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26. Jahrgang.

Irrtöa, Freitag, den 8. September 1899

Wi 205

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fordert werden sollen und daß Minister von Hammerstein reif für den Rücktritt sei. Beide Angaben werden an Stellen, die gute Fühlung mit der Berliner Wilhelmstraße haben, für un­richtig erklärt, machen auch durchaus nicht den Wahrscheinlichkeit. Das Hammer-

aut unterrichteten Korrespondenten herrührt, hat virl wu' /' f-- Es ist IN par-

lamertarischen" Kreisen ein öffentliches Geheimniß, daß Herr v. Miquel im Staatsministerium

Drei und Vortag Stilaei Xdi«tbntcter<L ptter»gaS< Hf. « (van-omr).

© „Doktor der Technik".

„Seinen Doktor machen- bedeutet für den Besucher einer deutschen Universität noch einen besondern Abschluß dieses Besuchs neben den vorgeschriebenen Staatsprüfungen; man reicht eine Arbeit ein, deren Stelle häufig auch die im Examen abgeleistete vertritt, hält eine sogenannte Dispu­tation ab und bekommt dann, wenn alles gut ge­gangen ist, das Doktordiplom der betreffenden Universität in lateinischer Sprache ausgestellt. Ganz billig ist die Erwerbung des Titels nicht, und da er auch sonst keine besonderen Berechtigungen mit sich bringt, so ist wiederholt die Abschaffung dieser aus früheren Jahrhunderten stammenden Einrichtung angeregt n o den. Erst in diesem Früh­jahr beschäftigte sich das preußische Abgesrdneten- haus mit der Frage, ob der „Doktor" ebenso verschwinden solle, wie wir den einstigen „Magister der schönen Künste" nicht mehr kennen; aber die Inhaber akademischer Lehrämter, d. h. also alle Universitätslehrer halten zäh an dem Gebrauche fest daß ein zur venia legendi, zum Unterricht an der Hochschule, Zuzulassender, den Doktor­titel führen müsfe, und auch bei den Medizinern ist der hier und da zu findende Verzicht auf den Doktor" nur vereinzelt geblieben. So werden wir ihn wohl behalten und die Universitätskassen brauchen um die hübsche Einnahme nicht bange

Wer jemals aufmerksam durch die Straßen der Hauptstadt ging, dem werden die Jammerge­ialten der unglückseligen kleinen Hausirer das tiefste Mitleid und zugleich die Frage erweckt haben, warum man dergleichen nur zuläßt. Der gut polizeilich geschulte Staatsbürger liberaler Gattung versteigt sich ab und zu zu einer Klage über die „zunehmende Verrohung der Jugend , nimmt sich aber nicht die Mühe, über die be­dauerliche Ursache nachzudenken. Wenn man die Kleinen schon frühzeitig zum Erwerbe auf die Straße jagt — und was für ein Erwerb ist das oft! — dann ist die körperliche und sittliche Verwilderung doch nicht wunderbar. Hier sollte auch die Armenpstege, deren sich gerade Berlin so rühmt, thatkräftigst eingreisen, um den Eltern den Vorsatz, die Kinder nicht der Straßenvaga­bundage zu überliefern, zu erleichtern. Hier wäre Gelegenheit, zu zeigen, daß man um einzelner Unwürdiger willen, die ihr Ehrenamt in unver­antwortlicher Weise verwalten, nicht die ge- sammte hauptstädtische Armenpflege verurtheilen darf! Im Uebrigen können wir nur wieder­holen, daß Polizeiverordnungen gegen die Kmder- Ausbeutung nur einen Nothbehelf darst-llen, daß ausreichende Hilfe nur von gesetzlichem Eingreifen

zu sein.

Aber der Titel soll nicht lange mehr das alleinige Vorreckt der Universität bleiben! Die technische Hochschule, die kräftig aufblühende jüngere Schwester der Pflanzstätte bumanlftlschen Wissenschaft, hält dafür, daß ihr billig sei, was man bei jener als recht erkennt, und so sehen wir seit einiger Zeit eine von den Universitäten vergeblich bekämpfte Bewegung d asür anwachsen daß dem „Dr. med.“ oder „phil.” oder ein „doctor rerum technicarum“, ein Doktor der Technik, gleichberechtigt zur Seite gestellt werde. Ganz neuerdings verlautet auch, der Kaiser wolle in seiner Eigenschaft als König von Preußen den preußischen technischen Hoch­schulen — Berlin, Hannover, Aachen — zur be- vorstebenden Hundertjahrfeier des Berliner Poly­technikums das vielumstrittene Recht verleiben, Doktoren zu ernennen, die denen aller Fakultäten der Universität gleichgestellt sein sollen. Wer sich der oft bezeugten Theilnahme des Kaisers für die technische Wissenschaft, wer sich insbe­sondere daran erinnert, daß er im vorigen Jahre drei hervorragende Lehrer der letztern, zu dem ausgesprochenen Zweck, diese zu ehren, zu Mit­gliedern des Herrenhauses ernannte, der wird tue neuerliche Meldung nicht für unwahrscheinlich ansehen. Er wird sie, wenn er unbefangen denkt, auch begrüßen. Der großartige Aufschwung der technischen Wissenschaft, von welchem die seitab aller Kultur gelegenen Länder widerhallen, ver­leiht ihren berufenen Vertretern das volle Recht auf Gleichachtung und Gleichstellung mit der Universität. Die geistige Arbeit hier wie dort ist die gleiche, vordem soll also dem für reif er­klärten Techniker der Titel vorenthalten bleiben, den man, nach Jahrhunderte lang geübtem Brauch, dem von der Universität Abgehenden auf feinen Wunsch nicht versagt? Der „Doktor" paßt nur

,Bis jetzt dachte ich," sagte Snape, „mein Sekretär sei in die Hände von Bauernfängern gefallen; Bradhurst war ja immer ein offener, zuverlässiger, ehrlicher Mann, dem ich schon seit lange großes Vertrauen schenkte."

„Meine Erfahrung lehrt mich, daß solche Leute die schlimmsten sind, wenn sie einmal auf Abwege gerathen."

Die nun gesammelten Beweise schienen nach Marshs Ansicht so schlagender Art, daß er sich für voll berechtigt hielt, einen Steckbrief aus Bradhurst auszufertigen. Seit 13 Stunden war der Detektiv in aufreibender Thätigkeit, aber ehe er sich nun eine Stunde Ruhe gönnte, wollte er zuvor noch, von dem Sergeanten begleitet, die Wohnung in der Eoingburgstraße aufft'.chen. So fauer war dem Sergeanten noch nie in feinem Berus ein Gang geworden, wie dieser.

Es war bereits 10 Uhr Abends, als die Polizisten an der Hausthür klingelten. Sobald Herr Ormrod geöffnet hatte, fuhr Marsh ihn barsch an: „Wo ist Herr Bradhurst?"

„In London." .

Ohne eine Aufforderung abzuwarten, trat der Beamte ein und ging dis in das hinterste Zimmer, wo die Frauen zusammengekauert vor dem Feuer saßen: „Wer von beiden ist tftau Bradhurst?" „

„Ich!« Dabei sprang sie auf. „Was wollen Sie von mir?" ... .

Marsh theilte ihr kalt und geschäftsmäßig den Thatbestand mit; auch daß er den Haftbefehl be­reits auSgefertigt habe. Frau Bradhurst sank, keines Wortes mächtig, aus-ihren Stuhl zurück, während Nellie nur einen Blick des Zornes und

Der zrheimmßville ReWeschrtk.

Ein Geheimniß und feine Entdeckung von Rivington Pyke.

U (Nachdruck verboten.)

Alles, was Marsh sagte, war, so klar, so einleuchtend, daß jeder Zweifel schwinden mußte, und doch war Bullough nicht ganz überzeugt.

Da Sie so befreundet sind, wisfen Sie wahr­scheinlich auch, wo Bradhurst wohnt?" forschte er.

„Edingburgstraße Nr. 32."

Marsh sah in seinem Buche nach; dieselbe Adresse war ihm ja als falsch angegeben worden.

„Der Bursche hat also doch seine richtige Adresse genannt. Bullough, wie konnten Sie denn berichten, sie sei falsch?"

„Ich schloß es daraus, daß der Name nicht stimmte." r, , ,

„In der That eine schlaue Kombination! Nehmen Sie sich jetzt zusammen. Erfuhren Sie Über Bradhursts Lebensweise etwas? Versuchten Sie Überhaupt, irgend etwas herauszubekommen?"

„Ja, Bradhurst war in London und wollte erst "in einigen Tagen zurückkehren, da feine Ge­schäfte noch nicht beendigt waren."

„Nun, die seines Geschäftshauses; seine Frau erzählte wenigstens so."

Marsh hielt es für richtig, selbst mit dem betreffenden Chef zu sprechen. Sc verpflichtete Cockram, über das Vorgegangene zu schweigen, und begab sich in Begleitung des Sergeanten nach Snapes Bureau. Hier wurde er noch mehr von Bradhursts Schuld überzeugt; selbst der Ches begann, an sie zu glauben.

«scheint täglich, «.Suinahme der «onn- und Feier- t^e.Liert«liährl. F»,ag»prei»

-bneBringerlohn

Bestellgeld in «ulda und aur- ^zrt-lM.bvPs.

zu erwarten ist. _ .

2 46. General Wersammkimg der Katho­liken Deutschlands zu Weisse. Auf Anord­nung des Herrn Präsidenten der 46. General- Versammlung sind die von der Versammlung ge­faßten Beschlüsse an sämmtliche katholische Blatter Deutschlands versandt. — Der Inhalt des Fest- bla tt e s erscheint seinem wesentlichen Inhalte nach auch im stenographischen Berichte, welcher in 6 Wochen zur Versendung gelangt. Der steno­graphische Bericht ist auch Nichtmitgliedern zu­gänglich, und zwar gegen Einsendung von 4 Maik an die Geschäftsstelle der Meister Zeitung. Be­stellungen werden dort schon jetzt entgegengenom­men. Die Festschrift - Neisse einst und jetzt, 140 Seiten mit 13 Illustrationen — wird gegen Einsendung von 1 Mk. lO Pfg. oder gegen Nach­nahme versandt.

♦ Stuttgart, 7. Sept. Bei prachtvollem Wetter sand heute auf dem Exerzierplatz zwischen Untertürkheim und Cannstatt die Parade des 13. (württembergischen Armee­korps und der für die Manöver gebildeten Kavalleriedivision A., bestehend aus acht Reiterregimentern, unter ungeheuerem Andrange der Bevölkerung statt. Der Kaiser, die Komge von Württemberg und Sachsen, der Großherzog von Hessen, Prinz Ludwig von Bayern, Prinz Albrecht von Preußen sowie die üb­rigen hier anwesenden Fürstlichkeiten erschienen Punkt 9 Uhr zu Pferde. Die Königin von Württemberg traf in vierspännigem Wagen auf dem Paradeselde ein. Nach Abreiten der Front der in zwei Treffen ausgestellten Truppen erfolgte einmaliger Vorbeimarsch, bei der Infan­terie in Regimentskolonne, bei der Kavallerie m Schwadronssront im Schritt. Der König führte dem Kaiser fünf Regimenter vor. Der Kaiser, der König von Sachsen, der Großherzog von Hessen und Prinz Ludwig von Bayern sührten ihre Regimenter vor. Andern Vorbeimarsch nahm auch ein Radfabrerdetach

der Verachtung für den Mann des Gesetzes hatte. Erst jetzt erkannte Marsh Herrn Ormrod.

„Sah ich Sie nicht heute in Manchester tm Hutladen?"

„Jawohl?" . .

"Darf ich fragen, wie Sie hierher kommen und ob Sie mit dem Gesuchten bekannt sind.

„Er ist mein Schwiegersohn." ;

Der Inspektor gestand sich ärgerlich, daß er diesem Manne gegenüber einen Fehler begangen, indem er sich offen ausgesprochen batte

Warum sagten Sie mir das nicht gleich, als wir "uns heute trafen? Sie hatten ja den de- wußten Hut Übrigens schon betrachtet, alsrch tn den Laden trat. Hatten Sie ihn erkannt? Jetzt verstehe ich Jbr wunderbares Interesse.

Der schneidende Toy, in dem Marsh ge­sprochen, verletzte die Anwesenden tief. Ormrod mußte alle Fragen bejahen.

„Auch ohne Ihre Hilfe bin ich so weit ge­kommen und werde mein Ziel erreichen. Vielleicht sagen Sie mir gutwillig, was Sie Über die Ab­sichten Ihres säubern Herrn Schwiegersohns wissen; wenn nicht, so werde ich, falls es mir nöthig erscheint, hier Haussuchung halten.

Ormrod sah Nellie einen Augenblick verstand- nißlos an, dann erzählte er wahrheitsgetreu alle Ereignisse jenes schrecklichen Tages. Bobs Adresse und Walters Telegramm notirte der Inspektor, alles Uebrige war ihm ja bekannt.

.Können Sie auf Ihren Eid versichern, daß Ihnen nichts Weiteres von Ihrem Schwiegersohn ^""Wahrhaftig nicht," versicherten Nellie und I Ormrod wie aus einem Munde.

besitzt, zumal nach seinem eigenartigen Verhalten bei der letzten Krisis, und daß auch das Ver­trauen des Kaisers in Herrn v. Miquel mch mehr so stark ist, wie früher. Herr v. Miquel aber ist, wie die .Köln. Ztg.' schreibt, „jetzt me^r den je von seiner Unentbehrlichkeit über­zeugt". Damit dürfte der Herr Vizepräsident des Staatsministeriums sich doch einem großen Jrrtbum hingeben. Gerade das Umgekehrte fit der Fall. Ein Minister, der bei seinen Kollegen auf Antipathie stößt und der nachgerade bei allen Parteien das Vertrauen, das keine Reaierung entbehren kann.v ollständig elnqebüßt haß ist eher alles andere, als „unentbehrlich .

X Es Wetterleuchtet immer noch in der preußischen Verwaltung, in manchen Regionen kehrt die Ruhe anscheinend nur schwer wieder ein Während konservative Blätter aus einigen Gegenden des Ostens eine Art förmlichen Be­amtenstreiks als Folge der Landrathsabsetzungen melden, schwelgen die liberalen int Vorgenusse weiterer Maßregelungen, wobei aber wohl öfter der Wunsch der Vater des Gedankens ist. So | ist wohl die Meldung der ,Nat. Ztg.' aufzu- i* . r. <Ol.«—Sa Söv Qrtnhmtrfnl» ATIs

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Lt‘Ä****I»W WÜWMi fit M. nur »um Theil richtig, insofern eben menschliche Ein- Greifen ein offen

darunter verstand. Und endlich laufen bte roipe_P' chastlichen Grenzen der Universität und der tech­nischen Hochschule heutzutage vielfach so meinander daß man keiner von beiden mehr em streng tn sich abgeschlossenes Wissensgebiet zuweisen kann. Lehrstühle sür volkswirthschaftlrche Geschichte und Literatur sind ebenso Erforderniß bet eivemPoly- technikum, wie Chemie, Physik und sonstige Zweige der sogen, angewandten Wissenschaft «ne Heim­stätte an der Universität finden. Sckon heute liegt der Fall so, daß einzelne Professoren der philosophischen Fakultät ihren Fachgenossen an den technischen Hochschulen wissenschaftlich weit näher stehen als ihren engeren Kollegen. Darum wird die angekündigte Maßnahme, mag man sonst über den „Doktor" denken wie man will, als Fortschritt im Sinne unfern geistigen Ent­wickelung aufzufassen sein.______________________.

Eindruck der Wahrscheinlichkeit. Das Hl stein-Gerücht erklärt die ,Nordd. Allg. Zt, gänzlich erfunden. „Gereizt" wird d«- preu­ßische Regierung allerdings nach Möglichkeit; fast aus jedem Kreise der abgesetzten Beamten kommen — von der agrarischen Presse mit Be­hagen verzeichnet — Abwandlungen des „Wir halten fest und treu zusammen", nämlich konser­vative Männer und ihr seitheriger Landrath. Noch nie war in Preußen der erste Beamte des Kreises eine so populäre Person, wie jetzt tn manchen Gegenden, und bewegte Abschiedsfeiern, theilweise mit Fackelzug sind an der Tagesordnung!

4- Sozialpolitisches «ms der Weichs- ljattptstadt. Die Berliner Stadtoerordneten- Verfammlung wird demnächst Gelegenheit er­halten, sich von der sozialpolitischen Seite zu zeigen Der Stadtverordnete Singer beantragt nämlich: a) Erlaß eines Ortsstatuts, wodurch für Berlin die Sonntagsarbeit von Ge­hilfen, Lehrlingen und Arbeitern m ! Fabrik- Speditions-, Groß- und Bankgeschäften gänzlich untersagt wird. (Das Reichsgesetz er­laubt die Arbeit bekanntlich nur für eine gewisse a»it läßt aber weitergehende Beschränkungen zu./ b) Ein Ersuchen an das Polizeipräsidium, es möge die gewerbliche Beschäftigung von Schulkindern vor Beginn der Schulzeit und nach 6 Uhr Abends, das Feilbieten und den Verkauf von Waaren, die Verwendung von Kindern zu Schaustellungen, das Austragen von I M!ch, Backwaaren und Zeitungen verbieten.

Deutsches Deich.

Berlin,«. Septembe.. i l H" diedem Bunde der Lcmdwirthe an- x Zu der j«tt«ßcttH^^^ttrgerKarser' f ' P Staatsbeamten zum Austritt aufge- rede bemerkt die .Kreuzzeitung', das Hauptblatt „ ... —

der preußischen Konservativen, u. a . . .. „der bemerkenswertheste Theil der kaiserlichen Rede ist ohne Zweifel derjenige, welcher sich auf die Stellung des Staates zur Kirche bezieht. Wir wollen dahingestellt sein lassen ob die hier­her gehörigen Sätze (wie die ,Voss. Ztg. und der ^Vorwärts' meinen) durch Kundgebungen auf dem Katholikentage (? Red.) veranlaßt sind. Wir enthalten uns auch einer Untersuchung der Frage, ob die Worte Sr. Majestät tn staa s- rechtlicher Beziehung unanfechtbar sind und so­mit die in kirchlichen Kreisen herrschenden An­schauungen decken. Die Hauptsache für uns ist, daß der Kaiser auf den engen Zusammenhang -wischen Staat und Kirche hingewiesen uns auch feinerseits die Nothwendigkeit des Kampfes gegen Len Unglauben anerkannt hat. Gewiß soll man sich hinsichtlich der Stimmung der Be­völkerung keiner Täuschung bingeben und insbe­sondere aus ihrer Haltung bei Paraden und ähn­lichen festlichen Veranstaltungen fetne über« eilten Schlüsse ziehen. Aber der unbefangene Beobachter muß zugeben, daß die Stimmung für das deutsche Reich in den elsaß-lothnngrschen Kreisen Fortschritte gemacht hat". ,

* Zum MckUritt des Kultusministers gr Dosse schreibt der konservative .Reichsbote': Die'Gründe für den Rücktritt des Kultus­ministers Dr, Bosse liegen tiefer, als man an­nimmt, und reichen schon viele Jahre zu­rück Namentlich kommt die Antipathie, die zwischen dem Finanzminister Dr. Miquel und ihm herrschte, in Betracht. Dieser Gegensatz ist ja auch in den Kammerver­handlungen stark zum Ausdruck gelangt." — Die Mittheilung des .Relchsboten', die an­scheinend von einem bekannten und gewöhnlich

Was sagen Sie nun, Sergeant," fragte höhnisch der Vorgesetzte. ,

Das Geheimniß wurde immer unergründlicher. Bullough stand, wie vom Donner gerührt. Sem Freund ein gemeiner Verbrecher? Unmöglich! Und doch war der Schein gegen ihn!

„Kommen Sie, Sergeant, wir müssen Hau^ suchung halten, es werden sich, gewiß noch Papiere finden, die mehr Licht in die Sache bringen."

14. Kapitel.

An jenem vielbesprochenen Sonnabend Nach­mittag des 6. Dezember war der Dampfer „Man- bina", von Boston kommend, int Hafen von Liverpool gelandet. Die meisten Passagiere ver­ließen das Schiff, nur eine Dame, den Mittels' nden als Frau Brand bekannt, saß trotz der allgemeinen Unruhe in einer Ecke und las eifrig einen langen Brief, den sie bann in lauter kleine Stücke zerriß und dem Wasser übergab. Uns in ter es yr en nur folgende Stellen aus demselben: Entdeckung ist gewiß; mir bleibt nur die Flucht; denn ich kann es nicht über mich gewinnen, den Folgen meiner Thorheit ins Gesicht zu sehen. So wahr nur @ott helfe, ich will ein neues Leben beginnen. Karten, Spekulationen, Wetten entsage ich, daS Ziel meines Lebens soll darin bestehen, das gestohlene Geld durch ehrliche Arbeit der Versicherungsge- sellschaft zurückzuerstatten. Willst Du mir folgen und helfen? Verläßt Du mich, bann weiß der Himmel allein, wie tief ich noch sinke. Verstoße mich nicht; Du ''ollst es nie bereuen! Ich habe die Absicht, mich irgendwo tm Norden, in der Nähe von Carlysle, wo mein Vater herstammte,

mit AnterHaktungs-Aeikage „Mnstrirte Sonntags-Zeitung.