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26. Jahrgauc-;
Jutöa, Donnerstag, den 21. September 1899
M 216.
erwartet Dr. Lotze eine Steigerung des Preises um mindestens 10 Mk. für die Tonne (=20 Centn er). So weit Herr Dr. Lotze. Wenn es auch ein wemg mißlich ist, schon im voraus mit solchen Zahlen- angaben vorzugehen, so klingt doch im allgemeinen die Darlegung sehr annehmbar und wahrschem- lich. Vielleicht kann mancher praktische Landwirth Nutzen davon ziehen. r . ±..
• Kirre MestLiommisfion entsendet die Regierung in diesen Tagen nach den Hafenstädten, um darüber zu verhandeln, ob Maßregeln und welche etwa gegen die Einschleppung der Pest m unseren Seehäfen zu treffen sind. Namentlich ist uie Einrichtung einer bakteriologischen llnter- suchungs-Stalion und die Anstellung besonderer Hafenärzte beabsichtigt.
mit dem Meere in Verbindung standen, vermittelte leichter und schneller den Verkehr, als dies Landwege vermocht hätten, und so herrschten hier bezüglich der letzteren im Allgemeinen noch sehr ursprüngliche Zustände.
Hiernach mag man den Weg bemessen, der durch den Buchenwald in der Richtung nach dem See führte. Am besten konnte derselbe mit einer heutigen Schneiße verglichen werden, nur zeigte er nicht die kerzengerade Linie, welche unsere Waldschneißen in der Regel einhal en. Es war vielmehr eine ziemlich zusammenhängende Waldlichtung, die den wunderlichen Krümmungen eines Thales folgte, und bald weiter, bald enger wurde, je nachdem die Seitenwände des Thales sich näherten oder sich entfernten. In der Regel bildeten diese Seitenwände sanfte Abdachungen, die mit alten Buchen besetzt waren, mächtige weiße und rothbraune Stämme, unten mit Moos bewachsen, die wie die Pfeiler eines Domes in die Höbe ragten, und deren Blätterwerk oben in ein grünes Gewölbe zusammenwuchsen. Zu beiden Seiten schaute man bereits in das Dunkel, in welchem sich die hohen Stämme gespenstisch abhoben. Da und dort schien auch eine gewaltige vulkanische Kraft das Urgestein hundert und zweihundert Fuß hoch plötzlich aus der Tiefe gehoben zu haben, uyd diese gewaltigen Blöcke starrten dann als Felsen hervor und warfen ihre Schatten auf die unter ihnen vorbeiziehende Straße.
Die Straße war öde und menschenleer; nur ein einsamer Reiter auf. einem schweren Streitroffe kam langsam in der Richtung, die nach dem See sührte. Roß und Reiter waren
Die Risk mm Wrttnnstt.
Historischer Roman von Philipp L aicus.
------ ^Nachdruck verboten.)
I. Der Küster.
Es war im Spätfrühlinge des Jahres 1523 Die Sonne brannte schon ziemlich heiß, selbst in dem unteren Theile Schwedens, wohin wir unsere Leser zn führen gedenken. Die Buchenwälder, welche damals um vieles größer noch als heute die Ufer des Wetternsers umgaben, standen schon längst im frischen, grünen Laubschmuck, und fast war das Gezwitscher in denselben verstummt, weil die singenden Vögelein mit dem Zutragen von Futter für die junge Brut gar zu viel zu thun hatten.
Und jetzt am Abende war die Stille in den Wäldern noch viel feierlicher. Allerdings war es draußen noch ziemlich hell; denn man stand ja in den längsten Tagen; aber der Wald hatte sich zur gewohnten Zeit zur Ruhe begeben. Durch die hohen Zweige schimmerte das Abendroth, und die Sonne neigte sich dem Untergange zu. Ueber dem Walde lagerten bereits die Schatten.
Damals waren Wege in unserem Sinne in Schweden größtentheils unbekannt. Wohl waren die größeren Städte durch ordentliche Landstraßen mit einander verbunden; wo es das Bedürsniß «rforderte, erschienen die Handelsleute der mächtigen Hansa, und wohin der Handel drang, schuf er auch Wege. Aber der große Wasserreichthum des südlichen Schwedens ersetzte zum Theil die Landwege. Eire Kette von Seen, die theilweise
Worte ärgerlich ausgestoßen, so klang durch die Luft ein leiser zitternder Ton; ein stärkerer zweiter und dritter folgte. Es war das Abendgeläute jener Kapelle, deren der Reiter erwähnt, und die unbedingt ganz in der Nähe sein mußte.
Ah!" meinte der Reiter, tief aufathmend, ergriff die Zügel, und setzte mit einem Drucke seiner Schenkel das Roß in einen kurzen Trab.
Bald kam er zu einem Mann, der regungs- los barhäuptig unter einer Buche stand.
„Hollah, Freund!" rief er ihn an. „Lebt der alte Sven Störe noch?"
„Hört Ihr das Läuten nicht?" fragte der Andere dagegen. „Ihr könnt auch Euer Pferd anhalten und ein andächtiges Ave beten."
„Bist Du es oder bist Du es nicht, Torkel Spenson?!"
Der Andere bekreuzte sich, stülpte dann einen breitrandigen Hut auf den Kopf und trat dem Reiter näher. „ , _.
„Freilich bin ich's! Aber laß' einmal Dir in'S Gesicht schauen, damit ich weiß, mit wem ich es zu thun habe!" , , .
Der Reiter schaute dem Nähertretenden lachend in's Gesicht.
„Möchte doch wiffen, wie bald man bet den Bauern am Wetternsee vergessen wird!"
„Wenn ich nicht wüßte, daß Herrn Björne s Dienstmann, Peder Bragge, bei seinem Gebieter am Hoflager in Strengnäs weilte, so mochte ich schwören, Du wärst es."
„Schwöre nur immer zu, Torkel Svenson, das "wird Dein Gewiffen nicht belasten!"
„Wie kommst Du hiecher?" fragte der Bauer. In Strengnäs soll es hoch hergehen. Man sagt.
mit Zlnterhaltmigs-Meikage „Mstrirte Sonntags-Zeitung:'
* Die Begnadigung des Haupt- , manns Dreyfus
stndet in der deutschen Presse verschiedene Be- urtheilung. Als kennzeichnende Beispiele für die Gegensätze in dieser Beurtheilungsweise können zwei Aeußerungen angeführt werden, die sich einerseits in der freisinnigen .Vossischen Zeitung', anderseits in der agrarisch-konservativen .Deutschen Tageszeitung' finden.
„Es ist also — schreibt die ,Voss. Ztg.' — wirklich wahr: dem unglücklichen Hauptmann Dreyfus soll nun zu all dem entsetzlichen Unrecht, das ihm widerfahren, auch noch eine Begnadigung zuaefügt werden . . . Vielleicht ist das Kabinet Waldeck-Rouffeau ... nur Darauf bedacht gewesen, die Person des Hauptmanns Dreyfus zunächst einmal in Sicherheit zu bringen, um ihm die Fortsetzung seines Kampfes um Recht und Ehre von dem sichern Port eines Zufluchtsortes in England oder sonstwo im Auslande zu erleichtern, wo nicht überhaupt zu ermöglichen ...."
„Das Hauptgewicht — so meint im Geqentheil die .Deutsche Tageszeitung' — ist darauf zu legen, daß Dreyfus selbst die Revision zurückgezogen hat. Darin liegt ein Einge- ständniß, ein Zeugniß seines Schuld- bewußt seins, wie schon der Verzicht Labori s auf eine Vertheidigungsrede für jeden denkenden Menschen die Lage der Dinge genügend klarlegte . . ."
Das Richtige wird, wie immer in solchen Fällen, in der Mitte zwischen beiden Gegensätzen liegen: beide Theile haben sich mit dem Klugen berathen. Dreyfus hat seinen An- trag auf Revision zurückgezogen, der nur an den militärischen Revisionsrath gerichtet werden ckonnte, der Antrag hatte darum von Anfang an fo gut wie keine Aussicht auf Erfolg, denn diese zweite militärische Körperschaft würde kaum -anders genrtheilt haben, als das Kriegsgericht in Rennes. Dieser Antrag, das mußte Dreyfus selbst fühlen, hatte darum wenig praktischen Werth für ihn. Es war also klug von ihm, ihn zurückzuziehen, und wenn er nun seine Bemühungen, noch nachträglich eine Freisprechung von Rechtswegen zu erlangen, fortsetzen will, so kann er das vom Auslande her ebenso thun, wie auf französischem Boden. Eine Handhabe dazu, nochmals eine Revision des letzten Urtheils zu verlangen, würde Herr Dreyfus beispielsweise dadurch erhalten, wenn einem der gegen ihn aussagenden Zeugen in Rennes eine Unwahrheit nachgewiesen würde. Und außerdem hat ja Herr Dreyfus nicht um seine Begnadigung gebeten, sie ist ihm vielmehr aus freier und eigener Entschließung zu theil geworden. Mit der Begna- didung ist nun freilich eine Wiedereinsetzung des Herrn Dreyfus in seine militärische Stellung nicht verbunden.
Die Regierung aber schafft sich mit der Begnadigung des Mannes von der Teufelsinsel eine unvergleichlich lästige Sache vom Halse und trägt dadurch sicherlich sehr viel zur Beruhigung der Gemülher bei; und eben dadurch, daß sie Dreyfus freiwillig, aus eignem Antriebe begnadigte, hat sie gethan, was sie thun konnte. Augen-
Deulsches Reich.
Berlin, 20. September.
© Die Zusammenkunft zwischen dem Kaiser «nd dem Zaren foü naCanneuetf $ Meldungen im Laufe des "ochsten Monats in Wiesbaden stattfinden. Der Vollständigkeit wegen sei auch diese Meldung verzeichnet..
4- Die Berliner Offiziöse« Beginnen avznwiegekn. Ein Organ, dessen halbamtliche Auslassungen für gewöhnlich in ihrem Ursprünge auf das preußische FinanzmiMermm zurückgeführt werden, spricht von der „Wiederherstellung des vollen Vertrauensverhältnisses und Beseitigung des Widerstreites zwischen einem Theile der Land wirthschaft »nd der Regierung"; denn: „Die trennenden Momente, welche im Gefolge des Kampfes um die Kanal- vorlaqe hervorgetreten sind, möglichst bald wieder zu beseitigen, liegt gleichmäßig im Interesse der Industrie wie der Landwirthschaft." Es liege, so schreibt der Osfiziosus weiter, „auf der Hand, daß die Ueberwindung der großen Schwierigkeiten, welche eine den Interessen und Wünschen der Landwirthschaft entsprechende.Revision unserer Handelsverträge zweifellos bietet, sehr erleichtert wird, wenn Regierung und Landwirthschaft auf der ganzen Lime Hand m Hand gehen." Also für den Preis der Revision der Handelsverträge verlangt die Regierung die Aufgabe des Widerstandes gegen den Rhem- Elbe-Kanal, vorausgesetzt, daß die halbamtliche Stimme wirklich die Anschauungen der preuß. Regierung wiedergibt. Aber gerade daran möchte man beinahe zweifeln. Der Kanalplan ist eine preußische Angelegenheit, die Umgestaltung der Handelsverträge, mindestens die Aen- derung der Zollsätze für landwirthschaftliche Erzeugnisse, ist eine sehr wichtige Reichs-Sache. Auf diese Weise wird sich also schwer ein Tauschgeschäft betreiben lassen, ganz abgesehen davon, daß es der Regierung ganz unwürdig sein würde, mit so wichtigen Dingen, wie die Behandlung der Handelsverträge eines ist, solchen Schacher treiben zu wollen. Und dann liegt der Widerstand gegen den Rhein-Elbe-Kanal doch nicht bei der Landwirthschaft, sondern gleichmäßig bei industriellen, landwirthschaftlichen und Handelskreisen. Die ganze Auslassung der .Berliner
scheinlich wird die Begnadigung auch sehr praktisch schnell ausgeführt werden. Der Präsident der Republik hat die Begnadigung alsbald nach beendetem Ministerrathe unterzeichnet, und Dienstag Abend wurde in Paris angenommen, noch in derselben Nacht darauf werde Dreyfus das Gefängniß und das Land Frankreich verlassen. (Vgl. Paris. D. R)
Das sensationelle Paris aber, das das ausregende Schauspiel der »Affäre verliert hat gleichzeitig eine neue große Sache str die Gespräche auf den Boulevards erhalten: die Verhandlungen von dem Senat als Staatsgerichts- hofgegendie monarchistischen Verschwörer Doroulode und Genossen. Da wird es »hm sehr erleichtert, Dreyfus noch schneller zu vergessen, als es ohnehin politische Dinge zu vergessen pflegt so bald sie aufhören, senfatronell zu sein.
Nvestellgeld in <hi0a uab aus-- WlM-b0Ps.
Bnt xx» Verla, de» fletoeei IctttibTwietri.
Inserat«: Die eMt spalt. ®arntoi* teile oder bette Raum 15 Pf, Av» kamen die PeM- jeile 25 Pf.; 6d Wiederholung« wird entfprech end. Rabatt gewählt.
Pol. Nachr.' ist darum recht fragwürdigen Charakters, und bemerkenswerth daran ist eigentlich nur die Thatsache, daß von den Offiz,ös-n her schon wieder Töne der Friedensschalmel erklingen
4- Kin Zofiöund zwischen Deutschland und der Schweiz ist das neueste Zeitungs- Thema im Anschlüsse an die Erörterungen über die Möglichkeit eines Zollbundes zwischen Deutschland und Holland. Eine solche Zollvereinigung würde dem Deutschen Reiche nur von Nutzen sein, denn nach dem Abschlüsse eines solchen würden die deutschen Erzeugnisse noch bei weitem mehr als jetzt die ausländischen Maaren vom schweizerischen Markte verdrängen. Dre Schweiz bat eine Ausfuhr, die hinter ihrer Einfuhr erheblich zurückbleibt. Die Ausfuhr beträgt ihrem Werthe nach im Durchschnitte der beiden letzten Jahre 566 Millionen Franken, die Einfuhr dagegen 835 Millionen Franken jährlich. Die ganze Frage ist aber vorläufig natürlich ebenso eine vollkommene sogenannte „Doktorfrage" wie der Zollbund zwischen Deutschland und Holland.
* Der deutsche Kandel mit Afrika. Die Aeltesten der Berliner Kaufmannschaft haben, vom Minister für Handel und Gewerbe um ein Gutachten über die geplante Ausdehnung der Post-Dampfschiffs-Verbindungen mit Afrika ersucht, beschlossen, diese Verbesserung unserer direkten Verbindungen mit Afrika, welche die Umladung in England und die Handelsvermittlung englischerHäufer entbehrlich machen würde, aufs Wärmste zu empfehlen unter Hinweis auf die steigende Bedeutung der Handelsbeziehungen Deutschlands insbesondere zu Su^ afrika. Das Gutachten wird demnächst ausführlich in der Korrespondenz der Aeltesten veröffentlicht
werden. .
* Der Aus schütz der preutzische« Aerzte- kammern hat an das Kultusministerium eine Denkschrift über die Stellung der Aerzte zu den Krankenkassen gerichtet worin als grundsätzliche Forderungen die gesetzliche @m= sührung der freien Arztwahl und die Bezahlung der ärztlichen Leistungen nach den Mindestsätzen der Gebührenordnung aufgestellt werden. Doch wird, was die zweite Forderung angeht, zugestanden, daß für eine UebergangSzeit besondere Bestimmungen gelten sollen.
X KrHevtiche Mreisfieiger««g des Getreides, namentlich des Weizens, wollen Fachmänner voraussehen als Folge der schlechten Ernten in den Vereinigten Staaten von Nord- amerika, in Rußland, und in den unteren Donauländern. Nach der Darlegung von Dr. Lotze, Leiter der landwirthschaftlichen Winterschule in Northeim, in einem Fachblatte, glaubt man, daß die amerikanische Weizenernte einen Fehlbetrag von etwa 60 Millionen Centnern ergeben werde — d. h. ebenso viel wie die ganze Weizenernte Deutschlands ausmacht. In Rußland ferner soll die Ernte so knapp ausgefallen fein, daß man dort angeblich schon Ausfuhrverbote für Getreide befürchtet hat. Jetzt sofort wird nach der Ai sicht des Dr. Lotze die Steigerung des Preises noch nicht eintreten, weil viele Landwirthe das Geld brauchen und deshalb bald verkaufen müssen, so daß zunächst noch starkes Angebot herrschen werde; aber für November und Dezember wohl müde, denn das Pferd ging im Schritt und der Reiter ließ die Zügel über den Hals des Thieres hängen.
Offenbar war der Reiter ein Kriegsmann; wenigstens war er kriegerisch gerüstet. Auf dem Kopfe hatte er zwar nur eine leichte ungarische Mütze, ohne Schirm, die eine hohe Adlerfeder zierte; aber an dem ^attelknaufe hing eine sehr solide Blechhaube, welche er offenbar nur mit Rücksicht auf ihr Gewicht vom Haupte genommen. Die oberen Theile der Brust und die Schultern schützte ein eiserner Ringkragen ohne Zierrath. Ebenso war auch seine sonstige Kleidung bescheiden. Er trug einen rothbraunen Rock, der in der Mitte von einem breiten eisenbeschlagenen Gürtel von rohem Leder zusammen gehalten wurde, und dieser Gürtel diente zugleich als Wehrgehänge für ein zwar kurzes, aber breites und schweres Schwert mit eisernem Korbe. Ueber die Schultern batte er ein Wolfsfell hängen, das an der Brust zwei eiserne Spangen an Stelle der Klauen der Vorderläufe befestigten. Die Füße staken in schweren Reiterstiefeln von roh gegerbtem Leder, an welche zwei ungeheure Sporen angeschnallt wurden.
Eben bog der Reiter wieder um eine Krümmung und tbat einen mächtigen Fluch.
„Immer noch nicht!" murmelte er zwischen den Zähnen. „Jetzt hab' ich doch sicher geglaubt, die Felsenkapelle zu sehen. Wahrhaftig in den paar Jahren hab' ich die Gegend hier ganz vergeffen."
Es war, als ob dem Reiter augenblicklich eine Antwort auf diese an sich selbst gerichtete Anrede werden sollte. Denn kaum hatte er die
Ausland.
* Wie«, 20. Sept. Von inforrnirter Seite wird versichert, daß die Tage des Kabinets Thun gezählt sind, und daß vom gegenwärtige« Kabinet auch nicht ein einziger Minister dem neuen Ministerium angehören wird.
* Wie«, 20. Sept. Nach dem Ausweise über den Außenhandel des österreichisch- ungarischen Zollgebiets betrug die Einfuhr im Monat August 71,6 Millionen Fl- (gegen 1898 1,5 Millionen minus) und die Ausfuhr 77,7 (gegen August 1898 13 Millionen plus). Die Handelsbilanz der ersten acht Monate d. I. weift ein Aktivum von 60,1 Millionen Fl. gegen ein Passionm von 67,4 in der gleichen Periode des Vorjahres auf.
* Maris, 20. Sept. Der ,F»garo beglückwünscht den Präsidenten Loubet und das Mlnisterium zur Begnadigung Dreyfus. Es sei eine gute That, welche die Sohne desselben Vaterlandes wieder versöhnen werde. Die .Lan terne' sagt, das Leiden eines Menschen sei verringert worden, doch habe die Gerechtigkeit keinen Schritt vorwärts gemacht. Dafür müsse in Zukunft Sorge getragen werden Dasselbe Blatt will erfahren haben, daß Dreyfus sich nach dem Süden Frankreichs begeben und vort seine Rehabilirnng abwarten wird. Die Leitungen »Journal', ,Echo de Paris' und ,Gaulois tadeln die Begnadigung Dreyfus m der heftigsten Weise. Die Begnadigung, sagen sie, komme weder zur rechten Zeit, noch unter den gewünschten Bedingungen. Dreyfus dürfe nicht allein begünstigt, sondern eme Amnestie müsse für alle in der Dreyfussache in Verbindung stehenden Angelegenheiten, auch für die Komplottaffäre, er- laffen werden. — Der Exkapitän Dreyfus hat heute früh, von der Bevölkerung fast unbemerkt, Rennes verlafsen und ist mit dem Zuge nach Nantes abgefahren. — Die Untersuchungs- kommission des Staatsgerichtshofes wählte Verenger zum Präsidenten, zu Beisitzern Chonet, Cordelet und Copot. Der Präsident und die Beisitzer begannen mit der Prüfung der Akten.
* Maris, 20. Sept. Heute früh 4 Uhr hat sich Jules Gusrin der Polizei übergeben. Er wurde mittelst Wagens nach dem Gefängniß überführt. Um 21/8 Uhr hatte sich in der Umgegend der Rue Chabrol eine große Menschenmenge angesammelt. Der Verkehr in
W
• SS» He Redaktion i. v.: 3. S.Ianmann.
Oel ji. Mewte 3. Parzelle» in Sulda.