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JVi 245.
Ju0öa, Mittwoch, den 25. Oktober 1899.
26. Jahrgang.
a Mach welchen Gesichtspunkte« sind die Mitglieder fiir Handwerkskammer anszrrwahle«?
Der Zeitpunkt, wo die Wahlen zu den Handwerkskammern gethätigt werden sollen, rückt immer näher heran, da hierfür nach den offiziösen Mittheilungen der Monat November ins Auge gefaßt ist. Die Ansichten, daß die Wahlen dann wirklich alle zustande kommen, sind allerdings noch nicht sehr groß, weil noch immer nicht die Wahlordnung veröffentlicht ist, und somit noch die wichtigsten Vorarbeiten ausstehen. Durch die Wahlordnung soll nämlich die Vertheilung der zu wählenden Mitglieder der Handwerkskammer auf die Wahlkörper, sowie das Wahlverfahren geregelt werden. Wenn somit auch noch nicht genau bestimmt ist, wie groß die Zahl der auf jede Innung und auf die Gewerbevereine entfallenden Stimmen für die Wahl sein wird und nach welchem Verhältniß die Zahl der zu wählenden Mitglieder auf die Innungen einerseits und auf die Gewerbevereine andererseits vertheilt wird, so ist es doch wohl angebracht und von großer Wichtigkeit, wenn man sich schon jetzt im Allgemeinen klar zu werden sucht, nach welchen Gesichtspunkten die für die Handwerkskammer geeigneten Mitglieder auszuwählen sind. Denn darüber ist man sich doch vollständig einig, daß von den Mitgliedern der Handwerkskammer in erster Linie die erfolgreiche und segensreiche Thätigkeit derselben abhängen wird.
Welche Eigenschaften muß man nun vor allem verlangen von einem guten Handwerkskammermitglied? Wenn man den Zweck und die Aufgabe der Handwerkskammer in Betracht zieht, welche eine Vertretung des gesammten Handwerks sein und die Interessen des Standes, weniger aber die Spezialinteressen der eigenen Berufe wahrnehmen soll, so muß zunächst gesehen werden auf persönliche Tüchtigkeit. Demnach sind u. E. nur solche als wirklich geeignete Mitglieder für die Handwerkskammer anzusehen, welche sich über die Handwerkerfrage im Allgemeinen und speziell über den Inhalt und die Aufgabe des neuen Handwerkerschutz-Gesetzes orientirt und genügende Kenntnisse erworben haben, welche die nothwendigen Erfahrungen besitzen und im Stande sind, sich ein sachverständiges Urtheil zu bilden. Ferner müssen sie auch Interesse haben für ihren Stand und bereit sein, für die Hebung desselben auch persönliche Opfer zu bringen. Sie dürfen nicht einseitig nur die eigenen Berufsinteressen im Auge haben und fördern wollen, sondern das Wohl des gesammten Standes. Deshalb wäre es verfehlt, wollte man nur darauf sehen, daß jeder einzelne Handwerkszweig in der Handwerkskammer vertreten ist. Denn abgesehen davon, daß es wegen der geringen Anzahl der Handwerkskammermitglieder unmöglich wäre, aus jedem Handwerkszweig einen Vertreter hinein zu wählen, so könnte man leicht bei dem Grundsätze, daß alle vertreten sein müssen, in die Nothwendigkeit versetzt werden, ein weniger tüchtiges Mitglied zu wählen.
An zweiter Stelle muß aber auch Rücksicht genommen werden auf die einzelnen örtlichen Bezirke, welche zur Handwerkskammer gehören, so daß die Mitglieder der Kammer auch that- sächlich über den ganzen Bezirk vertheilt und die städtischen und die ländlichen Handwerker im gleichen Verhältniß vertreten sind. Nur so wird die Handwerkskammer ein zutreffendes Bild der in Stadt und Land ungleichartigen Entwickelung des Handwerks abgeben. Deshalb wäre es durchaus nicht rathsam, wenn die Auswahl der Handwerkskammermitglieder nach Handwerksgruppen stattfände und noch mehr, wenn diese Auswahl mit Hilfe der größeren Verbände der einzelnen Handwerkszweige vorgenommen würde, denn dann läge die Gefahr nahe, daß die Handwerker aus den größeren Städten das Uebergewicht erhalten, oder wenigstens meist die in den größeren Städten wohnenden Leiter dieser Verbände berücksichtigt würden, während das ländliche Handwerk weniger Berücksichtigung fände.
Zwar bat das Handwerk in Stadt und Land im allgemeinen dieselben Standesinteres- fen. Aber trotzdem ist es nicht zu verkennen, daß die Bedingungen und Verhältnisse beider recht verschieden sind und beide ihre in den Verhältniffen liegende berechtigte Eigenart haben, welche nur von ihren eigenen Angehörigen in der Handweikskammer vertreten werden können. Ferner ist es statistisch nachgewiesen, daß auf dem Lande verhältnißmäßig das Handwerk noch am zahlreichsten ist und das Land den meisten Nachwuchs liefert.
Entscheidend für die Frage, wie die Handwerkskammermitglieder auszuwählen sind, muß also sein 1) persönliche Tüchtigkeit und 2) ihre richtige Vertheilung auf den ganzen Hanvwerks- kammerbezirk. Erst in letzter Linie kommt in Betracht die Zugehörigkeit zu einem bestimmten Handwerkszweige. Wenn es zu ermöglichen ist, dann ist es gewiß wünschenswerth, daß wenigstens die größeren und im Handwerkskammerbezirk besonders zahlreich fvertretenen Handwerksgruppen berücksichtigt werden. Doch können, falls das nicht schon bei der eigentlichen Wahl geschehen ist, Mitglieder dieser Gruppe durch Zuwahl in die Handwerkskammer hineingebracht werden, da nach § 103 d die Handwerkskammern sich bis zu einem Fünftel ihrer Mitglieder durch Zuwahl von sachverständigen Personen ergänzen können.
Gerade diese erste Wahl zur Handwerkskammer, die erste Zusammensetzung derselben, ist von der größten Bedeutung für die Zukunft, da von deren Thätigkeit der Erfolg der Handwerkskammer abhängt und ihr Wirken auch für die Zukunft beeinflußt wird.
Deshalb ist es nothwendig, daß die wahlberechtigten Innungen sich vorher berathen und über die Wahlkandidaten verständigen, ehe sie zur definitiven Wahl schreiten. Besonders ist es erforderlich, daß die kleineren Innungen in den einzelnen Bezirken sich über die Kandidatenfrage einigen. Sonst kann es leicht geschehen, daß ihre Stimmen sich zersplittern und nur die Kandidaten der größeren Innungen, welche auch eine große Anzahl von Stimmen haben, allein durchdringen.
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Römische Briese.
v.
□ Rom, 22. Okt. 1899.
Nachdem die gesummte Pfarrgeistlichkeit Rom's die von Leo XIII. als Vorbereitung für das heilige Jahr angeordneten geistlichen Exerzitien beendet hat, haben in der verflossenen Woche die Hebungen für die Kardinäle, Prälaten und Priester des päpstlichen Hofes begonnen. Sie finden in der altehrwürdigen, vcn Papst Paul III. (1540) erbauten und mit Fresken Michel Angelo's geschmückten paulinischen Kapelle des Vatikans statt. Der heilige Vater selbst nimmt an diesen Exerzitien Theil und mit ihm die Kardinäle Rampolla, Mocenni und Casali bei Drago. Zwei Jesuitenpatres halten die Predigten. — Das internationale Komitee für die Feste während des Jubiläumsjahres hielt wiederum eine Versammlung unter dem Vorsitz des Kardinals Jacobini ab. Unter den verschiedenen Manifestationen zu Ehren des Erlösers hat das Komitee unter anderem empfohlen: Missionen, geistliche Exerzitien, Pilgerfahrten nach Rom und zum heiligen Hause von Loreto. Ferner Predigten und vom Abend des 30. Dezember 1900 bis zum Morgen des 1. Januar 1901: feierliche Ausstellung des Allerheiligsten in allen Kathedralen und Hauptkirchen des gesammten Erdkreises. Besondere Gebete werden für die Neujahrsnacht empfohlen, es sollen die Gläubigen der ganzen Welt im Geiste der ersten hl. Messe beiwohnen, welche der Papst im neuen Jahrhundert celebriren wird. In der Neujahrsnacht endlich, welche beide Jahrhunderte verbindet, sollen allgemeine Illuminationen und Freudenfeuer veranstaltet werden. In den Kirchen und Kapellen, in den Häusern und Hütten, sowie im Freien, auf Kreuzwegen und im Wald und Feld sollen Erinnerungskreuze errichtet werden mit der Inschrift: Jecus Christus Deus homo vivit, regnat, imperat MDCCCC. Endlich wird dem Papste ein goldener Kelch für die erste Meffe des neuen Saeculum gewidmet werden. Jetzt beschäftigt man sich noch mit der Frage, wie man den wenig bemittelten Pilgern gute Wohnungen zu mäßigen Preisen verschaffen kann und sucht Mittel und Wege zu finden, dieselben der Ausbeutung durch die Hotels und Restaurateure möglichst zu entziehen. Zwar fehlt es im Vatikan selbst nicht an geräumigen Lokalitäten, welche zur Aufnahme von Pilgern bestimmt sind, aber zur Bewältigung der allein bis jetzt angemeldeten Pilgermassen sind dieselben bei Weitem nicht ausreichend.
Der König ist mit der Königin und seinem Sohn, dem Prinzen von Neapel, in Monza, nachdem die Jagden im Thale von Valdieri beendet find. Der Ministerrath kommt, trotz der vielen Sitzungen und Konferenzen zu keinem Resultat. Die politische und parlamentarische Zukunft Italiens liegt stark int Dunkel. Angeblich arbeitet der Ministerpräsident an der Thronrede, mit welcher der König Mitte nächsten Monats das Parlament eröffnen soll. — Der hier stattgehabte internationale Orientalistenkongreß ist geschloffen. Bekanntlich hatte Leo XIII. den „Klerikalen"- Orientalisten die Theilnahme an diesem Kongreß
untersagt in der Voraussicht, daß derselbe zu modern-italienisch-politischen Zwecken ausgenutzt werden würde. Diese Annahme hat sich vollkommen bestätigt. Der ganze Kongreß — in der Hand des italienischen „Freiheitsprofessors" de Gubernatis — war nichts als eine Huldigungsfeier für das „befreite Rom" und den „Heroen zweier Welten", wie auf der Schleife eines Kranzes geschrieben stand, welchen einige rumänische „Orientalisten" auf dem Denkmal Gari- baldi's (!) niederlegten.
Die so gefürchtete Phyloxera scheint trotz aller Dementis denn doch in sehr besorgnißerregen- der Weise in den Provinzen von Bari, Foggia und Lecce aufzutreten. Ackerbauminister Salan- d ra hat an die Senatoren, Deputirten, die Präsidenten derHandelskammern und die hervorragendsten Weingutsbesitzer eine Einladung ergehen lassen, sich am 20. d. M. in Bari einzufinden, um mit ihm gemeinsam energische Maßregeln gegen dieses Hebel zu ergreifen. — In den ersten Tagen des November tritt im Kriegsministerium unter dem Vorsitze des Prinzen von Neapel die Kommission, bestehend aus den ArmeekorpS-Komman- danten, zusammen, um die Avancements int Generalstabe deS Heeres zu berathen. Ebenfalls int November vereinigt sich zum ersten Male die Landesvertheidigungskommiffion. Auch diese wird vom Kronprinzen präsidirt, während der Herzog von Genua die Vizepräsidentschaft dieser Kommission inne hat, an welcher sämmt- liche tommanbirenben Generäle und Geschwader- Chefs der Kriegsmarine theilnehmen. — Dem Komponisten Don Lorenzo Perosi ist vom König der Orden der Heiligen Mauritius undLazarus verliehen worden, nachdem zwischen dem Vatikan und dem Quirinal die unumgänglichen vertraulichen Verhandlungen stattgefunden hatten, welche schließlich zur päpstlichen Er- laubniß der Annahme dieser Auszeichnung führten. Herr Perosi gehört bekanntlich in feiner Eigenschaft als zweiter Kapellmeister der Sixtinischen Kapelle der „Famiglia pontificia“ an.
Vermischtes.
* lieber Pflege und Fütterung der Kanarienvögel schreibt die ,D. Geflügel - Ztg/: „Der Käfig möge viereckig (niemals rund) und etwa 25—30 cm lang sein, ohne jeden Zierrath, da dieser nur Schlupfwinkel für die Milben bietet; verzinkter Eisendraht ist das beste Material. Die Sprunghölzer, 2—3 an der Zahl, seien von weichem Holz und 1—l3lt cm stark; zu dünne Hölzer muß der Vogel krampfhaft umklammern, ohne auf ihnen ruhen zu können. Wenigstens einmal wöchentlich ist der Käfig gründlich zu reinigen und dessen Boden mit großkörnigem Flußsand zu bestreuen. Mit gewisser Vorsicht kann man den Vogel etwas der Sonne aussetzen; vor Zugluft ist er unbedingt zu schützen. Je einfacher die Fütterung, desto besser; guter Sommerrübsen sei stets das Hauptnahrungsmittel, ferner weiche man jeden zweiten Tag etwas Eierbrod und ein paar Körnchen Glanzkorn, sowie im Sommer 1—2 mal etwas Salat, im Winter ein Stückchen süßen Apfel. Beim Eintritt der Mauser bleibe man, wenn der Vogel sonst munter ist, bei dem gewohnten Futter, gebe aber ein bischen Sepiaschale in den Käfig. Bei Kränklichkeit reiche man täglich etwas frisch gequetschten Hanf und geschälten Hafer, sowie blauen Mohn, alles zu gleichen Theilen, etwa einen Theelöffel voll. Bessert sich der Zustand, so entziehe man dem Vogel dieses Futter wieder allmählich. Das Trinkwasser im Winter sollte Zimmer-Temperatur haben. Die Feder-, Fuß- und Hautpflege des Kanarienvogels wird am meisten vernachlässigt. Ein Badenapf oder Badehäuschen, groß genug, daß der Vogel, hineinschlüpfen kann, ist unbedingtes Bedürfniß. Jedes Jahr beschneide man dem Kanarienvogel 1—2 mal die Krallen bis auf etwa einen halben Zentimeter von dem lebenden Theile, den man an der Blutäderung erkennt, entfernt. Wie das Horn der Klaue, so wächst auch das des Schnabels und hindert dann den Vogel am Fressen; auch hier muß der Pfleger mit einem Messer nachhelfen. Aber noch vor andern liebeln hat der Vogelfreund seine Lieblinge zu schützen; unzählige Feinde in Gestalt von Vogelmilben quälen oft unfern fröhlichen Sänger; merkt man diese Quälgeister nicht, so geht derVogel rettungslos zuGrunde. Man wende gegen die Milben feinst pulverisirtes Insektenpulver an; auch tägliches Umsetzen des Vogels, in einen anderen Käfig, der vorher mit kochendem Wasser übergossen, dient zur Abwehr. Eine andere Art von Schmarotzern sind die Federliuge oder Federzerstörer; diese nagen nur an der Haut und an den Federn des Vogels, dessen Gefieder sie verunstalten, so daß sich meistens kahle Stellen am Körper zeigen. Tägliches Badewaffer und Einreiben der kahlen Stellen mit Rüböl sind vortreffliche Gegenmittel. Die Mauser, dieser naturgemäße Vorgang, findet bei gesunden Vögeln alljährlich von Juli bis September statt; sie greift den Vogel mehr oder weniger an; seine Munterkeit schwindet, der Gesang wird meist ganz eingestellt. Während dieser Zeit sind die Vögel ganz besonders vor schädlichen Einflüssen, so namentlich auch vor Zugluft zu schützen. Eine häufige Erscheinung ist eine stockende Mauser, während deren man den Vogel täglich einen Teelöffel frische Ameisenpuppen bieten sollte; diese sind das beste Mittel, das man einem mauserkranken Vogel reichen kann.
* Das Heirathsalter fürstlicher Persönlichkeiten ist gewöhnlich ein ziemlich junges. Einige Zahlen da
rüber dürften von Interesse sein. Am jüngsten 'ge- heirathet hat der König der Belgier, er trat mit 18 Jahren in den Stand der Ehe. Der verstorbene König Alfons von Spanien schloß seine erste Ehe im Alter von 19 Jahren; seine zweite Frau, die jetzige Königinregentin Christine, heirathete er mit 22 Jahren. Die Königin vermählte sich im Alter von noch nicht ganz 21 Jahren; ebenfalls noch nicht ganz 21 Jahre alt warKaiser Wilhelm II., als er heirathete, der Prinz von Wales war bei seiner Hochzeit noch nicht 20 Jahre alt, der verstorbene Zar von Rußland um einige Monate älter. König Humbert von Italien war 24 Jahre alt, als er sich mit der siebenzehnjährigen Margarethe vermählte, und Kaiser Franz Joseph heirathete mit 23 Jahren. Seine Gattin, die unglückliche Elisabeth, zählte damals erst 16 Jahre.
* Gegen das Korsett. Vom rumännischen Unter« richtsminister ist an alle Privattöchterschulen folgender, vorigen Mittwoch im Staatsanzeiger des Landes veröffentlichter Erlaß gerichtet worden: „Da es durch die Erfahrungen auf wissenschaftlichem wie praktischem Wege festgestellt worden ist, daß das Korsett ein gesundheitsfeindlicher Gegenstand ist, da es ein dauerndes Hinderniß für die Entwickelung des Körpers und für die Thätigkeit der Brustorgane bildet, so ordnet der Unterzeichnete an, daß Sie den Schülerinnen Ihres Instituts das Tragen von Korsetts streng zu untersagen haben."
* Nette Aussicht. Tourist: „Werde ich's denn noch erleben, daß mein Essen fertig wird?" — Wirthin: „Na, wissen's, ausseheu thun's nit gerab danach!"
* Aus der Kaserne.' Unteroffizier: „Was ist also halblinks, Krühme? (Rekrut schweigt.) Na, halblinks ist ganz dasselbe wie halbrechts, nur g'rad' das Gegen- theil, Sie Kameel, Sie!"
* Optimismus. Hausirer (den der Hausknecht hinausschleppt): „Gott, auf Händen wird mer hier getragen!"
Literarische*.
Handels - Akademie^ (Kaufmännische Wochenschrift), Wochenschau über das gesammte Fach- und Fortbildung-»Schulwesen der Gegenwart, Fachschrift für alle kaufmännischen, gewerblichen und technischen Lehranstalten Deutschlands, Oesterreich-Ungarns, der Schweiz und des Auslandes. Herausgegeben vonvr. jur.ß. Huberti. Verlag der Handels-Akademie' in L e i p z i g. Preis vierteljährlich 2 Mark 65 Pfg.
Immer mehr gelangt die Ueberzeugung zum Durchbruch, daß es mit der praktischen Ausbildung einer allerdings unentbehrlichen Routine allein nicht gethan ist, sondern daß unbedingt eine wissenschaftliche Begründung und Vertiefung der gewonnenen praktische» Kenntnisse und Erfahrungen hinzutreten muß, um den Kaufmanns stand zur Bewältigung seiner vielseitigen Aufgaben voll und ganz zu befähigen. Freudig müssen wir es daher begrüßen, daß in der Handels-Akademie, endlich eine fachmännische Zeitschrift begründet worden ist, welche alle auf Hebung des kaufmännischen Bildungswesens gerichteten Bestrebungen zusammenfaßt und um alle treibenden Kräfte das Band gemeinsamer Arbeit schlingen will. Dient diese Wochenschrift auch in erster Linie den Zwecken der FortbildungS- und Handelsschulen in der richtigen Beherzigung der Wahrheit, daß die Zukunft dem gehört, dem die Schule gehört, so bietet sie trotzdem für eben Kaufmann eine unerschöpfliche Quelle der Anreung und Belehrung durch Erörterung von allen möglichen in ihr Fach schlagenden Zeit- und Streitfragen, durch wissenschaftliche Beleuchtung der unentbehrlichsten Hilfsmittel deS Handels, wie Buchhaltung, Geschäftsführung rc., durch Vergleichung der heimischen Zustände mit denen anderer Länder und nicht zuletzt durch die kritischen Streifzüge in das Gebiet der Fachliteratur, welche als Orientirungsmittel über alle werthvollen Erscheinungen in der Bücherei jedem an den Bewegungen und Fortschritten seiner Zeit mit Interesse theilnehmenden Kauf- manne willkommen sein dürften.
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