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ßokales.

Fulda, 21. September.

, Der an das Amtsgericht dahier versetzte »«.tsritgler Dieyks 'hat gestern seinen Dienst '^t-eten. Ec bearbeitet die Geschäfte der Ab- ^ilu'ro. I — Grundbuch und Vormundschasis- sachen — und ist gleichzeitig als aufsichtführender «ickter bestellt.

• Die «euerngeführte« Nostanweifungeu «it avgehangter Postkarte zur Empfangs- stfitätiguug werden vom 1. Oktober ab von den «eichspostanst-lten, bei denen die Vorrälhe schon -inaetrvffen sind, ausgegeben. Werden diese For­mulare nach Bayern und Württemberg verwendet, io werden die angehängten Postkarten dort als Antwortkarten angeseben. Müsien solche Postan­weisungen dem Adressaten nach dem Auslande nachgesandt werden, so wird vorher die Karte abqenommen und mittelst derselben der Absender von der Nachsendung verständigt. Bei unbrstell- i>ar zurückgehenden Postanweisungen dieser Art verbleibt die angehängte Postkarte dem Absender. Bon Behörden müssen Postanweisungen mit an- oehängter Postkarte auch dann angenommen werden, wenn letztere nicht frankirt worden ist.

Nächsten Sonntag, den 24. Sept., begeht der „St. Iosephsverem Kalyol. Arveiter" sein 13. Stiftungsfest. Abends findet in den Sälen der Harmonie" theatralisch-musikalische Unter­haltung statt. Möge sich das 13. Wiegenfest dieses Vereins zu einem recht schönen gestalten!

□ In dem KairdKrar»Keuha«s in Fulda wurden im vergangenen Jahre insgesammt 1065 Personen verpflegt. Davon waren mit innerlichen Krankheiten 494 (von denen 405 als geheilt und 29 als un geh eilt entlassen wurden, 48 starben), mit äußerlichen Krankheiten 356 be­haftet (wovon 304 als geheilt und 26 als un­geheilt entlassen wurden, 10 starben. Von 185 Augen- und Krätzkranken konnten 176 als geheilt und 2 als ungeheilt entlassen werden. Von 29 Wöchnerinnen und Säuglingen konnten 28 wieder geheilt das Krankenhaus verlassen. 1 Geistes­kranker mußte leider als ungeheilt entlassen werden. Die Gesammtkosten der Verpflegung ausschließlich der Verwaltungskosten betrugen 37 842 Mk. 14 Pfg. Ersetzt wurden an Verpflegungskosten 21435 M. 32 Pfg. Die Durchschnittsdauer des Aufenthaltes eines Kranken betrug 33 Tage, die Durchschnittszahl der täglich belegten Betten 96. Die Kosten eines Verpflegungstages betragen 1 Mk. 08 Pfg. ohne und 1 Mk. 95 Pfg. mit Verwaltungskosten. Die Speisekosten eines Ver­pflegungstages belaufen sich auf 62 Pfg. und die "Kurkosten auf 17 Pfg.

* Diejenigen Personen, welche im Jahre 1900 ein Hewerve im IlmherzieHeu betreiben wollen, müssen bis spätestens Ende Oktober bei der Po­lizeibehörde ihres Wohnortes wegen Ertheilung des erforderlichen Wandergewerbrscheines, bezw. Gewerbescheines schriftlich oder mündlich ein­kommen. Hausirer, welche erst am Schluffe des Jahres an ihrem Wohnorte eintreffen, und das Hausirgewerbe weiter betreiben wollen, müffen Fürsorge treffen, daß die Anträge von deren An­gehörigen am Wohnorte gestellt werden.

Durchschnittspreise f. Käfer, Keu u. Stroh.

Das Amtsblatt der königl. Regierung bringt folgende Nachweisung der für die Lieferungsver- bände des Regierungsbezirks Kassel festgestellten Durchschnittspreise der höchsten Tagespreise für Hafer, Heu und Stroh mit einem Auffchlag von fünf vom Hundert, welche für Vergütung der im Monat September 1899 verabreichten Fourage maßgebend sind.

Aus dem Aachbargebiet.

6 Atterfeld, 21. Sept. Es war eine große «reude für die hiesige Gemeinde, gestern Se. ^kzellenz den Herrn Oberpräfidenten v. Zedlitz- Trützschier und den Herrn Regierungspräsi­denten v. Trott in ihrer Mitte begrüßen zu wnnen. Die hohen Herren waren von Kassel hierher gekommen, um persönlich die nunmehr ^sicherte Bahnverbindung Vacha-Hünfeld in Augenschein zu nehmen. In Begleitung des

Bezeichnung des Lieferungs­verbandes.

Haupt­marktort.

Durch pro

Hafer

schnittspreiS Centner

Heu Sttoh

ji\sr jc *

Stadtkreis Kassel

Kassel

7

83

2

90 1

i71

Landkreis Kassel

dgl.

7

84

2

90 1

71

Kreis Eschwege

Eschwege

7

3H

1

58 1

31

„ Witzenhaus.

dgl.

7

38

1

58 1

31

„ Fritzlar

Fritzlar

7

49'

2

63 1

58

u Homberg

dgl.

7

49

2

63 1

58

» Ziegenhain

dgl.

7

49

2

63 1

58

» Fulda

Fulda

8

14|

2

47 2

24

N Hünfeld

dgl.

8

14

2

47 2

24

H Gersfeld

dgl.

8

14

2

47 2

24

» Schlüchtern

dgl.

8

14

2

47 2

24

Stadtkreis Hanau

Hanau

8

37

2

72 2

08

Landkreis Hanau

dgl.

8

37

2

72 2

08

Kreis Gelnhausen

dgl.

8

37

2

72] 2

08

„ Hersfeld

Hersfeld

8

14

2

36 2

10

„ Hofgeismar

Hofgeismar

7

61

2

36 1

68

„ Wolfhagen

dgl.

7

61

2

36 I

68

. Marburg

Marburg

8

40

2

63 1

89

„ Kirchhain

dgl.

8

40,

2

63 1

89

» Frankenbg.

dgl.

8

40

2

63 1

89

» Rotenburg

Rotenburg

8

40

3

10 2

10

» Melsungen

dgl.

8

40

3

10 2

10

* Rinteln

Rinteln

•7

88

2

63 1

31

* Schmalkld.

Schmalkald.

8

66

2

10fl 2

—

am 20 /9.

am 21./9

730

790

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Sehr trocken

Beständig

Schön Veränderlich

Regen (Wind)

Biel Regen

Sturm

Ma« iollte nicht warten

bis die noch vorräthige Seife aufgebraucht ist, sondern eS empfiehlt stch alsbald einen Versuch mit der „Patent-Myrr- Holin-Scise" zu machen, wenn sich aufgesprungene, rissige Haut, Milesier, Sommcrsproffcn, Hautblüthen, unnatür­liche Röthe zc. einstellen; denn diese ärztlich so warm em­pfohlene, unübertroffene hygienische Toilettcseife übt einen äußerst günstigen Einfluß auf alle diese Zustände au&. Ueberall, auch in den Apotheken, erhältlich.

* Mainz, 20. Sept. Nach den soeben ab­geschlossenen städ-tischen Rechnungen be­laufen sich die Einnahmen für das abgelaufene (1898/99) Rechnungsjahr auf 4,868 481,40 Mk. und die Ausgaben auf 4,226,297,40 Mk, so daß ein Ueberschuß von 642,184 Mk. verblieben ist. An uneinbringlichen Gemeindeumlagen mußten im abgelaufenen Jahre 39,457,63 Mk. gestrichen werden.

* Aus Ilheiuhessc«, 20. Sept. Durch­gängig ist in der diesseitigen Provinz die Lese der Frühb uraundertrauben beendigt. Das Quantum ist noch hinter den geringen Er­wartungen zurückgeblieben, indem nur 1I$ bis höchstens '/r Herbst geerntet wurde. Bezüglich der Qualität gehen die Ansichten auseinander, da trotz der Süße die Trauben wegen der ein- getretenen feuchten Witterung nicht allgemein aus­gereift haben.

* Aordhause«, 20 Sept. Der Lindgerichts­präsident Beleites ist heute Nachmittag auf dem Gericht plötzlich gestorben.

dieses Resultat sehr befriedigt und äußerte, er hoffe, im nächsten Jahre wieder nach Marieubad zu kommen.

* Frau Professor (zu einem sich vorstellenden Dienstmädchen): „Ich bemerke Ihnen noch, daß wir Vegetarianer sind —" Dienstmädchen: „Bitte sehr, in Glaubenssachen bin ich sehr tolerant."

* Programm der tandwirlhkchaftticheu Bus- ffellung. Um 10 Uhr Vormittags Ankunft des Rind­viehes. - Um 11 Uhr Ankunft der Festzästr. — Um 12 Uhr gemeinschaftliches Mittagessen

* Diel verlangt. „Halt, das Betreten dieser Wiese ist verboten!" — „Aber ich will mir nur meinen Cylinder, den der Wind hineingeweht hat, herausholen!" — „Da müssen Eie warten, bis gemäht ist!"

Herrn Landrathes von Hünfeld und mehrerer Herren von der Eisenbahndirektion in Erfurt waren sie am Morgen von Hünfeld abgefahren und trafen gegen 5 Uhr von Vacha kommend hier ein. Nach kurzem Aufenthalt setzten sie ihren Weg über Steinbach nach Hünfeld fort. Die hiesige Gemeinde sowohl, als auch die zur Pfarrei gehörigen Ortschaften, welche die hohen Herren auf der Fahrt berührten, hatten zu Ehren der beiden Herren reichen Flaggen- und Kranz­schmuck angelegt.

* Kersferd, 20. Sept. Unter dem Vorsitz des Herrn Geh. Regierungs- und Schulraths Dr. Lahmeyer aus Kassel begann gestern hier die Reifeprüfung derjenigen, welche zur Ab­leistung derselben dem hiesigen Königlichen Gymnasium überwiesen worden sind. Unter ihnen befand sich auch eine Dame, Fräulein Westerkamp aus Marburg, welche die Prüfung bestand.

• Kaffek, 20. Sept. Von einem Neubau an der Ecke der Querallee und Kölnischen Straße stürzte gestern Nachmittag der 19jährige Maurer Ackermann aus Elgershausen aus der Höhe des vierten Stockes, etwa 19 Meter hoch, hinunter und zog sich hierbei derartig schwere Verletzungen zu, daß er bereits auf dem Transport nach dem Rothen Kreuz seinen Geist auf gab.

* Ksfgeismar, 20. Sept. Der Oberförster Herr Patt berg von Gottsbüren war gegen Mittag auf dem Rückwege von Trendelburg nach hier begriffen. Unterwegs, am sogenannten Osterholz war ihm das Pferd durchgegangen und er wurde mit furchtbarer Wucht aus dem Wagen gegen einen Baumstumpf geschleudert Als im Felde arbeitende Leute, die das Pferd die Straße nach Beberbeck zu jagen sahen, zur Un- glücksstelle eilten, sanden sie den in der Blüthe seiner Jahre stehenden Mann als Leiche, mit einer großen, klaffenden Wunde am Kopfe.

* ISarvurg, 20. Sept. Profeffor Krehl in Jena wurde als ordentlicher Profeffor für innere Medizin und Direktor der medizinischen Poliklinik nach Marburg berufen. Er wird der Nachfolger des bekanntlich nach Basel berufenen Professors Müller.

* Homvelß bei Borken, 20. Septbr. Die gestrige Feuersbrunst, Über die wir schon in gest­riger Nummer Näheres berichtet, konnte erst Abends gegen 9 Uhr auf ihren Herd beschränkt werden. Es sind 12 Wohnhäuser und eine An­zahl Scheunen und Stallungen niedergebrannt. Wie man sagt, sollen kleine Knaben durch Spielen mit Streichhölzern das Feuer verursacht haben.

* Weimar, 20. Sept. Der 21jährige Forst­gehilfe Hering aus Rastenberg batte einen mit 78 800 M. deklarirten Brief mit Papierschnitzeln gefüllt und in Rastenberg an die Deutsche Bank m Berlin zur Post gegeben. Hering hatte vor Aufgabe des Briefes das Kouvert aufgeschnitten und wieder zugeklebt, um den Anschein zu er­wecken, daß der Brief unterwegs feines Inhalts beraubt worden fei. Er stand gestern vor der Strafkammer des Landgerichts. Der Angeklagte, ein körperlich und geistig belasteter Mensch, ist zwei Monate in der Jenaer Irrenanstalt beob­achtet worden. Eine direkt vorliegende geistige Störung ist dort nicht kovstatirt worden. Er wurde unter Annahme mildernder Umstände zu zwei Jahren Gefängniß verurtheilt.

* Iramkfart, 20. Sept. Nach Mittheilung der Centralstelle für Obstverwerthung (Gneisenauftraße 15) stellen sich die durchschnitt­lichen Oostpreift bei sofortiger Lieferung wie folgt: Himbeeren 24 Mk., Brombeeren 15 Mk., Pfirsiche 45 Mk., Trauben 30 M., Reineklauden 30 M, Taselbirnen je nach Sorte 10—20 M., Kochbimen 8 Mk, Tafeläpfel je nach Sorte 10 bis 18 Mk , Kochäpfel 8 M., italienische Eier- Zwetschen 18 Mk , Hauszwetschen 10 Mk. der Centner. In Kelleräpfeln werden noch wenig Ab­schlüsse gemacht.

* Wiesväden, 20. Sept. Der Leiter des hiesigen Stadtbauamts, Baurath Winter, hat laut Meldung des ,Rhem. Surrtet' nach mehr als 30jähriger Thätigkeit fein En tlassungs- gesuch ein gereicht, das vom Magistrat ge­nehmigt wurde.

* Mainz, 20. Sept. Die Anmeldungen zum Katholikentag laufen täglich zahlreich ein. Ganz besonderes Interesse bringt man den Rednern entgegen, die über sehr zeitgemäße und wichtige Themata stch verbreiten werden; vor allem sieht man mit Spannung der bedeutsamen Rede des Centrumsführers, Herrn Reichstagsabgeordneten Dr. Lieber, entgegen, der in feiner Rede über die allgemeine politische Lage im Reiche die wichtigen politischen Fragen behandeln wird. Herr Reichstagsabgeordneter Rechtsanwalt Trim - born wird über die Bedeutung des katho­lischen Vereinslebens, Herr Geistl. Rath Dr. Werlhmann über die Pflichten der Katholiken auf de» Gebiete der Wohl- thätiqkeit und Herr Reichstagsabgeordneter Dr. Schmitt über die politische Lage int Hessenlande sprechen.

* Mainz, 20. Sept, lieber den gegenwär­tigen Stand der Verhandlungen zwischen Mili- tärfiskuS und städtische Verwaltung zwecks GrundstückSaustausches ist jetzt den Stadt­verordneten vom hiesigen Oberbürgermeister eine Denkschrift zugegangen. . Hiernach würde die Stadt die Schloß kaserne, das Reicheklarakloster, die Welschnonnenkaferne und das Militärschlacht- haus in Eigenthum erhalten, wogegen die Mili­tärbehörde Terrain für eine neue Infanterie- kaserne und eine neue Militärbäckerei erhielte. Außerdem hätte die Stadt den Ausbau der Kaserne zu bewerkstelligen.

Literarisches.

„Kavinia", Weihnacdtsspiel tn 3 Akten für Mädchen­schulen und -Vereine von Dr. M. Höhler, Domkapitular in Limburg. Mit Melodien-Anhang. 8». 6'. S. Preis 80 Pfg.

Dieses neue, für die unter der Protektion des hochw. Herrn Verfassers stehende höhere Töchterschule der ar­men Dienstmägde Christi in Limburg geschriebene Weih, nachtsspiel reiht stch würdig den beiden vorhergegange­nen an, und ist es zu begrüßen, daß auch dieses durch Drucklegung weitere ■ Kreisen zugänglich gemacht wird. Der hochw Herr Verfasser versteht es meisterhaft, auf das kindliche Fühlen und Denken einzugehen und das glorreiche Geheimniß der hl. Nacht in immer neuer an­ziehender Gestalt vor Augen zu führen und so dem kindlichen Herzen einzuprägen Die Sprache ist edel und erhaben, die Handlung lebendig fortschreitend Um es auch kleineren Schulen und Vereinen zugänglich zu machen, erklärt sich laut Vorrede der Verfasser wie die Vorsteherin der Marienschule zu Rata und Auskunst bereit. — „Kkmar", Schauspiel in 6 Auszügen. Nach Webers „Dreizehnlinden" frei bearbeitet von Dr. Jos. Rauft. Ausgabe ohne Frouenrollen. 8°. 74 S. Preis 1 Mk,—. Auf vielseitiges Bei langen hat der Verfasser sich entschloffen, das bereits in 3. Auflage erschienene und sowohl mit als ohne Rolle der Hildegunde mit all­seitigem Beifall aufgenommene Schauspiel abermals ohne die Rolle der Hildegunde zu bearbeiten, um es auch solchen Vereinen, die weibl. Rollen nicht aufführen können, zugänglich zu machen. Für die Gediegenheit und Beliebtheit beider Ausgaben spricht wohl besser als . alle glänzenden Besprechungen, die man ihnen wid­men könnte, die Thatsache des ungeahnt raschen Ab­satzes der bisherigen Auflagen Beide Werkchen sind im Verlage der Limburger Vereinsdruckerei in Limburg an der Lahn erschienen.

„Hrkevniffe eines Miflionarsli« Htziua." Ge­schildert in Tageblättern von P. Stenz. Mit einigen Illustrationen. 103 Seiten. 8°. Preis 40 Pfg. Verlag der Paulinusdruckerei in Trier". Seit einigen Jahren hat bei den europäischen Völkern das Interesse für China eine bedeutende Steigerung erfahren. Daher dürften Schilderungen, wie fie P. Stenz in vorgenanntem Werkchen bietet, vielen recht willkommen fein. In zwangloser Reihenfolge schildert Verfaffer die religiösen Zustände, die bürgerlichen Gebräuche, überhaupt das ganze öffentliche und private Leben des chinesischen Volkes. Niemand wird die „Erlebnisse" unbefriedigt aus der Hand legen. Abgesehen von seinem interessanten Inhalte verdient das Werkchen auch deshalb eine weite Verbreitung, weil der Reinertrag zum Besten der Mis- tonen bestimmt ist.

SUtttzmoßliche MMrrung für den 22. September: Unbeständig.

XXX Wetter -e-d-cht«»se».

21. September.

Temperatur 6 Uhr Abends: 15,0° Self., 12,0° R t-um.

. 7 „ Morg.: 6,2» , 5,0

„ 12 , Mittags: 13,3' . 10,6'

Die höchste Temperatur deS gestrigen Tages betr>g 14,8° CelfinS (11,8° Rsaumur).

Die niedrigste Temperatur in vergangener Nacht betrug 6,0- Celstus (4,81 Rsaumur).

gttternngs-NeberfiÄt der Deutschen Serwarte vom eptembermitgetheilt dem .Deutschen RetcySanzergcr: Ein tiefes Minimum liegt über dem Skagerrak, auf den Britischen Inseln, stellenweise stürmische nord­westliche, über Westdeutschland starke südliche bis west­liche Winde verursachend. Am höchsten ist der Luftdruck über Südwest-Europa. In Deutschland, wo allenthalben Regen gefallen ist, ist das Wetter unbeständig, un Norden ziemlich kühl, im Süden mild.

Barometerstand Mittags 12 Uhr

Vermischtes.

* ^adervorn, 20. Sept. In Folge des Aufrufs des General-Vorstandes des Bonifatius-Vereins wurden der Rendantur des B.-B. 1000 Mk. von Un­genannt hier gespendet. Dem edlen Geber ein herzliches „Vergelts Gott!"

* London, 20. Sept. Nach einem Drahtbericht aus Perth hat auf dem dortigen Bahnhofe beute früh ein Zusammenstoß zweier Züge stattgefunden. Ein einlaufender Zug fuhr von hinten in den haltenden schottischen Expreßzug hinein. Der am Ende des Ex- p eßzuges befindliche Gepäckwagen hob den vor ihm haltenden Salonwagen in die Höhe. In dem Salon­wagen befanden sich Prinz und Prinzessin von Hohenlohe-Langenburg, welche auf der Reise nach Balmoral waren zu einem Besuche der Königin. Die eine Hälfte des Salonwagens, welche zur Auf­bewahrung des Gepäcks diente, wurde völlig zertrümmert. Es verlautet jedoch nichts davon, daß der Prinz und die Prinzessin irgendwelche Verletzungen erlitten hätten. Nach einer weiteren Meldung wurden bei dem Eisen­bahnunfall Prinz und Prinzessin Hohenlohe-Langenburg in ihrem Salonwagen zu Boden geworfen, während Gepäckstücke auf sie herabfielen. Die Prinzessin konnte nur mit Mühe aus ihrer Sage befreit werden. Sie ist jedoch, obwohl sie eine Erschütterung erlitten hat, un­verletzt gebfieben und setzte mit dem Prinzen die Reise nach Aberdeen fort.

(') Kleine Nachrichte«. Köln. Wegen Kirch en- d i e b st a h l s ver urtheilte die Strafkammer zwei Frauens­personen zu je 2 Jahren Zuchthaus. Dieselben hatten in der Minoriten- und in der Maria - Himmelfahrts­kirche Blumenvafen und Altarleuchter gestohlen und die Gegenstände zum Spottpreise einer hiesigen „Althändle­rin" verkauft. — Basel. Im Jahr 1899 haben 39 Unglücksfälle in den Alpen einen tödtlichen Aus­gang gehabt; die Zahl der Opfer beträgt 45, wobei nicht gerechnet sind Unfälle, die sich bloß beim Edel- weißpflücken ereigneten. 17 Fälle beziehen sich auf Per­sonen, die führerlos die oberen Gebirge zu besuchen wagten. — Bensheim. Im nahen Zell, wo das Nachkirchweihfest gefeiert wurde, erstach Nachts der Steinhauer Pfeifer von Schönbern den Weisbinder Bitsch aus geringfügiger Ursache. — Ludwigshafen. Der Fabrickarbeiter Rist wurde von einem Kollegen, dem Adam Gräff, bei einem Wirthschaftsstreit er­ste chen. Gräff mischte sich ohne Veranlassung in einen Wortwechsel, den Rüfi mit einem Dritten hatte. — Posen, In Sidlek bet Kostschin ist eine Frau mit 4 Kindern nach dem Genuß giftiger Pilze gestor­ben, der Ehemann ist schwer erkrankt. — M.-G lad - bad). In einer Kiesgrube wurden zwei Arbeiter ver­schüttet und schwer verletzt aus den Erbmassen be­freit, einer, ein 74jähriger Mann, ist im Krankenh ruse gestorben, — Ost erode. In Bartolfelde spielten Kin­der in einer Scheune. Das 5jährige Töchterchen des Arbeiters Karl Rathmann stürzte von der Scheunen­leiter, fo daß es nach 3Stunden verstarb. — München Die Militärverwaltung hat der Stadt angeboten, den Bau der von der Stadt an Stelle der weggerissenen Bogenhauser Brücke zu errichtenden Nothdrücke durch Pioniere als Hebung für diese, dann um der Stadt entgegenzukommen — ausführen zu lassen. Die Stadt­verwaltung hat das Anerbieten angenommen. Die Nach­drücke kostet 9 >010 Mk. Die Pioniere erhalten von der Stadt Zuschläge zur Löhnung. Außerdem errichten die Pioniere sofort Pontonbrücken. — Innsbruck. In Kematen bei Innsbruck en t gleiste von einem nach dem Oberinthal fahrender Personenzug bei der Ein­fahrt in die Station in Folge zu früher Wechselum- stellung der vorletzte Wagen dritter Klasse und fiel um. Ein Reisender, der heraussprang, wurde total zer­schmettert. — Templin. Ein Eisen bahnm arder, der auf der Strecke Eberswalde—Templin schon seit längerer Zeit fein Wesen getrieben, ist nunmehr endlich in der Person des Hilfsbremsers Mielandt abgefaßt worden. Mielandt ist in 3 Fällen bereits geständig. — Die Ruhrkrankheit tritt in den Gemeinden Bruckhaufen und Marxloh im Steife Duisburg epidemisch auf. Die Häuser, in denen Kranke liegen, sind mit schwarzen Tafeln gekennzeichnet. Die Schulferien find auf Veranlassung des Landraths verlängert worden.— Am gelben Fieber sind in Keywest (Florida) in den letzten 48 Stunden 54 neue Erkrankungen und "drei Todesfälle vorg kommen. Wester wird eine neue Er­krankung aus New-Orleans gemeldet. — Ein neuer Pestfall wurde am Montag in Oporto festgestellt. — Aus Hamburg find die beiden Aerzte Franz und Rumpel dort emgetroffen.

* Welche Iarüe hat die schöne Slaue Dona«? Landgerichtsrach Vruszkay hat die Farbe des Donau­wassers bei Mantern in Oesterreich u. d. Enns während des Jahres 1898 täglich früh zwischen 7 und 8 Uhr beobachtet und habet wie er den Mittheilungen der k. k. geographischen Gesellschaft in Wien schreibt, die Farbe deS Wassers an 11 Tagen braun, an46 Tagen lehm­gelb, an 59 Tagen schmuhiggrün, an 45 Tagen hellgrün, an 25 Tagen grasgrün, an 69 Tagen stahlgrün, an 46 Tagen smaragdgrün und an 64 Tagen dunkelgrün gefunden. Die Farbe war weniger von der Jahreszeit als vom Waflerstande ab­hängig; sie war braun, lehmgelb, schmutziggrün und hellgrün vorwiegend bei hohem, dagegen grasgrün, ftahlgrün, smaragdgrün und dunkelgrün bet niederem Wasserstande. .

* Das Gewicht des Prinzen von Wales. Gleich- wie jeder Kurgast, hat auch der Prinz von Wales bei seiner Ankunft in Marieubad und vor seiner Abreise aus dem Kurorte sein Körpergewicht bestimmen lassen. Er begab sich zu diesem Zwecke in den Laden an der Kreuzbrunnen-Promenade und verlangte, daß sein Körpergewicht gewissenhaft vor und nach dem Kur­gebrauche verzeichnet werde. Als der Prinz nach Marieubad kam, wog er nach diesen Aufzeichnungen 107,08 Kilogramm. Vor seiner Abreise nach drei­wöchentlicher Kur stellte sich das Gewicht deS Prinzen auf 103 Kilogramm, somit hat derselbe 4,08 Kilo­gramm an Gewicht verloren. Der Prinz war über

Briefkasten.

p. hier. Nicht der Radfahrerverein „lieber Berg und Thal", sondern der Radfahrerverein „Durch Wald und Flur" hält am 24. September ein 25 Kilometer­rennen ab. __________________

Der Postdampfer „Nordland" der „Red Star Linie", in Antwerpen, ist laut Telegramm am 19. Sept, wohlbehalten in New-Aork angekommen. „

Marktberichte.

△ Aaffet, 20. September. Getreide-, Futter- und Dun germ arkt. Der heutige Markt war schwach besucht und blieben Umsätze nur auf einige Abschlüsse in Roggen und Futtermittel beschränkt. Weizen, ob­wohl reichlich angeboten, blieb ohne Beachtung; auch Hafer war wenig gefragt.