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p'aA^m L"*' mit Anterhattungs-Meitage „IHu^nrte Sonntags-Aeitung t6 PelcrrgaSe Nr. 2 (Harmonie).

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Julöcr, Mittwoch, den 27. September 1899.

26. Jahrgang.

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für das 4. Quartal der ,Iuldaer Zeitung, werden fortwährend von allen Postanstalten, Landbriefträgern, sowie von unserer Expedition (Harmonie) entgegengenommen. Jeder Abonnent erhält bis zum Jahresschlüsse das 470 Seiten starke Bürgerliche Gesetzbuch umsonst.

0 Zwiste innerhalb der Sozial­demokratie.

In diesen Tagen finden die Neuwahlen zum sächsischen Landtage statt. Im All­gemeinen erwartet man nicht, daß die Zusammen­setzung des Landtages durch diese Neuwahlen eine wesentliche Aenderung erfahren werde. Man nimmt vielmehr an, daß nach wie vor die Kon­servativen eine geschloffene Mehrheit in diesem Landtage behalten werden, und in diesem Sinne also bieten diese Neuwahlen nur ein sehr ge­ringes Interesse; auch in dem anderen Punkte, daß die Wahlbewegung im Großen und Ganzen sehr ruhig »erlaufen ist. Wunderlich ist höchstens, daß die Freisinnigen sich wieder einmal mit einer eigenen Kandidatur hervorgewagt haben, nämlich mit derjenigen des Schuldirektors Pache in dem Wahlbezirke Leipzig-West. Auch die S o- zialdemokraten kommen voraussichtlich nur in zwei Wahlkreisen ernstlich in Betracht, obwohl in zwölf Wahlkreisen sozialdemokratische Wahl­bewerber aufgestellt sind, und dennoch ist es ge­rade die Sozialdemokratie, die bei diesen Wahleneinzig und allein allgemeine Be­achtung verdient.

Nicht etwa deswegen, weil es gerade die Sozialdemokratie ist. Denn das ist ja nichts Neues mehr, daß die Herren Genossen an Land­tagswahlen sich betheiligen; und ehedem, ehe das neue sächsische Wahlgesetz eingeführt war, ver­fügten sie ja über eine ganz hübsche, oder leider vielmehr recht wenig erfreuliche Anzahl von Sitzen in der zweiten Kammer des Königreiches Sachsen. Sondern deswegen, weil auch diese Wahl zum Landtage in Sachsen, ebenso wie vor­her die Neuwahlen zum Abgeordnetenhause in Preußen, zum offenen Zwiste innerhalb der Sozialdemokratie geführt hat.

Mit starker Mehrheit hatte die Land es - versammlung der Sozialdemokraiie im König­reich Sachsen in diesem Jahre den Beschluß ge­faßt, daß die Sozialdemokratie an den Wahlen sich betheiligen solle. Aber ein großer Theil der Herren Genossen geht, entgegen diesem Be­schlüsse, seine eigenen Wege und enthält sich jeder Theilnahme an der Wahl; ja noch mehr, in einzelnen Bezirken sind in Sonderversamm­lungen Beschlüsse unmittelbar im Gegen­sätze zur Landesversammlung gefaßt worden. So ist es in Zwickau geschehen. Dort hat eine Ortsversammlung mit einer ein­zigen Stimme Mehrheit beschlossen, dem Spruche der Landesversammlung sich nicht zu fügen, viel­mehr der Wahl zum sächsischen Landtage sich zu enthalten; und nach diesem Beschluß wird nun

Die Risk «em Wetterns».

Historischer Roman von Philipp Laicus.

6 ------- «.Nachdruck verboten.)

Frau Christierna kümmerte sich indeß um diese Formlosigkeit nicht im Mindesten. Nachdem sie den Bindfaden gelöst, faltete sie das Perga­ment auseinander, um dessen Inhalt zu ent­ziffern. Die Kunst des Lesens und Schreibens war allerdings selbst in den höheren Ständen wenig verbreitet, und nur die Geistlichen wußten allgemein mit der Feder umzugehen. Aber in der Nähe der Klöster begann diese tiefe Un­wissenheit zu schwinden. Bei den Klöstern gab es Schulen, sowohl für das Volk wie auch für die höheren Stände, und so hatten sowohl Frau Christierna wie auch ihre Tochter von der Nähe des Klosters der heiligen Brigitta den Nutzen ge­zogen, den die Gelehrsamkeit der Mönche und Nonnen über die ganze Gegend verbreiteten. Be­fand sich ja doch in diesem Kloster selbst eine Druckerei, die erste, und lange Zeit hindurch die einzige in Schweden.

Je weiter Frau Christierna las, um so mehr verdüsterte sich ihr Gesicht, und als sie mit dem Schreiben zu Ende war, legte sie nachdenklich das Pergament zur Seite uno frugr

„ „Hat Dir mein Gemahl noch mündliche Auf­träge für mich gegeben, Peder yragge?"

„Nein, Frau Christierna", erwiderte der Dienstmann.

„Es ist gut; Du kannst jetzt gehen. Auf morgen früh sei bereit, nach Strengnäs zurückzureiten; rch werde bis dahin das Schreiben beantworten."

Ausland.

+ Wie«, 26. Sept. Das neue Mini­sterium in Oest erreich wird kein K ab in et Liechtenstein sein; das steht jetzt sest. Aber wie es heißen wird, das steht noch nicht fest. Am heutigen Dienstag, Vormittag 10 Uhr, ist Baron Chlumecky in besonderer Audienz von Kaiser Franz Joseph empfangen worden, und von mancher Seite wird das so gedeutet, als habe man zunächst als Uebergang ein Beamten­ministerium mit dem Baron Chlumecky an der Spitze zu erwarten. Wahrscheinlicher klingt die Lesart, daß der Kaiser sich von dem Genannten Bericht erstatten ließ über die Stimmungen und Anschauungen innerhalb der gemäßigt liberalen das Panier Christi gegenüber dem Heidenthum aufzupflanzen.

Das waren alles Dinge, welche die Ein­bildungskraft eines jungen Mädchens mächtig an­regten und die gefährlich hätten werden können, wenn nicht ihr Beichtvater, Pater Heribert, die Eindrücke stets wieder auf das richtige Maß zurückgeführt hätte. So entfachten diese alten Sagen von kühnen Recken und großen Thaten den hohen, edlen Sinn des Mädchens, ohne an­dererseits den Schaden anzurichten, welcher in der Regel mit einer allzustark erhitzten Phantasie ver­bunden ist.

Aber etwas hatte doch diese Beschäftigung mit Heldensagen zur Folge, was wir heute im täg­lichen Leben am Weibe gerne vermissen, was aber damals dem Weibe nicht zur Unzierde gereichte. Es war dies ein gewisser Hang nach kühnen Dingen, der indeffen ihrer Weiblichkeit wenigstens nach damaligen Anschauungen nicht den mindesten Eintrag that. Notburga war eine kühne Reiterin und durchstreifte häufig allein den Wald, gegen den Angriff wilder Thiere vertrauend auf die Schnelligkeit des Roffes und auf die Sicherheit, mit welcher sie, wie den Zügel, so auch den Jagdspeer führte und die leichte Armbrust spannte, die am Knaufe ihres Sattels hing. Gegen die Menschen aber schützte sie ihre eigene Hochsinnig­keit und die Einfachheit der Sitten. Wo sie war, fühlte sich ihr frommer Sinn in Gottes Nähe, und dies Gefühl verscheuchte alle bösen Gedanken, welche sonst die Einsamkeit gebiert. Dem schwedischen Bauern aber war die Jungfrau heilig. Häufig hielt sie dann den Renner vor der ersten besten Hütte an, trat ein und nahm

auch in Zwickau gehandelt: „die Spaltung in dieser Frage — so klagt das Berliner sozial­demokratische Centralorgan — ist eine voll­ständige."

Das Zwickauer Beispiel hat aber auch andere „Genoffen" angesteckt. „Die Disziplinarlostgkeit — so klagt das genannte sozialdemokratische Cen­tralorgan weiter — reizt andere Genoffen, die in anderen Kreisen mit ihrer Ansicht in der Minderheit blieben, zur gleichen Auflehnung und die Untätigkeit dieser Genossen bei den Land­tagswahlen ist die Folge davon.... Dazu kommt ferner, daß zum Gaudium unserer Gegner eine zweifache Agitation betrieben wird, die sie zu ihren Gunsten auszunützen suchen, indem sie die Abstinenzler gegen die Wahlbetbeiliger ausspielen. . . Ein schöneres Durchein­ander, eine beffere Methode zur Unwirksam- machung unserer Agitation können sich die Gegner nicht wünschen."

Dieser Zwist innerhalb der sächsischen Sozial­demokratie ist um so bemerkenswerther, als ja gerade in Sachsen die Sozialdemokratie für die Vernichtung des besseren alten Wahlrechtes und für die Einführung des schlechteren Dreiklassen- Wahlsystems sich rächen und nun aus Rache durch doppelte und dreifache Agitation zeigen wollte, was sie bei aller Kraftanstrengung im Königreich Sachsen zu leisten vermöchte. Diese Auflehnung gegen die Partei-Parole bedeutet also nichts Ge­ringeres als eine Rebellion in einer Haupt- und Staatsaktion, und gerade deswegen ist sie so sehr beachtenswerth. Sie zeigt von neuem, daß es der sozialdemokratischen Parteileitung von einem Jahre zum anderen schwerer wird, die sozialdemokratischen Wählermassen zusammenzu­halten und zu regieren, und geht das so weiter, dann wird es doch nicht mehr allzu lange dauern, bis ganz ernsthafte Zerwürfnisse unheil­bare Risse innerhalb der deutschen Sozialdemokratie hervorgebracht haben werden.

Wer diesen Vorgang hemmen und die Massen der sozialdemokratischen Wähler mit Ge­walt immer wieder zu einem festen Ganzen zusammenschweißen will, der braucht nur die sogenannte Zuchthaus-Vorlage und andere ähnliche Zwangsgesetze zu unterstützen und anzu­nehmen. Es gibt kein befferes Mittel, den in der Auflösung begriffenen Zusammenhalt der deutschen Sozialdemokratie von neuem zu stärken und zu festigen, als solcher Druck von außen her. Das beste Mittel aber, die Sozialdemokratie fortgesetzt und in steigendem Maße zu schwächen, ist das, daß man sie ihrer eigenen freien Entwickelung überläßt.

Deutsches Deich.

Berlin, 26. September.

* Der Aufenthalt des Kaisers in Schweden hat gestern sein Ende erreicht. Wie aus Malmö gemeldet wird, kehrte der Kaiser nach der gestern Nachmittag in Boekebergsslaett abgehaltenen Jagd nach Skabersjö zurück, wo die Ankunft kurz vor 7 Uhr Abends erfolgte. Von dort fuhr der Kaiser alsbald nach Malmö weiter und begab sich unter stürmischen Ovationen einer großen

Volksmenge an Bord der „Hohenzollern". Die Abreise nach Danzig erfolgte gestern Abend 10 Uhr. Die Ankunft des Kaisers in Neufahr­wasser wird am Mittwoch erfolgen, so daß der Monarch an demselben Tage Abends 9 Uhr auf Jagdschloß Rominten eintrifst.

x Iürst Kart z« Löwenstein Wertheim- Nosenverg ist von einem schweren Verluste be­troffen worden. Am Montag Mittag ist seine Gattin, die Fürstin zu Löwenstein, nach dem Empfang der hl. Sterbesakramente sanft entschlafen. Die nunmehr verewigte Fürstin war am 11. Juli 1837 als Prinzessin von Liechten- stein geboren und mit dem Fürsten in zweiter Ehe seit 1863 vermählt. Die gesammte katho­lische Welt nimmt herzlichen und aufrichtigen Antheil an dem Verlust, der den Fürsten be­troffen hat; Fürst Karl zu Löwenstein hat sich um diese katholische Gesammtheit, namentlich aber um die Katholiken Deutschlands so außerordent­liche Verdienste erworben, wie dies nur selten einem Manne vergönnt ist. Nicht nur als Kom- miffar der Generalversammlungen der Katholiken Deutschlands, sondern namentlich auch in der schweren Zeit des Kulturkampfes hat sich Fürst Löwenstein diese Verdienste erworben, und die deutschen Katholiken sind ihm von Herzen dank­bar dafür.

• Die neue« Hverpräfideute« (in Preußen), deren Ernennung nach vorausgegangener halb­amtlicher Meldung unmittelbar bevorsteht, werden die Herren Dr. von Bethman-Hollweg für Potsdam und Geheimerath Dr. von Bitter für Posen sein. Der erstere war früher längere Zeit Oberpräsidialrath in Potsdam, kennt also seinen zukünftigen Wirkungskreis aus eigener Erfahrung; gegenwärtig ist er Regierungspräsi­dent in Bromberg. Herr Dr. von Bitter, jetzt Ministerialdirektor im Ministerium des Innern, war ehedem lange Jahre Regierungspräsident in Oppeln.

x Die SropHezeiynng eines MMtär- Kovstiktes während der bevorstehenden Tagung des Reichstages hatte die »Freisinnige Zeitung' des Herrn Eugen Richter erfunden. Jetzt ist ihr die eigne Erfindung unangenehm, und sie sucht den Erfinderruhm auf die natioNalliberale Presse abzuwälzen. Es gelingt ihr aber nicht. Die er zweifelhafte Ruhm bleibt ihr und mit ihm zugleich der andere, noch zweifelhaftere Ruhm, gewohnheitsgemäß auf Konflckte loszuhetzen. Nur bei Konflikten erhofft der absterbende sogen. „Freisinn" noch Heil für sich!

X Zur AanalDorlage hatte die,Köln. Ztg.' sich von angeblich maßgebender Seite be­richten lassen, die gesammte schlesischeJndu- strie habe sich in neuester Zeit zur Handelsfreund­schaft bekehrt. An dieser Stelle ist gegen diese öffentliche Unrichtigkeit sofort Widerspruch erhoben worden. Jetzt stellt eine offiziöse Berliner Zu­schrift der Münchener ,Allgem. Ztg.' dasselbe fest. Dort steht zu lesen: „Nach unseren In­formationen trifft, diese Angabe (der,Köln. Ztg.') nur in bedingtem Maße zu. Zum mindesten war eine völlige Einigung unter den Mitgliedern des bisher opponirenden berg- und hüttenmännischen Vereins bis zum Anfänge der vorigen Woche noch nicht erzielt. Die Majorität ist vielmehr nach

Der Reitknecht ging, und erst nach dem die schwere eichene Tbüre hinter ihm ins Schloß ge­fallen, wagte es Notburga von ihrer Arbeit auf­zuschauen und blickte fragend ihre Mutter an, die nachdenklich und besorgt in einer Fensternische stand und wie im halbem Traume über den weiten See hinausblickle.

Als Notburga das Gestcht nach der Mutter wendete, fiel durch das Fenster ein voller Sonnen­strahl leuchtend über die rostgen Wangen. So mußte einmal das Mädchen erschienen sein, als irgend em unbekannter Bewohner des Waldes ihr den poetischen Namen der Rose vom Wettern­see gegeben hatte; so mußte das zarte rosige Ge­sicht vom Strahl der ausgehenden Sonne beleuch­tet, so mußte damals das lang herabwallende röthlich-blonde Haar von dem spielenden Lichte übergoldet worden, so mußten die dunkelrothen Lippen der aufbrechenden Rosegleichhalbgeöffnet gewesen sein.

Denn in dem Landvolks Schwedens schlägt eine tief poetische Ader, in der Regel düster wie ihre Natur, aber durchwebt mit glänzenden Punkten wie goldene Sterne in einem schwarzen Schleier. Das Wort wurde aufgefangen, der Vergleich gefiel und bald nannte der ganze um­wohnende Härad die jupge Dame von Brank- holm nicht anders als die Rose vom Wetternsee.

Aber diesen schönen Beinamen würde das Mädchen wohl nicht behslten haben, wenn es nicht außer seinem rosigen Gesichtchen noch eine Reihe anderer Eigenschaften gehabt, die es beim Volke beliebt gemacht. Notburga's Bildung stand fteilich nicht auf der Höhe der heutigen Zeit. Etwas Lesen und Schreiben hatten sie die Nonnen

von Wadstena gelehrt, ein Pater des Klosters unterrichtete sie in der Religion, die Mutter führte sie in die Geschäfte des Hauswesens ein, von ihr auch lernte sie alle Arten feinerer weiblichen Handarbeiten, und wenn des Abends die iMgde mit dem Spinnrocken herbeikamen, um unter der Aufsicht der Dame des Hauses, die wie sie selbst das Rädchen drehte, den schneeigen Lein und Flachs zu spinnen, da hörte sie die alten Sagen ihres Volkes; wie fern aus dem Osten die Äsen gekommen, wie sie das Gardaland durchzogen, und Odin endlich bei Sigtuna am Mälarsee einen Altar errichtet, aus dem er zum erstenmale den Göttern geopfert, sie hörte von Jotunheim im hohen Norden, dem Lande der Riesen, das durch eine große Mauer von Manheim, der Stätte der Menschen, abgeschloffen gewesen, sie hörte, wie die alten Berserker, die Streiter Odins, in den Kampf gingen, ohne Vertheidigungswaffen, Rasen­den gleich, in dem festen Glauben, daß an Odin der Sieg gcs ff.lt sei und weder Feuer noch Eisen ihnen schaden könne. Sie hörte von den Zügen Rus, des Warägers, der nach Osten ging und Rußland gründete, von den Zügen der Gothen über die Ostsee nach Dänemark und Deutschland bis tief in den Süden, von den Fahrten kühner Wikinger über unendlich großes Wasser nach Is­land, nach Grönland, nach Winland, sie hörte von dem Nnglingergeschlecht, von Jwar Wid- famme, der aus Dänemark kam, und seinem Ur­enkel Sigurd Ring, dem Stammvater eines Heldengeschlechtes, das lange über Schweden herrschte und unter dessen Walten Ansgar vom Hofe Ludwigs des Frommen herüber kam, um mit heiligem Eifer das Kreuz zu predigen und

wie vor für Ablehnung einer bindenden @te klärung in der Frage, so lange nicht die Vorlage in ihrer neuen Bearbeitung vorliegt." Auf diese „neue Bearbeitung" kommt Alles an. An der Regierung ist es, durch die Art dieser Bearbeitung den Weg zur Verständigung zu bahnen. Und diese letztere ist ohne Frage recht sehr zu wünschen.

* Die Verhandlungen zwischen der deutschen und französischen Regierung bezüglich der Schaffung einer Helephonvervindnng zwischen ^erlitt und Saris sind zum Abschluß gelangt; die Errichtung dieses Telephons über eine Strecke von 1200 Kilometer ist gesichert. Auf beiden Seiten herrschte das rege Bemühen, durch mög­lichstes Entgegenkommen alle Hindernisse zu be­seitigen, um ein Werk zu schaffen, das von emi­nenter wirthschaftlicher und auch politischer Be­deutung ist.

0 (Sitte Novelle zur Ilnfalkverstchernng wird durch halbamtliche Ankündigung „in einer nicht allzu fernen Zeit" in Aussicht gestellt. Daß dabei gleichzeitig eine Abänderung der jetzt vor­geschriebenen Karrenzzeit von dreizehn Wochen in Aussicht genommen sei, wird schon im Voraus bestritten. Die Zeit dazu, über diese Frage zu verhandeln, wird gekommen sein, wenn die Novelle dem Reichstage zugeht. Hoffent­lich haben wir damit nicht wirklich bis in eine „allzu ferne" Zeit zu warten.

0 Die Deutsche« in Venezuela sollten, wie berichtet, so lange unter dem Schutz der Vereinigten Staaten von Nordamerika stehen, bis ein deutsches Kriegsschiff in Venezuela einge­troffen sein würde. Das klang so, als fehle es an deutschen Kriegsschiffen. Inzwischen ist aber bereits, wie berichtet wird, ein deutsches Kriegsfahrzeug an der Küste von Venezuela ein­getroffen.

* Stuttgart. 26. Sept. Der württem- bergische Landtag wird seine Thätigkeit am 3. Oktober mit der Kommissionsberathung über die restirenden Theile des Ausführungsgesetzes zum Bürgerlichen Gesetzbuch wieder aufnehmen. Anfang November, glauben die Abgeordneten, dürften dann die Berathungen im Plenum ihren Anfang nehmen, die sich auf das Ausführungs­gesetz und ernige kleinere Gesetze, das Waffer- rechtsgesetz u. a. erstrecken werden. Voraussicht­lich wird die Winterseffion nicht von längerer Dauer sein.