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Fuldaern

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mit Unterhaltungs-Beilage „Illuflrirte Sonntags-Zeitung"

Den« na» Verla, »er Fnldaer »ctteudrn ckeret. peterrzage Nr. 1 (Larmonie).

S

M 198.

JuLöcr, Donnerstag, den 31. August 1899.

26. Jahrgang.

$ 46. Generalversammlung der Katholiken Deutschlands zu Neisse.

(Originalbericht der „Fuldaer Zeitung".)

Neisse, 29. August.

V.

Dritter Tag.

2. geschlossene Wersammknng.

Der heutige Tag wurde eingeleitet durch ein seierliches Requiem für die verstorbenen Mit­glieder der früheren Generalversammlungen in der Kreuzkirche zum hl. Petrus und Paulus.

Die 2. geschlossene Versammlung wird durch den Präsidenten Dr. Spahn um 11 Va Ufa mit dem katholischen Gruße eröffnet. Eingelaufen ist wieder eine Reihe von Begrüßungsschreiben, darunter eins vom früheren ständigen Kommissar für die Katholikenversammlungen, Fürsten zu Löwenstein, vom Canisiusverein, vom katholischen Lehreroerband für Oesterreich und von den in München versammelten Deputirten der katholischen Arbeitervereine Süddeutschlands.

Es folgen die Berichte der Ausschüsse. Namens des Ausschusses für die Römische Frage empfiehlt Legaiionsrath v. Kehler eine Resolution, in welcher dem Papste für seine Encyklika vom 25. Mai d. I. betr. die gemein­same Weihe des Menschengeschlechtes an das göttliche Herz Jesu gedankt und die Andacht zum Herzen Jesu allen Katholiken dringend empfohlen wird.

Nachdem P. Nix die Resolution begründet, wird dieselbe angenommen. Sodann wird ein Antrag des Windthorstbundes angenommen, welcher sämmtlichen katholischen Vereinen neben den anderen Vereinszwccken insbesondere die Selbstschulung empfiehlt, damit die Mitglieder in der Lage sind, in allen öffentlichen Angelegen­heiten ihr volles Gewicht in die Wagschale zu legen. Zu diesem Zweck wird auch die Gründung von Vereinen katholischer Männer nach dem Muster des Windthorstbundes in Essen empfohlen. Ferner ein Antrag, welcher die allgemeine Ein­führung des Vereins der christlichen Familie em« pfiehlt; ein Antrag, welcher bittet, von Ver­gnügungen fernzubleiben, durch welche der sonn­tägige Gottesdienst beeinträchtigt wird; ein An­trag, welcher die Aufmerksamkeit auf die kathol. Gesellenvereine hinlenkt und die Gründung von Fachabtheilungen innerhalb dieser Vereine em­pfiehlt; ein Antrag, welcher bedauert, daß der Staat durch billige Sonntagszüge an den Sonn­tagen die Entheiligung des Sonntags befördere. Aus dem Ausschuss« für Missionen und Charitas wird ein Antrag angenommen, welcher die Mäßigkeitsbestrebungen des Charitas- verbandes des katholischen Deutschlands empfiehlt und die Gründung solcher Vereine in Mittel- und Ostdeutschland befürwortet.

Präsident Dr. Spahn theilt mit, daß ein Antwort - Telegramm vom Kaisers eingegangen sei, durch welches ^r seinen Allerhöchsten Dank für den Huldiaungsgruß ausspreche. Der Präsi­dent bringt ein Hoch auf den Kaiser aus, in das die Versammlung begeistert einstimmte. — So­dann wird ein Antrag angenommen, welcher die Unterstützuna der MissionS- Gesellschaften in den

Btt gthtimißmlt Mstztfihttt.

Ein Geheimniß und seine Entdeckung von Rivington Pyke.

4 ------ (Nachdruck verboten.)

„In Amerika pafftet dergleichen beständig," bemerkte Karl gleichailtig.

„Von Bahnhof Euston fuhr heute ein Daukee ab, dem ich solche Niederträchtigkeit wohl zuge­traut hätte!"

„Weshalb?"

„Wir gingen auf und ab, bis Walter kurz vor Abgang des Zuges einsteigen mußte; er blieb jedoch noch an der Thür stehen, um mit mir zu sprechen. Im letzten Augenblick kam dieser Schurke von Amerikaner, stieg in dasselbe Coupe, obgleich in diesem bereits eine ganze Fa­milie fap, stieß Walter von der Thür fort und stellte sich vor dieselbe, das nenne ich unver­schämt."

„Echt amerikanisch."

„Er wartete auf einen Gepäckträger, der ihm eine Reisetasche brachte, und mit dem unterhielt er sich, bis der Zug abging, so daß Walter nicht mehr an die Thür kommen konnte."

„So hast Du Deinem Freunde also zum Ab­schied nicht einmal die Hand reichen können."

„Nein, und der Bursche setzte sich Walter noch gegenüber, so daß dieser ihn bis Preston, vier bis fünf Stunden lang, ansehen mußre. Ich hätte es nicht ausgehalten."

„Hier steht aber noch etwas von einer Frau," sagte Karl nach einer Pause, in welcher er die Zeitung weiter dnrchstudirt hatte.

deutschen Schutzgebieten empfiehlt. Ein Antrag, welchen Pater Nix gestellt hat, warnt die Ar­beiter, aus Anlaß der Weltausstellung zu Paris dort Arbeit zu suchen, da bereits viele Arbeiter wegen Ueberfluß an Arbeitskräften hätten zurück­kehren müssen. Der Antrag wird angenommen. Ebenso werden angenommen Anträge, welche den Franziskus - Xaverius - Verein, den St. Josephs- verein in Aachen, den Bonifatiusverein und die Bestrebungen des Canisiusvereins empfehlen, lieber die Beratungen des Ausschusfes für soziale Fragen referirt Dr. Pieper - M. - Gladbach. Ein Antrag betr. die Sonntagsruhe wird ange­nommen. Ferner wird ein Antrag angenommen, welcher das Studium der sozialen Frage empfiehlt und zu diesem Zwecke die sozialen Vereine auf­fordert, diese Frage zum Hauptgegenstand ihrer Vorträge zu machen, der weiter fordert, daß ein­zelne Arbeiter und Gesellen gründlicher geschult würden; daß die gebildeten ?'>tänbe in lokalen Konferenzen sich mit dieser Frage beschäftigen; daß regelmäßige Vorträge, namentlich in Industrie- Bezirken, gehalten würden; daß die katholische Jugend aller Stände sich mit dieser Frage be­schäftige; daß mehr als bisher die Geistlichen und gebildeten Laien sich dem akademischen Studium der National-Oekonomie widmeten. Ein weiterer Antrag empfiehlt Fürsorge für jugendliche Arbeiter durch Gründung von Lehrlings- und jugendlichen Arbeiter-Vereinen. Der Antrag wird angenom­men. Ebenso ein Antrag, welcher den Hand­werkern eine energische Mitwirkung an der Aus­führung des neuen Handwerker - Gesetzes, beson­ders durch Gründung von Innungen, empfiehlt. Genera.- Sekretär Dr. Hille macht auf die sozialen Kurse aufmerksam, welche im Berliner Leohospize stattfinden. Es folgen Anträge aus dem Ausschüsse für Schule u. s. w. Nach Befürwortung durch den Vorsitzenden Dr. Bachem wird ein Antrag angenommen, welcher die Er- theilung des Religionsunterrichts für alle Volks­schulklaffen in der Muttersprache fordert. Ferner wird ein Antrag angenommen, welcher den deutschen Katholiken die internationale Huldigung für die Werke Don Bosco's empfiehlt, welcher durch den Bau einer Kirche am Grabe des Seligen zu Valsabica betätigt werden soll. Ferner werden verschiedene Anträge angenommen, welche die katholische schöne Literatur, die illu- ftrirten Unterhaltungsblätter, die Jugendliteratur und die Presse betreffen. In letzterer Beziehung wird vor der farblosen Presse, ihren Feuilletons, Tagesneuigkeiten und Inseraten gewarnt, und die Centrumspresse den Katholiken dringend empfohlen. Diese Anträge wurden von Herrn Dr. Bachem in längerer Rede warm befürwortet, ebenso von Dr. Huppert- Bensheim, welcher auf die einzelnen Werke der katholischen Unterhaltungsliteratur aufmerksam machte. Hierauf schloß gegen 3/<2 Ufa die Versammlung mit dem katholischen Gruß.

2. öffentliche Wersammknng.

Der Andrang zur heutigen Nachmittagsver­sammlung ist ebenso stark wie am Tage vorher.

DerVizeprästdent Graf Oppersdorferöffnet dieselbe um 5l/i Ufa mit dem katholischen Gruße. Unter den bekannten Persönlichkeilen nennen wir heute noch den geistlichen Rath Brühl-Breslau,

„Die wird er wohl über Bord geworfen haben," meinte Bob. „Wenn ich diesen Amerikaner nur einmal fünf Minuten unter meinen Fingern haben könnte."

5. Kapitel.

An dem diesem Freitag vorangehenden Donners­tag hatte die oberste Polizeibehörde bereits aus NemIock Mtttheilung von der Unterschlagung und Bents Flucht erhalten, dazu auch eine genaue Beschreibung der verdächtigen Personen. Darauf­hin waren olle Hafen- und Bahnbehörden zur genauen Beobachtung aller Durchreisenden ange­halten worden. Der am anderen Morgen ein« laufende Bericht Higgs erregte daher keine Ver­wunderung in Manchester, und der Polizeiinspektor Marsh war daraufhin bereits um 10 Ufa früh in Gulby.

Sergeant Higgs holte feinen Vorgesetzten von der Bahn ab und bekam sofort einen Verweis, daß er nicht noch in der Nacht den Vorfall be­richtet hätte, da dies eine Sache von äußerster Wichtigkeit wäre.

„Aber der Mann ist doch tobt," wollte sich Higgs entschuldigen.

„Seine Frau aber nicht, und Geld und Papiere sind fort."

Der Polizeiinspektor untersuchte nun selbst den Todten, alle feine Sachen nebst dem Waggon, in dem er gesessen, doch erwies sich seine Untersuchung genau so erfolglos, wie die vorhergehenden. Wie das Telegramm meldete, war er mit feiner Frau aus New-Iork geflohen; dennoch lag die Wahrscheinlichkeit nahe, daß sie auch weiter mit einander in Verbindung gebtieben, wenn auch nur

P. Prior Augustin Keller-Berlin und P. Bertrandns, Professor am Kollegium Albertinum in Veuloo. Die Antwort des Kaisers wird nochmals verlesen und ein zweites Hoch auf den Monarchen aus­gebracht, in welches die Versammlung dreimal begeistert einstimmt.

Zunächst erhält das Wort Abg. Pfarrer Langer, welcher über die Agrarfrage spricht. Derselbe führt aus, daß das Wohl des Staates stets von einem kräftigen Bauernstände abhängig gewesen fei. Eingedenk dieses Lehrsatzes de^ Ge­schichte sei das Centrum daher auch in erster Linie für die Landwirthschaft eingetreten. Die Agrarkrisis fei herbeigeführt worden durch den Preissturz für landwirthschastliche Produkte und durch die moderne Geld- und Kapitalwirthschaft und die dadurch bedingte Verschuldung des land- wirthschastlichen Besitzes. Der Preissturz erkläre sich aus den außerordentlich niedrigen Produktions­kosten der Getreide bauenden und Getreide expor- tirenben Länder, bereit Konkurrenz für die deutsche Landwirthschaft sich durch die Verbilligung der Frachten noch empfindlicher machte. Die land- wirthschaftlichen Güter Schlesiens hätt-n sowohl an Werth, wie an Reinertrag 25°/o Verlust er­litten. Mit dieser Lage der Landwirthschaft hänge die Leutenoth zusammen, welche die Rentabilität der Landwirthschaft überhaupt in Frage stelle. Im weiteren führt Redner an, was das Centrum alles für die Landwirthschaft gethan habe, und verweist auf die Schutzzölle, die Börsenreform, das Verbot des Terminhandels u. a. m. Da könne man doch dem Centrum nicht vor- roerfen, daß es für die Landwirthschaft nichts thue. Wenn es sich herausstelle, daß die Handels­verträge zu Gunsten der Landwirthschaft geändert werben müßten, würde das Centrum dabei sein. Man habe früher vergessen, ein Agrarrecht zu schaffen, und die Folge sei gewesen, daß man den gesteigerten Ertragswerth kapitalisirt und die Gütes mit hochoerzinsten, nicht amortifirbaren Hypotheken belastet habe. Heutigen Tags komme es häufig vor, daß ein junger Manu, der ein Vermögen von etwa 6000 Thalern und eine Braut mit 6000 Thalern sich nicht begnüge mit einem Gut von 12,000 Thalern, sondern er wolle ein Rittergut haben (Heiterkeit); die Mädchen wollten in einen verschuldeten Besitz nicht hineinheirathen. Wenn die Verschuldung so weiter gehe, habe man in 50 Jahren keine Bauern mehr. Staat und Selbsthilfe müssen hier eingreifen. Schnell könne die Sache allerdings nicht gemacht werden. Zunächst fei die Beleihung der Grund­stücke mit unkündbaren Hypotheken durchzuführen; das Erbrecht müsse geregelt werden; der Bauer müsse sich organisiren zu genossenschaftlichen Vereinen; Raiffeisenkaffen müssen gegründet wer­den. Wenn die Bauern zum Centrum hielten, so würde ihnen schon geholfen werden. — Leb­hafter Beifall folgte ler Rede. Der Präsident sprach dem Redner mit Dank der Versammlung ans.

Rektor Dr. Hup per t-Bensheim spricht sodann über die moderne Literatur. Die Vertreter der­selben erklärten dem Christenthum den Krieg. Die Werke der modernen Literatur seien Pamphlete auf die katholische Kirche. Ebenso verhalte es sich mit ihrer Sittlichkeit. An Stelle der christ­lichen Moral trete das emanzipirte Dirnenthum.

im Geheimen. Vermuthlich waren sie im selben Zuge, vorsichtshalber aber wohl in verschiedenen Koupees gefahren. Die Frau mußte die allgemeine Verwirrung und Dunkelheit benutzt haben, um Schlüssel, Fahrkarte, Papiere u. f. w an sich zu nehmen und dann weiter zu reifen. ®ejn stand zwar entgegen, daß her Inspektor keine Dame gesehen hatte, auch konnte sie nicht gut zwei große Koffer mitgenommen haben, die ja im New-Parker Telegramm besonders erwähnt waren. Das über den Vorfall schwebende Dunkel schien sich nicht lichten zu wollen!

Marsh gab sich aber nicht so leicht zufrieden, wie fein Untergebener, sondern fragte, ob niemand da wäre, den er über die im Zuge befindlichen Reisenden vernehmen könnte. „Von den Insassen dieses Waggons sind nur eine Frau und ein Kind lebend geblieben. Beide sind noch hier," antwortete der Bahnbeamte.

„Führen Sie mich sofort zu ihnen, ich muß sie sprechen!"

Mutter und Kind hatten in einer Hütte Unter­kunft gefunden; Erstere war so weit hergestellt, daß der Inspektor sie vernehmen konnte: „Ich will sie nicht lange behelligen, sondern bitte nur, mir einige Fragen zu beantworten. Stiegen Sie vor dem Amerikaner in den Zug?"

„Ja, wir befunden uns bereits in demselben, als er ankam."

„Kam er allein auf den Bahnhof?"

„Es war wenigstens niemand bei ihm, als er in den Wagen flieg."

„Ist er auf der ganzen Reise mit jemand zu­sammen gekommen?"

„Nein."

Das seien die „Ich-Menschen" nach Nietzsche. Die Kunst habe das Schöne darzustellen; das sei aber nicht zu trennen von dem Wahren und Guten, das sei die reine christliche Auffassung. Nichts sei moderner als das Christenthum. Die moderne Richtung habe wenigstens das Gute, daß sie die Tiefen der menschlichen Gesellschaft aufdeckte. Freilich unterscheiden sich die Modernen in der Ferne von den christlichen Schriftstellern; auch diese könnten in den Sumpf des Lasters hinuntersteigen, und trotzdem könne ihr Kunstw-rk außerordentlich hoch stehen. Um eine Besserung zu erzielen, müsse man in eine lebhafte Agitation für die katholische Lite­ratur eintreten und dafür sorgen, daß kein Schund im Volke gelesen werde. Das kathol sche Volk müsse feine Dichter ehren; besonders müssen hier die Damen mitwirken und zu Weihnachten katho­lische Werke kaufen. Zum Schluß spricht Redner die Hoffnung aus, daß aus dem Augustinusoer« ein Männer hervorgehen mögen, die vom Geiste ihres Protektors, des hl. Augustinus, beseelt seien. (Lebhafter Beifall.) — Der Präsident dankt dem Redner für feine Ausführungen.

Baurath Ebers-Breslau verbreitet sich über den Bonifatiusverein und gibt einen geschicht­lichen Rückblick über das Wirken des hl. Boni­fatius und die Entstehung des Bonifatiusvereins und gibt in längerer Ausführung verschiedene Mittheilungen über diesen Verein. Der Präsident dankt dem Redner Namens der Versammlung und schließt letztere um 3/<8 Ufa mit dem katholischen Gruße.

Heute Vormittag 9 Ufa fand eine

Bersaurmkuttg der Präsides der kathol. Arveilervereine Schlesiens

im kleinen Brauhaussaale statt. Dieselbe wurde durch den Präses des Neiffer Arbeitervereins, Herrn Oberkaplan Klug, eröffnet, und auf Vor­schlag des Herrn Pfarrer Neumann-Breslau wurde Herr Erzpriester Dittrich-Ziegenhals zum Vorsitzenden gewählt. Derselbe ernannte die Herren Pfarrer Neumann, Dechant Schwärmer- Danzig und Oberkaplan Klug zu Beisitzern und ertheilte Herrn Pfarrer Neumann das Wort.

Redner weist hin auf die Nothwendigkeit des Zusammenschlusses der Arbeitervereine und empfiehlt insbesondere den Anschluß der Katholischen Ar­beitervereine Schlesiens an den nordostdeutschen Verband. Das „Wie" dieses Anschlusses stellt Redner zur Diskussion.

Herr Generalsekretär Dr. Hille schildert die Vortheile, welche ein derartiger Z isammenschluß den Arbeitervereinen Süddevtschlands gebracht habe und betont, daß dieser Zusammenschluß — den der Herr Vorredner bereits hervorgehoben habe — ein durchaus loser sein müsse, doch auf gemeinsamer Grundlage, wobei der einzelne Verein seine.Selbständigkeit bewahren solle. Als ge­meinsame Grundlage betrachtet Herr Dr. Hille 1. das Verbandsorgan, welches regelmäßig in die Hände aller Mitglieder gelangen müsse und 2. einen Delegirtentaq, welcher alljährlich einmal abzuhalten sei. Daneben kämen noch gemeinsame Wohlfahrtseinrichtungen in Betracht, bezüglich derer jedoch jeder Verein volle Freiheit behalte.

Während der Rede des Herrn Dr. Hille hatte der Präsident in Begleitung des Herrn Ober-

„ Stieg er zuweilen auf den Stationen aus, um wie mit jemand zu sprechen?"

„In B . . . und C . . . stieg er aus, um mit einem anderen Herrn in die Restauration zu gehen."

„Anderen Herrn," rief Marsh aus, „wer war das?"

„Ich weiß nicht," sagte Frau Tyson, „er kam von London und fuhr nach Widdon; mehr weiß ich nicht von ihm."

„Also doch ein Freund von Bent, ich dachte. Sie sagten, er reifte allein?"

„Ich glaube auch nicht, daß es Freunde waren," verbesserte Frau Tyson — „denn zuerst schienen die beiden Herren sich weder zu kennen, noch ein Gefallen aneinander zu finden."

Nach vielen Hin- und Herfragen erzählte die Frau Tyson von dem zweiten Herrn etwa fol­gendes: Ein Freund hätte ihn an den Zug be­gleitet; noch an der Thür des Waggons hätten sie viel miteinander gesprochen und öfter einer „Nellie" erwähnt. Die Reisetasche hatte neben dem abreisenden Herren gestanden. Kaum eine Minute vor Abgang des Zuges wäre der Amerikaner hereingestürzt, worüber sie sich ge­wundert hätten, da die anderen Koupees viel weniger besitzt 'gewesen wären. Rücksichtslos hätte er den anderen Herrn von der Thüre fort- gedrängt, sodaß sich die beiden Freunde nicht einmal hätten „Lebewohl" sagen können. Ganz zuletzt wäre noch ein Gepäckträger mit einem Zettel und einer Reisetasche angekommen, die er dem Amerikaner eingehändigt hätte.

Ueberlegen lächelte der Inspektor. „Schien der Herr aus Widdon sehr ärgerlich?"