Hit Rist Dom Wkttmsek.
Historischer Roman von Philipp L a i c u s.
21 ------ (Nachdruck verboten.)
„Nun, nun", meinte der König rasch einlenkend, „es ist ein Vorrecht des Alters, mit der Jugend zu schmälen, und es hat dieS Recht zu theuer erkauft, als daß ich es darum beneiden könnte."
„Womit!"
„Mit einer Fülle bitterer Erfahrungen und mit dem Verluste der jugendlichen Kraft."
„Deßhalb gebe ich doch noch nicht die Freiheit meiner Beschlüsse auf."
„Gestehe es: Der Wunsch Deines Vetters hat Dich doch von Strengnäs nach Linköping geführt?"
„Nein, Hoheit!"
„Einen Jarl der Dalarnen darf man keinen Lügner nennen", sagte der König; „aber wiffen möchl' ich dann, warum Du gerade in jenem Augenblicke von mir gingst, in welche meine Freundschaft ein Recht auf Dich hatte."
„Mein König!"
Der König zog ärgerlich seinen Arm aus dem Arme des Jarls.
„Es liegt ein häßliches System darin, Erik! So oft ich von Deinem Herzen Vertrauen fordere, wirfst Du die Königskrone wie einen Eisblock zwischen uns."
Der Jarl sah stumm dem König ins Gesicht, ohne eine Miene zu verziehen.
„Nun! Sprich, was hast Du?"
Fuldaer
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26. Jahrgang.
IuLöa, Samstag, den 14. Oktober 1899.
Hß. 286.
liche Leute wird es damit schwerlich auf den Leim trocken. Aber getreu den alten sozialdemokratischen Rezepten sucht es die Mafien zu täuschen und irrezuführen — ahnungslos, daß gleichzeitig Herr Katzenstein aus Mannheim ihm mit ein paar Worten das ganze Konzept verdirbt, noch dazu mit Worten, die von kräftigem Spotte für solche naive Seelen durchtränkt sind, die noch immer glauben können, die Sozialdemokratie nehme sich der Gewerkschaften um deren selbst willen an im uneigennützigen Interesse für das Wohl der Arbeiter. „Nem, die Gewerkschaften sind ein Kampfmittel für die Sozialisirung der Gesellschaft" — Schießpulver für die Sozialdemokratie, so hätte Herr Katzenstein in folgerichtiger Ausdrucksweise noch hinzufügen können!
Damit ist auch den christlichen Gewerkschaften die Richtschnur gegeben für ihr Verhalten gegenüber der Masse von Gewerkschaften, die nach und nach unter das Regiment der Sozial- demokratie gerathen find: niemals, jetzt und in aller Zukunft nicht, kann von einer V e r- schmelzung der christliche» Arbeiter- Organisationen mit jenen Gewerkschaften zu einer einzigen großen Arbeiter- Organisation die Rede sein; es sei denn, daß einmal eine Zeit komme, in der jene Gewerk- schäften vollkommen frei seilt würden von dem sozialdemokratischen Parteiregimente. Aber unter den gegenwärtigen Verhältnissen ist an das Eintreten solcher Möglichkeiten gar nicht zu denken, und darum kann für die christlichen Arbeiter- Organisationen heute gar kein anderer Grundsatz als der in Frage kommen: vollkommene Scheidung von jenen Gewerkschaften und reine Bahn zwischen beiden.
Das ist nothwendig, weil die christlichen Arbeiterorganisationen niemals sich anlehnen können au die gottesleugnerische Sozialdemokratie. Und das ist auch nothwendig im Interesse der materiellen Bestrebungen der Arbeiter. Den Arbeitern und ihren Bestrebungen schadet es, daß die Mehrzahl der Gewerkschaft ten in das sozialdemokratische Fahrwasser gelangt sind. Man würde ihnen sicherlich „von obenher" freundschaftlicher gesinnt sein, wenn dieser letztere Umstand nicht wäre. Und deswegen kann es und muß es den Arbeitern nur nützlich sein, wenn die christlichen Organisationen von aller Gemeinschaft mit den sozialdemokratischen Gewerkschaften sich fern halten, wobei natürlich nicht gesagt sein soll, daß die christlichen Organisationen es an Energie und Eifer fehlen lassen sollten in der Vertretung der Arbeiterinteressen.
Daß das Thema von der Koalitionsfreiheit der Arbeiter in den oberen Regionen augenblicklich so unbeliebt geworden ist, daran trägt hauptsächlich die Sozialdemokratie die Schuld. Und daraus ergibt sich wieder einmal mit voller Deutlichkeit, daß der Sozialdemokratie ihre Parteirnteressen wichtiger sind als die Förderung der Interessen der Arbeiter.
Deutsches Ikidf.
Berlin, 13. Oktober.
* Ki«e Meise des Kaisers «ach K«g ta«d steht, wie die ,RH-in. Wests Ztg/aus
„Ja, richtig, und was thaten die Bauern?" W „Sie hatten Mitleid mit dem Flüchtling, aber sie kannten Dich nicht."
„Und was machte ich da?"
„Du mußtest fliehen vor den Nachstellungen der Dänen."
„Richtig, ja, ich floh! Und Du, was machtest Du?" '
„Ich? Ich machte nichts!"
„Wahrhaftig, da ist doch mein Gedachtmß treuer als das Deine. Ich hätte es nicht geglaubt. Weißt Du, ich war kaum geflohen, da kamen Adelinge von der dänischen Partei mit Knechten, um mich zu fahren. Ach, Du mußt das noch wissen, der Sillian war völlig zugefroren, und sie ritten über Has Eis."
„Ach die Kinderei!"
„Dein Vater Axel lebte noch; es war kurz vor seinem Tode."
„Nun ja, er befahl mir ..."
„Dein G<dächtniß täuscht Dich, Erik, er befahl Dir nichts! sondern Du sagtest: Vater, wenn Du dir Burg bewahren willst, so möcht' ich wohl hinunter zur Kirche gehen und ein wenig Sturm läuten."
„Ich meine, mein Vater hätte das gesagt."
„Verlasse Dich darauf, Erik, Du hast's gesagt!"
„Es kann auch sein. Die Sache ist so unbedeutend ..."
„Du gingst, die Sturmglocken tönten; die Bauern griffen zu Beilen und Schwertern, der ganze Härad kam allgemach zusammen. Du standest an der Spitze, und auf die Dänen ging's los. Weißt Du noch, die Herren flüchteten in's
Ueber die Gewerkschaften hat man sich in diesen Tagen beim sozialdemokratischen Parteitage in Hannover unterhalten. Es find dabei recht bemerkenswerthe Aeußerungen gefallen, die allgemeine Beachtung verdienen, und zwar vor allen Dingen deswegen, weil fie darüber aufklären, daß man in den Kreisen der Sozialdemokratie die Gewerkschaften viel mehr wie Mittel zu Parteizwecken betrachtet und behandelt, als ihnen die Partei-Unterstützung zuwendet aus reinem und uneigennützigem Interesse für das materielle Wohl des Arbeiters. „Die Gewerkschafts-Bewegung — so führte Herr Katz en stein aus Mannheim wörtlich nachdem offiziellen Versammlungsberichte aus — würde ich nicht für so wichtig halten, wenn dadurch nur für die Gegenwart Erfolge erzielt würden. Dann würde ich es für wichtiger halten, Kleinkinder- Bewahranstalten zu gründen. Nein, die Gewerk- fchaften find ein Kampfmittel für die So- zialifirung der Gesellschaft . . ." Die Art und Weise, wie diese Worte deS Mannheimer Genossen von der Versammlung auf« genommen wurden, beweist, daß Herr Katzenstein mit dieser seiner Anschauung in Uebereinstimmung sich befindet mit der Ansicht der überwiegenden Mehrheit der sozialdemokratischen Parteiführer. Einige andere Aeußerungen während der Verhandlungen des Parteitages lassen sich auch als unmittelbarer Beweis anführen dafür, daß es fich so verhält.
Solche Geständnisse, die so nebenbei gemacht werden, sind mitunter sehr wichtig; so namentlich hier und namentlich in diesen Tagen. Denn gerade jetzt gibt sich das Berliner sozialdemokratische Centralorgan »Vorwärts große Mühe, um der ArbeUerschaft ein Schnippchen zu schlagen und ihr zu beweisen, daß dir Gewerkschaften nach der Ansicht der sozialdemokratischen Parteileiter politisch und religiös neutral sein sollen. Damit also will das sozialdemokratische Centralorgan behaupten, die Sozialdemokratie unterstütze die Gewerkschafts-Bewegung nur aus idealem Interesse für das Wohl der Arbeiter, und würde sie auch unterstützen, wenn die gewerkschaftliche Bewegung nicht, wie jetzt, der Hauptsache nach in den Händen der Sozialdemokratie sei.
Der Zweck dieser Flunkereien ist klar. Wenn es der Sozialdemokratie gelänge, allgemein den Glauben zu erwecken, es sei der Sozialdemokratie ganz gleichgültig, ob die Gewerkschaften ihren politischen Plänen und Endzielen förderlich seien oder nicht, dann würde damit ein großer Schritt vorwärts gethan sein auf dem Wege zu der Verschmelzung aller Gewerkschaften zu einer einzigen großen Arbeiter-Organisation — natürlich unter der Führung und Bemutterung der Sozialdemokratie, wie diese die Sache sich vorstellt. Diese letztere Vorstellung sucht das Berliner Central- organ zu verheimlichen. Einigermaßen verständ-
„Wozu in Wunden wühlen, die man nicht heilen kann?"
„Wer wäre so vermessen, eine Wunde für unheilbar zu erklären?"
„Gustav!" ti <f der Jarl, glühend des Königs Hand ergreifend. „Soll das ein Strahl der Hoffnung sein! Wenn diese Wunde zu heilen wäre . . . ."
„Steht es in meiner Macht?"
„Du brauchst nur zu wollen, ernstlich zu wollen, ihre Ränder schließen sich und sie verharrscht."
„Das war ein warmer Ton, Erik, der die Erinnerung an jene Tage weckt, wo wir für Schwedens Freiheit zusammen strstten und litten. Den Ton erkenn' ich wieder. Jetzt laß mich auch hören, was Du von mir verlangst?"
„Schwedens Freiheit und Schwedens Größe!"
„Habe ich einen anderen Gedanken?"
',Dann ist eben Dein Denken getrübt. Gustav, Gustav! Was Du thust, richtet Schweden zu Grund. Darum konnte ich nicht bleiben; ich konnte nicht mitthun; ich konnte nicht sehen, wie Du an der Untergrabung des großen Werkes arbeitest, das Du mit Gefahr Deines Lebens aufgerichtet."
„Mit Gefahr meines Lebens?" wiederholte der König sinnend. „Denkst Du noch an die Geschichte von Rättwick?" fuhr er plötzlich auf.
„Ja", sagte der Jarl. „Doch wie kommst Du eben auf diese unbedeutende Sache?"
„Bitte, Erik, erzähle sie mir! In meinem Kopfe häufen sich der Dinge so viele . . ."
„Die Thalbauern waren zusammengetreten, und Du sprachst ihnen von Schwedens Noch und vom tyrannischen Uebermuthe dieses Christian."
verzichten müßten. m
Zudem liegt tatsächlich kein Bedürf«,ß für eme Verlängerung der Arbeitszeit an dem dem Wechnachtsfest unmittelbar vorhergehenden Sonntag vor, denn das bester gestellte Publikum pflegt seine Besorgungen nicht auf den letzten Augenblick aufzuschieben, und der Arbeiter, der seinen Wochenlohn am Sonnabend erhalt, dürfte hinlänglich in der Lage sein, seine Einkäufe bis Sonntag Abend 6 Uhr zu machen.
x Das alte Kartell hat sich nun auch im Königreiche Sachsen überlebt. Die Konservativen, Nationalliberalen und der sächsische Kammerfortschritt alter Schule hatten dieses Kartell gegründet, um bei den Landtagswahlen der Sozialdemokratie erfolgreich die Spitze bieten zu können. Nachher wurde das sächsische Landtagswahlrecht „rückwärts revidirt". An die Stelle des ganz guten alten Wahlrechtes wurde das Dreiklassen-Wahl- system gesetzt nach preußischem Muster und da Pfarrhaus und auf den Kirchthurm und versprachen hoch und theuer, mir kein Leides zu thun. Das war das erste Gefecht, in welchem die Fahne von Schwedens Freiheit wehte. Dir hat Gott vergönnt, sie aufzupflanzen, denn ich war auf der Flucht. Hernach, das darf ich wohl behaupten, hab' ich fie ehrlich mitgetragen. So haben wir also für Schwedens Freiheit gerungen; wie reiße ich sie denn jetzt nieder?
„Die Königskrone, Gustav ..." ,
„Ah, ich merke! Dein Vater war ja em lebhafter Anhänger der Sturen. Jarl, Du hast republikanisches Blut in den Adern."
„Das würde mich nicht schlimmer machen, als ich bin, und wenn mein Vater Axel unter Sten Sture zu Felde gelegen, so braucht er M seines FeldhauptmanneS nicht zu schämen. Er hat für sein Vaterland alles dahin gegeben, selbst sein Leben, und keinen anderen Lohn davon getragen, als daß seine Feinde seine Gebeine aus dem Grabe riffen und verbrannten."
Ich wollte Dich nicht kränken, Erck; haben wir "ja doch dieselben Feinde bekämpft und die Grabschäuder bestraft."
„Das ist es indessen nicht, was mir zu schaffen macht." . „
„Du hast von Lohn gesprochen; meinst Du, daß ich mich mit dieser Königskrone bezahlt machen will?" ~ „
„Ich meine noch Schlimmeres, Gustav.
„Daran thust Du Unrecht. Man hat mir diese Krone aufgedrängt; schon auf dem Herrentage von Wadstena konnte ich mich dem Drängen kaum erwehren. Damals war es die Begeisterung für meine Person, damals sollte es der
die heutige Generation weder das Eme noch das Andere.
• Die Aovekle z«m Al«faSveracher«»g-- chefetze soll nach der Meldung eines Bencht- erstatters dem Bundesrathe erst nach Neu- a h r zugehen. Gegenwärtig unterliegen die Entwürfe nach dieser Meldung der Begutachtung deS preußischen Staatsministeriums.
X Der Arvettg-öerv««d Mr das N«m- -erverde hat nicht alle Hoffnungen erfüllt, die )ie Freunde der Zuchthaus-Vorlage in ihn gesetzt haben. Der genannte Bund hat nämlich vohl einen Beschluß gefaßt, der den gesetzlichen Be- ttmmungen über einen bestimmten Schutz für Arbeitswillige günstig ist; aber gleichzeitig ist in dem Beschlüsse die Bedingung enthalten, daß die volle Aufrechterhaltung derKoalitionsfreiheitder Arbeiter dabei gewahrt wird. Der Bund bittet um gesetzliche Bestimmungen in diesem Sinne, >ie „unter voller Aufrechterhaltung der Koalitions- reiheit der Arbeiter Auswüchse derselben be- eitigen und sowohl Arbeitswilligen als auch;Ar- peitgebern den nöthigen Schutz gewähren." Die Versammlung des Bundes, in der düser Beschluß gefaßt wurde, hat, wie bekannt, in diesen Tagen in Karlsruhe stattgefunden.
* In Betreff Hffenhattrrug der Detaik- gefchäfte am Moraöende des diesjährige» Weihnachtsfestes hat die Verbandsleitung des über 10,000 Mitglieder zählenden Verbandes der katholischen kaufmännischen Vereinigungen Deutschlands folgende Petition an die Ministerien des Innern von Preußen, Bayern, Württemberg, Baden, Sachsen, Hessen und Oldenburg gerichtet:
Beim diesjährigen Weihnachtsfeste tritt der Fall ein, daß der hl. Abend auf einen Sonntag fällt.
Da mit Rücksicht hierauf höheren Orts bereits der Antrag gestellt worden sein soll, die Dauer der Oste^ Haltung der Detailgeschäste an diesem Tage wesentlich zu verlängern, so erlauben wir uns, dem hohen Mim- sterium auf aus der Mitte unseres Verbandes an uns ergangene Anregung hin die unterthänige Bitte zu unterbreiten, einer Verlängerung der Verkaufszeit für offene Läden über 6 Uhr hinaus am diesjährigen hl. Abende unter keinen Umständen seine Zustimmung zu erthnlen. Wir begründen unsere Bitte damit, daß es wohl seitens der Mehrzahl der selbständigen Detaillisten und seitens sämmtlicher in Detail-Geschäften Angestellten, denen nur in solchen alle 7 Jahre wiederkehrenden Fällen die Gelegenheit geboten wird, den hl. Abend mnerhalb ihrer Familie zu verbringen, höchst unangenehm empfunden werden würde, wenn sie in Folge Verkürzung der Sonntagsruhe auch auf diesen seltenen Genuß noch
angeblich bester Quelle hört. Überhaupt nicht tn Aussicht, „da daraus Schlüffe auf die Haltung Deutschlands in dem südafrikanischen Kriege gezogen werden könnten, die sich mit den Anschauungen des Kaisers nicht decken würden.
+ Zur Aerkitter Krise nimmt, nachdem beinahe alle anderen Blätter wieder still davon geworden sind, nun auch ein wenig post festum auch noch die ofstziöse , Rordd. Allgem. Ztg.' das Wort. Das genannte Blatt bringt unter der Rubrik „Letzte Depeschen" eine Kundgebung, in der es heißt: „Wir haben bisher von der Zeitungs - Fehde, welche sich zwischen politischen Blättern der verschiedensten Richtungen über eme angebliche Krise innerhalb des Staatsministeriums entspannen hat, keine Notiz genommen aus dem einsachen Grunde, weil nach unseren zuverlässigen Informationen über die schwebenden Fragen unserer inneren Politik Meinungsverschiedenheiten im Schooße des Staatsministeriums überhaupt nicht bestehen." Glückliches Ministerium! So viele Seelen und nur ein Gedanke; so viele Herzen und nur ein Schlag! Warum bringt das offiziöse Blatt nun noch nachträglich diese naive Noch? Soll die „Zeitungs- Fehde" wieder von vorn anfangen? Außerdem widerspricht die ,Nordb. Allgem. Ztg/ noch ganz besonders dem Gerüchte, Geheimrath v. Falck, Leiter des literarischen Bureaus des Staatsministeriums, sei im Auftrage des Herrn Ministers v. Miquel in der Redaktion der ,Kreuzztg/ gewesen, um dort bestimmte Erklärungen abzugeben. Daran sei „selbstverständlich kein wahres Wort." Warum „selbstverständlich" ? Und daß N i e m a n d bei der,Kreuzztg/ gewesen sei in der angedeuteten Absicht, sagt das offiziöse Blatt keineswegs. War es also Herr v. Falck nicht, so wird es wohl jemand Anderes gewesen sein!
0 3m Ki«1erka«de vo« Karner«« soll nach Drahtmeldungen, die auf dem Umwege über London eintreffen, eine deutsche Expedition niedergemetzelt worden sein. Die Meldungen klingen aber so zweifelhaft und unbestimmt, daß man unbedingt weitere Nachrichten abwartrn muß, ehe man an ihre Wahrheit glaubt. Stach Meldungen aus englischer Quelle sind schon so viele deutsche Expeditionen „im Hmterlande von Kamerun" niedergemetzelt worden, daß in Kamerun kaum noch ein Deutscher leben könnte, wenn auch nur die Hälfte aller dieser Meldungen wahr gewesen wäre.
* Zum MfarrerSesald««gsgesetz wird der ,Germania' aus Münster gemeldet, der Kultusminister und der Finanzminister hätten genehmigt, daß bei der Berechnung des Stelleneinkommens sür katholische Pfarrstellen die Manualstipen- dien außer Ansatz bleiben.
4- Der Iriedhof der Wärzgefalkene« vom Jahre 1848 in Berlin wird noch lange die Behörden und die Presse beschäftigen. Der Berliner Magistrat hat am heuttgen Freitag beschlossen, gegen das Urtheil deS Bezirksausschusses Berufung beim Oberverwaltungsgerichte einzulegen. Was wird eher da sein: Das Ende der Friedhofs-Seeschlange oder die Bestätigung des Bürgermeisters Kirschner als Oberbürgermeister von Berlin? Vielleicht erlebt
XP«»J«IU» hi Jelto. mit Nnlerljattungs-Mkagt „Mlffrirte Sonntags-Zeitung'.'
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