einmal zur Tafel, sondern ließ sich Speise und Trank von Mündchen auf ihr Gemach bringen. Alle schönen Schriftstellen, die Herr Olaus Petri sich zusammengesucht, waren daher vollständig unnütz; denn Notburga wollte unbedingt mit einem Manne nichts zu thun haben, der sich nicht scheute, Gottes Wort in so frevel- Hafter Weise zu deuten. Auch dem Gottesdienste, den Olaus Petri sonntäglich in der kleinen Schloßkapelle hielt, weigerte sie sich beizuwohnen, ja, sie nannte ihn geradezu einen Gottesraub.
Außer dem natürlichen Abscheu, den ihr katholisches Gewisten ihr gegen solche Lehren einflößte, hatte sie noch ganz gewichtige andere
Heinrich angeordnet.
© Aeim Minister von Mtqnek soll am Samstag den 9. Dezember ein Mahl stattfinden, zu dem der Reichskanzler, die Staatssekretäre, Minister und einige Abgeord- neten geladen sind. Die Verrnuthung hegt nahe, daß der Gedanke an ein Erscheinen des Kaisers nach seiner Rückkehr von England besteht. .
fi Die neue Ikotte« Dorkage ist heute (Montag) Gegenstand einer Besprechung tm wet- marischen Landtage gewesen. Die Frei- finnigen hatten dort eine Anfrage emgebracht, wie die Landesregierung zur Flottenfrage sich stelle; und diese Interpellation ist heute dahm beantwortet worden, daß „die Regierung unbe- bingt alles Nöthige bewilligen werde.
-4- In der heute stattgehabten Sitzung des Gentratausschusses der AleichsSauk wies im Anschluß an die vorgetragene neue Wochenübersicht der Vorsitzende, Präsident des Reichsbank- Direktoriums, Wirklicher Geheimer Rath Dr. Koch darauf hin, daß im Vergleich mit der Sage am letzten Vierteljahrsschlusse, welche tri ihrer großen Spannung früher als im Vorjahre zur Erhöhung des Diskonts auf 6 Prozent geführt habe, und auch in der letzten Woche — ähnlich wie bei den Centralnotenbanken in Paris und London — eine Erleichterung eingetreten fei. Allerdings fei die Anlage noch um 93 Millionen größer, der Metalloorrath um 31 Millionen kleiner, die Ueberschreitung der Notengrenzen um 40 Millionen stärker als im Vorjahre. Da aber der Privatdiskont noch ein Viertel Prozent unter der Bankrate stehe, die Wechselkurse. die Ausfuhr von Gold in das Ausland gegenwärtig nicht zulasten und Anfangs Dezember eine weitere Erleichterung . wahrscheinlich fei, fo beabsichtige die Reichsbankverwaltung jetzt nicht, eine Steigerung oes ohnehin hohen Diskonts vorzuschlagen. Die Versammlung war ohne Debatte hiermit einverstanden. _ _
* Die geplante südafrikanische Kis-nvah« wird nicht an der deutsch - südwestafrikanischen Küste, sondern nördlich vom Grenzfluß Cunene . in der Großen Fischbai den Atlantischen Ozean erreichen. Die,Times' veröstentlicht einige weitere Einzelheiten aus dem Abkommen zwischen der deutschen Regierung und der Britisch South- Africa-Company. Danach sieht dieses Abkommen
than, wird er zu verantworten haben. Dalarnen, nehmt den Gefangenen in die Mitte!"
Im Nu waren die Dienstleute des Jarls auf gesprungen und stellten sich um den Gefangenen.
„Laßt's gut fein, Männer! Laßt's gut fein!" ries Sven begütigend, „gehängt wird er doch am Ende. Jarl, ich verbürge mich für die Bauern; es geschieht dem Gefangenen nichts Böses."
„Ich traue Dir, Sven. Nimm den Gefangenen! Aber er steht unter meinem Schutze. Hütet Euch, Männer, den Jarl der Dalarnen herauszusordern!"
Sven nahm den Gefangenen und führte ihn in seine Hütte. Drohende Blicke gab es noch genugsam, aber keiner wagte mehr, dem Gefangenen nahe zu kommen.
Eine Stunde später war Torkel wieder zur Stelle mit d r Nachricht, daß bis zum Abende ein Dutzend wohlbewaffneter Männer zur Ver-
Deutsches itetdb
Berlin, 27. November.
X Srmz Heinrich von Frentzen wird, wie bekannt, demnächst seine Rückreise nach Deutschland antreten. Mehrfach ist in den Zeitungen berichtet worden, die Rückreise solle über Amerika gehen. Das ist inbeffen mept richtig. Von Hongkong aus wird vermuthlrch ein Besuch am Hofe von Siam gemacht werden; von dort soll die Reise nach Singapur gehen und von da mit dem fälligen Dampfer des Norddeutschen Lloyd über Ceylon, Aden, Suez, Italien nach Deutschland. Wenn Prinz Heinrich wieder in der Heimath ankommen wird, wird er voraussichtlich einen Zuwachs in feiner Somme vorfinden: der Evangelische Oberkirchenrath hat kirchliche Fürbitten für die Frau Prinzessin
Fonds bei der Redaktion dieser Zeitung Alle patriotischen Zeitungen, Zeitschriften und Vereme, namentlich aber die deutschen Flotten - Vereine, werden höflichst und herzlichst gebeten, kräftig und ausdauernd für diesen Ausruf emzutreten und überall Sammelstellen einzurichten."
Bravo, das ist ein guter Gedanke. Aber es kommt wohl anders, sagt der Berliner. Dieser Vorschlag wird nämlich nicht zum ersten JJ.al gemacht, sondern ist früher schon ergangen; und damals find im ganzen genommen taum mehr als 10,000 Mark eingegangen. Sollte es heute anders sein? Schwerlich. Alle die großen Industrie-Werke, die Millionen verdienen an der Vergrößerung der Kriegsflotte Deutschlands und sr-mder Staaten, werden verstummen vor diesem Ausrufe und thun, als hörten sie gar nichts davon. .Und ebenso werden es alle anderen Millionäre machen und diejenigen, die daran sind, es zu werden. UebtigenS will der „Mann aus dem Volke" nicht etwa Gelder sammeln anstatt der neu heranziehenden Flotten-Vorlage. Die Grenzen dieser letzteren sind ihm „zu eng gezogen", und darum soll die von ihm vorgeschlagene Gabe noch extra als „Deutsches Flotten- Nationalgeschenk zur Verfügung Sr. Majestät des Kaisers" gestiftet werden.
Als übrigens die allerneuesten Flottenpläne das Tageslicht der Oeffentlichkeit erblickten, waren übereifrige offiziöse Federn sofort bei der Hand mit allerhand Rechenexempeln, die nachweisen sollten, daß auch diese neuesten Flottenpläne ohne neue Steuern durchzuführen fein würden. Die Leute, die dem Volke diese Rechenexempel vormachen wollten, nahmen Prophetengabe für sich in Anspruch und behaupteten frischweg, die Einnahme des Reiches an Zöllen und Steuern werde fortgesetzt zunehmen und bis zum Jahre 1912 die Höhe von 1400 Millionen Mark erreicht haben. Gegenwärtig beträgt diese Einnahme noch nicht 800 Millionen.
(6 Snt «b Verlas bn flulbaer 1'ttenbtelewE e pdwtgafi« fi». * (»afnumie).
rurig iflnedil vderts volle ithiti Plockhorst I »m heil, eigenhän-1 cessirt wer- ückwtlilsch' mb), ethlehem l des 24. rgt hhiudluaz
c< „Em Mann aus dem Volke" macht einen hübschen Vorschlag der,Nordd. Allqem. Zeitung'. Er empfiehlt mit beweglichen Worten, „alle Besitzenden" in Deutschland möchten sich zu einer freiwilligen Spende zu Gunsten unserer Kriegsflotte vereinigen. „Ich fordere," so schreibt der „Mann aus dem Volke", „alle national und patriotisch gesinnten Deutschen auf, mitzuthun an dem großen Werke und sogleich, spätestens aber bis Ende Januar 1900, eine größere Summe, etwa den hundertsten Theil ihres Gesammt. Vermögens, sowie 1900, 1901 und 1902 — also 3 Jahre hinter einander — je etwa 100 Prozent ihrer Einkommensteuer, zahlbar im Oktober jeden Jahres, an zu bildende Sammelstellen abzuliefern. Eine Haupt-Sammel - stelle wird später genannt werden . ... Der Anfang ist gemacht durch Einzahlung ttne§
„Als Gefangener bist Du uns lästig, und für ehrlicher Leute Gesellschaft bist Du uns zu schlecht. Warum sollen wir Dich mitnehmen?"
„Die Leute rechnen mir hier eine That an, die ich aus eigenem Antriebe nicht vollführt. Ich bin Dienstmann und muß thun, was man mir aufträgt. Jetzt bin ich wehrlos und gebunden. Wenn Ihr mich so in den Händen der Bauern
Dit Loft vom Wellmftk.
Historischer Roman von Philipp Laicus.
$7 (Nachdruck verboten.)
„Herbei damit! Und hier z^m Lohne Deiner Gastfreundschaft . . Der Jarl zog em Beutelchen von Stahlringen hervor, durch welche man Goldstücke funkeln sah.
„Ei, ei, Jarl", meinte Sven, mißbilligend den Kovf schüttelnd. „Ihr wollt mich gar für meine Beisteuer zur Befreiung der Rose vom Wetternsee bezahlen. Steckt Euer Geld ein und redet einem alten schwedischen Manne nicht solche Geschichten!"
Der Alte eilte fort und schleppte Speise und Trank herbei.
Noch war man mit dem Mahle beschäftigt, als die nächsten Nachbaren bereits einzutreffen begannen, die Jüngeren mit kurzem Schwert, Beil und Spieß bewaffnet, um das Abenteuer zu bestehen- aber Kind und Kegel kam mit, um wenigstens dem Unhold, der dem Allen heben Wesen Gewalt angethan, ein deutliches Zeichen der Erbitterung zu geben. .
Dem Gefangenen wurde unheimlich vor den derben Fäusten, die ihm unter die Na;e gehalten und den Messern, die vor seinen Augen gezuckt wurden, und er verlangte nach dem Jarl, vor den er denn auch geführt wurde. .
„Was willst Du, Elender?" frvgte dieser.
„Herr, ich bitte Euch, mich mitzünehmen ich werde Euch nicht zur Last fallen, au t nicht zu fliehen oder Euch zu verrathen suchen.
zurückläßt . . ."
„Eigentlich bist Du ein niederträchtiger Hal- lunfe, und wenn der letzte meiner Dienstmannen nicht'so viel Ehre im Leide hätte, mir den Gehorsam zu verweigern, sobald ich ihm einen Schurkenstreich befehle, so wäre mir das he^lich leid, und ich würde mich feiner schämen. Aber wehrlos bist Du und ein Gefangener. Sven!"
Der Gerufene kam eilig herbei.
Hier nimm der Gefangenen und führ' ihn in Deine Hütte! Gib ihm Speis' und Trank und laffe Niemanden zu ihm! Später mmm|t Du einige Leute und führst ihn nach Haus Brank- holm, wo Peder Bragge ihn verwahren mag! Aber bis Herr Björne kommt, ist er mein Gefangener, und es wird ihm kein Haar auf dem Kopfe gekrümmt. Sage das Deinen unten, und sage es auch dem Peter Bragge, wenn Du nach Brankholm kommst!"
Em nichts weniger als beifälliges Gemurmel erhob sich unter den Landleuten beiderlei Geschlechts, die bereits ziemlich zahlreich anwesend waren. Der Jarl sprang in die Höhe. 0„...-------„ •
Was wollt Ihr, Leute?" sprach der Jarl, zu senden. Der Manch nach Upsala hatte durch- Seit wann ist es schwedischer Männer Sitte, aus nichts Bedenkliches. an Wehrlosen Groll auszulaffen? Was er ge- “.
Dezember.
lffee! i 0, 10, 80) . 140, IM, ßf , Bruch- e Zrenmrrt) ! 80, 90,100, u. 160 Pst
• 120, 150, ) u. 400 Pst !
0 o. 260 Pst | Chocoladt , 160, 200, I ac, Rum, I Srtfiweine. i -back Pack-t i Pf. empfi hlt
pel,
e, Fulda. 4
stand.
MU"
Vorlage abgelehnt.
Was die erste Vermuthung angeht, so glauben wir doch, das Centrum habe oft genug den Beweis geliefert, daß es nicht fo leicht rathlos ist und Forderungen, die es vertritt, auch sehr gewandt zu formuliren versteht. Also damit brauchen wir uns wirklich nicht aufzuhalten. Hätte das Centrum es noch für zweckmäßig erachtet, Anträge zum Koalitionsrechte einzubringen, so würde es solche auch zur Hand gehabt hoben. Abg. Dr. Lieber hat ja auch mitgetheilt, sie seien ausgearbeitet. Was die außerhalb der in Frage stehenden Materien liegenden Gründe angeht, so vermuthet insbesondere die ,Post', das Bekanntwerden der neuen Flottenpläne habe auf die Taktik des Centrums eingewirkt. Wir glauben, es ist kein Geheimniß mehr, daß allerdings auch die neuen Flottenpläne die Haltung eines Theiles der Centrumsmitglieder beeinflußt haben. Es spielte dabei aber nicht die von der ,Pofi' ausgeklügelte Erwägung: müssen wir für die Flottenvorlage stimmen, fo können wir zur Beschwichtigung der widerstrebenden Mitglieder auf die Ablehnung des Zuchthausgesetzes Hinweisen, kommt es zu Neuwahlen mit der Flottenvorlage als Wahlparole, so haben wir uns durch die Haltung beim Zuchthausgesetze die Unterstützung der Freisinnigen und Sozialdemokraten gesichert W" — keine Rolle. Die Sache lag viel einfacher.
Mancher sagt sich: die Regierung beweist durch ihre neuen Flottenpläne dem Reichstage die denkbar größte Rücksichtslosigkeit, warum sollen wir ihr da noch die Rücksichtnahme angedeihen lasten, eine Vorlage an die Kommission zu verweisen, die wir doch ablehnen wollen und bei der nichts herauskommen kann? Also nicht die Stellung zu der Zuchthaus-Vorlage an sich wurde durch die Flottenpläne beeinflußt, sondern nur die formelle Behandlung derselben.
Staatssekretär Graf v. Posadowsky hat sich bitter über die Unhöflichkeit des Reichstags gegen die R-gierung beschwert und die Scharfmacher wiederholen seine Vorwürfe. Man muß staunen, woher der Muth dazu genommen wird. Welches Recht auf zarte Rücksichtnahme hat die Regierung sich denn durch ihr Verhalten gegenüber dem Reichstage erworben? Ist es vielleicht eine Höflichkeit, wenn sie anderthalb Jahre nach dem Flottengesetze schon wieder mit Forderungen kommt, die die Abmachungen dieses
W Fuldaer
; Ajrts l M.SO Ps.
3. Varteller tu Frida. mit Nnlerhattungs-Mettage „Zlütstrirte Sonntags-Aeitung