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Ibn er

26. Jahrgang

Iulda, Donnerslag den 23. November 1899.

sirafung.

amt und ihren Tarifausschuß, sowie auf die Mittbeilung des preußischen Handelsministers an das Tarifamt, daß die Druckarbeiten für sein Ministerium nur Firmen übertragen werden sollen,

™ „... ... Vorlage erhebt sich die Frage: Was nun? Das preußische Staatsministerium hielt heute eine Sitzung ab und ein parlamentarischer Berichterstatter will gehört haben, es seien die nunmehr zu ergreifenden weiteren Maßnahmen der Regierung erwogen worden. Sehr glaubhaft klingt das nicht. So erlig wird eS selbst die preußische Regierung damit nicht haben. Den Betheiligten wird jetzt vor allem daran liegen, wie sie ihre Niederlage entschuldigen können. Die ,Nordd. Allg. Zig/,

^H^Tas Mädchen schaute Notburga überrascht an. „Er kommt doch nicht!" sagte sie nach einer Weile.

„Woher weißt Du das?" fragte Notburga ja doch das gnädige Fräulein länger hier bleibt."

wieder!" , , . ,

Notburga blieb nachdenklich, während das

Deutsches Deich.

Berlin, 21. November.

darauf. . t -c* k«.

„Hier, bringe das dem Vogt! Wie heißt der wackere Mann?"

„Bengt Nilson." ,

„Also bringe ihm das, und dann komme

recht verdient.

Dem Centrum sucht die Scharfmacherpreffe jetzt allerlei Nackenschläge zu versetzen, weil ihm das Scheitern der großen Aktion zu ver­danken ist. Dabei spielt die Freude der ©ojiab demokratie über die Ablehnung eine Hauptrolle. Aber wie kann man das CenLrum dasür verant­wortlich machen, wenn die Regierung durch ein völlig verfehltes Vorgehen der Sozialdemokratie einen Triumph bereitet hat? Die Vorwürfe der Popularitätshascherei, der Zaghaftigkeit oder Sau- beit, des Optimismus in Bezug auf die sozial­demokratische Gefahr usw. lasten uns sehr kühl. | Die Methode der Scharfmacher hat bisher nicht den Beweis geliefert, daß sie bester mit der Sozialdemokratie fertig zu werden vermag, als die vom C-ntrum empfohlene Methode, im Gegen- theil. Warum sollen wir uns also dieser Methode anschließen, die ihre Unbrauchbarkeit bewiesen hat? Daß das Centrum auf Anträge verzichtete, mag mit seinen früheren Erklärungen "rcht ganz über- einstimmen, aber es warthatsächlich das Klügste. Wozu noch Monate lang der Sozialdemokratie Gelegenheit zur Ausbeutung der Vorlage bieten, wo fist stand, daß das Centrum mit seinen Vor-

woraus wohl folgt, daß auch die Regierung noch nichts besonderes vorhat. Daß die Frage mit den Beschlüssen vom Montag noch nicht erledigt sei, ist eine nichtssagende Redensart, die zudem nur als Meinung liberaler Blätter wiederholt wird Die,Post' möchte am liebsten den Reichs- tag, dessen Mehrheit sich den Aufgaben auf sozt- alem Gebiete so wenig gewachsen gezeigt hat, auflösen. Damit wird man aber mindestens warten, bis der Reichstag sich auch seiner auf dem Gebiet der Flottenfrage harrenden Aufgabe „nicht gewachsen" gezeigt hat. Die ,Krzzta.' vrinat einen Artikel „Nach Ablehnung der Ar­beitswilligenoorlage", te: auf „s-njtige Möglich­keiten zur Anbahnung des sozialen Friedens" | hinweist, insbesondere auf das gemeinsame Vor­

der einzelnen Bemerkung wenig Werth beilegte, so war doch das Zusammentreffen beider Bemer­kungen zum mindesten auffallend. Är Grmbeln war indeffen vergeblich, und während desselben

schlief sie ein. , ,

Das Oeffnen des Thores schreckte ne auf. Sie hörte einen Reiter kommen. Feste männliche Tritte klirrten auf den Treppenstufen. Einige Thüren wurden geöffnet und wieder geschloffen. Dann wurde Alles still. Hätte sie gewußt, wer da kam, so wüiden ihre Besorgmffe allerdings eine greifbare Gestalt angenommen haben, denn es waren ihre d.'iden Entführer, der eine, der nch scheinbar geflüchtet, der andere, der angeblich w« henkt war und dessen Pferd sie bestiegen, zu Fuß.

die Regierung auch dann gescheitert wäre, wenn sie all diese Fehler vermieden hätte Die Sache war von vornherein aus­sichtslos: das hätte sie sich selbst sagen müssen. Vermuthlrch hals sie es sich auch gesagt; um so schlimmer für sie, daß sie da nicht ihrer besseren Einsicht folgte. Die Niederlage ist dann erst

M 268.

Die Ablehnung der Zuchthaus- Vorlage

Die Rose vom Wkltervsee.

Historischer Roman von Philipp Laicus.

gg (Nachdruck verboten.)

„Oh, es muß da herrlich sein! Das ist fast wie unser Thurm in Brankholm, nur ist der Sre größer und der Thurm breiter."

„Es ist des Königs Gemach, wenn er hier verweilt."

„Und wird er nicht zürnen, wenn Ihr darüber verfügt?"

„Er würde wobl eher zürnen, wenn ich Euch nicht das schönste Gemach einräumte", erwiderte höfllich der Vogt.

Man war unterdeffen der Pforte nahe ge­kommen, der Vogt stieß in's Horn; Rüden kläfften, der Hof erhellte sich und das Thor wurde geöffnet. Ein Dienstmann erschien, der eine Laterne über den Kopf hielt, um den Ein­tretenden zu leuchten. Bald eilten noch mehrere herzu. Die Pferde wurden abgenommen und der Vogt führte Notburga über eine hohe Frei­trepp in das schmale, aber mehrere Stockwerk hohe Wohngebäude. Es ging ein Treppenthürm- -chen aufwärts, in welches mehrere Gänge endeten. Endlich öffnete der Vogt eine schmale Thüre im Spitzbogen, die das Ende eines Ganges verschloß, und lud Notburga ein, einzutreten.

„Hier, edle Dame, ist Eure Wohnuna, es ist daS Beste, was ich zu bieten vermag. Ich will Euch jetzt die Wirthschafterin senden, damit Ihr derselben Euere Befehle ertheilt."

Damit zündete er eine Wachskerze an einem Wandleuchter an und ließ Notburga allein.

täglich,

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A-.Lirrtellährl.

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MflMrttlU»: fia Me Srtattb* 3ot-35«i*, f» Jnitrau J.pa*3«U<f te Mlda.

„Thut nichts! Steht doch schon bereit!"

„Wie heißt Ihr, gute Frau?"

„Emmerentia, gnädiges Fraulein, Emmeren- tia; mein Mann war Untervogt hier, starb aber schon vor vielen Jabrei» und ließ mir mchts als meinen Posten als Wirthschafterin und etn Mäd­chen, das jetzt sechszehn Jahre zählt."

Also, gute Emmerentia, schickt nur denn in Gottes Namen Euren Imbiß und Schreibzeug. Später mag dann Euere Tochter mir beim Aus­kleiden behilflich sein, denn ich bin recht müde und sehne mich nach Ruhe."

Die Wirthschafterin verschwand, und bald

srs&fe’sSs das junge Mädchen alle Wandleuchter an und dann | konnte sich daSnrcht erklären, ^, Lw»«*»

schaute sie neugierig zu, wie Notburga das Per­gament beschrieb. v rY. ...

„Möchtest Du wohl auch schreiben können? fragte Notburga freundlich.

,Das ist mir zu schwer", antwortete das Mäd­chen kopfschüttelnd. „Und wozu sollte es nutzen?

„Das siehst Du ja, ich kann meinem Vater mittheilen, daß er kommen und mich abholen

Aufruf eintreten. —— a------

laß, hervorzuheben, daß die deutschen^ Manner, welche bie t----- ... .

Deutschihums im Ausland in Maße erfüllen, die Mitglieder der Gesell. schaftJesn, in Folge des Jesuitengesetzes m ihrer deutschen Heimath nicht einen Platz und eme Niederlaffung gewinnen können. Deshalb müßten die Redner des Flottenverems uno auch der Bundesrath für die alsbaldige Aufhebung des Jefuitengesetzes stimmen. , |

GDer Präsident des Abgeordnetenhauses,, Abg. v. Kröcher, war bekanntlich zur Letzlinger Hosjaqd geladen, wiewohl er gegen die Kanal­vorlage gestimmt hatte. Der,Hamb. Roumer' wollte wissen, der Kaiser habe ihn zwar begrüßt, ab?-, ihn und aubrt Kannlgegner n cht ms Ge­spräch gezogen. Dem gegenüber berichtet die .Deutsche Tagesztg': der Kaiser habe m der freundlichsten Weise mit ihm gesprochen.

ft Dem Prioatdozent Dr. gegen den

wegen seiner bekannte» Aeußerung in der Ber­liner ,Stadtverordnetenversammlung das Diszi- plinarverf ihren eingeleitet worden war, soll die Fakultät ihre Mißbilligung ausgesprochen haben; das ist die mildeste Form der Be-

die der Tarifgemeinschaft angehören. In diesem Beispiel, das auch anderwärts Schule zu machen beainnt sieht die ,Krcuzztg/ einen Fingerzeig, wie es mit der künftigen öffentlich-rechtlichen Oraanisation der Berufsvereine gehalten werden müüte Die Stellungsnahme der Konservativen freilich wenig der Anschauung, die die ,Krzztg. da mrtrttt Wenn sie sich aber aufnchttg dazu beEebren wollten, wird es gewiß nicht so schwer sein, sich mit dem Centrum über einen wirksamen Arbeitswilligenschutz ohne Zahstfenihme von P - lizei und Staatsanwalt zu verständigen.

’ Besonders hervorgehob. n sei noch, daß e antisemitische Abgeordnete Werner (Hünfeld- Hersfeld Rotenburg) mit den Scharfmachern s ü die Anträge Stumm gestimmt hat.

+ Skic«venhaudek soll nach der Behauptung des Afrikareisenden Krause im deutschen Schutz­gebiete Togo mit Wiffen des Gouverneurs be­trieben werden. Deswegen hat Herr Krause eine Petition an den Reichstag gerichtet, in der er um die Abstellung dieses Sklavenhandels bittet. Diese Petition kam am heutigen Dienstag zur Verhandlung in der Petitions Kommission de» Reichstages. Auch Kolonialdire tor von Buchka war erschienen und gab die Erklärung ab, daß er gegen Herrn Krause Strafantrag gestellt habe Infolge deffen wurde diese Petition von der Tagesordnung abgesetzt. .

O Das Aeichs Meia-Hesetz soll nach einer vereinzelten Blättermeldung im Monat Januar dem Reichstage zugehen. Sowohl die preußische als auch die bayerische Regierung sollen der dann vorgeschlagenen Keller-Kontrolle beistimmen.

X Die Novelle zur Oewerve Hrd«««g, die am nächsten Donnerstag im Reichstage m An­griff genommen werden soll, wird namentlich leb­hafte Debatte Hervorrufen durch ihren Artikel 8, der von dem Ladenschlüsse banbett. Sie Vorschläge der Kommission gehen bekanntlich da­hin, einen allgemeinen Ladenschluß um 9 Uhr Abends einzuführen, und es gewinnt den Anschein als würde dieser Vorschlag der Kommission eine Mehrheit im Reichstage finden. Die nattonal- liberale Fraktion und die Antisemr en haben be- I rnts beschlossen, den Kommissions-Antragen zuzu-

Trotz der Aufregung, in welcher sie sich be­greiflicher Weise befand, sah Notburga doch mit einigem Erstaunen, daß das Gemach, entgegen den einfachen Gewohnheiten des Königs, mit einer wahrhaft verschwenderischen Pracht ausge­stattet war. Zwanzig Wandleuchter, alle mit Spiegeln versehen, mußten, wenn die Kerzen an­gezündet waren, Tageshelle verbreiten. Ein prachtvoll geschnitzter Tisch stand in der Milte, umgeben von eben solchen Stühlen mit hohen Lehnen. Die Fenster im Spitzbogenstile hatten farbiges Glas, wirkliche Glasscheiben, nicht etwa mit Farbe bestrichene Horndlättchen. Ein breites Himmelbett, von damastenen Vorhängen umgeben, erhob sich an einer Wand, ebenso kostbar waren zwei Schränke, die an der Wandfläche gegenüber standen.

In ihrem bewundernden Betrachten wurde sie von der Wirthschafterin gestört, die schlürfenden Fußes über den Gang kam. Es war eine gut» müthiq aussehende, wohlgenährte Person, in hoher weißer Haube, schwarzem Mieder und braunem wollenen Rocke. Sie hatte eine weiße Schürze umgebunden, an welcher ein mächtiges Schlüssel­bund, das Zeichen ihrer Würde, rasselte, eifrig erkundigte sie sicb nach den Befehlen der jungen Dame; diese aber verlangte nichts weiter als Schreibzeug, weil sie noch an ihren Vater über die heutigen Vorfälle berichten wolle. ,

„Ein kleiner Imbiß, edle Dame, ein kleiner Imbiß!" sagte die Wirthschafterin geschwätzig. „Es steht schon bereit, Ihr braucht nur zu be­fehlen." ,

„Bereit?" fragte lächelnd Notburga. „Wie wußtet Ihr denn, daß ich komme?"

ohne Zweifel für die Regierung eine große und unangenehme Ueberraschung. Wenn sie seloi. auch kaum noch dieHoffnung hegte, daß viel aus dem Gesetze werden würde, so war sie doch nicht darauf vorbereitet, daß die Verwerfung so rasch unb glatt ersolgen werde. Sie rechnete auf Kommissions-Berathung. Ob diese zu etwas Positivem führte, war weniger wichtig, als daß Zeit gewonnen wurde. Inzwischen konnte dasJntereffe an der Vorlage durch andere Fragen verdrängt werden, so daß die schließliche Ableh­nung weniger bemerkt und kühler ausgenommen wurde. Jetzt ist die Niederlage durch nichts zu bemänteln und der Eindruck wird durch keinen andern Gegenstand abgeichwacht..«eii einer ^or- laae die man eine „Vorlage des Kaisers zu nennen hat, ist das das schlimmste, was einer

seinem Verdruß über den Reichstag unmitie.bar nach der Erklärung des Abg. Dr. Sieber Saft.

-Dir vorhergegangene Ablehnung der Kommissions- Berathung'hätte ihm schon die letzte Hoff-mng rauben sollen; vielleicht hatte er in seiner Roth aber doch noch gedacht, das Centrum werde /ihm einen Strohhalm bMen mit seinen Anträgen. Als diese ausblieben, war Alles verloren. Oo seiner Bemerkung, man hätte sich woh noch ver Zentrum mu

fWge.. t»:w d,' "" d°-chdri»z.° »«.bk

Stafci MW*'.“»!.*" legten Absicht, dem Gentium die Hand zur Ver­ständigung zu bieten, muß dahingestellt bleiben. An das letztere vermögen wir nicht zu glauben. In all' der Zeit, seitdem die Zuchthaus-Vorlage auf der Tagesordnung steht, ist von Setten des 'Centrums oft genug betont worden, daß die Vorbedingung für Strafbestimmungen gegen den Mißbrauch des Koalttionsrechtes die all- fettige Sicherstellung desselben sei. Nie hat bi« R-M-Mg °"ch I L^diVS-hnrng d°r B-rlag- in ,in-m l-ng«i-n

ÄÄtf Ö9N8 Ä b-sprlch, »=1B nid).? men, daß sie in letzter Stunde andern Sinnes geworden wäre. Es würde das auch gar nicht | in ihre sonstige Politik passen. f ।

Daß die Regierung an ihrer Niederlage selbst schuld sei, sagen nicht nur die Gegner des Zuchthausgesetzes, auch die Freunde sprechen sie nicht von aller Schuld frei. So sagen die Berl. N. Nachr/, das Blatt der großindustriellen Scharsmacher, es sei ein Fehler gewesen gleich­zeitig so große Aktionen, wie die Verstärkung der Flotte, den Schutz der Arbeitswilligen und die Förderung der Wasserstraßenpolitik in Angriff zu nehmen, wo man doch jedesmal mit einer anders zusammengesetzteu Mehrheit zu arbeiten genöthigt war. Ein zweiter Fehler sei gewesen, rnLTmSw & I Ä'Vu.S«»«. mb @«w? im Buch.

Opit verstreichen ließ, bie der Gegenagitation zu brudereigeroetbe, ihre Tvrifgemeinschaft, ihr Tarif- Gute kam. Endlich sei eS falsch gew-sen, die > —”*’h <hrfn Tarisausickuff. sowie auf bu Vorlage mit Bestimmungen z» belasten, die eine breite Angriffsfläche boten, wie z. B. der Zucht­hausparagraph. Wir sind der Ueberzeugung, daß

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mit Nnterhattungs-Ieitage „Mistrirte Somtlags-Zettung.

X Das preußische Slaatsmimflerium hat heule (Dienstag) Nachmittag unter dem Vor­sitze des Ministerpräsidenten Fürsten zu Hohen­lohe im Reichstagsgebäude eine Sitzung abge­halten. In parlamentarischen Kreisen ging das Gerücht, es wären in dieser Sitzung wertere Maßnahmen der Regierung erwogen worden infolge der gestern im Reichstage erfolgten Ab- lehnung der Zuchthaus-Vorlage. Dlefe ^^en, und von der überwiegenden Mehrheit de» Vermuthung liegt ziemlich nahe. Nichts desto ^rums kann man dasselbe erwarten. Die Korn roeniger hat man gar keine Gewahr dafür, ob haben die Entscheidung darüber rn ihrer

die Vermuthung richtig ist oder nicht. Außerdem Fxaksions-Sitzung am heutigen Dienstag noch nicht

mimftlrium h-t^b°ch mit d-m R-ichrt-g- nichts | Parlamentarisch. Nachricht.». ?Kb,.ib.a,. V

“ ' - -T.|reit8 wieder die Alltagsstimmung von voriger

Woche. Die P o st v o r l a g e n standen zur dritten Sesung. Noch einmal wurde gestritten über Zeitungstarif und Privatposten, aber dleseDmge find nun schon so lange, so oft und so allseitig erörtert worden, daß das I iterisse der Unbe- theiligten begreiflicher Weise nicht allzu gr tz mehr war. Nur eine Episode regte die Wogen der Debatte etwas mehr auf, so daß man Einiger­maßen an die vorhergehende Sitzung emnert wurde. Es handelt sich, man möqte fast sagen „selbstverständlich", um die Sv^dimotrukie. Die Mecklenburger haben sich nämlich ein ueima > Sozialistengesttzchen für den Sonntags- und Hausgebrauch zurecht gemacht, das sie gern be­halten, der Reichstag ihnen aber nicht lassen wollte. Sie haben die private Beförderung von Zeitungen innerhalb der Ortsgrenzen am Sonn- tage polizeilich verboten. Wie der mecklenburgische Vertreter, Herr v. Oertzen, unvorsichtig bekannte, soll damit den Sozialdemokraten am Sonntag die Verbreitung ihrer Zeitungen erschwert werden. Diesem „Sozialistengesetze" machte der Reichstag

Fch?" fragte Notburga nun ihrerseits über­rascht. „Ich bleibe nicht länger hier, als mein Vater Zeit bedarf, mit dem nothwendigen Geleite hieher zu eilen und mich zu holen.

Das Mädchen schwieg und Notburga beendete ihren Brief. Dann rollte sie das Blatt zusammen, zog einen Faden durch und drückte ein Wachsiiegel