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KuldaerMIeitung

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I,tr”t^ür jn(trate I. parzell-r in Allda. ' mit Ilnterhattungs-Meikage „Zssustrirte Sonntags-Zeitung" pettreaaSe Nr. 8 (earaumü).

M 195.

6 Vom Katholikentag.

(Originalbericht der „Fuldaer Zeitung".) Neisse, 26. August, II.

Während diese Zeilen geschrieben werden, trifft die alte Bischofsftadt Neisse ihre letzten Vorbereitungen, um dem hohen Gast, den sie in den nächsten Tagen beherbergen wird, der Katholikenversammlung, einen würdigen Empfang uni) ein trautes Heim zu bereiten. Aller Hände sind rege, Häuser und Straßen zu schmücken, keine Straße so klein, kein Haus so unbedeutend, das nicht festlichen Schmuck angelegt batte! In den Hotels und den Prioatlogis herrscht emsiger Eifer, um den Fremden eine behagliche Wohn­stätte zu bieten. Die Nachfrage nach Wohnungen ist so stark, daß die meisten Hotels bereits voll­ständig über ihre Näume verfügt haben und immerfort lausen weitere Anmeldungen ein. Innerhalb 24 Stunden hat sich die Zahl der anqemeldeten Mitglieder um 200 vermehrt, so daß jetzt das 16. Hundert schon überstiegen ist.

Die Neiffer verdienen es, daß der Besuch der Katholikenversammlung ein recht starker ist, denn sie haben es an sich nicht fehlen taffen, alles zu thun, was in ihren Kräften stand, und mit an- erkennenSwerther Opferwilligkeit haben sie große finanzielle Opfer nicht gescheut. Wir erinnern hier nur an den Bau der Festhalle! Dieselbe kann 6000 Personen fassen; sie darf sich den Festhallen früherer Versammlungen als ebenbürtig zur Seite stellen. Mrt liebevollem Elfer hat man die Hallen ausgeschmückt. Fahnen, Guirlanden und Embleme zieren Wände und Säulen; eine besonders reiche und geschmackvolle Ausstattung weist die Tribüne für das Präsidium auf. Neben der Rednertribüne befinden sich die Büsten des hl. Vaters und des Kaisers, beide von einem prächtigen Blumenarrangement umgeben. Die Postamente weisen die päpstlichen bezw. deutschen Farben auf. Vier mächtige Kronleuchter spengen eine wahre Lichrfülle. Durch eme vortreffliche Ventilation ist Fürsorge getroffen, daß bei Füllung des Saales Luft und Temperatur den Aufenthalt .im Saale nicht verleiden.

Neben der Festhalle verdient eine andere Leistung volle Anerkennung. Wir meinen die Festschrift. Dieselbe behandelt: „Neisse einst und jetzt." Sie ist ihrem größeren Theile nach von einer Subkommission der Preßkommission versaßt worden und beruht auf dem Studium alter Quellen von Seiten sachkundiger Herren. Von den vielen wohlgelung neu Illustrationen heben wir die Abbildung eines Stichs von Mercan her­vor, welche „Nyß" im Jahre 1650 darstellt. Wir behaupten n-cht zu viel, wenn wir sagen, daß die Festschrift nicht nur für die Zeit der Katholikenoersammlung, sondern dauernd einen Hohen Werth hat.

Was die bevorstehenden Versammlungen an- belangt, so sind als Redner folgende Herren vorgesehen: Kardinal Kopp, Prof. P. Pesch- Mainz, Prof. Dr. Dittrich - Braunsberg, Pfarrer Langer, Reichstagsabgeordneter, Dr. Huppert-Bensheim, Baurath Ebers-Breslau, Dr. Werthmann-Freiburg, Dr. Pieper-M. Gladbach, Abgeordneter Trimborn-Köln, Ab-

Der schkimnimllk Kilkgestzrte.

Ein Geheimniß und feine Entdeckung von

Rivington Pyke.

1 ------ (Nachdruck verboten.)

1. Kapitel.

Der Kurierzug zwischen den englischen Städten Euston und Preston geht Mittags 1 Uhr 30 Min. von Euston ob und kommt in Preston 6 Uhr 50 Min. an; durch einen Lokalzug, welcher Preston mit Widdon verbindet, ist den Reisenden die Möglichkeit gegeben, die Stadt Widdon um 9 Uhr 30 Min. am selben Abend noch zu erreichen. Diesen Zug wollte Walter Bradhurst, der Bureauvorsteher einer alten Firma aus Widdon, benutzen. Sein Chef hatte ihn in wichtigen Geschäften nach London geschickt, und er hatte seiner Frau die Zeit seiner Rück­kehr schriftlich mitgetheilt. Bradhurst war erst kürzlich verheirathet, und dies die erste Trennung der jungen Ehegatten; sie lebten noch ganz in den Flitterwochen, und bis jetzt war kein Schatten auf ihr junges häusliches Glück gefallen.

In der Edinburgstraße Nr. 32 finden wir das Heim des jungen Paares, in dem augenblicklich Frau Clara Bradhurst voll Ungeduld auf die Uhr blickt, indem sie zum vierten Male zu ihrer Schwägerin Nellie sagte: „Wird Walter denn nicht endlich kommen?"

Diese meinte jedoch mißmuthig, daß sie gar kein Verständniß für die Ungeduld ihrer Schwä­gerin hat: „Sei doch nicht so kindisch und un­ruhig, Dein Manu kommt durch Dein ewiges Nach der Uhr Sehen doch nicht früher zurück."

Julöcr, Montag« den 28. August 1899.

geordneter Dr. Stephan-Beutben, Abgeordneter Gröber, P. Rösler. Die Begrüßungsreden werden halten Oberbürgermeister Warmbrunn als Vater der Stadt und als Vorsitzender des Lokalkomitees, sowie der hochw. Erzpriester Tischel-Neisse als Pfarrer der großen Kirche von St. Jakob und im Auftrage der 4 Erz­priester des Kreises Neiffe.

In den Arbeiterver sammlungen werden sprechen die rühmlich bekannten Herren Dr. Hille, Generalsekretär der katholischen Arbeiter­vereine Deutschlands, und P. Benno Auracher.

Was das bereits im ersten Artikel erwähnte Schreiben des dl. Vaters anlangt, fo be­tont er in demselben wie wir hören, daß ihm die Ergebenheitsadresse des Komitees von neuem bekräftige, daß die Liebe zur Religion und zum Apostolischen Stuhle lies im Herzen der deutschen Katholiken wohne. Da die Katholikenversamm- lunqen Deutschlands die größten Vortheile zur Folge hätten, so fei der bl. Stuhl stets bestrebt gewesen, denselben feinen Beifall zu spenden und an einem rüstigen Erfolge durch seine Ermunte­rung mitzuwirken. Die sür diesmal in Aussicht genommene Stadt, deren treue Ergebenheit gegen den hl. Stuhl bekannt fei, und der gute Willen derer, die in Neffse zusammenkämen, ließen den hl. Vater die besten Hoffnungen hegen.

Mögen sich die Hoffnungen unseres heiligen Vaters erfüllen und der Neiffer Katholikentag einen neuen Beweis geben von dem Glauben und der Einheit der katholischen Männer Deutschlands!

Anträge xnr 46. Generalversammlung der Katholiken Deutschlands.

Die Zahl dec eingelaufenen Anträge beläuft sich bisher auf 28, es feien davon erwähnt:

Papst und römische Frage, Vereinswesen, Aeußeres und Formalien.

Die 46. Generalversammlung der Katholiken Deutschlands erhebt wie alljährlich so auch in diesem Jahre eindringlichsten Einspruch gegen die Sage des heiligen Stuhles seit dem Jahre 1870, welche den durch den Ablauf so vieler Jahr­hunderte geheiligten Rechtsansprüchen der kath. Kirche in der schroffsten Weise widerspricht und für die Person des heiligen Vaters wahrhaft un­erträglich ist.

Sie erklärt ihre volle und rückhaltlose Zu­stimmung zu den von unserem glorreich regieren­den Papste Leo XIII. in seinem Rundschreiben vom 5. August 1898 an die Bischöfe, die Geist­lichkeit und das Volk Italiens gerichteten, aber auch für die Katholiken des ganzen Erdenkreifes geltenden Worten: „Die italienischen Katholiken, eben weil sie Katholiken sind, können nicht das Verlangen aufgeben, daß ihrem höchsten Ober- Haupte die nothwendige Unabhängigkeit und die wahre und wirkliche Freiheit ganz und voll, wiedergegeben werde, welche die unerläßliche Best dingung der Freiheit und Unabhängigkeit der katholischen Kirche ist."

Sie erkennt in der Stellung und der Ausgabe des Papstthums in der Wett den wichügstech Faktor zur Sicherung des Friedens und halt

„Das weiß ich wohl, aber ich ängstige mich und das Abendbrod verdirbt," eiimberie Clara Mit weinerlicher Stimme, und unruhig geht sie im Zimmer auf und ab.

„Du bist beinahe mch schlimmer, als Tante Susanne", bemerkte Nellie boshaft.

Tante Susanne war nämlich der Schrecken der Familie Bradhurst; mit 32 Jahren war sie durch einen plötzlichen Schreck irrsinnig geworden und lebte feit 27 Jahren — nicht wahnsinnig — aber geistesschwach — in einem Jrrenhause; dies Unglück lastete um so schwerer auf der Familie, weil man behauptete, ein Bradhurst in der vorigen Generation wäre auch irre gewesen; diese Wiederholung betrachteten die Bradhurst als einen dunklen Punkt in ihrer Familie.

Clara war freilich in diesem Augenblicke viel zu sehr mit ihren eigenen Gedanken beschäftigt, um gteHieS spitze Worte weiter zu beachten; sie beschäftigte sich lieber damit, alles recht gemüth- lich zur Ankimst ihres Gatten herzurichten; sie rückte den Armstuhl an den Kamin, stellte die Pantoffeln davor, legte einige Cigarren auf ein Tischchen daneben, kurz that alles, was dem ge­liebten heimkehrenden Manne ihrer Meinung nach Freude bereiten konnte.

„Jetzt müßte er hier fein, wenn er mitge­kommen wäre," sagte nach weiteren 5 Minuten die junge Frau unter Schluchzen.

„Setze Dich, Dein Mann ist nicht von Zucker," spottete Nellie, „er wird schon wiederkommen, wenn es ihm gut dünkt — so sind dieMänner immer."

„Wie hartherzig Du bist," jammerte die ge­ängstigte Frau; „wärst Du verheirathet. Du würdest nicht so sprechen."

darum den heiligen Stuhl in erster Linie für be­rufen, den Schiedsrichter bei jedem Jntereffen- ftreite der Völker und Staaten zu fein, wie es derselbe von den Zeiten Attilas an oft erfolgreich gewesen ist.

Ein Antrag des Centralkomitees für die Generalversammlungen der Katho­liken Deutschlands (Vorsitzender Graf Droste zu Vischering) beantragt redaktionelle Aenderungen der Geschäftsordnung, die durch die Einsetzung eines Centralkomitees an Stelle eines ständtgen Kommisfars der Generalversammlungen noth- wendig geworden sind, ferner die Ansammlung eines Reservefonds in Höhe von 30,000 Mark, um daraus etwaige Fehlbeträge einzelner Generalversammlungen zu decken. „Es muß," heißt es in der Begründung dieses Antrages, „der Generalversammlung die Freiheit der Be­stimmung der Orte, an welchen sie tagen will, gesichert werden, ohne daß sie durch Rücksichten auf zu erwartende Fehlbeträge behindert ist." Die Überschüsse über den Reservefonds hinaus sollen nach wie vor dem Bonifatiusverein über­wiesen werden.

Der Bonifatiusverein begeht in diesem Jahre sei 50jähriges Jubelfest. Daher sprechen wir im Namen der zahlreichen Diasporakatholiken Deutschlands der Generalversammlung den Dank aus für die kräftige Förderung, welche diese Versammlungen feit den Jahre 1849 dem deutschen Missionswerk durch alljährliche Empfehlung Haden angebeihen lassen. In Anbetracht jedoch der großen Erfolge, welche dieser Verein in den 50 Jahren seines Bestehen auf dem Gebiete der katholischen Diaspora erzielt hat, und der sich noch immer steigernden Noch auf diesem Gebrete wolle die Generalversammlung den Wunsch aus­sprechen, daß in dem, folgenden Jahrhundert in Deutschland es keine katholische Pfarrei mehr gebe, welche nicht nach Kräften miteinträte für das apostolische Werk des hl. Bonifatius, so daß das ganze katholische Volk sich in diesem Verein zur Unterstützung seiner zerstreuten Glaubensgenossen zusammenschließe, damit endlich die großen Verluste aufhören, welche unsere hl. Kirche in den protestantischen und gemischten Gegenden unseres Vaterlandes erleidet.

Oeffentliche Lesehallen.

Die 46. Generalversammlung der Katholiken Deutschlands empfiehlt besonders in allen größeren Städten die Errichtung von öffentlichenLese- h al len, da dieselben einem dringenden Bedürf- niß entgegenkommen. Die Katholiken Deutsch­lands müssen umsomehr auf diesem Gebiete baldigst eine energische Thätigkeit entfalten, da sieHis jetzt nur drei öffentliche Lesehallen besitzen, wäyrend in fast allen größeren Städten bereits Lesehallen bestehen, in denen meist auch solche Schriften aufliegen, deren Inhalt und Tendenz die Katholiken verletzen muß.

Sonntagsruhe beziehungsweise Sonn­tagsfeier für Beamte der Verkehrsan­stalten, sowie für Katholiken sowohl im Reichsheere als in der Marine.

Die 46. G meralversammlung der Katholiken Deutschlands spricht nicht nur ihre Anerkennung sondern auch das Vertrauen aus.

„Verheirathet oder nicht," entgegnete Nellie falt, „ich würde mich nie so haben."

In dieser Weise ging das Gespräch noch eine ganze Weile fort und endigte damit, daß Clara auf einen Stuhl niedersank, das Gesicht in die Hände barg und ihren Thränen freien Lauf ließ. In diesem Augenblick traf Herr Ormrod, Claras Vater, in das Zimmer.

„Warum weinst Du?" fragte er erschrocken feine Tochter, worauf diese unter strömenden Thränen ihm Nellies Unsreundlichkeit und ihre Angst über das Ausbleiben des Gatten erzählte.

„Aengstige Dich nicht weiter, mein liebes Kind; eben hörte ich, daß ein Kohlenzug in der Nähe von Gulby verunglückt sei; und daher wird Walter vermuthlich mit dem nächsten Kurierzug von Preston kommen."

Clara berutrgte sich, trocknete ihre Thränen, rückte noch einmal den Armstuhl zurecht, schürte das Feuer und machte sich fertig, ihrem Manne entgegen zu gehen; Nellie weigerte sich, sie zu begleiten. Um 9 Uhr 30 Mm. sollte der Zug von Widdoa ankommen.

Als Clara den Bahnhof erreichte, fehlten noch einige Minuten bis zur E.nfahrt des Zuges. Schon von Weitem bemerkte sie eine große Menschenmenge auf dem Bahnsteig, die gespannt den Erklärungen des Bahnhofsvorstehers zu lauschen schien. Aus den letzten Worten, die sie noch hörte, schloß sie, daß die Aufregung mit dem Eisenbahnunglück zusammenbinge, doch ver­schwand der Beamte in seinem Zimmer, als sie gerade auf ihn zugehen wollte. Nun stand sie rathkos da und wagte bei ihrer Schüchternheit nicht, Jemand zu fragen, aus Angst, die Leute

26. Jahrgang.

1. daß für alle B'amte der Verkehrsanstatten des Deutschen Reiches, insbesondere für die katholischen Beamten der Post, Telegraphie und Eisenbahn wohlwollende Obsorge auch fernerhin walte für Schutz der Sonntagsruhe, sowie für Ermöglichung der Sonntagsheiligung, d. h. Ermöglichung der regelmäßigen Theil- nahme am sonntäglichen Morgengottesdienst je nach der Konfession;

2. sie beansprucht überdies im Namen der ka­tholischen Familien in allen Landestheilen:

1. daß ihren Söhnen im Reichsheere der gleiche Schutz der Sonntagsruhe zu Theil werde;

2. daß an allen katholischen Sonn- und Feier­tagen allen katholischen Offizieren und Mann­schaften, die nicht dienstlich verhindert sind, Theilnahme am katholischen Gottesdienste ge­stattet werde;

3. daß auf der Flotte an Sonn- und Festtagen für die katholischen Mannschaften separat religiöse Fürsorge stattsiade, bezw. Anwohnung einer hl. Messe ermöglicht werde;

4. daß auch für die katholischen Bedürfnisse der katholischen SchiffsjungenSorge getragen werde;

5. daß bei den Märschen und Manöoern wohl­wollende Rücksicht genommen werde auf die religiösen Bedürfnisse der Katholiken, sei es, daß an Sonn- und Feiertagen entweder eine Feldmeffe für die Katholiken veranstaltet, oder Benutzung nahegelegener katholischer Kirchen angestrebt werde.

Emer eingehenden Begründung wird es nicht bedürfen. Die Grundsätze der Parität und Toleranz, sowie die englische Kirchen- und Seel­sorgeordnung für Heer und Marine in ihrer praktischen musterhaften'Anwendung sind bekannt.

G Noch kein Schluß des preußi­schen Landtages.

Langwierig und wechselvoll hat sich die ganze Tagung des preußischen Landtages gestaltet, wie selten eine andere Tagung desselben Parlamentes; und ebenso langwierig und wechselooll gestaltet sich nun auch das Ende. Allgemein ist man am Freitag erstaunt darüber gewesen, daß man am Freitag noch nicht wußte, was am Samstag werden, und wie diese lange Sitzung zum Schluffe gebracht werden sollte; denn erst am späten Abend des Freitags ist durch das halbamtliche Draht­bureau der Wett und auch erst den Abgeordneten selbst verkündet worden, daß Samstag Nach­mittag 5 Uhr gemeinschaftliche feierliche Schluß- Sitzung des Herrenhauses und Abgeordneten­hauses im Sitzungssaale des letzteren stattfinden und daß dem Landtage der Abschied durch den Ministerpräsidenten Fürsten Hohenlohe zu Theil werden sollte. Natürlich glaubte nun alle Wett, es werde so sein. Auch in beiden Häusern des Landtages glaubte man es bis Samstag Mittags, und als das Präsidium des Herren­hauses bei dem Präsidium des Abgeordneten­hauses auf dem Wege des Fernsprechers anfragte^ ob alles glatt von statten ginge und das Herren­haus in aller Form geschloffen werden könne, da antwortete aus dem Abgeordnetenhause Präsident von Kröcher auf demselben Wege mit einem deutlichen und kräftigen Ja.

könnten ihr unverschämt antworten. Nach einigem Zögern entschloß sie sich jedoch, in das Stations­zimmer zu gehen.

„Hat sich der Zug verspätet, Herr Vorsteher? Ich eiroirtete meinen Mann von Preston, er ist aber bis fitzt noch nicht gekommen."

„Wissen Sie nicht, mit welchem Zuge er von London abfahren wollte?"

„Mitdem Zuge 12Uhr 30 von BahnhofEuston."

Der Stationsvorsteher pfiff leise vor sich hin und schüttelte dm Kopf. Offenbar überlegte er, was er wohl sagen sollte — da erscholl das Ein­fahrtssignal des Zuges von Preston. Der Dienst rief ihn auf den Bahnsteig, und er war froh, der Antwort überhoben zu fein.

Mit ängstlicher Spannung musterte Fran Bradhurst die Ankommenden: ihr Mann war nicht unter ihnen. Als der letzte Passagier den Zug oerlaffen hatte, kam der Stationsvorsteher zu ihr zurück und fragte kurz: „Nun, ist Walter nicht mitgekommm?"

„Nein."

„Ich dachte es mir gleich," war die Antwort, „als S:e mir sagten, er käme aus London."

„Warum? was meinen Sie?" fragte die kleine Frau erschrocken.

„Nun, weil die Haupllinie infolge des Unglücks­falls bei Gulby gesperrt ist. Der Zug, mit dem Ihr Mann gereist ist, kann nicht weiter, und, so wird er diese Nacht wohl irgendwo unterwegs zubringen müssen."

„Ach, das ist ja schrecklich."

„Es kommt noch ein Zug gegen 10 Uhr von Preston hier durch; kommt er mit dem nicht, so kann er vor morgen früh nicht hier sein."