°W
26. Jahrgang
IuLöct, A^ontag, den 9. Oktober 1899
HZ 231
Der Rittmeister hatte all sein Können aufgewandt und redlich sich abgemüht, um den Verfall seines Hauses aufzuhalten; und dafür gebührte ihm großes Lob und hohe Anerkennung. Aber wie er nun zum Revolver griff, um sich selbst zu tödten, beging er eine schauerliche That — und dennoch nichts gegen die Bestimmungen jenes Gesetzes von der Ehre. Im Gegentheil: nach diesem Gesetze scheint er für alle Eingeweihten eine besondere Heldenthat vollbracht zu haben; wenigstens wurden dem Verstorbenen, dem durch seine eigene Hand gefallenen Manne ganz besondere Ehrungen zutheil durch seine Kameraden vom TilsiterDragoner-Regiment. Volles,uneingeschränk- tes Mitgefühl konnte und kann ihm vielleicht jedermann widmen; aber besondere Ehrungen? Daß diese ihm dargebracht wurden, erscheint dem gemeinen Menschenverstände unbegreiflich. Um das
zu begreifen, muß man erst eingeweiht werden in jenen Ehren-Kodex der Welt, die sich so gern vornehm nennt, die aber fast stets aus dem wahrhaft Vornehmen in das traurige Gegentheil, nämlich in Niedrigkeit und in Verirrungen verfällt, wenn sie von den Ehrenpfaden gewöhnlicher Sterblicher abweicht, um den Vorschriften ihres besonderen Ehren-Gesetzes zu folgen.
Danach schadet es nichts, wenn ein junger Mann seine besten Jahre in Gelagen und Spielorgien vergeudet. Danach ist es kein Verbrechen, mit allen möglichen Mitteln ein Mädchen, eine Frau zu verführen. Danach kann es sogar zur besonderen Heldenthat werden, wenn jemand zum Revolver greift, um als Selbstmörder gewaltsam seinem Leben ein Ende zu machen. . . . Woher soll unter dem Einflüsse solcher Anschauungen Christenthum und aufrichtiger Sinn kommen bei unseren führenden Kreisen für Religion, Sitte und Ordnung? Und was ist bedauernswerther: wenn solche Kreise in die Rohheit der Spielerhabgier versinken und darüber alles Andere um sich herum vergessen; oder wenn ein armer Teufel, mit dessen geistiger Ausbildung es nur schwach bestellt ist, den Verführungen sozialdemokratischer Einflüsterungen zum Opfer fällt? Die Antwort ist klar für jeden, der ein unbefangenes Urtheil sich bewahrt hat. Aber sehr häufig werden wir jene, die dem Spielteufel fröhnen und allen sogenannten vornehmen Lastern nachjagen, gerade mit dem größten Abscheu und mit dem leidenschaftlichsten Haffe von solchen reden hören, die politischer Verführung erliegen.
Und aus solchen jungen Leuten werden alte Minister und Generäle — fürwahr, die unnachsichtigste Strenge gegen das Einnisten solcher Ausschweifungen wird gerade streng genug sein. Denn hier handelt es sich um die Abwendung einer sozialen Pest, die viel schrecklichere Folgen haben kann als der unheimliche Gast, der sich von Asiens fernen Ländern her am portugiesischen Gestade gegenwärtig eingenistet hat. Unser Kaiser hat wiederholt sich in der schärfsten Weise gegen die Spielwuth in gewissen Offiziers, kreisen ausgesprochen und unnachsichtige Strenge
wiß ist die wahre Ehre des Offiziers am besten gewahrt, wenn den Wünschen und Anordnungen des obersten Kriegsherrn entsprochen wird.
Der Jarl zuckle einfach die Achseln. „Ich könnte einfach dasselbe Wort für mich anrufen. Jndeß, wenn Notburga Euch angehören will, werde ich sie nicht streitig machen; wenn nicht, so werdet Ihr sie Euer Lebtag nicht bekommen."
„Hm", meinte Sigurd kühl, „wer sollte mich hindern?“ '
„Ich", entgegnete Erik kurz.
In diesem Augenblick kam Björne aufgeregt auf die Beiden zu.
„Kennt Ihr den Inhalt dieses Schreibens, Jarl?" . v __
„Ich befasse mich nicht nut dem Oeffnen von Briefen, die mir ein unglücklicher Zufall in die Hände gespielt. Doch nach dem, was vorgesallen, kann ich mir wohl denken, was darin steht."
„Ist es wahr, daß Ihr Notburga gewaltsam entführt?"
„Ich kanu's nicht leugnen."
„Ha, jetzt v'i steh'ich den Sinn Eurer Worte", fiel Sigurd hitzig ein. „Ihr werdet sie herausgeben, oder bei allen Teufeln ......" Und
der junge Finninhäuptling schlug klirrend an sein Schwert.
„Gemach, Herr Finne, große Worte schrecken nicht den Jarl der Dalarnen!"
„Ruhig, Sigurd, sie ist bereits wieder unter der Obhut ihrer Mutter!" faßte Björne, der einen heftigen Ausbruch des jugendlichen Hitzkopfes vermeiden und diese günstige Gelegenheit, alle Beziehungen zu dem Irr! ebzubrechen, nicht vorübergehen laffeu wollte.
„Und doch habt Ihr es gewagt, Jarl", fuhr nach einer kurzen Pause Björne fort, „mir dieses Schreiben zu übergeben, obwohl Ihr denken
Die Rist eom Wetterns».
Historischer Roman von Philipp L a i c u s.
16 ------ (Nachdruck verboten.)
Der ältere Mann war Björne; wer der jüngere war, der mit Erik in gleichem Alter zu stehen schien, wußte er nicht. Doch fühlte er sein Herz krampfhaft zusammenzucken bei der Ahnung, die ihn sofort ergriff: es mußte Sigurd sein, Sigurd Haraldson, der seine Hand nach dem Theuersten ausstreckte, was er besaß.
Die beiden Adelinge erhoben sich bei dem Eintritte Erik's, der wenigstens Björne vollständig unerwartet kam. Sigurd kannte den neuen Ankömmling nicht, und er war ihm daher völlig gleichgiltig
„Erik Axelson! Du hier, begann Björne unwillkürlich. „Ich glaubte Dich in Linköping bei Deinem Vetter."
„Dahin ging ich anfangs, Herr Björne; später nahm ich Herberge im Kloster zu Wadstena "
Das Gesicht Björne's wurde verlegen.
„In Wadstena?" wiederholte er zörernd. „Dann warst Du auch wohl auf Haus Brank- holm?"
„Fast täglich."
„Was macht mein Weib?"
„Sie ist wohl und sendet Euch diese Antwort auf Euer Schreiben."
Damit zog der Jarl eine zusammengeknitterte Pergamentrolle aus seinem Koller und reichte sie Björne hin.
dazu geäußert.
* Ein parlamentarischer Berichterstatter schreibt der »Germania': „Wie wir erfahren, hat der Präsident der Seehandlung, Freiherr v. Zedkitz- Nevkirch Veranlassung genommen, aus Gesundheitsrücksichten sein Entlassungsgesuch ein- zureichen. Herr v. Zedlitz dürfte mit dem Beginn des nächsten Jahres mit der gesetzlich ihm zustehenden Pension in den Ruhestand treten." Diese Meldung wird ausdrücklich von der ,P o ft' bestätigt, und diese kann es wissen. „Die Nachricht — so schreibt dieselbe, oder vielmehr augenscheinlich Herr von Zedlitz selbst in dem genannten Blatte — daß Frhr. von Zedlitz seine Versetzung in den Ruhestand nachgesucht hat, ist richtig. Herr von Zedlitz, der augenleidend ist, hat sich zu diesem Schritte entschloffen, weil ihm ärztlicherseits eine weitere Anstrengung der Augen, wie sie gerade in seinem Ressort das aufmerksame Lesen von häufig mit Ziffern überfüllten Schriftstücken mit sich bringt, im Interesse der Erhaltung seiner Sehkraft dringend widerrathen worden ist." Dann fügt die,Post' ausdrücklich hinzu: „Wir glauben, daß ihm der Entschluß durch die Erwägung erleichtert worden ist, daß er mit dem Ausscheiden aus dem Staatsdienste die volle Freiheit für seine politische Thätigkeit wieder gewinnt." Herr von Zedlitz wird also nunmehr nichts weiter sein als der „Zeitungs- Geheimrath", unter welchem Spitznamen man ihn ja schon lange am besten kennt; und bei seiner hervorragenden journalistischen Begabung wird er dabei kein schlechtes Auskommen haben. Außerdem hat nun auch Herr Minister von Miquel seinen ersten Mittelsmann für die Presse wieder- gewonnen, worüber im Berliner Finanzministerium sicherlich eitel Freude herrschen wird. In dem Abschiede aus der amtlichen Stellung des Herrn von Zedlitz dürfte wohl aber der letzte Besuch des Geheimraths von Lucanus bei Herrn von Miquel mehr beigetragen haben, als das Augenleiden, von dem Herr von Zedlitz heimgesucht ist.
4- „Gm widerwärtiges I»trig«e«fpiel" nennt der konservative Berliner ,Reichsbote' die
3nftralt:^teew spalt. Garmond- zelle oder bete» Raum t-Ps., Reklamen die Petitzeile 35 Pf.; bei Wiederholungen wird entsprechend Rabatt gewährt.
scheint täglich, ^Kr-aahmeder ^e.PiertelMrl.
SiE
0 Die Ehre.
Mit großer Entrüstung weist einer der Angeklagten in dem gegenwärtig in Berlin verhandelten Spieler-Prozesse fortgesetzt die Anschuldigung zurück, als habe er etwas gethan, das gegen die Vorschriften der Ehre verstoße. Er hat »®ar Nacht um Nacht den Sitzungen des „Klubs der Harmlosen" beigewohnt und seine Orgien mitgefeiert, hat sein Leben im wüsten Nichtsthun vertaumelt und es nicht fehlen lassen an „intimen" Beziehungen zu Vertreterinnen des andern Geschlechts — aber gegen die Ehre hat er sich nicht vergangen, nämlich gegen diejenige Ehre, die er meint, und wie sie ausgezeichnet steht in dem sonderbaren Ehren-Kodex der Kreise, aus denen sich namentlich das Publikum des Klubs der Harmlosen und aller ähnlichen nichtsnützigen und widerwärtigen Veranstaltungen zusammenzusetzen pflegt. Nach diesem Ehren-Kodex ist es verzeihlich, wenn ein Mann die Ehefrau eines andern Mannes verführt; aber es ist unverzeihlich, wenn er dann nicht auf die Duell-Forderung des Andern hin zur Waffe greifen will. Dagegen stimmt es wieder mit den Vorschriften dieses herrlichen Ehren-Gesetzbuches überein, wenn er dann obendrein noch im Zweikampfe den gekränkten Mann der verführten Frau über den Haufen schießt...!
Nicht lange ist es her, etwa drei Wochen, seit ein Offizier vom Manischen Dragoner-Regiment Prinz Albrecht von Preußen in Tilsit aus vornehmer Familie seinem Leben selbst gewaltsam ein Ende machte. Die Vermögensverhältnisse der einst sehr reichen Familie waren allgemach in Verfall gerathen. Ein Schwager des Offiziers, von dem hier die Rede ist, verlor seine Besitzungen auf dem Wege der Zwangsversteigerung. Der Offizier gab sich redliche Mühe, alles wieder ins richtige Geleis zu bringen. Er erwarb sich in der Versteigerung die Hauptbesitzung seines Schwagers, ließ sich für ein Jahr beurlauben und wirthschaftete und arbeitete auf dem ersteigerten Gute. Aber feine Bemühungen waren äugen«
Treibereien seiner Parteigenoffen hinter den Ku» liffen. „Es ist ein widerwärtiges Jntriguenspiel, das sich da abspielt, und erinnert an das Wort: wenn der Herr nicht zu Hause ist, tanzen die Mäuse auf dem Tische . . ." Das ist ganz richtig gekennzeichnet. Werden es sich die konservativen Parteigenoffen merken und sich bessern. Das ist vorläufig noch zu bezweifeln. Das In- triguiren steckt ihnen im Blute, man denke an den Sturz des Grafen Caprivi! Uebrigens schreibt jetzt auch die parteikonservative ,Kreuz- Ztg.': „Uns scheint eine Wiedereinbringung der alten Kanalvorlage bei der jetzigen Stimmung im Lande ganz aussichtslos ju fein . . .« Und die,Korr. des Bundes der Land- wirthe' verwahrt sich noch nachdrücklicher dagegen, daß die Bündler ihre Zustimmung zu der unveränderten Kanalvorlage sich durch irgendwelche Zugeständnisse auf anderem Gebiete abhandeln lassen könnten. Ob das wirklich so ganz ernst gemeint ist? Zu bemerken ist immerhin, daß diese Kundgebungen am Tage der Rückkehr des Kaisers von seinen Jagdausflügen nach Schweden und Littauen erscheinen.
• Hlever die WorarVetterr zum neue« Iolttarif wird halbamtlich mitgetheilt, daß der erste Entwurf desselben nach einer Ueber- arbeitung im Reichs-Schatzamte im wesentlichen beendet sei. Es dürfe angenommen werden, daß der umgearbeitete Entwurf noch im Laufe dieses Monats vom Reichs-Schatzamte den übrigen beteiligten Stellen mitgetheilt werden könne und daß dann auch die Vorlage des Entwurfes an den Wirth schaftlichen Ausschuß erfolgen werde.
x Der Urozeß gegen den Kk«v der Karmkofen in Berlin gibt Anlaß zu einer ganzen Reihe verschiedenartiger Betrachtungen zu Gunsten der drei Angeklagten, natürlich nicht in dem Sinne, daß ihre Spielwuth dabei entschuldigt werden sollte. Es handelt sich hier vielmehr um einem Gesichtspunkt von ganz allgemeinem Jntereffe und von großer Wichtigkeit. Die drei Angeklagten sind, wie bekannt, plötzlich aus der Untersuchungshaft entlassen worden, nachdem sie beinahe neun Monate in derselben zugebracht hatten. Da dies mitten in den Verhandlungen geschehen ist, muß der Gerichtshof erkannt haben, daß die Untersuchungshaft vorher ungerecht war, und sehr berechtigt waren die Fragen der Vertheidiger, wie man denn eigentlich dazu gekommen fei, die Untersuchungshaft zu verhängen. Der Oberstaatsanwalt erklärte: „es genüg e", daß die Verhaftung von den maßgebenden Instanzen als gerechtfertigt anerkannt worden fei. An sich ist diese Antwort unbefriedigend. In diesem Falle kommt noch hinzu, daß wieder einmal die Thätigkeit eines Kriminalkommissars nichts weniger als einwandsfrei bei der ganzen Sache gewesen ist; kurz und gut, der Fall zeigt von neuem deutlich, daß die geltenden Bestimmungen über dieUntersuchungs- haft verbesserungsbedürftig sind. So außerordentlich beklagenswerth die Ausschweifungen der jungen Leute sind, um die es sich hier handelt — ein Verbrechen nach den geltenden Rechtsbegriffen liegt nicht vor, sondern nur um ein Vergehen könnte es sich handeln. Und wo ist konntet, daß Christierna mir mittheilt, wie Ihr meine Tochter mißhandelt habt."
„Wenn Eure Tochter mißhandelt worden ist, so trifft mich keine Schuld", erwiderte Erik hitzig. „Diese trifft Euch, Herr Björne, der Ihr Eure Tochter, wer weiß welchen Rücksichten, opfern wollt." ’ '■ -
„Jarl", bemerkte Sigurd, „ich darf es als ein Opfer bezeichnen, wenn Notburga mir ihre Hand reicht; Ihr nicht."
„Sie würde Euch ihre Hand nur gezwungen reichen, und deshalb nenne ich es auch so."
„Wozu die langen Reden", unterbrach Björne ernst die Streitenden. „Ihr, Jarl, seit in mein friedliches Haus eingedrungen und habt Gewalt an meiner Tochter verübt. Ihr seid ein Friedensbrecher, und ganz Dalekarlien würde Euch nicht vor der Rache des Königs schützen, wenn ich sie anrufe. Ich verzichte darauf, aber zwischen uns beiden ist keine Gemeinschaft mehr; geht Ihr Eure Wege, ich die meinen."
„Und treffe ich Euch auf den unseren", fügte Sigurd bei, „so seid versichert, daß ich mir reine Bahn zu schaffen weiß."
„Ich habe nicht Gewalt geübt", sagte Erik ruhig, „sondern mein Theuerstes gegen Gewalt schützen wollen. Notburga hat meinen Arm verschmäht, nicht um die Eure zu werden, sondern weit sie sich ohne denselben stark genug fühlt. Euch zu trotzen. Der Jarl der Dalarnen wollte Euch entgegentreten; Ihr habt jetzt einen andern Gegner, versucht die Stärke Eures Armes an einem schutzlosen Mädchen."
„Werst mir nicht vor, was Ihr gethan", rief Sigurd wüthend. „Nicht ich habe Gewalt
• Reichskanzler Iörst KoHettkohe sollte sich nach einem Berichte des Pariser,Figaro' in auffälliger Weise zu einem französischen MitgUede des internationalen Geographen - Kongreffes in Berlin geäußert haben. Er sollte von Herrn D r e y f u s als von einem „Unschuldigen" gesprochen und hinzugefügt haben, daß die französische Regierung sehr wohl daran gethan hätte, eben dtesen „Unschuldigen" zu begnadigen. Einige deutsche Zeitungen konservativer und agrarischer Richtung hatten sich darüber aufgehalten und gesagt, so könne sich Fürst Hohenlohe ja gar nicht ausgedrückt haben. Denn ein so erfahrener und gewiegter Diplomat werde sich niemals in dieser Weise in die inneren Angelegenheiten eines fremden Staates mischen. Jetzt bringt die.Post' eine augenscheinlich von amtlicher Seite beeinflußte Notiz, in der darauf hingewiesen wird, daß der Reichskanzler natürlich sich nicht in fremde Angelegenheiten habe mischen wollen, daß man aber von Herrn Dreyfus unbedingt von einem Unschuldigen sprechen könne, soweit das Deutsche Reich dabei in Betracht komme. Der Kanzler habe sich lediglich als Privatmann
Deutsches Deich.
Berlin, 7. Oktober.
* Der Kaiser unternahm heute Vormittag einen Spaziergang und arbeitete sodann im Lause des Vormittags allein. — Die kaiserlichen Prinzen in Plön begeben sich am 13. Oktober zu einem zehntägigen Besuche bei den kaiserlichen Eltern in's Neue'Palais bei Potsdam, um an den in diese Zeit fallenden Geburtstags-Feierlichkeiten theilzunehrnen. — Zur Kaiserreise nach England ist ergänzend zu melden, daß die Pacht „Hohenzollern" und der Kreuzer „Heia" gegm Mitte November, wahrscheinlich am 17., Kiel verlassen und durch den Kaiser Wilhelm-Kanal- nach der Nordsee abdampfen werden. Es ist noch nicht bestimmt, ob der Kaiser in Bremerhaven oder Wilhelmshaven die „Hohenzollern" besteigen wird.
„Durch Dich?" fragte dieser erstaunt, indem er mechanisch das Schreiben nahm.
„Ich nahm es Eurem Dienstmann Peder Bragge ab, der bei einem Unwetter verunglückte und verwundet in der Hütte Sven Slöce's liegt."
„So, so! Erlaubt Ihr Herren, daß ich das lese! Das ist Sigurd Haraldson von Finnland, der Verlobte Notburga's, und das der Jarl der Dalarnen, Erik, der Sohn meines Freundes Axel."
' Nachdem in dieser formlosen Weise die jungen Männer einander vorgestellt waren, zog sich Björne in die Nische eines Fensters zurück, um zu lesen, was Frau Christierni ihm mittheilte.
Anfangs herrschte eine Stille, die peinlich zu werden drohte. E nk fühlte durchaus keine Lust, sich auf eine Unterredung mit feinem Nebenbuhler einjulaffen, und so mußte dieser das Gespräch beginnen.
„Wenn Ihr auf Brankholm wäret, Jarl, bann habt Ihr gewiß auch meine Braut gesehen?"
„Ihr meint wohl meine Braut?" fragte Erik dagegen.
Jetzt erst wurde dem finnischen Adelinz die seither nur dunkel gefühlte Sage klar. Darum also die knappe Bemessen heit der Worte, darum die Verlegenheit auf dem Gesichte Björne's, darum der finstere Ausdruck des Jarl's. Doch dachte er nicht im Entferntesten daran, ein Recht auszugeben, das ihm das Glück .seines Lebens sicherte.
„Ihr irrt, Jarl, das Wort ihres Vaters verbürgt mir den Besitz der Rose vorn Wetternsee."
scheinlich nicht von dem erwünschten Erfolge begleitet. Das Urlaubsjahr war um; der Ritt- — -------—
meister kehrte zu seinem Regiment zurück; er vetq gegenderartig^ Ausschrettuuqrn^rngebroyt. ^ Gelobte sich mit einer reichen Dame — aber sechs * rCL"" k*$ “***
Tage vor der Hochzeit ging er in den Schille- ningker Wald bei Tilsit und beendete sein Leben mit einem Revolverschrffe.
X Paf Jtlltf tx Sxlta. mit Zlnlerhattungs-Mkage „Mustrirk Sonntags-Zeitung'?
Lg: