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IuLöcr, Samstag, den 26. August 1899.

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Helle Arbeitsräume, die Anlage geeigneter großer Speise­lokalitäten, Bäder und Arbeiterwohnungen sollen dem Personale die denkbar größte Bequemlichkeit und Er-

Obft- «nd Gartenbau; Klumenpflege.

Bei verhagelten Obstbäumen ist es von großer Wichtigkeit, bald durch eine kräftige, flüsstge Tüngung die Bildung neuer Triebe und Blätter zu unterstützen. Eine sofortige Verjüngung ist unzweckmäßig, weil es vor allen Dingen nothwendig ist, daß sich neue Blatter bilden. Die durch den Hagelschlag verursachten Baum­wunden bestreicht man am besten mit einer Baumsalbe aus Lehm, strohfreiem Kuhmist und Blut. Baumwachs sollte nicht verwendet werden. Es hindert nur die Ueber- wallung der Wunde und macht die Arbeit kostspielig. Das Ausschneiden der Rindenwunden ist nur dann noth­wendig, wenn dieselben sehr groß und zerfetzt sind. Ist dies nicht der Fall, dann genügt das Ueberftrerchen der Baumsalbe vollständig. _

Einige Winke sürdas Pflücken des Obstes. 1. Lege die Leiter von der Seite zwischen die Zwerge an, andernfalls werden Sommertriebe abgebrochen. 2. Biege das Kernobst beim Brechen nach oben, andernfalls können die Fruchtzweige fürs nächste Jahr abgerrssen werden. 8. Tritt lieber in Strümpfen auf die Aeste des Baumes als mit genagelten Stiefeln; man rutscht auch weniger leicht aus und die Stammrinde wird nicht ver­letzt. 4. Mache nicht zu viele unnöthige Bewegungen hm und her, vor- oder rückwärts, wenn Du m den Zweigen steckst. Auf diese Weise wird mancher Zweig abgebrochen.

Zur Vertilgung der Blattläuse auf Boh­nen. Die Laus entwickelt sich stets in der Spitze und verbreitet sich von da über die ganze Pflanze. Sobald sie in der Spitze irgend einer Bohnenpflanze erscheint, breche man darum sämmtliche Spitzen an allen Pflanzen aus; es genügt nicht, nur diejenigen Spitzen auszubrechen, in welchem sich schon Blattläuse zeigen, sie müssen viel­mehr alle fort! Die Laus erscheint stets erst dann, wenn die Pflanzen schon so groß sind und sehr viele Blüthen angesetzt haben; die obersten Blüthen aber, welche mit der Spitze ausgebrochen werden, setzen niemals Bohnen an, deshalb gehen durch das Ausbrechen der Spitzen keine Bohnen verloren; dagegen dringt von dem auf­steigenden Saft keiner mehr in die Spitze, sondern er wird an die anderen Pflanzentheile, namentlich in die Blüthen und die angesetzten Bohnen geführt, wodurch deren Wachsthum befördert wird. Dieses Mittel, die Laus von den Bohnen abzuhalten, ist ein so wirksames, daß die so behandelten Bohnenbeete verschont bleiben, auch wenn alle anderen ringsumher schwarz und gänzlich vernichtet werden.

Erscheint täglich, N Ausnahme de: Sonn- und Feirr- sage. Bierteljährl. Ke,uz»prri, ohne Bnugerlohn Cnt Bestellgeld in «ulbo und au«* Zart« IM. 50 Pf.

gressiven Tendenz entsprechend, in diesem Wettkampfe nicht zurückbleibt, dies beweist ein neu gegründetes, großartiges Unternehmen dieser Branche, welches in dem industriereichen und lebhaft aufblühenden Mannheim eine Heimstätte gefunden.

In nächster Nähe der Stadt, dort wo in jüngster Zeit die Fabriksschlote fast wie Pilze aus der Erde hervor­schießen, geht ein Fabriksetablisiement seiner Vollendung entgegen, wie es in ähnlicher Weise in Deutschland noch nicht aufgeführt wurde. Wir hatten Gelegenheit, das Werden dieses Muster-Etablissements zu beobachten.

Auf einem Terrain von 80,000 qm erhebt sich ein weniger luxuriöser als stattlicher und gefälliger Bau, dessen ganze Anordnung bis in die kleinsten Details in eminent praktischer Weise allen Theilen de? Fabrikation dienlich ist. — Alle Errungenschaften und Fortschritte der Neuzeit wurden hier studirt und in Anwendung ■ gebracht, um ein Werk zu schaffen, welches — wenn vollendet —

holung sichern.

Die Seife, welche hier fabrizirt werden soll, ist die weltbekannte, bisher im Ausland hergestellte Sunlight- Seife, welche sich vermöge ihrer wirklich hervorragenden Eigenschaften, wie überall, so auch in Deutschland sett Jahren eingebürgert hat.

Um die Vorzüge dieser Seife dem deutschen Publikum zu billigeren Preisen als bisher bieten zu können, gründete ein Konsortium deutscher Großindustrieller eine Aktien- Gesellschaft mit einem Stammkapital von 3 Millionen Mark behufs Fabrikatton derselben auf deuftchem Boden, Die neue Gesellschaft, welche unter der Firma Sunlight- Seifenfabrik A. - G. ins Leben getreten, übernahm von der weltbekannten Firma Lever Bros in Port Sunlight bei Liverpool, den bisherigen FabrikaMen der Sunlight-Seife, deren Schutzmarken und Herstellungs- verfahren und wird nun diesen in allen Haushaltungen beliebten und gesuchten Arttkel in Mannheim, also aus deutschem Boden, mit deutschen Kräften und deutschen Maschinen produziren.

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WouatSeptemver.

Schon jetzt können Be­stellungen auf die täglich erscheinende,A«kdaer *1 e i t n « g6 zu dem ge­ringen Preise von nur

50 Pfennig bei allen Postanstalten, Landbriefträgern, Zeit­ungsträgern und in un­serer Expedition (Har­monie) gemacht werden.

ist also durch diesen unglückseligen Zwist über die dänischen Arbeiter eine Unsumme vonElend hereingebrochen, von dem sie sich später erst lang­sam wieder werden erholen können. Durch die neuen Aussperrungen wird ihre Lage noch er- heblich verschlimmert. Denn es vergrößert sich dadurch nicht nur der Kreis der Hilfsbedürftigen erheblich, sondern zu gleicher Zeit wird die Zahl derjenigen kleiner, die bisher durch Beisteuern die Summe der Unterstützungsgelder vermehren halfen. Ein Aufruf der dänischen „Central-Gewerkschasts- Verbände", der in den deutschen sozialdemokrati­schen Blättern veröffentlicht wird, sagt in diesem Sinne: „Unsere Stellung wird mit jedem Tage schwieriger, unser Kampf wird schwerer und schwerer. Unsere eigne Widerstandskraft wird durch das vermehrte Hinausschieben geschwächt, und nur eine erhöhte Unterstützung unserer aus­ländischen Brüder kann uns in den Stand setzen, den Sieg zu erringen . . ." Diese ausländischen Unterstützungen pflegen in solchen Fällen aber niemals auszureichen, und wenn man nach dieser Kundgebung die Sache beurtheilen wollte, dann müßte man die dänischen Arbeiter schon im voraus als die Besiegten in dem Kampfe ansehen.

Nun mag es sein, daß im Anfänge die däni­schen Arbeiter allzu sehr auf die Stärke ihrer Organisation gepocht und in voreiligem Ueber- muthe die Unternehmer in ungehörige». Weise herausgefordert haben. Aber wie die Dinge jetzt l egen, muß man die Entwickelung dieses wirth- schaftlichen Kampfes aufs tiefste beklagen, und jeder Menschenfreund muß wünschen, daß der Kampf wohl jetzt bald beigelegt werden und wieder Friede zwischen den Arbeitern und Unternehmern in Dänemark einkehren möge. Für alle Ar­beiter bildet dieser Kampf eine sehr beherzigens- werthe Lehre, nämlich die, daß das Unternehme r- thum meistens als der stärkere Theil von beiden sich erweist. Dabei ist zu be­denken, daß die Organisationen der Unternehmer überall jünger sind, als die beruflichen Organi­sationen der Arbeiter; man hat also anzunehmen, daß jene Organisationen im Laufe der Zeit noch mehr an Stärke und Widerstandskraft gewinnen werden, und nachher werden alle solche Kämpfe für die Arbeiterschaft noch weniger Siegeswahr­scheinlichkeit haben als jetzt.

Würde die Entwickelung hüben und drüben stets in dieser Weise weiterzehen, dann müßte am Ende auf beiden Seiten eine unsägliche Er­bitterung einreißen, Kampf-Organisation würde gegen Kampf-Organisation stehen wie zwei schlag­fertige Kriegsheere, in jedem Augenblicke zum Losschlagen bereit, und das ganze Verhältniß zwischen Unternehmerthum und Arbeiterschaft würde nichts Anderes sein als ein unauflöslicher Kriegs­zustand. Auf die Dauer helfen dagegen kann man sicherlich nur dadurch, daß man neben den einseitigen Organisationen, in denen entweder nur Arbeiter oder nur Unternehmer sich zusammenthun, auch solche Körperschaften einführt, in denen beide Berufsstände mit gleicher Berechtigung nebenein­ander sitzen und wirken, wie in den vom Centrum im Re chstage beantragten Arbeitskammern. Und außerdem müßten die gewerblichen Schiedsgerichte zu einer allgemeinen und pflichtmäßigen Einrichtung werden.

Solche Kämpfe wie jetzt wieder der Krieg zwischen Uüternehmern und Arbeitern in Däne­mark treiben nicht nur die wirthschaftlichen und sozialen Gegensätze auf die Sp tze, sondern schä­digen auch den Volkswohlstand aufs äußerste und gehören zu den allerbedauerlichsten Erschein­ungen der Jetztzeit.

xnkrrMtDkreu» spalt. Garmon» ztlle oder dere» SHaum 15 Pf., Re Rauten die Pettd Stile 25 Pf.; be- Wiederholungen wird entsprechend Rabatt gewähr!

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mit Anterhaltungs-Meikage „Muffrirte Sonntags-Zeitung«

X Die Maffenaussperrung in Dänemark.

Seit dem 19. Mai herrscht der Kampf zwischen dem Unternehmerthum und den Arbeitern in Dänemark. Am genannten Tage begann die Maffenaussperrung von Arbeitern in Kopenhagen, so daß dieser beklagenswerthe Zustand bereits seit länger als drei Monaten besteht. Die Aussperrung begann mit etwa 40,000 Arbeitern, umfaßt seit einigen Tagen aber eine noch erheb­lich größere Zahl, nämlich etwa 5 2,000 Ar­beiter, nachdem neuerdings auch die Schneider­gesellen, Huf- und Wagenschmiede, Schlosser, Bahnarbeiter und Steinsetzer ausgesperrt worden sind. Man vermuthet, daß diesen auch noch die weiblichen Arbeiter in den Herrenbekleidungs­geschäften folgen werden.

Bisher beträgt der gesammte Verlust an Lohn bereits etwa 10 Millionen Mark, und davon haben die Arbeiter selbst mindestens 6 Millionen Mark an Verlust zu tragen. Nur etwa 4 Millionen sind ihnen durch die einheimi­schen Arbeiter-Organisationen und aus dem Aus­lande zugefloffen, von den deutschen sozialdemokra­tischen Gewerkschaften bis zum Anfänge dieses Monats August etwa 25,000 Mark. Ohne Zweifel

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Vermischtes.

* Berftreuf. Professor 21.: „Haben Sie schon gehört, unfeint Kollegen, dem Professor Müller, ist heute ein Kind geboren worden." — Prof. B.: „Was Sie sagen, wie alt itt denn Müller?" — Prost 21.: „55 Jahre." - Prof. B.: „Und seine Frau?" — Prof. 21.: „40 Jahre." - Prof. 23.: „Und das Kind?"

* Anmögtich. „ . . . Also die Hauptsache ist: Sie dürfen sich nicht ärgern und kein Bier trinken!"

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— „Aber Herr Doktor, wie ist das menschenmöglich, daß ich mich nicht ärgern soll, wenn Sie mir das Bier verbieten!"

* ^on der SeknndLrvah«. Der Schützenbund des Ortes Bummelhain, an der Sekundärbahn gelegen — erließ folgende Kundmachung: Die Begrüßung der aus­wärtigen Vereine findet je nach Eintreffen des Vormittags- Zuges zwischen 9 und 12 Uhr statt!

Die anerkannten Vorzüge dieser Seife versprechen, daß sie eine Konsum-Seife ersten Ranges werden wird.

Die Vortheile, welche sie der Hausfrau bietet, sind mannigfach, mit ihr wird das lästige, zeitraubende und gesundheitsschädliche Kochen und Brühen der Wäsche über­flüssig gemacht, alle bisher beim Waschen gebrauchten Zu- thaten werden durch sie entbehrlich, und vermöge ihrer absolut neutralen Zusammensetzung erscheint sie für alle Zwecke, sowohl zum Reinigen der Wasche als auch für die Toilette und als Kinderseife verwendbar, ist also eine Seife, die alle Vorzüge in sich vereinigt.

Auch in ihrer äußeren Form präsentitt sie sich ge­fällig, in hübscher Form gepreßt und in geschmackvollem Karton verpackt. — Die jedem Doppelstück angehestete Marke bietet außerdem dem Käufer die Möglichkett, sich an einem reellen PreiSbewerbe zu betheiligen.

Wenn nun noch hinzugesügt wird, daß der Detail­preis auf 25 Pf. per Carton, enthallend ein Doppelstück, reduzirt wurde — so ist damit Alles gesagt, was zu Gunsten dieses vorzüglichen Produktes vorgebracht werden kann.

Und somit rufen wir dem neuen Unternehmen ein Vivat, crescat, floreat zu — zum Nutzen und Frommen der Gründer und des Publikums.

D.

Wochen-Rundschau (Nachdruck verboten.)

X Fulda, 26. August.

Auf dem Schlachtfelde von St. Privat hat der Kaiser ein Denkmal enthüllt für das erste preußische Garde-Regiment. Solcher Kriegsdenkmäler sind schon viele enthüllt worden, und diese Handlung an sich würde kaum als etwas Besonderes verzeichnet zu werden brauchen. Aber bei dieser Gelegenheit hat der Kaiser zum ersten Mal an einer solchen Stelle Worte gesprochen, die auch an die Franzosen gerichtet sind. „Das Denkmal — so sprach der Kaiser — steht auf diesem blutgetränkten Felde gleichsam als Wächter für alle hier gefallenen braven Soldaten beider Heere, sowohl des französischen wie unseres. Denn tapfer und heldenmüthig für ihren Kaiser und ihr Vaterland sind auch die französischen Soldaten in ihr Grab ge­sunken. Und wenn unsere Fahnen sich grüßend vor dem erzenen Standbilde neigen werden und wehnmths- voll über den Gräbern unserer lieben Kameraden rauschen, so mögen sie auch über den Gräbern unserer Gegner wehen, ihnen raunen, daß wir dort tapferen Tobten in wehmuths voller Achtung gedenken. Wir wollen uns vergegenwärtigen, daß auf den heutigen Tag die um des höchsten Richters Thron gescharten Seelen aller derer, die einst im heißen Ringen sich auf diesem Felde gegenüberstanden, im ewigen Gottesfrieden vereint auf uns herabsehen." Dankbar hat man in Paris die Worte des Kaisers vernommen, die von neuem Zeugniß ablegen für seine friedlichen Gesinnungen. Aber freilich mögen sie in dem Chaos, das gegenwärtig Frankreich beherrscht, schnell genug verklungen sein.

In Preußen besteht gegenwärtig eine politische Krise, von der man im Augenblicke, in dem diese Zeilen zu Papier gelangen, noch nicht weiß, wie es enden wird. Das preußische Abgeordnetenhaus hat die Mittelland-Kanal-Vorlage der Regierung sowohl im ganzen als auch in ihren einzelnen Theilen abgelehnt, so daß nichts mehr von der Vorlage übrig geblieben ist, um dieselbe an das Herrenhaus gelangen zu lassen. In erregter Stimmung ist die Abstimmung über die Kanal-Vorlage erfolgt. Namentlich batte Er­regung bei den Verttetern der Regierung Platz ge­griffen über die Haltung der Konservativen und Frei­konservativen, die durch ihren Widerstand die Vorlage zu Fall gebracht haben, und Reichskanzler und Minister­präsident Fürst Hohenlohe hatte vor der Ab­stimmung in dritter Lesung gesagt: „Diese Frage. . . wird weitgehende Folgen haben in Beziehung auf das bisherige Verhältniß der Konservativen zur Regierung und kann nur unheilvoll auf das Zusammengehen der staatserhaltenden Elemente des Landes wirken, nament­lich auf das Zusammengehen auf dem Gebiete der Handelspolitik. Das mögen die Herren von der rechten Seite bedenken." Ein Heer von Gerüchten entstand: wird das Ministerium um seine Entlassung nachsuchen — werden etwa einzelne Minister zurück- treten — oder wird das Abgeordnetenhaus aufgelöst werden? Verkehrsminister Thielen hatte im Abge­ordnetenhause gesagt: „Gebaut wird der Kanal doch," und übereinstimmend damit hat Für st Hohenlohe gesagt: „Wenn der Mittelland-Kanal . . . verworfen wird, wird er doch nicht von der Tagesordnung ver­schwinden; er wird wiederkommen, und die Re­gierung wird dann dafür sorgen, daß er zur Annahme gelangt . . ." Aber der Kais er weilte während dieser Tage in Lothringen, und erst am Dienstag Abend ist er von dort auf dem Wege über Mainz nach Berlin zurückgekehrt. Erst jetzt also werden die Entscheidungen der Regierungen getroffen werden.

Gerade in den Tagen, in denen in Fulda die Bischöfe zur alljährlichen gemeinsamen Berathung sich versammelten, der die Feier des 50jährigen Be­stehens des Bo nifatius-Vereins in glänzender Weise gefolgt ist, haben die Katholiken Deutschlands durch den Tod einen Mann verloren, der als der hellsten Sterne einer am katholischen Himmel glänzte: Weihbischof Herm. Jos. Schmitz ist am Abend des letzten Dienstag in die Ewigkeit abherufen worden, und die Diözese Köln hat wenige Monate nach dem Ableben ihres Erzbischofs nun auch diesen herben Ver­lust zu beklagen. Der Verewigte war hervorragend nicht nur auf kirchlichem Gebiete, sondern ebenso be­deutend auf den Feldern der Wissenschaft und der Politik, und somit ist der Verlust groß, den das

katholische Deutschland durch diesen Tod erlitten hat. Er ruhe in Frieden!

Die politische Lage in Oesterreich ist noch so un­geklärt wie bisher. Leider ist auch diese Woche nicht ohne öffentliche Unruhen vorübergegangen. Diesmal waren es zur Abwechselung wieder einmal sogenannte „deutsch-nationale" Elemente, die in der nordböhmischen Stadt G raslitz lärmende Straßenkundgedungen ver­anstalteten und im Amtsgebäude des Bezirksamtes einige hundert Fensterscheiben einwarfen. Die Anstifter dieser Krawalle sind verhaftet worden.

Unsere Nachbarn in Frankreich sind um die poli­tischen Verhältnisse ihres Landes wahrhaftig nicht zu beneiden. Die ewige, unaufhörliche „Affaire" Dreyfus — Krawalle und Masienverhaftungen, Straßenkämpfe und Kirchenverwüstungen in Paris, Meuterei und Mord unter den französischen Offizieren im fernen afrikani­schen Kolonial-Gebiete: das ist ein schlimmes Zusammen­treffen recht böser Dinge. Der Dreyfus - Prozeß vor dem Kriegsgerichte in Rennes bringt von einem Tage zum andern neue Fälschungen an den Tag, die von Offizieren des Generalstabes begangen worden sind, und geradezu widerlich wirken Auftritte wie des Ge­nerals Ro get Theaterspiel vor dem Kriegsgerichte, der in bühnenhaftes Weinen ausbrach, um seinen Aus­sagen besseren Hintergrund zu geben, und die schwindel­hafte Komödie der Wittwe des Obersten Henry, der aus Scham über seine entdeckten Fälschungen im Ge­fängnisse sich entleibte. Noch in diesem neuen Prozesse suchten Parteigänger des Generalstabes mit angeblichen Schriftstücken des österreichischen Militär - Attaches Schneider zu arbeiten, obwohl dieser selbst die Schriftstücke als gefälscht bezeichnete. Noch unangeneh­mer wirkten die Schilderungen über blutige und wüste Straß en-Krawalle, die am letzten Sonntag und am Abend vorher in Paris wütheten, hervorgerufen von Anarchisten, die eine große Versammlung ab­halten wollten und daran von der Polizei gehindert wurden. An vielen Stellen der Stadt gab es Straßen­kämpfe. In der Straße St. Maur wurde die Josephs- kirche verwüstet, und das Ergebniß des Tages waren etwa 350 Verwundete, darunter 59 Polizisten. Im Innern von Afrika aber bekämpfen sich französische Offiziere einander: Oberst Klobb und Leutnant Me uni er begegnen der Sudan-Expedition unter den Hauptleuten SB out et und Chanoine und werden auf deren Befehl von den Leuten niedergeknallt, weil sie sich der Expedition gegen den Wunsch der Führer derselben nähern. Wie lange noch wird dieses morsche Staatsgebäude zusammenhalten?

In Südafrika ist noch immer nicht die erwünschte Klärung der Lage eingetreten. Was eigentlich vorgeht, erfährt man nicht mehr. Aber nach allen vorliegenden Anzeichen hat die Transvaal-Republik die briti­schen Vorschläge nicht angenommen, welche auf eine gemeinsame Untersuchung der strittigen politischen Fragen abzielten, sondern hat vielmehr neue Vorschläge gemacht. Was diese enthalten, entzieht sich der öffent­lichen Kenntniß. Mit Portugal scheint man sich in London jetzt gut zu verstehen. Wenigstens wollen die Portugiesen nicht mehr Waffensendungen nach Trans­vaal durch ihr Küstengebiet gehen lassen.

Gottesdienstordnimg m Fulda.

Sonntag, 27. August. Dom. 5, 6, 6'/. und 71/» Uhr bl. Messen, 9 Uhr Amt und Predigt, 11 Uhr Christen­lehre, 12 Uhr hl. Messe, 1'/- Uhr Andacht und Christen­lehre, 4 Uhr Predigt und Andacht, 7 Uhr Andacht in der Marienkapelle (Dompfarrl. Mütterverein. Während der 6 Uhr-Messe Kommunion und 23/« Uhr Predigt und Andacht). — Stadwfarrktrchr. 5 Uhr hl. Messe und Predigt, 6 Uhr hl. Messe und Kommunion der Mitglieder des Müttervereins, 7 Uhr hl. Messe und Kommunion der christenlehrpfl. Jungfrauen, 8 Uhr hl. Messe und Predigt, 9* 2 Uhr Hochamt und Predigt, 11 und 1 Uhr Christenlehre, 2 Uhr Predigt und Andacht für die Mtt- glieder des Müttervereins, 3 Uhr Michaels-Bruder­schaft. — Mtchaelskirche. 10 Uhr hl. Messe mit Expo­sition, 2 Uhr Bruderschaft von den sieben Schmerzen Marias. — Pfarrkirche pim hl. Geiste. 8 Uhr Hochamt mit Predigt, 5 Uhr Andacht mit Segen. — Sodaiität.

10 Uhr. — Frauenberg. 8 Uhr hl Messe für bte Verstorbenen der Bruderschaft, 9 Uhr Hochamt, */s2 Uhr Kreuzwegandacht mit Predigt auf dem Kalvarienberge.

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welcher besonders auch unsere Hausfrauen intrrrssirrn wird.

Es ist unbestritten, daß die Seife eine Hauptrolle in unferm Haushalte wie in unferm Leben spielt; wird doch behauptet, daß der Kulturgrad eines Volkes von der mehr oder minder großen Menge Seife, welche dasselbe konsumirt, bestimmt werden kann.

Der Gebrauch der Seife war schon im Alterthurn be­kannt, die Römer Plinius und Gslenus erwähnen der deutschen Seife, die von den Germanen als Reinigungs­mittel benutzt wurde und die die Römer wahrscheinlich zuerst auf ihren Eroberungszügen kennen lernten.

Im Mittelalter und selbst bis in die neue Zeit blieb die Seifensiederei, obwohl dieselbe nach und nach vom Hausbetrieb in den gewerblichen Bettieb überging, ohne nennenswerthe Entwicklung; erst der neuesten Zeit war es Vorbehalten, die Seifenindnstrie in staunenerregender,

wahrhaft schwunghafter Weise zur glänzenden Entwickelung , mit Recht als mustergiltig hingestellt werden kann. Lustige, zu bringen. belle Arbeitsräume. die Anlaae aeeianeter aroßer Sveiie-

England, Frankreich, Deutschland sind heute wohl

diejenigen Länder, in welchen diese Industrie eine hervor­

ragende Stellung einnimmt und sich täglich zu größeren

Dimensionen entwickelt, und daß Deutschland, seiner pro-