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26. JahrgMg
SfuCöa, Samstag, den 25. November 1899.
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.ich niederlegen wird.
Zorn der Tschechen oermuthlich anss Neue er-1 real worden durch die nachdrückliche Unter’ drückung deS Zde-Schwindels. Auf tschechisch wollten die Tschechen bei den Kontrollversammlungen „Zde" rufen statt.Hier", und west ihnen das natürlich nicht gestattet worden ist, sind sie erzürnt und suchen die ganze Staatsmaschme aufs Neue zum Stillstände zu bringen. Man ersieht daraus, wie kindisch gleichzeitig das Gebühren dieser Leute ist, die an dem Gipfelpunkte der nationalen Verhetzung angelangt sind.
Kein Zweifel: die Deutschnatronalen m Böhmen find zu einem großen Theile keine guten Oesterreicher. Unter ihnen gibt es sehr viele Leute, die eine Auflösung des österreichischen Kaiserstaates gar nicht bedauern würden. Aber mit den Tschechen ist es nicht viel anders bestellt Warum, wenn es anders wäre, murren sie gegen den Grundsatz des einheitlichen Reichs- Heeres ? Warum feiern sie Verbrüderungsfeste mit den Panslawisten in Rußland und mit den Revanche-Helden in Paris? Warum schreiben ihre Zeitungen Artikel auf Artikel, und warum reden ihre Redner, voran der Bürgermeister Podlipnn von Prag, ganz offen gegen das Bünd- niß mit Deutschland, das eine der Grundlagen der ganzen österreichischen Politik ausmacht? Und gerade die Tschechen waren es, die sich über die Obstruktion der Deutschnationalen so entrüstet anstellten wie Niemand sonst!
Werden die Tschechen Erfolg haben mit ihrem Parlaments-Streit? Daß die Rechte ihnen dabei unmittelbare Hilfe leisten sollte, kann man auf keinen Fall annehmen. Aber schließlich kann niemand die Tschechen zur Vernunft zwingen; auch die anderen Parteien der parlamentarischen Rechten 'können das nicht. Aber auch dann, wenn dre
-tfgntöortli»: 3m die KeMttlon See*, für 3afwtte X Pa»äell«» t» Suwa.
erledigt würden, und dann — ja dann mußte Graf Clary ebenso zum Nothparagraphen greifen wie sein Vorgänger Graf Thun und das Finanzwesen durch Verordnung regdn, statt durch Gesetz. Denn noch besteht der Paragraph!
Und gerade die Obstruktion der Tschechen würde verhindern, daß das Abgeordnetenhaus ihn nach den gestellten Anträgen beseitige oder umändere. Dann aber wäre den Tschechen zu wünschen, es möchte Graf Clary durch einen entschiedener» Mann ersetzt werden, der den Tschechen durch erneute rücksichtslose Handhabung zeigen könnte, welche Ruthe sie sich selbst dadurch aufbinden, daß sie die ordnungsmäßige Arbeit des Parlamentes unmöglich machen.
was Ihr mir sagt, ist schändlich, es ist empörend! Nicht Gott spricht aus Eich, sondern der Teufel!"
Entrüstet verließ sie den Garten.
„Das wird Mühe kosten", meinte Herr Olaus Petri murmelnd, „ich habe ihr doch nichts anderes gesagt, als was in der Schrift steht."
Vergebens versuchte Olaus Pein im Laufe desselben Tages nochmals zu einer Unterredung mit Notburga zu gelangen. Dieselbe empfand einen heftigen Widerwillen gegen den Gelehrten, der ihr im priesterlichen Gewände doppelt ver-
0 Neuer Parlaments-Strelk tu Oesterreich.
großen Wagen hierher gebracht worden seien, und daß aus diesem Umstande sowohl ihre Mutter, wie sie selbst geschloffen habe es solle irgend wer zum Besuche und längerem Verweilen hierher kommen, wie ja auch der hochwürdrge Herr hierhergekommen sei.
Allmählich begann Notburga ihre Lage etwas unheimlich zu erscheinen. Eine Menge kleiner Nebenumstände gewann im Zusammenhänge eine so bedrohliche Gestalt, daß sie davor zurückbebte, die Folgerung zu ziehen, die sich ihr fast ausdrängten. Das plötzliche Verschwinden Melen s unmittelbar, bevor man mit Gewalt von ihrer Person Besitz ergriff, die zufällige Begegnung des Vogtes mit den Räubern, das Hlerher- bringen nach dem Schlöffe, wo man zufällig einige Tage vorher ein Gemach für einen Besuch in verschwenderischer Pracht ausgerüstet, die Befehle des Vogtes, die sie unter dem Vorwande wohlwollenden Schutzes zur Gefangenen machten, die zufällige Anwesenheit Olaus Petti's, der sich iihr fälschlich als Schloßkaplan vorstellte, die eigenthümliche Annahme» daß der König für sie in Leidenschaft entbrannt sei, die noch viel eigen- thümlichere Behauptung, daß sie im Gewissen verpflichtet sei, dem Könige entgegenzukommen — alle diese Dinge, die auf eine ihr entsetzliche Thatsache hinausliefen, standen in einem viel zu fest gegliederten Zusammenhänge, als daß dieselben lauter unabhängig von einander emge« tretene Zufälle sein sollten.
Auf der anderen Seite sprach auch wieder Manches dagegen. Ihr Vater war des König« Freund, ein Freund, der in seiner Hingebung so weit gegangen, selbst die Neigung seiner Tochter
fAjuUlt iägl'ch. ^Ausnahme her Ann-und 8««. »ae.Bicrtelicchrl. «riuS'-rrr«
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ächtlich schien.
Notburga verließ nur selten ihr Zimmer, und wenn sich der Diener am Wort blicken ließ, zog sie sich eilig in ihr Thurmgemach zurück. AIS er ihr selbst oahin folgen wollte, ließ sie ihm durch den Vogt bündig erklären, sie wünsche nicht ba^ J.-manb während der kurzen Zeit ihres Aufenthalte^ ihr Gemach betrete, es sei denn, er habe darin zu thun. ,
Nur an dem Kinde der Wlrthschafterm — man war damals mit sechszehn Jahren m Schweden noch ein Kind — hatte sie sofort großen Gefallen gefunden, die harmlose Plauderei desselben zerstreute sie; sie wußte bald, daß daS Mädchen Rosamunda heiße, aber stets Mündchen genannt wurde, daß der Vogt ein ernster, mürrischer Mann und nur ihr gegenüber so freundlich sei, daß niemand das Schlößchen verlassen I dürfe, und daß das Leben im Sommer recht schön, im Winter recht einsam und verlassen fei. I Sie erfuhr aber auch weiter, daß alle die
der immer schwieriger werdenden Verhältnisse der Vororte von Berlin sich kaum noch ermöglichen läßt. Nachdem der Plan, durch Theilung des Re- erungsbezirkes Potsdam dem letztgedachten liebel» ande abzuhelfen, definitiv aufgegeben ,ein durfte, wird man in der Annahme nicht fehlgehen, daß bei der Staatsregierung der Plan her vr- r chtung eines befonbern Oberpräfid.ums für Berlin unb Umgebung erwogen wird. . • Was über angebliche Einschränkung der kommunalen Selbstverwaltung von Berlin berichtet wird, gehörtin das Gebiet der reinen, jeder thatsächlichen Unterlage entbehrenden Vermuthungen"
0 Der Lentrakveroand deutscher A«- bnßricffer hat mit feinem am 17. November gefaßten Befchluffe zu Gunsten der inzwischen begrabenen Streik-Vorlage augenscheinlich feinem Vorsitzenden, dem Kommerzienrath und Reichs- rath von Haßler in Augsburg, einen solchen Schrecken eingejagt, daß dieser von dem ganzen Centraloerbande nichts mehr wissen will. Reichs- rath von Haßler war, wie berichtet,.jener Ver- sammlung am 17. November fern geblieben. Jetzt wird berichtet, daß er oermuthlich demnächst sein Amt als Vorsitzender des Centralverbandes gaiz-
Landesmutter gesellschaftliche Beziehungen zu allen ihren Landeskindern, auch zu Korporationen ... . Auch wenn eine Königin dankt für einen Glück- wünsch, ist das keine staatsrechtlich zu behandelnde , Sache . . . Wer ober einen königlichen Dank und eine königliche Ehrung gern hinnimmt dessen Pflicht ist es, auch einen weniger huldreichen Eindruck mit gleichem Geziemen hmzuuehmen. Wer das Recht hat, zu loben, hat auch das Recht, zu tadeln . . . . So wett die .Post', die damit ohne Zweifel recht hat. Dieselbe Berechtigung, die jedem Berliner B^ger zusteht, darf der Königin nicht fehlen. Aber etwas anderes ist es, ob es auch ttug war, den Oberhofmeister von Mirbach das bewußte Schreiben abfenben zu lassen. Und btefe Frage | kann verschieden beantwortet werden.
Der Chef des Marinekabinets, Kontread- miral Frhr. v. Sendeu-Kivra«, ist zum Vizeadmiral befördert worden, da die etatsmaßige Stelle eines Vizeadmirals durch die Zurdispo- fitionsstellung des Vizeadmirals Olbekop frei geworden ist. Vizeadmiral v. Senden-Bibran wird auch in feinem neuen Rang das Mannekabinet leiten, zu dessen Chef er bereits als Kapitän zur See vor etwa elf Jahren befördert worden ist. Die Flotte zählt jetzt wieder mer Vizeadmirale; die fünfte Stelle fordert der neue Etat. Der rangälteste Kontreadmiral ist jetzt der Chef des Admiralstabes Benemann.
fr Erzvischos Dr. v. Stavkewski sollte angeblich auf besondere Veranlassung des Kaisers durch den Oberpräsidenten der Provinz Posen darum ersucht worden sein, 'mehr auf bie Befriedigung der kirchlichen Bedürfnisse der deutschen Katholiken in einem Orte der Provinz Posen zu achten. Die Meldung trug den Stempel der Sr- finbung an sich unb ist in biefent Blatte gar nicht berücksichtigt worden. Jetzt erklärt die .Germania' von kompetenter Seite, daß die ganze Nachricht unwahr ist.
0 ASg. Ir-iherr t>. O-rM«g befindet sich gegenwärtig in Rom. Ein Berliner Blatt knüpft daran die Vermuthung, der Freiherr verhandele im Vatikan darüber, wie bas Cen- trum bes Reichstages sich zur - Flottenfrage verhalten solle. Es ist nicht anzunehmen, daß bas Blatt bamit einen bewußten schlechten Witz machen wollte. Somit gestaltet sich brese Lächerlichkeit zu einem unbewußten guten Witze.
x Nichtige politische ZLeratHnnge« haben allem Anscheine nach am letzten Donnerstag im englischen Königs schlosse Windsor stattgefunden. Früh kam der deutsche Botschafter Gras Hatz- । fetbt aus London an und hatte zunächst eine : lange Unterredung mit dem Staatssekretär Grafen Bülow. Nachher kam der englische Kolomal- 1 Minister Chamberlain im Schlosse an, sprach mit beiden Herren, und Nachmittags wurde Minister Chamberlain vom Kaiser empfangen Herr Chamberlain hat beinahe drei Stunden lang im Schlosse sich aufgehalten. Am Mittwoch ist Minister Balfour vom Kaiser empfangen worden.
X Aas besondere Hüerprasidiam Aerkm taucht von neuem in den Spalten der Presse auf. „Regierungspräsident und Regierung in Potsdam sind derartig mit Geschäften überlastet — so schreibt ein Offiziosus — daß eine sachgemäße Behandlung
X V Mi-d-rhokuug ber i« M« 1897 avgelehuten Novelle zum preatzische« Vereins ge setze glaubte ein Berliner Blatt als beabsichtigt ankündigen zu können. Angeblich sollte der preußische Landtag bereits in feiner "ochlten Tagung Gelegenheit erhalten, mit dieser Vorlage sich von Neuern zu beschästigen, und das soll.e so etwas wie ein Ersatz in Preußen sein str die vorn Reichstage abgelehnte Zuchthaus-Borlage. Die Meldung klang von vorn herem durchaus unwahrscheinlich. Jetzt schreiben auch die,Berl. Nmest. Nachr.', daß diese Meldung „nach verschiedenen, von dem genannten Blatte emgezogenen Erkundigungen nicht zutrifft." m B
h Auch ein „Nus«g«!.Jn der,Preuß. Schulzeitung' hatte kürzlich eine Anzeige ge- standen, in der von einem Schul-Patronat in der Niederlausitz „ein positiv gläubiger Lehrer gesucht wurde. Dazu schreibt ein fretftnn^er Parlamentarier in der ,Königsb. Hartung scheu Ztg.', man könne daraus ersehen, »welcher Unfug heute noch mtt solchen Patronatsrechten getrieben werde . ." Ein Zeichen der Zett, aber kein schönes! - r
x Sächsisch- Negierung *«b Ka«ak- vaule«. In Sachsen ist seit längerer Zett der Plan betrieben worden, einen ©rofeichNl' fahrtsweg Leipzig-Riesa zu schassen, um eine Verbindung zwischen Leipzig und der Elve und Hamburg herzustellen. Die sächsische Staats- regierung hat es abgelehnt, auf diesen Plan ein« zuaehen, und sie hat diese ihre Ablehnung - gründet mit dem Hinweise daraus, daß daS Unternehmen voraussichtlich unrentabel fein unb außerdem einen starken Ausfall an Eisen- bahn-Einnahmen verursachen werbe.
Die Obstruktion ber Deutschnatio- nalen ist tobt — es lebe bie Obstruktion bet Tschechen! Seit Donnerstag verweigern diese bie parlamentarische Mitarbeit _ unb suchen burch unsinnige Anträge, durch Lärm in den Sitzungen und durch alle die unerbaulichen Mittel, bie sie von den Wolf, Schönerer und Genossen gelernt haben, den Fortgang ber parlamentari« schm Arbeiten im österreichischen Abgeordneten- häufe überhaupt unmöglich zu machen. Das Ministerium bes Grafen Clary von Albrtngen saß zu fest im Sattel, bas heißt in ber Gunst b-s Monarchen, um gestürzt zu werben; nun versuchen es bie Tschechen auf biefem Wege. Sie fangen bamit ganz genau so an, wie ehedem bie Deutschnationalen. Nun fehlt bei ihnen nut noch ber Dauerredner, der es fertig bringt, sechs bis sieben Stunden hintereinander zweckloses Zeug zu reden; dann ist alles wieder genau so wie unter dem Ministerium des Grafen Thun, nur daß zwei Rollen in dem häßlichen Schauspiele ge- wechsett find. Und das geschieht, nachdem soeben erst der Obmann des Jungtschechen-Klubs, der Abgeordnete mit dem urdeutschen Namen Engel, zur Audienz beim Kaiser gewesen ist und von dem Monarchen bie Mahnung entgegengenommen hat, bie Erledigung einiger Gesetzesvorlagen nicht
ÄS »egen die perfiinlidjen
Wünsche des Monarchen. „ . j dringend nothwendigen Gesetzes-
Diese Gesetzes-Vorlagen sind nun aber nicht öaP lene btefeS Wahres
»ur nach d«r p-r,°»lich-n »ftchl d-, Monarch.« »'ch> M '!S
eine Staatsnothwendigkett, wenn nicht anders von Neuem das Parlament unverrichteter Sache nach Hause gehen und das Regiment des Nothparagraphen eintreten soll; sie find es eben wirklich. Es find dies das Budget-Provisorium, baS lieber» Weisungs-Gesetz unb bas Ouoten-Gesetz — bie drei ©runbpfeilet der ganzen österreichischen I unb ungarischen Finanzwirthschast, wenn biefe Finanzwirthfchast roieber in bie vorgeschrlebenen Bahnen eines verfassungsgemäß regierten Staatswesens einlenken soll. Diese brei Vorlagen müßten I bis zum Beginne bes neuen Jahres verabschiedet sein, wenn Alles wieder seinen rechtmäßigen Gang gehen sollte; und nun haben sich die Tschechen gerade diesen Zeitpunkt ausgesucht für den Beginn ihrer parlamentarischen Arbeitsverweigerung.
Welcher Art sind ihre Gründe? Gerecht sind sie nicht. Zunächst hat die Aufhebung der Sprachenverordnungen des Grafen Badem ihren Zorn erregt. Aber was bedeutet diese Aufhebung? Nichts anderes, als die Rückkehr zu den Zuständen von Ostern 1897, also vor dem Erlaß dieser Verordnungen, die bis tief in die österreichischen Rechte hinein stets aufrichtig bedauert worden sind; nichts anderes, als die Beseitigung einer Ungerechtigkeit. Und dann ist der
Dir Rost vom Wettens».
Historischer Roman von Philipp Laicns.
(Nachdruck verboten.)
Ach geht, Hochwürden, das kann Euer Ernst nicht sein! Ihr macht Euch übet ein unwissendes Mädchen lustig. Es steht ja auch geschrieben: Man muß Gott mehr gehorchen als den Menschen."
„Freilich! Freilich! Ihr gehorcht ja Gott, indem Ihr dem Könige gehorcht. Und ihm müßt Ihr mehr gehorchen als den Menschen. Und wenn Vater und Mutter Euch Anderes befehlen, | und wenn Euer ganzes Innere sich dagegen auf- ] lehnte; Ihr müßt Gott mehr gehorchen, als den Menschen, und Gott befiehlt Euch, dem Könige zu gehorchen."
„Hochwürden, Ihr beweist nur, daß man auch die sonderbarsten Dinge vertheidigen kann."
Die Wahrheit, meine Tochter, die Wahrheit!"
''.Also wenn ber König mir einen Mord befiehlt?"
„Sündigt etwa ber Scharfrichter, wenn er einen Menschen auf Befehl des Königs tobtet."
„Das ist ein Anderes. Die Obrigkeit trägt das Schwert, unb wenn ein Mensch ein tobes- würbiges Verbrechen begangen hat. . ."
„Aber wenn ber Mensch unschuldig verurtheilt würde?" ,,
„Das weiß der Scharsrichter nicht.
„Und wenn er es weiß?" , „
„Dann ist er ein Mörder wie jeder Andere.
„Seht, wie Unrecht Ihr habt! Der Scharf- richtet ist so wenig verantwortlich wie das Bett,
Deutsches R^ch.
Berlin, 24. November.
+ Darf eine Kaiserin tadeln? So überschreibt die freikonservatioe .Post' einen Artikel, der der bekannten Angelegenheit deS Schreibens des Freiherrn vonMirbach an den Berliner Stadtverordneten-Vorsteher Dr. Langerhans gewidmet ist. „Die Königin, so bemerkt das genannte Blatt richtig — hat als das"er schwingt. Aber nehmen wir einen anderen Fall an: nehmen wir an, der König begehre nach
Parlamentarische Nachrichten.
4- Der Neichstag wird nach Beendigung der Novelle zur Gewerbe-Ordnung eine Pause in seinen Sitzungen eintreten lassen, ver- muthlich etwa vom 1 bis zum 7. Dezember,
Eurer Schönheit." .
„Hochwürden, die Achtung vor dem Könige verbietet eine solche Annahme."
„Ich spreche nur hypothetisch, das heißt, ich sage nicht, daß es so ist, sondern nur, wenn es so wäre. Dürftet Ihr dem Begehren des Königs Euch widersetzen? Ich antworte Nein; denn der Apostel Paulus bat gesagt im zweiten Vers des nämlichen Kapitels: „Wer demnach sich der Ge- walt widersetzt, der widersetzt sich ber Anordnung Gottes, unb bie ftij widersetzen, ziehen sich selbst Verbammniß zu" Würdet Ihr Euch also in einem solchen — nur vorausgesetzten — Fall widersetzen, so zöget Ihr Euch selbst Verbammmß zu Das Wort der hl. Schrift ist klar, vollkom- I men klar, es läßt keine Deutung zu.
„Hochwürden, das sind zu ernste Dinge , errett) erte Notburga, nachdem sie sich einigermaßen I gesammelt, „als daß ein unwissendes Kind sie Euch widerlegen könnte! Und Ihr habt behebt, I Eure Beispiele auf Gebieten zu suchen, auf welche Euch eine sittsame Jungfrau ohne Ecröthen Nicht zu folgen vermag. Brechen wir ab! Das nur laßt Euch sagen, daß derselbe Paulus, dem Ihr diese abscheuliche Lehre gebet, um deswillm sein Haupt auf den Block legte, weil er dem Willen der Obrigkeit zuwider Christenthum bekannt hat. Wäre das wahr, was Ihr saget, die Legionen Märtyrer, bie für Gott unb fein Wort Ihr Blut hingegeben, wären schändliche Rebellen und ver-
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