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Aus dem Nachbargebiet.

geltung fordere!

ganzer Seele!"

Eine Stunde

kann oen den ausgestandenen Qualen. — Es ist dies ohne Zweifel das Beste, das beide Parteien thun können.« Dem Hauptmann Dreyfus wird die Freiheit und die Ehre wiedergegeben, frei­willig, ohne daß er um Gnade gebettelt hätte; und der Staat bekommt endlich Ruhe und Er­lösung von dieser unglückseligen Affäre. Nun müßte auch der Prozeß gegen Türoulode und Genoffen ebenso enden — dann könnte alles sich sonnen im Glanz- der Versöhnung!

* Saris, 19. Sept. Senator Scheurer-

das entsprechende Dienstalter beigelegt worden ist.

* Gestern ging die Ziehung der 3. Klasse der preußische« Kkasseatotterie zu Ende. Die Einlösung der Loose zur 4. Klasse, der Haupt- und Schlußziehung, hat bis zum 16. Oktober zu geschehen.

nächsten Postixpedition einhändigen, das andere aber einem Freunde oder Bekannten übergeben, damit auch d escr zum Abonnement auf die .Fuldaer Zeitung' ver­anlaßt wird

Erfolgt die Bestellung auf die .Fuldaer Zeitung' erst in den letzten zwei Tagen des laufenden Monats oder nach Beginn der Bezugszeit, so werden die vor Er­ledigung der Bestellung bereits erschienenen Nummern, so weit solche überhaupt noch zu beschaffen sind, nur aus aus­drückliches Verlangen und gegen eine Gebühr von 10 Pfg. für das von der Post zu erlassende Bestellschreiben nach­geliefert. Außer d-n Postanstalien ist auch jeder Land­briefträger verpflichtet, Bestellungen aus unsere Zeitung anzunehmen.

* Kassel, 19. Sept. Der Umfang und Ver­lauf der nunmehr beendigten Kasseler Herbst- Gr oßledermesse war der gewöhnliche wie seit Jahren. Dieses Mal war das Geschäft etwas belebter und die Preise fest, weil man nach Lage der ganzen Geschäftskonjunktur auf höhere Preise gefaßt sein muß. Das Inkasso ließ zu wünschen übrig. Namentlich die besseren Qua­litäten in Sohlleder, Rinds- und Oberleder waren

* Iritzlar, 19. Sept. Letzten Sonntag, den 17. Septem "er, Nachmittags mit dem 3,3-1 Uhrzug traf der Hochwürd. Herr Bischof Adalbert von Fulda zum Besuch des hochwürd. Herrn Dechanten Seipel hier ein. Es fand eine längere Besichtigung des Domes statt. Wie man hört hängt diese zusammen mit den bald zu begin­nenden Restaurirungsarbeiten des Domes. — Der

Wahrlich, der Arm Gottes ist nicht verkürzt, und es gibt auch heutzutage noch christliche Heldinnen. Der Herr vergißt die Seinen nicht; er steht ihnen bei, und die trübsten Stunden der Leiden und Schmerzen werden durch seine Liebe und göttliche Vorsehung aufgeheilert und versüßt.

(*) Die erste Abendunterhaltung des Museums findet am Donnerstag, den 5. Okt. statt unter Mitwirkung hervorragender Künstler.

* Heber die Grgäuzungs Matzkeu zu de« Stadlverorducteu-Dersammkungen ist nach­stehende Verfügung des Herrn Regierungs - Prä­sidenten an die Stadt-Magistrate ergangen: „Ge­mäß § 23 der Städte-Ordnung für die Provinz Hessen - Nassau vom 4. August 1897 finden die Wahlen zur regelmäßigen Ergänzung der Stadt­verordneten-Versammlung alle 2 Jahre im No­vember statt. Die erstmaligen Ergänzungs-Wah­len haben daher im November des lausenden Jahres stattzufinden. Ich darf erwarten, daß die erforderl.chen Vorbereitungen zur Vornahme dieser Wahl überall im Gange find, daß nament lich die nach § 21 der Städte - Ordnung vom Magistrate zu führende Liste der Stimmberech­tigten nach § 22 a. a. O. vom 1. bis zum 15. August d. I. berichtigt worden ist und vom 15. bis 30. August er. offen gelegen ist. Es ist da­für zu sorgen, daß seitens der Stadtoerordneten- Versammlung vor der diesjährigen Ergänzungs- Wahl die Ausloosung der gemäß § 22 a. a. O. erstmalig ausscheidenden Mitglieder stattfindet. Hiermit kann die Ausloosung der das zweite Mal Ausscheidenden verbunden werden. Wenn die Stadtverordneten-Versammlung nicht etwas An­deres beschließt, so wird das Loos von dem Stadt-

liegt noch vor und soll im Herbst noch mit den Arbeiten begonnen werden.

lebhaft gefragt und wurden flott abgesetzt. Was die erzielten Preise anbetrifft, so wurden bezahlt: Für Norddeutsche Sohlleder 90 bis 125 Mk. per 50 Kilo (Zentner), Siegener Sohlleder 120 bis 155 Mk., Luxemburger Sohlleder 130 bis 175 Mk., extra ff. bis 190 Mk., Trierer Sohl­leder 130 bis 185 Mk., extra ff. bis 192 Mk. je nach Qualität, Trocknungs- und Zahlungs­bedingungen. Für Rindsleder (Oberleder) wurde bezahlt je nach Qualität und Trocknung: 1,20 bis 1,80 Mk, extra ff. bis 2,20 Mk. per Pfund, braunes Kalbleder kostete je nach Qualität 2,50 Der bis 3,50 Mk., hochfeine Sorten 4,00 bis 5,20

gegenwärtig in Wildlingen zur Kur weilende hochw. Herr Weihbischof von Trier traf gestern Vormittag 10 Uhr zum Besuche des in Fritzlar anwesenden Hochwürd. Herrn Bischofs von Fulda hier ein. Um 6 Uhr Nachmittags fuhr der hohe Herr wieder nach Wildungen zurück.

militärischen Charakter und waren zahlreich er­schienen die Kriegervereine von Kothen und Thalau und Motten selbst. Stott erfreute fich allgemeiner Beliebtheit und wird sein so plötzliches Ableben umsomehr bedauert.

# Aufenau, 19. Sept. Gellern fand dahier die Wahl eines Bürgermeisters statt. Der seitherige Bürgermeister, Herr Ewald Rieger, der schon 12 Jahre lang das Bürgermeisteramt versteht, wurde einstimmig auf 8 Jahre wieder­gewählt.

* Apolda, 19. Sept. Wieder einge­fangen ist der aus Gehaus (S.-W.) gebürtige Wirker Karl Böss er, der vor geraumer Zeit bekanntlich aus dem Eisenacher Gefängniß, wo ; er wiederum eine längere Freiheitsstrafe wegen schweren Einbruchsdiebstahls zu verbüßen hatte, entwichen war. Die hinter Böffer erlassenen ; Steckbriefe waren bis jetzt erfolglos geblieben. Montag Morgen entdeckte ihn der Schutzmann Barthel in Apolda in der dritten Stunde mitten unter den Tanzlustigen im Apoldaer Schützen­haussaale, wo Böffer de» 13. Stiftungstag der Gesellschaft „Alemania" vergnügt und sorglos mitfeierte. B. trug bereits wieder einen noblen, natürlich auch gestohlenen Anzug.

* Krfnrt, 19. Sept. Em Verbot des Verkaufes und Verabreichens von geistigen Ge­tränken, namentlich Schnaps an den Zügen, welche Reservisten und Rekruten befördern, hat die Kgl. Eisenbahndirektion erlaffen. Die Ver- anlaffung hierzu bot das Verhalten der Reservisten und Rekruten auf den Bahnsteigen, in den Warte­sälen und während der Fahrt. Es sind des < Oeftern unliebsame Auftritte zwischen den Mann­schaften und dem Zugpersonal vorgekommen, auch ■ sind die eisenbahnseitig gegebenen Sicherheitsmaß- ’ regeln nicht beachtet worden. Vor mehreren i Jahren ill aus diesem Grunde ein Reservist von der Plattform eines Personenwagens herabge-

• Kava«, 19. Sept. A s Nachtrag zu dem über die Generalversammlung des Komitee's zur Unterstützung der barmherzigen Schwestern gegebenen Berichte sei hiermit die Mittheilung über die von ihnen in hiesiger Stadt geleisteten Krankendienste gegeben. Die Schwestern pflegten in der Zeit vom 1. Oktober 1898 bis 18. September 1899 117 Kranke jeder

X Irankturl, 19. Sept. Der diesjährige Frankfurter Obstmarkt findet am Mittwoch den 4. Oktober in der Stadthalle, Klostergaffi 14, statt. Wie in den Vorjahren, läßt die Mark!, ordnung ausschließlich in Deutschland gezogene; Obst usw. zu und zwar: sortirtes Tafelobst, qe, pflücktes Wir.chschaftsobst, gewöhnliches Wirtb- schafts- und Mostobst, gedörrte und eingekocht! Obstfrüchte, Obstweine, Obstbranntweine, Obß- ligueure, Mus, Marmelade, Gelee usw., fern, gedörrte und eingekochte Gemüse, sowie Vw packungsmaterial. Der Verkauf geschieht nach Proben. Die Proben von sortirtem Tafelobst und gepflücktem Wirthschaftsobst dürfen bis 5 Kg. brutto, diejenigen von gewöhnlichem Wirthschafts- obst bis 25 Kg. betragen. Obst- und Gemüse, Produkte sind mit Ausnahme der flüssigen, die in Flaschen zu liefern sind, in Originalpackung auszustellen. Jeder Probe ist ein Begleitschein beizugeben, der folgende Angaben enthält: Name der Sorte, Preis per Kg. bezw. per 100 Kg. ab nächster Bahnstation, das zur Verfügung stehende Quantum, den Namen des Verkäufers, die un­gefähre Lieferzeit. Die Proben sind am Tage vor Abhaltung des Marktes franko Marktlokal (Stadthalle) zu liefern, oder an das Obstmarkt- Komitee, Gneisenaustraße 15, einzusenden. Alle Verkäufe auf dem Obstmarkte finden durch vom Marktkomitee unentgeltlich ausgefertigte Schluß­scheine statt. Begleitscheine sind vom Obstmarkt- Komitee erhältlich, das auch jede weiter gewünschte Auskunft ertheilt. Es findet in diesem Jahre nur der eine Obstmarkt statt. Zum Schluß sei noch darauf aufmerksam gemacht, daß das Komitee (Centralstelle für Obstverwerthung) auch sonst vor und nach dem Markt den An- und Verkauf von allen Sorten Obst vermittelt.

* Kadamar, 19. Septbr. Die Bürger­meister stelle der hiesigen Stadtgemeinde soll in Bälde wieder besetzt werden. Das Gehalt be­trägt 2000 bis 2500 Mk. Auch kann die Stelle eines Amtsanwaltes von dem Bürgermeister übernommen werden. Anmeldungen sind bis zum 1. Oktober an Herrn Rentmeister Preußer in Hadamar zu richten.

Kestner ist heute gestorben. Der Verstor­bene war vor einigen Jahren, als die Frage der Revision des Dreyfusprozesses wieder in Fluß kam, einer derjenigen, die, mit Eifer das Wieder­aufnahmeverfahren betrieben. — Die Be­lagerung des „Fort Chabrol" halbem Staate in Folge der an die wachhabenden Po­lizeigarde- und Jnfanteriemannschaften gezahlten Gehaltszuschüsse bis jetzt bereits 350,000 Franks gekostet, wozu noch die den geschädigten Kauf­leuten zu gewährenden Entschädigungen treten. — Präsident Loubet, der heute die Bau­plätze der Weltausstellung besuchte, forderte in seiner Ansprache die verschiedenen Leiterder Arbeiten auf, den größten Eifer an den Tag zu legen, damit Frankreich im Jahre 1900 seinen Gästen zeige, daß die Nation stark, arbeitsam und einig bleibt und die vorübergehenden Zwistiq- keiten sie nicht hindern, ihre Mission zu Gunsten des Fortschritts und des Friedens zu erfüllen.

* Saris, 19. September. Die Blätter sind der Ansicht, die Untersuchung der Kommission des Staatsgerichtshofs werde 4—5 Wochen und die öffentliche Verhandlung 1 Monat dau­ern. Nach der „Lanterne" würde in nächster Zeit ein Senator in die Untersuchung wegen Komplottes verwickelt.

* London, 19. Sept. Der Kommandant von Lydenburg, der Feldkornet Barberton und andere Burenosfiziere trafen in Komatipoort ein, um auf dem rechten Ufer des Komati ein Lager zu errichten, wo ein Kommando von 250 Mann erwartet wird.

* Weimar, 19. Sept. Die weimarische Re­gierung hat endlich ein Mittel gefunden, den Lehrermangel wenigstens theilweise zu be­seitigen. Man zieht einfach die vakant werdenden kleineren Schulstellen ein. So sind Lachstedt und Ködderitzsch bereits nach Nachbarorten eingeschult worden. Mit diesen Orten theilt das Schicksal die Gemeinde Meckfeld bei Berka an der Ilm. Die dortige Schulstelle, die gegenwärtig vakant ist, ist eingezogen und mit der in Gutendorf vereinigt worden. Meckfeld hat erst vor Jahren eine neue Schule gebaut.

konnte. Da man ihr aber gesagt halte, er be­finde sich in Noth und sei ein geschickter Arbeiter, so beruhigte sie sich und übertrug ihm die Arbeit.

Kaum hatte sie sich jedoch in ein anstoßendes Zimmer begeben, als sie einen lauten Schrei hörte; sie eilte hin und — fand den Mann am Boden liegen, mit zerschmettertem Schädel, wäh­rend das Gehirn aus einer gräßlichen Wunde hervorquoll; an feiner Seite lag das Werkzeug, welches das Unglück angerichtet — ein ungeheurer Stein, der, während er in den Schornstein hin­aufgeschaut, heruntergefallen war und ihn auf den Kopf getroffen hatte. Man lief eiligst hin, um den Arzt, wie auch die Frau des Verunglückten zu holen. Der Arzt erklärte, der Tod werde binnen weniger Stunden ein treten, und als die Frau ihren Mann in dem Zustande erblickte, schrie sie laut auf: „Mein Gott! Mein Gott! Gerecht sind Deine Wege! O, daß er sein Ver­brechen mit dem Tode sühnen muß!" — „Was wollen Sie damit sagen?" frug Madame Etienne, erstaunt über die Worte des jammernden Weibes.

„Ach?" erwiderte diese, „in den letzten Tagen der Kommune war mein Mann voll Wuth und Haß gegen die sogenannten Aristokraten, welche er Verfolger rechtschaffener Leute hieß. Eines Morgens, als er am Place du Chateau d'Eu oorbeiging, sah er ein Kind auf einem Balkon spielen. Er nahm einen Pflasterstein und warf ihn auf das unschuldige Geschöpf, und, wie er mir selbst nachher erzählt hat, siel dasselbe blutend mit zerschmettertem Kopfe zu Boden. Von jener Zeit an hatte er keine Ruhe mehr, da er be­ständig von Gewissensbissen gewartet wurde. Jede Nacht schrie er im Schlafe laut auf, denn

f A!otevövrg, 19. Sept. Zum viertenmal in wenrgen Tagen wurden heute die hiesigen Ein­wohner durch Feuerlärm in Schrecken versetzt. Dem Feuer, das in der Wohnung des Herrn Lützenbauer ausgebrochen, fielen 3 Scheunen und ein Wohnhaus zum Opfer. Unter dem Verpachte der Brandstiftung wurde ein Mitglied der Familie Lützenbauer verhaftet.

* Alsfeld, 19. September. Die hiesige landw. Winterschule beginnt ihr diesjähriges Wintersemester den 6. Novbr. An der Schule unterrichten 3 Landwirthschaftslehrer, 1 Kultur­techniker und 3 weitere Hilfslehrer. Die Schule ist zweiklassig; das Lehrpensum kann also in zwei Wintersemestern abfoloirt werden.

* WasHmglo«, 19. Sept. China hat durch seinen Gesandten lebhaft n Protest gegen den Befehl des Generals Otis erhoben, durch welchen die Chinesen von den Philippinen ausgeschlossen werden. Dem Vernehmen nach wird in dem Protest erklärt, das Vorgehen des General sei völkerrechtswidrig, es verstoße gegen die bestehenden Verträge und mißachtete die so lange bewahrte Freundschaft zwischen Caina und den Vereinigten Staaten. Präsident Mac Kinley wendet der Angelegenheit ernste Aufmerk­samkeit zu, da der Charakter des Protestes ihr über die in Betracht kommenden militärischen Fragen hinaus einen internationalen Anstrich gibt.

* Kapstadt, 19. Sept. Hier laufen an­dauernd Gerüchte um, daß die Regierung der

Südafrikanischen Republik gestern dem britischen Agenten in Pretoria eine zweite De­pesche übergeben habe, welche einen versöhn­licheren Charakter trage. In gewissen Kreisen ist man der Ansicht, daß die Haltung Transvaals Anzeichen von Nachgiebigkeit verrathe wahrschein­lich in Folge des Einflusses des Oranje-Frei- stsates.

Fokales.

Fulda, 20. September.

Wir machen unsere geehrten Postabon- uent en auch an dieser Stelle darauf aufmerk­sam, daß am 30. dieses Monats das gegenwärtige Quariol zu Ende geht und die Bestellung auf die .Fuldaer Zeitung" soweit sie noch nicht geschehen ist, bei der Post alsbald erneuert weiden muß, indem der ununterbrochene Em­pfang der Zeitung für die folgende Bezugszeit davon ab­hängt. Bei verspäteter Bestellung kann auf vollständige Lieferung kein Anspruch gemacht werden.

Kb’ Der Postauflage unseres heutigen Blattes ist der Bestellzettel zur Erneuerung des Abonnements auf unsere Zeitung für das 4. Quartal 1899 in je zwei Exemplaren beigefügt. DaS eine Exemplar wolle der verehrte Leser unseres Blattes selbst benützen und der

verordneten - Vorsteher als dem Vorsitzenden der Versammlung gezogen. Bis zum 10. November d. I. sehe ich einer Anzeige darüber entgegen, auf welchen Tag die Wahl Hemäß § 25. a. a.O. anberaumt ift."# -MMM

Das in der Hinterburg gelegene Staubach- sche WoH«Ha«s ging für den Kaufpreis von 22,050 Mk. in den Besitz des Herrn Mctzger- meisters und Gastwirths Theodor Fröhlich über.

* Am 1. Oktober gelangen diejenigen Sost- affifteuten zur etatsmäßigen Anstellung, welche bis einschließlich 30. Mai 1894 die Postassistenten­prüfung bestanden haben, oder denen anderweit

Konfession in 368 Tagespflegen, in 261 Sy,„ pflegen und 587 Nachtwachen.

* Kana«, 19. Sept. Wie viel die Budendesitzer an unserer leider auch zu ftüb Spiel- und Vergnügungssucht kränkelnden %»! verdienen, beweisen die Preise, welche bet Versteigerung der Plätze auf dem Juxplak- die diesjährige Herbstmesse erzielt wur» So zahlt der Besitzer für den Platz des eri Karoussels 600 Mark gegen 170 im Früh;, und der für den Platz des zweiten Karoust 390 Mark gegen 150 Mark im Frühjahre, a Platz für eine Schiffsschaukel kam auf 100 Mark, Der Geldsäckel der Stadt Hanau wird zwar i durch um die schöne Summe von 1945 Mark? reichert, aber----die Kinder! Nun —

es sind ja Kinder!?

* Irankfurl a. M., 19. Sept. Donner­tag, den 21. September d. I., begeht die biejk Englische Fräuleinschule feierlich den izi Jahrestag ibrer Gründung. — Unter BerückfiM gung der alljährlich nach hier und der Umgeqetl stattfindenden großen Obsttransporte (Kelter odst rc.) hat die hiesige Königliche Eisenbahn btretlion die Beamten in dankenswerther Wch. angewiesen, die möglichst rasche Beförderung uy Auslieferung der Obstsendungen sich angelegt» fein zu lassen und zu überwachen. Die Äufqch der letzteren erfolgt stets auf Eilfrachtbrief, ab» unter Berechnung als Frachtgut. Auch die vo« auswärts kommenden Ladungen sind als Eilqu, zu befördern. Zur Verladung' sollen stets säubert trockene und nicht frisch desinfizir'e Güterwaqti! genommen werden.

-r Margrelhenhamr, 19. Sept. , ,

geisteskranke Ludwig Dreifürst von hier wurde Mark per Pfund, schwarzes Kalbleder 1,50 bis heute Morgen im Walde tobt aufgefunden. 3,40 Mk., Wichsleder 1,05, 1,10 bis 1,90 Mk.,

* Heesfeld, 19. Sept. Ab Mittwoch Abend braune Kipse wurden mit 0,90 bis 2,25 Mk' wird auf hiesigem Bahnhof die Laderampe und schwarze Kipse mit 1,00, 1,20, 1,50 bis wegen Embouung einer Gleiswaage bis Ende 3,50 Mk. per Pfund bezahlt.

Oktober geschlossen und können Güter, welche * IrawkevHeim (Rhön), 19. Sept. Die von der Rampe aus verladen werden müssen, Frau Erbgroßherzogin hat unserer Ge- hier nicht verladen werden. meinde ein recht werthvolles Geschenk gemacht,

△ Motte«, 19. Sept. Am Samstag bestehend in einer nach ärztlicher Vorschrift zu- Abend ereignete sich ein bedauerlicher Todes- sammengestellten Einrichtung zum Transport und fall dahier. Theodor Stott, Kalkbrenner und dem Verband Kranker und Verunglückter, sowie Bauer, begab sich noch gesund nach seinem Kalk- einer Reihe von Artikeln, die bei der Behandlung ofen. Da er jedoch nicht wieder zurück- innerer und chronischer Krankheiten von Werth sind, kehrte, machten sich dessen Frau und Tochter * Borke«, 19. Sept. In dem benachbarten auf die Suche und fanden ihn sitzend von einem Gombeth brach heute Nachmittag gegen 4 Uhr Herzichlage getroffen im Eingang zum Kalkofen. Groß feuer aus. Von dem Gebäude des Bc- Alle Belebungsversuche blieben erfolglos. Heute sitzers Scharf ausgehend, nahm das Feuer in nun trug man des Aermsten Ueberrefte nach dem kurzer Zeit so gewaltigen Umfang an, daß binnen Gottesacker und war die Betheiligung sehr einer Stunde eine ganze Anzahl Gebäude in groß. Stott stellte einst einen tapferen Soldaten, Flammen stand. Es waren bald die Feuer- er war Veteran. Die Feierlichkeit trug einen wehren der benachbarten Ortschaften zur Stelle,

leibet fehlte es häufig an Wasser, das aus der er glaubte, es fei ihm ein Stein auf den Kopf etwa 1la km entfernten Schwalm mit Fässern gefallen. Ach! Ach, mein Gott! Gerecht sind geholt werden mußte. In das Krachen der Deine Gerichte!" Balken mischte sich das Jammergeschrei der

Aks Madame Etienne dieses hörte, sank sie in Frauen und Kinder. In den Straßen und den einen Stuhl, während sie ausrief: „Unglückliches angrenzenden Gärten umher liefen schreiend Weib, unglückliche Mutter! Das war mein Kind, Rinder und Schweine die zum Theil versengt meine theuere Mathilde, die von der Hand dieses waren: es war ein grauenvolles Bild der Ver- Mannes getödtet wurde." — Sie fiel auf die wüstung, das sich unseren Augen bot. Bis zur Knie und betete: „O Gott! Du weißt, daß ich Stunde jsind 15 Gebäude, alle den reichen keine Rachegedanken hege und keine Wiederver- Segen der Ernte in fich bergend, ein Raub der f—v-—| Verzeihe diesem Unglücklichen Flammen geworden. Eine Familie hat wiederum sein Verbrechen. Um dieses bitte ich Dich von nicht versichert. Wie man hört, soll das Feuer durch Kinder veranlaßt fein.

lang verpflegten diese beiden * Hroß-Anyeim, 14. September. In den Frauen, weinend und betend, den Sterbenden; letzten Tagen fand seitens des König!. Kreisschul- aber er öffnete seine Augen nicht mehr. Einmal Inspektors Herrn Bottermann-Fulda eine juckten feine Augenlider, gleichsam als eine Er- längere außerordentliche Revision sämmtlicher roieberung auf bie ängstliche Frage seines Weibes, Klaffen ber katholischen Schule statt. Da sich in ob er sie noch kenne. Vielleicht auch, baß feine allen Klaffen Uebeifööung an Schülern zeigte, Seele, schwebend zwischen Leben und Tod, der und bei der Zunahme unseres Ortes ein Zuwachs Eebete für ihn bewußt war; Gott weiß es. an Schulkindern bevorsteht, so kann die Gemeinde Madame Etienne ließ ihn auf ihre Kost«» nicht umhin, einen weiteren Schulbau auf­begraben ; sie sorgte auch dafür, daß die Witwe zuführen. Zu diesem Zwecke sind daher die An- eme Anstellung als Wäscherin erhielt. Bis auf wesen ber Ww. König unb bes E. Weiß in ber diesen Tag (benn sie lebt noch, unb ich kenne sie) Haaggaffe angekauft worben. Weiterer Ankauf unterläßt sie es keinen Tag, eifrig für ben Mürber ‘ ~ ’

bes lieben Kindes zu beten.