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Scranlworttich: Ihr die Xeäattie« Säsh, ti* Jxjeratt 3. Parzelle» ix Kxlda.
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26. Jahrgwg
IuLöcl, Dienstag, den 24. Oktober 1899.
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mit Zlnlerhaltungs-Mtage „Mustrirt- Sonnlags-Zettung!'
0 Freisprechung der Harmlosen.
Am Samstag, in vorgerückter Tagesstunde, ist in Berlin, wie in der ,Fuld. Ztg.' schon beliebtet, der Prozeß gegen die Spieler-Kavaliere aus dem sogenannten Klub der Harmlosen beendet, die Anaeklagten sind freigesprochen worden. Man konnte sich denken, daß die Verhandlungen so enden würden, nachdem die Angeklagten mitten im Prozesse plötzlich aus der Untersuchungshaft entlasfen worden waren. Von falschem Spiele und von Betrug kann keine Rede sein, auch der etwas verwickelte Rechtsbegnff des gewerbsmäßigen Glücksspiels ist nach der Ansicht des Gerichtshofes nicht vorhanden — also mußte Freisprechung erfolgen. Aber gleichzeitig fügte der Vorsitzende des Gerichtshofes, Landgericktsdirek- tor Dcnse, der Urtheilsverkündung und Urlheils- begründung hinzu: über die moralische Seite der Sache ein Urtheil zu fällen, sei nicht die Aufgabe des Gerichthofes; wie die öffentliche Meinung darüber denke, würden die Angeklagten wohl bereits erfahren haben.
Man mußte die Freisprechung erwarten, denn mehr als 100 Zeugen haben einstimmig ausge- sagt, daß die Angeklagten nichts anderes gethaa haben, als was Hunderte ihrer Standes- genossen auch thun. Und in diesem Sinne gebührt den drei „Harmlosen" erst reckt die Freisprechung — oder aber man müßte alle die Leute verurtheilen und einsperren können, die sich durch ihr faules Nichtsthun, durch ihren wahnsinnigen Leichtsinn und ihre Spielwuth gegen die allgemein menschlichen Sittengesetze versündigen. In diesem Sinne gebührt diesen drei jungen Leuten sogar ein gewisses Mitleid, denn sie thaten etwas, das in ihren Kreisen gang und gäbe ist, nur führen sie das in besonders virtuoser Weise aus. Sie sind sich augenscheinlich gar nicht der ganzen Erbärmlichkeit ihres Thuns bewußt gewesen.
Das aber ist gerade das Böse an der Sache, daß junge Leute aus den sogenannten „besten" Kreisen- der Gesellschaft durch ihre Erziehung eine so geringe sittliche Ausbildung erhalten konnten. Das ist der springende Punkt in dem Prozesse gegen den Klub der Harmlosen; eine ganze Schicht unserer Gesellschaft ist es eigentlich, der dort der Prozeß gemacht worden ist, und dieser ganzen Gesellschaft gilt der Ausspruch des Vorsitzenden des Gerichtshofes von der moralischen Seite der Sache, über die die öffentliche Meinung schon längst ein Urtheil gefällt hat — ein vernichtendes Urtheil!
Das Kartenspiel in dieser Form, wie es im Klub der Harmlosen betrieben worden ist, ist eine Geschmacklosigkeit, eine Rohheit an sich. Geschmacklos ist es, weil es in seinen öden, langweiligen Formen nichts bietet, um den menschlichen Geist auch nur ein wenig in edler Weise zu beschäftigen und anzuregen; und roh muß er genannt werden, weil es aus nichts Anderem be-
Bit Nr »m Wtlinustt.
Historischer Roman von Philipp Laicus.
29 ------ (Nachdruck verboten.)
„Ihr irrt, Jarl, Ihr irrt," erwiderte Sigurd eifrig. „Ich sah ihn an dem Abende, da Notburga hierher kam. So flammt nur das Auge eines Menschen, der begehrt. Ich verstehe, Ihr nehmt den König in Schutz. Der König ist Euer Freund. . ."
„Wer sagt das!"
„Alle Welt; sah ich nicht selbst, wie Ihr Arm in Arm zusammen wandeltet?"
Das war in StrengnäS. Habt Ihr noch nicht gehört, daß die Freundschaften der Könige kürzer sind, als Maischnee?"
Em Blick des Jarl traf zufällig den Bolzen, der auf dem Tische lag. Unwillkürlich nahm er ihn spielend in die Hand.
„Ich sage Euch, der König ist in Notburga verliebt!" führ Sigurd fort. „Verkehrt er doch fast täglich im Hause."
„Brankholm gehört zu seinen treuesten Anhängern."
„Das weiß ich aber beffer. Wenn er nur Brankholm trifft, bann geht er gleich wieder fort; trifft er aber Notburga, bann bleibt er ganze Stunden."
„Hölle und Teufel! Sigurd, Ihr erweckt da einen Verdacht in meiner Seele, denn Euch Gott anrechnen möge, wenn er unbegründet ist."
„Was ist's?"
„Nichts, nichts! Ihr meint also,^ dec König .. Aber, Herr Sigurd, Gustav sucht sich seine Ge
gründet ist als auf gemeiner Gewimigier in ihrer elendesten nacktesten Blöße. Schlecht muß es darum mit denjenigen Menschen bestellt sein, die sich vollkommen zu Sklaven dieser geschmacklosen und rohen Leidenschaften erniedrigen lassen Und bei diesen hier hat man sehen können, wie eine schlechte Leidenschaft der andern die Hand reicht, und wie diese Leidenschaften zusammen allmählich eine Kette bilden, die den Menschen umschlingt und fesselt, so daß er seiner ganzen sittlichen Freiheit, seines ganzen befferen Ich beraubt wird.
Die Spielwuth verdirbt den Charakter, die Spielwuth in Gemeinschaft mit dem ganzen ungesunden und unnatürlichen Leben durchspielter Nächte, und bald ist das böse dreifache W — Wein, Würfel, Weiber — unbeschränkter Herr über den Menschen, der in halber Bewußtlosigkeit am Rande des schrecklichen Abgrundes hin- taumelt, in dem das Verbrechen haust. Bus den Gericht Verhandlungen hat sich ergeben, daß die Angeklagten theilweise mit „Damen der Halbwelt", auf deutsch Dirnen, in einer liebenswürdig kameradschaftlichen Form zusammrngelebt haben, die für die Angeklagten und ihre Angehörigen aufs Aenßerste beschämend wirken müßte," wenn es in der sogenannten Gesellschaft im Punkte der Sitte richtig bestellt wäre. Aber leider ist es Thutsache, daß auch in diesem kameradschaftlichen Zusammenleben junger Kavaliere mit heruntergekommenen Weibern von ihren Standesgenossen nichts besonders Anstößiges mehr gesunden wirb.
Wo bleibt da der alte Ruhm des Deutschen, der roobl von jeher, schon seit des alten Römers Tacitus Zeiten, in dem Rufe großen, häufig allzu großen Durstes gestanden hat, von dem man aber mit Recht sagen konnte, daß er sich als ein Muster anführen ließ in der Befolgung der Gesetze der Keuschheit? Und wo bleiben da vor allen Dingen die Lehren des Christen- thums? Und gerade dieser Theil unseres Volkes, der sich die vornehme Gesellschaft nennt und außerordentlich viel darauf hält, daß das Aeußere und die Hülle des Menschen hübsch und fein säuberlich sind, soll doch am allerersten voran- gchen mit dem Beispiele guter Sitten. Sollen nur die Fingernägel weiß und rosig, das Herz aber schmutzig fein? Soll nur die Leibwäsche in weißer Reinheit glänzen, die Seelenwäsche aber Nebensache fein dürfen?
Gegen diese Uebel helfen nicht allein Gesetze und kaiserliche Kabinetsbefehle. Diese Hebel müssen von innen heraus geheilt werden, wenn sie ganz geheilt werden sollen, und das kann einzig und allein dadurch geschehen, baß diese verlotterte Gesellschaft in ihrem Leben und vornehmlich in der Erziehung ihrer Kinder zurückkehrt zu den Grundsätzen und Lehren des aufrichtigen Christenthums.
Deutsches Deich.
Berlin, 23 Oktober.
* Wie der .Reichsanzeiger" bekannt gibt, erhielt eine große Anzahl von Damen, die sich besonders um die Sache des Rothen Kreuzes verdient gemacht haben, Auszeichnungen. Das mahlin in den ihm jetzt ebenbürtigen Kreisen. Er muß das, um fein Haus zu befestigen; und so niedrig denkt Brankholm nicht, daß er feine eigene Tochter .... Pfui! Weg mit diesem schmutzigen Gedanken! Das ist keine Gefahr, bie Notburga droht!
„Die Aussicht auf ein Diadem hat eine verführerische Kraft, die nicht geschätzt werden kann."
„Und das sagt Ihr, und behauptet, Notburga zu lieben?" fragte der Irrt erstaunt.
„Da stehe ich und kenne mich selbst nicht mehr," rief -Sigurd verzweifelt. „Als ich Notburga sah, betete ich sie an wie eine Göttin. Als ich mit ihr sprach, da liebte ich sie als die lieblichste der Frauen, und seit der König um sie buhlt, fühl' ich mein Herz langsam sich versteinern.
Der Jarl zuckte die Achseln.
„Dann verstehe ich Euch nicht. Ich sah Notburga schon als Kind, als eine Göttin erschien sie mir nie. Aber lieber und lieber aeroann ich sie von Jahr zu Jahr. Und in dieser Liebe soll nichts mich irre machen! Nickt Euer Werben, nicht des Vaters Toben, nicht des Königs Buhlen. Ob sie mein Weib wird, wer kann das wissen? So lange sie keines anderen Weid ist, werden diese Arme stets geöffnet fein, sie zu empfangen." '
„Ich weiß kaum, ob ich sie Euch noch in dem Maße neide wie damals, als Ihr mich zum ersten Male bei dem Edeln von Brankholm träfet!"
„Dann habt Ihr sie nie geliebt. Ihr habt sie auch nie gekannt, und lieben kann man nur, was man kennt."
amtliche Organ publizirt heute u. A. die Verleihung der "zweiten Klaffe der zweiten Abthei- lung des Luisenordens mit der Jahreszahl 1865 an 6 Damen, ferner der Rothen Kreuzmedaille erster Klaffe an Frau General Anna Freifrau von der Thann-Rathfamhaufen, geborene Gräfin Voß, in Weimar, der Rothen Kreuzmedaille zweiter Klaffe an 34 Damen und 20 Herren, sowie schließlich der Rothen Kreuzmedaille dritter Klasse an ungefähr 180 Damen und etwa 150 Herren. (Vzl. Lokales. D. Redaktion.)
* Die deutsche Regierung hat einen Offizier nach dem Kriegs sch aupkatze m Südafrika beordert, und zwar unseren bisherigen Militar- attacho in London, Hauptmann Fceiherrn von Lüttwitz. Derselbe ist bereits nach Südafrika unterwegs und begibt sich nach feiner Ankunft direkt ins englische Hauptquartier. Man darf daraus keine Schlüsse ziehen betreffs irgend einer Parteinahme für England. Die Heeresleitung Deutschlands muß Werth darauf legen, durch Beobachtung der modernen Kriege auf der Höhe zu bleiben/ In gleicher Weise wurde in dem letzten Sudanfeldzüge der derzeitige Begleiter von Dr. Peters Hauptmann von Tiedemann in das Hauptquartier des Gener» ' .tchener entsandt und machte die Schlacht bei Omdurman mit. — Während des spanisch-amerikanischen Krieges befand sich je ein deutscher Seeoffizier in Spanien und bei den amerikanischen Streitkräften.
x „I»r Ikotteusrage", wie sie den Artikel überschreibt, bringt die ,Nordd. Allgem. Ztg.' eine halbamtliche Darlegung, deren Länge nicht ihrer Wichtigkeit entspricht. Die Hauptsache sür's etfte ist der Anfang dieser Darlegung, und dieser lautet wörtlich: „Wie wir von zuverlässiger Seite erfahren, ist der Marine-Etat für das Rechnungsjahr 1900 abgeschlossen und hält sich im Rahmen des Flottengesetzes. Für das Etatsjahr 1900 ist eine Novelle zum Flottengesetze nicht in Aussicht genommen." Damit ist nun hoffentlich den Zeitungen, welche für die „uferlosen" Flottenpläne ohne Ende schwärmen, der Mund gestopft, und die Blätter der
Herren Krupp, Freiherr v. Stumm und Gr- \ nassen werden nun einstweilen aushören, zu behaupten, daß unsere Kriegsflotte eigentlich dreimal so stark und so zahlreich fein müßte, und was dergleichen ausschweifende Sachen mehr sind. Noch mehr: das halbamtliche Blatt fügt gleich hinzu, daß bis zum Jahre 19 04 die verbündeten Regierungen keine neuen Flottenforderungen erheben werden. „Es kann," so schreibt die,Nordd. Allgem. Ztg.' wörtlich, „nicht bestritten werden, daß die Marine-Verwaltung bei Vertretung des Flotten - Gesetzes die lieber« jeugung batte, daß der darin vorgesehene Soll- Bestand für mindestens sieben Jahre ausreichen würde .... Man kann wohl mit Sicherheit annehmen, • daß die verbündeten Regierungen innerhalb des Scxtemrats eine Verstärkung der Flotte über den jetzigen gesetzlichen Sollbestand hinaus nur dann vom Reichstage fordern werden, wenn sie dafür sehr schwerwiegende Gründe haben . . . " Mit diesem letzteren Vorbehalt will die halbamtliche Kundgebung einigen Aeußerungen in der Presse gegenüber treten, die dahin gedeutet werden, daß die oeraünd-ten Regierungen inner«
Sigurd starrte eine Weile vor sich nieder; endlich blickte er auf.
„Jbr möget Recht haben, Jarl," sagte er, „obwohl ick das jetzt noch nicht entscheiden kann. Fast wünsch' ich es. Denn Euere Rechte find besser und älter als die meinen; und entsagen ist schwer." '
Der Jarl zuckte die Achseln. Sigurd wurde immer räthselhafter.
Ein langes Sckweigen folgte. Plötzlich warf Sigurd feinen Mantel um und stülpte fein Barett auf.
„Gekabt Euch wohl, Jarl! Ich wollte mit Euch sprechen; ich habe mit Euch gesprochen. Ob ich dabei über mich selbst, klarer geworden, weiß ich nicht."
„Ja, was wolltet Ihr eigentlich, Herr Siaurd?!"
"„Nichts! Nichts! Weiß ich denn überhaupt, was ich will! Nochmals, gehabt Euch wohl!"
Rasch verließ der Finne das Gemach, in welchem der Jarl erstaunt zurückblieb; er begann an dem Verstände seines Nebenbuhlers zu zweifeln.
Und doch that er daran sehr unrecht. Hätte Sigurd statt eines jungen Kriegsmannes einen erfahrenen Mönch aufgesucht und diesem fein Herz eröffnet, so würde er ihn wohl leicht durchschaut haben. Auch Erik dämmerte eine Ahnung, aber er kannte das menschliche Herz uno Sigurd's Persönlichkeit zu wenig, um klare Schlüsse zu ziehen.
Sigurd liebte ein Ideal, einen Schatten teiner eiaewen Phantasie. Mit seinem Vater war er aus Finnland zum Reichstag gekommen, gerade
halb des Sextennates auf keinen Fall mit neuen Forderungen für die Flotte kommen dürften. Nun, davon ist roobl nirgends die Rede gewesen. Die verbündeten Regierungen dürften damit kommen; aber der Reichstag „darf" alsdann auch diese Forderungen ablehnen, und er würde es unter allen Umständen thun. Dieses Scheingefecht mit Worten ist vollkommen überflüssig und auch schädlich. Es reizt zum Widerspruche, und es wäre am allerbesten gewesen, wenn die offiziöse Erklärung klipp und klar gelautet hätte: weder ist im nächsten Etat eine neue Flottenforderung vorgesehen, noch ist derlei innerhalb des Sextennates, der "Jahre dis 1904 zu erwarten.
* lieber die KmsuHrung des Keimes fS- die Landwehr - Infanterie ist eine Kabinets- ordre ergangen, wonach die Landwehr-Jnfanterie- reg;meuter mit Helmen ausgerüstet werden, soweit solche von den Lmien-Jnfanterieregimentern aus Ueberschüffen herg-geben werden können. Die übrige Landwehr-Infanterie behält öen Tsch ako bei. Als Abzeichen ist am Helmzierrath das Laadwehrkreuz anzubringen.
® Wsvcr d«s AroettsrvMigen-Oesetz und feine Aussichten schreibt die ,Nationallib. Korrespondenz', das offizielle Organ der national- liberalen Partei: „Die Aussichten des Gssetzent- wurfs sind so gering wie je. Wir glauben auch zu wissen, daß die verbündeten Regierungen bereits die Konsequenzen aus oer Sachlage gezogen haben." Das klingt sicherlich nicht danachj als habe Herr Baffermann keine Freunde mehr in der nationalliberalen Partei. Es ist nur zu wünschen, daß er nach rote vor eine Mehrheit in derselben für sich hat.
Ausland.
* Wie«, 22. Okt. Hier in Wien hat die Grundsteinlegung einer Canis i uski rch e unter großen Feierlichkeiten stattgefunden. Beim Festmahle hielt der Bürgermeister von Wien, Dr. Lueger eine bemrrkensroerthe Rede, an der die liberale Presse viel auszusetzen findet, weil sie einen markanten christlichen Charakter hat. Zn Wien ist's wie auch andersivo, man darf Jude, Heid und Hottentot, aber nur nicht Christ, d. h. überzeugungstreuer Christ sein, sofort ist's diesen Blättern nicht recht. Dr. Lueger ist aber mcht der Mann, der sich seine Ueberzeugung verärgern läßt.
* ArttUU, 23. Okt. Aus Kcemsier, Leipnik, Frankstadt, Meseritschko und Goya laufen Berichte über gestern stattgehabte Kundgebungen ein, welche in Umzügen, verbunden mit Absingen nationaler Lieder, bestanden, jedoch ruhig verliefen. Ausschreitungen kamen nicht vor. In Holleschau kam es gestern Abend abermals zu bedeutenden Exzessen, wobei an jüdischen Häusern die Fenster eingefchlagen, zwei Geschäfte geplündert und ein Haus angezündet wurden. Die Menge griff die Gendarmerie an, so daß diese von der Waffe Gebrauch machen mußte. Drei Personen wurden dabei getöötet und einige verwundet. Militär machte schließlich den Exzeffen ein Ende.
* Saris, 23. Okt. Die Meldung der.Daily Mail', wonach Frankreich und Rußland in in jenem Lebensalter, wo das jugendliche Herz sich ein Weib sucht, um alle Vollkommenheiten, die es empfinden kann, ihm als Seele einzuhauchen. In Finnland fand er solch ein Weib nicht. Er kannte ja dort die Tochter der Eoeln, und es fehlten da immer mehr Vollkommenheiten, als sie besaßen.
So kam er mit seinem unerreichten Ideale nach Strengnäs. Während Harald sich den Arbeiten des Reichstags unterzog, streifte Sigurd wochenlang durch das Land und kam fo auch an den Wetternfee. In jeder Bauernhütte, wo er als Gast eintrat, pries man die liebliche Stofe; er stand am Ufer und blickte über ben Felsgrat hinüber nach dem Thurm, der weit in den See hinausgebaut war, eine Wohnung, fo romantisch, wie sie einer idealen Seejungfrau ziemte; einmal sah er sie, von zwei Dienstmannen geleitet, auf milchweißem Zelter vorüberfliegen, das Auge blitzend, die Wangen geröthet, das lange Haar aufgelöst im Winde wehend, jede Bewegung voll Anmvth! Was Wunder, wenn er fein Ideal gefunden haben glaubte, dem er nur zu schüchtern war, sich zu nahen. Er kehrte nach Strengnäs zurück und verzehrte sich im stillem Gram um feine Liebe, während Notburga von alle dem auch nicht die leiseste Ahnung hatte.
Die folgenden, dem Leser bekannten Ereignisse brachten ihm sein Ideal näher, und als er der Maid selber gegenüber stand, ach, da fand er, daß auch üe keine Göttin war, sondern ein Mädchen, das bereits einen Anderen liebte und durchaus entschlossen schien, bei dieser Liebe zu beharren. das äan b einen Zwist mit ihrem Vater begann, dessen Mutter eine höchst unentschiedene