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Erscheint tägllch, r, Ausnahme der Sona- und Feier» :age. BierteljShrl.

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Fuldaer WZeitung

spalt. Garmond »eile oder bete Raum IS Pf., Rr Namen die Petit »eile SS Pf.; 6t Wiederholungen wird entsprechend Rabatt gewähr.

26. Jahrgang.

IuLöa, Samstag, den 28. Oktober 1899.

“Ä.XXÄ" mit Nnterhaktungs-Aeikage „Illustrirte Sonntags-Zeitung:

Drittes Wft]||

Eine schöne Weltkarte

können die Leser der .Fuldaer Zeitung' sich für einen Spottpreis erroeiben. Stets bestrebt, unfern Lesern schnell und zuverlässig alle wich­tigen TagesereiZnisse bekannt zu geben, sind wir auch darauf bedacht, ihnen diejenigen Hilfs­mittel, die zum bessern Verständniß der Vor­gänge auf dem Welttheater dienen, auf eine möglichst leichte Weise zu verschaffen. So geben wir z. B. in diesem Quartal unseren Abonnenten das Neue bürgerliche Gesetzbuch um­sonst! Vor etwa zwei Jahren stellten wir unseren Abonnenten eine Wandkarte von Deutschland zu sehr ermäßigtem Preise zur Verfügung, die so großen Beifall sand, daß wir mehrere Hundert Karten nachbestellen mußten.

In jüngster Zeit sind nun vielfach Anfragen aus dem Leserkreise an uns ergangen, ob wir nicht in gleicher Weise unseren Lesern eine Karte der ganzen Welt vermitteln könnten. Ein solcher Wunsch ist sehr wohl begreiflich in einer Zeit, die im Zeichen des Weltverkehrs, des Welthandels und der Weltpolitik steht, in einer Zeit, wo die Blätter Tag für Tag wichtige und interessante Meldungen aus allen Ecken und Enden der Welt bringen. Nicht alle Zutunys- leser sind im Besitze eines großen Kartenwerkes, und doch möchte ein jeder gerne wissen, wo die Städte liegen und wie groß die Länder sind, von denen die Zeitung meldet. Man will mit Recht auch gerne wissen, wo Kamerun, Samoa, Kiautschau, Transvaal und die Palau-Inseln Kaiser Wllhelmsland, die Bismarckinseln, Sansi­bar, die Carolinen und Philippinen, Korea, Schantung, Natal, Griqualand und all die anderen Länder und Inseln liegen und wie man dahin gelangt, von wo die Zeitungen über die Erwerbung von Kolonien, über kriegerische Ereignisse und Revolutionen, über Expeditionen und Missionen berichten.

Selbst für diejenigen Zeitungsleser, die in der Geographie gut bewandert sind, ist heutzu­tage die Karte unentbehrlich geworden, und wir sind überzeugt, daß wir den Wünschen vieler Leser entgegenkommen, wenn wir ihnen die Ge­legenheit bieten, sich eine schöne Weltkarte zu erwerben zu einem so außerordentlich niedrigen Preise, wie er sonst auch nicht annähernd ge­währt werden kann. Wir haben nämlich mit einem hervorragenden kartographischen Institut ein Abkommen getroffen, nach welchem wir in der Lage sind, unseren Lesern eine vorzüglich ausgeführte

Maudkarte der gavzeu Welt

zu einem geringen Bruchtheile ihres sonstigen Preises anzubieten.

Diese Karte ist 1V* Meter breit und 87 Zentimeter hoch, in acht Farben hergestellt, mit Stäben und Oesen versehen, fertig zum Auf­hängen, und wird von unserer Geschäftsstelle an unsere bisherigen, sowie an die neu hinzu­tretenden Abonnenten gegen die geringe Ver­gütung von _____

—---= 1 Mark ---------—

geliefert. Für Nichtabonnenten kostet die Karte fünf Mark. (Für auswärts sind bis zur zweiten Postzone 35 Pfg. von der 2. Zone ab 60 Pfg., für Porto und Verpackung beizufügen.)

In einigen Tagen kann eine solche Karte in unserer Expedition eingesehen werden. B e - stellungen aus die Wandkarte werden möglichst bald gegen obigen Betrag erbeten.

Redaktion und Verlag der ,Fuldaer Zeitung'.

!Die Wahlen der Arbeitervertreter bei den Arbeiterversicherungen.

Die Wahlen der Arbeitervertreter bet der Un­fall- und Altersversicherung find zur Zeit wieder in vollem Gange. Leider scheint man sich auch diesmal wieder in christlichen Arbeiterkreisen wenig darum zu kümmern, denn nur ganz vereinzelt hört und liest man, daß sich die katholischen Ar. beiter um die Erzielung guter Wahlen bemühen. Und doch sind diese Wahlen von großer Bedeu­tung und Wichtigkeit für die Arbeiter, weil es von ihnen abhängt, ob die Vertretung ihrer In­teressen den richtigen Händen anvertraut wird.

Bekanntlich sind nach dem Unfallv er stche- rungsgesetze die versicherten Arbeiter der Un- fall-Berufsgenoffenschaften in gleichem Maße und in gleicher Anzahl wie die Arbeitgeber beiherltgt als Beisitzer der Schiedsgerichte und als nicht­

ständige Mitglieder des Reichsversicherungsamtes. Ferner sind sie betheiligt bei der Begutachtung der zur Verhütung von Unfällen durch die Be- rufsgenosfenschaften erlaffenen Vorschriften und bei den Unfalluntersuchungen.

Zum Zwecke der Wahl zu den vorstehenden Vertretungen werden.für jede Berufsoenosseu- schaftssektion, und, sofern die Berufsgenossenschaft nicht in Sektionen getheilt ist, für jede Genoffen­schaft Vertreter der Arbeiter gewählt. Diese Wahlen wurden gethätigt von den Vorständen der Orts-, Betriebs- (Fa­brik-), Bau- und Jnnuigskrank en kassen, sowie der Knappschaftskassen, soweit diese Vorstandsmitglieder zu den Versicherten ge­hören. Diese Vorstände haben für jede Berufs­genossenschaft, aus deren Genossenschaftsbetrieben wenigstens zehn Unsalloersicherte als Mitglieder der Krankenkasse angehören, die Vertreterwahlen vorzunehmen.

Wählbar sind nur männliche, großjährige, unfallversicherungspflicktige Kassenmitglieder, die in Betrieben der betreffenden Genossenschaftsmit­glieder und im Wahlbezirke beschäftigt sind, sich im Besitze der bürgerlichen Ehrenrechte befinden und nicht durch richterliche Anordnung in der Verfügung über ihr Vermögen beschränkt find. Die Arbeitervertreter für die Ba uberufsgenosfen- schasten müssen außerdem deutsche und bei Bau­arbeiten der Genossenschaftsmitglieder im be­treffenden Wahl- bezw. Schiedsgerichtsbezirk be­schäftigt fein. Die Wahlbezirke und die Zahl der zu wählenden Vertreter wird durch das Reichs- versicherungsamt bezw. durch die Landescentral- behörde bestimmt. Diese Zahl muß der Zahl der von den Betriebsunternehmern in den Vor­stand der Sektion bezw. der Genossenschaft ge­wählten Mitglieder gleich fein. Für jeden Ver­treter werden je zwei Ersatzmänner gewählt.

Für jedes Schiedsgericht find zwei Bei­sitzer aus dem Arbeiterstande und für jeden der­selben je zwei Ersatzmänner zu wählen. Die­selben müssen in einem der zum Schiedsgerichts­betrieb gehörenden Betriebe der betreffenden Ge­nossenschaft beschäftigt, versichert und Mitglied einer bet wahlberechtigten Krankenkassen sein.

Diese Beisitzer zum Schiedsgericht nebst Stell­vertretern werden gewählt von den oben genann­ten, für den Schiedsgerichtsbezirk gewählten Ver- tretern der Arbeiter, und zwar mittels Stimm­zettel oder, wenn kein Widerspruch entsteht, per Akklamation. Zum Zwecke dieser Wahl werden die Vertreter jedes Wahlbezirks zu einer Wahl­versammlung einberufen. Dieser Wahltag muß stattfinden innerhalb der ersten drei Wochen, nach­dem das Wahlergebniß der Arbeitervertreter im Wahlbezirk festgestellt ist.

Die Beisitzer aus dem Arbeiterstande für die Schiedsgerichte der See-Unfall-Versicherung wer­den direkt von den Vorständen der wahlberech­tigten Krankenkaffen und Vereinigungen von See­leuten gewählt. Dasselbe ist der Fall bei den Schiedsgerichten der landwirthschaftlichen Unfall- Versicherung. Wo jedoch in einem Bezirke der Genossenschaft bezw. Sektion keine wahlberechtigte Krankenkasse ist, werden die Beisitzer und Stell­vertreter von Seiten der Vertretungen der be- theiligten Gemeinden ober weiterer Sommunal* verbände gewählt.

Ebenso sind zurnR e ich s Versicherung samt und zu den Landesversicherungsämtern neben den Mitgliedern aus den Arbeitgeberkreisen auch zwei nichtständige Mitglieder nebst Ersatz­männern als Beisitzer aus dem Stande der Arbeit­nehmer zu wählen. Diese nichtständigen Mitglieder des Reichsversicherungsamtes werden gewählt mittels schriftlicher Abstimmung von sämmtlichen durch die Krankenkassen gewähltenArbeiterver tretern der Jndustrie-Berussgenossenschaften. Soweit es sich um Angelegenheiten derSee-Unfall-Versicherung handelt, werden außerdem noch zwei nichtständige Mitglieder nebst Stellvertretern von den durch die betreffenden wahlberechtigten Kassen gewählten Arbeitervertretern gewählt. Ferner kommen noch hinzu zwei Beisitzer nebst Ersatzmänner für die landwirthschaftlichen BerufSgenoffenschaften, welche aber vom Bundesrath ernannt werden.

Zur Theilnahme an der Berathung, Be­gutachtung und Beschlußfasfung der Unfallverhütungsvorschriften werden die oben genannten, von den wahlberechtigten Kranken- kaffen gewählten Arbeitervertreter mit den betreffen­den Genosserschaftsvorständen zu gemeinsamer Thätigkeit berufen. Bei der landwirthschaftlichen Unfall-Versicherung werden zu diesem Zwecke keine Vertreter der Versicherten^ hinzugezogen, ebenso­wenig bei den unter Leitung des Reiches oder der Landesbehörde stehenden Betrieben.

Beider allgemeinen Reichs-Unfall-Versicherung, sowie bei der landwirthschaftlichen Unfall-Ver­sicherung sind endlich noch Vertretungen der Arbeiter vorgesehen zur Theilnahme an den Unfalluntersuchungen. Die Vorstände der auch für die Arbeitervertreterwahlen berechtigten

Krankenkassen wählen zu diesem Zwecke alle zwei Jahre aus der Zahl der Kassenmitglteder für den Bezirk einer oder mehrerer Ortspolizeibehörden je einen Bevollmächtigten und zwei Ersatz­männer. Natürlich nehmen auch an diesen wie an den anderen Wahlen für die Arbeitervertreter nur die dem Arbeitnehmerstande angehörigen Vor­standsmitglieder theil.

Im allgemeinen dauern die Wahlperioden für die Arbeitervertretungen beider Unfall-Versicherung 4 Jahre; alle zwei Jahre scheidet die Hälfte aus und findet Neu- bezw. Ersatzwahl statt. Alle diese Wahlen sowie überhaupt die Arbeiterver­tretungen werden noch lange nicht genug beachtet und richtig gewürdigt, am wenigsten leider von der christlichen Arbeiterschaft. Sie könnte und müßte in viel höherem Maße diese Vertretungen stellen. Gerade in diesen Vertretungen könnten die Erwählten viel Gutes wirken zum Besten ihrer Kollegen und des ganzen Arbeiterstandes. Des­halb muß auch darauf geachtet werden, daß die richtigen, mit Kenntnissen und Erfahrungen, mit einem gesunden ruhigen Urtheil, Opfersinn und der nothwendigen Selbständigkeit versehenen Personen gewählt werden.

Eine Einflußnahme seitens ' der christlichen Arbeiterschaft ist, falls es noch nicht geschehen, für dieses Jahr wahrscheinlich nicht mehr möglich bezüglich der Wahlen der Vertreter der Arbeiter, da sie schon meist gethätigt sind, wohl aber noch bezüglich der von den letzteren vorzunehmenden Wahlen für die Schiedsgerichte und das Reichs­versicherungsamt. Mögen denn die gewählten christlichen Vertreter in ihren Bezirken sich vor den offiziellen Wahlen über die tauglichenKandidaten einigen. Ohne eine solche Einigung ist nichts zu erreichen und gibt es eine heillose Zersplitterung der Stimmen und die reinen Zufallswahlen. In einem weiteren Artikel sollen die Vertretungen der Arbeiterschaft bei der Jnvaliditätsversicherung behandelt werden.

Hantpflese.

Die Haut, in der wir stecken, ist die schützende Decke für die äußere Oberfläche des ganzen Kör­pers. Sie ist aber nicht nur eine verwahrende Hülle, um äußere Schädlichkeiten abzuhalten, sondern sie hat auch eine ganze Reihe wichtiger und nothwendiger Geschäfte für den menschlichen Organismus zu verrichten. Sie ist daher, wie die edlen Organe selbst, mit allerdings sehr zarten Blutgefäßen und Nerven durchzogen, und Be­schädigungen ihres Gewebes führen ebenso zu Störungen ihrer eigenen heilsamen Thätigkeit, als auch zu solchen der inneren Theile.

Halten wir daher diesen allgemeinen Zugang zu den inneren Organen und Schichten unseres Körpers in gutem Stande, halten wir die Haut offen und rein, so bleibt der gesummte Körper gesund. Vernachlässigen wir aber die Hautpflege, so entsteht ein Heer von Krankheiten, die erst dann dauernd und gründlich zu beseitigen sind, wenn die Haut ihre normale Thätigkeit und na­türliche Frische wieder erlangt hat.

Gar viele Krankheiten, die man ftüher als rein innere angesehen hat, sind in neuester Zeit nur als Hautleiden oder als unmittelbare Folgen solcher erkannt worden und mit der Wiederher­stellung der Hautabsonderungen (Hautausdünst­ungen, Schweiß, Talg) sind auch jene — als: Erkältung, Rheuma, Gicht, Nervenschmerz, Läh­mung u. a. m. — nach und nach selbst gewichen, Leidenszustände, gegen die» man vergebens das grobe Geschütz des Heilarsenals, nicht selten nur zum Nachtheile des armen, gequälten Patienten, hatte spielen lassen.

Ja, die äußeren Reize treten viel häufiger, als die Aerzte früherer Zeit geglaubt, als Urheber von Hautkrankheiten auf. Die älteren Aerzte leiteten die meisten Leiden der Haut van einer fehlerhaften Mischung des Blutes her. Die neueren Untersuchungen haben aber gelehrt, daß dies zum größten Theile nur leere Phantasieen waren, welche jedes wissenschaftlichen Bodens und jeder reellen Begründung entbehrten, ebenso mie die jetzt auch verworfene Theorie von dem sogenannten Zurücktreten der Hautkrankheiten nach innen.

Man weiß jetzt vielmehr, daß der größte der Theil Hautleiden nicht durch innere Krank­heiten des Organismus, sondern durch äußere Schädlichkeit veranlaßt wird, ein Verhältniß, welche- bei einem Organe, das, wie die Haut, fortwährend den unmittelbaren Einwirkungen der Außenwelt ausgesetzt, auch so narürlich und von selbst einleuchtend ist, daß man sich nur darüber wundern muß, wie man so lange den Wald vor lauter Bäumen nicht gesehen und lieber mit dunklen Hypothesen in die Tiefe des inneren Körpers hinabgestiegen, statt die auf der Ober­fläche klar zu Tage liegenden äußeren Vercm- laffungen als die Krankheitsursachen zu erfaßen.

Die Haut bildet den Hauptregulator der animalischen Wärme. Eine bedeutende verderb- iche Erhöhung der Temperatur im Innern des Organismus kann weniger leicht stattfinden, so lange die Haut thütig ist und durch die von ihr ausgehende Verdunstung zur Abkühlung des Körpers beiträgt.

Nicht zu leugnen ist ferner, daß auch beim Menschen — ähnlich wie bei den niederen Klassen des Thierreiches — die Hautathmung unter Umständen auf das Verhalten des ganzen Orga­nismus von Einfluß ist. Wenigstens ist es auf­fallend, daß bei Leuten, bei denen eine lange Zeit hindurch theils wegen der Beschaffenheit der sie umgebenden feuchten und kalten Atmosphäre, theils wegen mangelnder Hautpflege und Haut­reinigung, theils endlich wegen einer wirklichen, tieferen Erkrankung der Haut dieselbe zu einer mehr oder weniger vollständigen Unthätigkeit Der« urtheilt ist, häufig die Ernährung des ganzen Körpers einen bemerkenswerthen Abbruch erleidet und auf einer sehr niedrigen Stufe stehen bleibt.

Wir kommen endlich zur Thätigkeit der Haut- nerven. Die in der Haut verbreiteten Nerven­fasern bilden gleichsam die Eingangspforten für viele wohlthätige und noch mehr nachtheilige Ein­wirkungen der Außenwelt. Die Empfindlichkeit der Haut und die Verletzung ihrer sehr zahlreichen Gefühlsnerven durch äußere Schädlichkeiten kann ebenfalls zu einer sehr umfangreichen Zahl von Erkrankungen Anlaß geben. Nicht feiten aber verbindet sich mit einer abnormen Thätigkeit der Hautnerven ein ganz ähnlicher Zustand in den anderen, empfindungsreichen Organen, so daß man in diesen Fällen es nicht mehr mit einer bloßen örtlichen Krankheit der Haut und der zu ihr ge­hörigen Nervenpartien, sondern mit einer Störung in der Funktion der gesummten Empfindungs- und Gefühlssphäre des Nervensystems zu thun hat. Ein solches Leiden der empfindenden Nerven­partien, das die Haut und zugleich andere innere Organe mit ergreift, zeigt sich am häufigsten in Gestalt einer übermäßigen Reizbarkeit des ganzen Nervensystems. Von dieser Krankheit unseres Jahrhunderts ist sowohl das starke als das schöne Geschlecht sehr heimgesucht, und einer Legion hysterischer Frauen steht eine Legion hypochon­drischer Männer gegenüber.

Wie behandeln wir nun die Haut, um die kranke gesund zu machen, die gesunde gesund zu erhalten? Jeder wird wissen, daß hier die Uni­versalmedizin in Reinlichkeit besteht, in fleißiger Anwendung von Wasser und Seife. Aber diese Art Reinlichkeit reicht oft nicht hin, zumal da mit dem gewöhnlichen alltäglichen Waschen die Haut nicht immer ganz gereinigt und reinge­halten wird. Es müssen also fleißig Bäder hin- zukommen, nicht immer kalte, am wenigsten bann, wenn bestimmte Krankheiten ausgebrochen sind. Dann frage man immer erst einen ge­schickten Arzt. Die Reinlichkeit, unerläßliche Be­dingung für gesunde Haut und innere Gesundheit, muß sich möglichst häufig auf tüchtige „Abreib­ungen" mit groben Handtüchern oder Bürsten ausdehnen, bei spröder Haut auch (nach tüchtigem, warmem Waschen oder einem warmen Bade) auf Einreibungen mit frisch ausgelassenem warmem Talg. Sodann versteht es sich von selbst, daß man die Haut durch entsprechende Kleidung vor Wind und Wetter schützen muß. Die Ab­härtungsmethode taugt in der Regel nichts. Gegen Kälte hilft nur Wärme. Es ist ganz gut, daß man sich und andere von Jugend auf in­sofern abhärte, als es gilt, Wind und Wetter zu trotzen. Aber dabei bedarf auch der Härteste großer Vorsicht, wenn er sich nicht doch einmal unversehens bis auf den Tod erkälten will.

Also Reinlichkeit, möglichst oft tüchtige Ab­reibungen, mäßige Lebensweise, Kleidung, welche die Ausdünstungen von innen gut durchläßt, ohne der Lust von außen unmittelbaren Zutritt zu ge­statten, nach dem Waschen und Baden jedesmal so viel Bewegung, daß man sich recht durch und durch warm fühlt, ohne zu fchwitzen — das reicht für die Gesundheit der Haut und die, welche darin stecken, in der Regel hin. Wer's vernachlässigt, wird durch Apotheker- und Doktor- Rechnungen dafür büßen müssen. (Köln. Volkszt.)

Vermischtes.

* Ländtichlrtltich. Amtsrichter (im Hinterwalde zum Gefängnißwärter): „Der gestern arretirte Land- streicher kann morgen früh entlassen werden!" — „Ja — aber - Herr Amtsrichter, wer soll denn ihr janzes Holz kleene machen?"

• Ans der Inkruklionsknnd«. Unteroffizier: „Ja, Leute, wer im Kampfe fürs Vaterland einen Arm, ein Bein verliert, der ist ein ganzer Kerl."

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