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26. Jahrgang.

Iulöa, Samstag, den 19. August 1899.

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Um Gkhkimmß -er Gehhallcs

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einmal gehen lassen tonnte; so saß sie lange, i lange Zeit, bis sie sich kräftig genug fühlte, um l

Geldmittel und Menschenleben konnten diese bis­her nicht aus ihren Stellungen vertreiben. Auf der Insel Cuba wüthen verheerende Krankheiten, das gelbe Fieber und außerdem noch eine andere Seuche, über deren Charakter nicht vollkommene Klarheit herrscht; jedenfalls wirkt sie so schreck­lich, daß die Amerikaner beispielsweise die so chwer eroberte Stadt Santiago de Cuba räumen mußten, um dort nicht vollkommen von dieser chrecklichen Krankheit aufgerieben zu werden. Die Insel Puerto Rico aber ist von einem Un­wetter heimgesucht worden, so wild und verheerend, wie es selbst unter den Tropen nur sehr selten vorkommt. Die ganze Insel ist verwüstet, hun­derttausend Menschen sind obdachlos geworden und zehntausende von Centnern an Nahrungs­mitteln müssen nach der Insel geschafft werden, um die vom Unglück betroffenen Einwohner nicht vor Hunger sterben zu lassen.

Ist das nicht wie eine gerechte Strafe des Himmels für den ungereckt vom Zaune gebrochenen Beutekrieg gegen das hilflose Spanien? Aber die Amerikaner haben die Beutepolitik noch nicht satt bekommen. Gleich in den ersten Tagen nach der Ermordung des Präsidenten Heureaux der Jnselrepublik San Domingo tauchten Gerüchte auf davon, daß die Amerikaner auch bei den politischen Wirren auf dieser Insel ihre Hand im Spiele hätten, und diese Gerüchte haben sich so hartnäckig erhalten, daß man sicherlich mit Recht auch hier den alten Spruch anwenden kann, daß dort, wo Rauch ist, sicherlich auch das Feuer nicht fehlt. Hat doch sogar die Regie­rung in Washington zugegeben, daß sie sich angesichts der Wirren auf dieser Insel „in einer schwierigen Lage sich befinde. Sollten durch diese Wirren Leben und Eigenthum der dort wohnen­den Weißen gefährdet werden, so würde die Re­gierung der Vereinigten Staaten sich kaum der Nothwendigkeit entziehen können, die Ordnung in der Neger-Republik sich angelegen fein zu lassen." Die „Einmischung" einer anderen Macht werde man aber auf keinen Fall dulden .... Die Sprache ist deutlich. Aber vorläufig ist es noch ungewiß, ob die Aufwiegler unterJimenez siegen werden, wie es die Nordamerikaner so sehnlich wünschen. Denn Jimenez ist ihr Freund, der heimlich von ihnen unterstützt wird.

In Südamerika indessen hat die Aus­dehnungs-Politik der nordamerikanischen Vereins- ftaaten eine tüchtige Schlappe erlitten. Man hatte von einem „Ganz-Amerika" geträumt unter der Führung der nordamerikanischen Republik; aber die Republiken von Südamerika sind doch zu klug dazu, um sich in dieser Weise bevormunden zu lassen und zu einem Ausbeutungsfelde sich herzu­geben für die Gewinnsucht der Yankees. In Bolivia begannen die Nordamerikaner bereits festen Fuß zu fassen, und mit Chile waren bereits Unterhandlungen eingeleitet wegen lieber« lassung einer Insel an der Westküste von Süd­amerika als Flottenstation. — Da treffen in Be­stätigung voraufgegangener Gerüchte Drahtmel­dungen aus Buenos-Ayres ein und überbringen die erfreuliche Nachricht, daß zwischen den süd­amerikanischen Republiken Brasilien, Argen­tinien und Chile ein gemeinsames Bünd- niß abgeschlossen worden ist, das ganz offenbar

den Charakter eines Schutzbundes trägt gegen die immer unverschämter hervortretende Aus- dehnungspolitrk der nordamerikanischen Union. Außerdem wird das neu abgeschlossene Bündniß auch wesentlich beitragen zur Sicherung der süd­amerikanischen Verhältniffe im friedlichen Sinne im allgemeinen.

In Washington und in New-York wird man natürlich recht wenig erbaut sein davon. Desto fröhlicher begrüßt man das Ereigniß ohne Aus­nahme im gesummten Europa.

wandte.

In Ihrer Wohnung fand sie alles m ge­wohnter Ordnung; tief auffeuszend warf sie sich auf einen Lehnstuhl, froh, daß sie sich end.ich

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Es war fünf Uhr, noch lag tiefe Dämmerung über der ganzen Stadt ausgebreitet, als sie ver-

Jn namenlosem Schmerze warf sich Olga, als die beiden Männer davon gegangen waren, auf den Fußboden, was, o was hatte das zu be­deuten? Ihr heiß geliebter Bräutigam wurde offen des Mordes angeklagt; ganz ungerufen tarnen ihr dann selbst die Sonderbarkeiten in den Sinn, die sie in der letzten Zeit an ihm be­merkt hatte, o nur das nicht! schrie es in ihrem Herzen. Hätte sie geahnt, daß ihre Beobach­tungen diesen Erfolg haben könnten, sie hätte sich nun und nimmermehr zur einsamen Wacht in das Haus begeben.

So tapfer sie sich in der Stunde der Gefahr benommen hatte, jetzt ging ihr Muth zu Ende. Und sie durfte sich nicht einmal ihren eigenen Gefühlen hingeben, denn schon hörte sie wieder Fußtritte unter sich, der Mann, der ihren Bräu­tigam verhaftet hatte, war zurückgekehrl.

Gewiß war Ralph ihm entronnen, sie seufzte ein wenig erleichtert auf.

Aber was war das?

Der Mann war ja überhaupt gar kein Poli­zist! Es war derselbe, der vor zwei Nächten in

Von Arthur Marchmont.

------ (Nachdruck verboten.)

fehlt; von den Freikonservativen haben 10 ja gesagt, einer hat bei der Abstimmung gefehlt, und dieser Eine ist der Präsident der See- Handlung, Freiherr von Zedlitz-Neukirch. Von diesen 30 Herren stehen 18 in Staats­diensten.

In der Form, wie der Gesetzentwurf aus der zweiten Lesung hervorgegangen ist, bildet er ein vollkommenes Unding. Es sind nur angenommen worden die Paragraphen 6 und 8, und diese bestimmen, daß die für die Kanal­bauten nöthizen Verpflichtungen nach dem Kommunalabaaben-Gesetze auf die einzelnen Ver­bände vertdeilt werden sollen — und außerdem, daß „die Ausführung des Gesetzes, so wett te nicht durch den Finanzminister erfolgt, dem Ressortminister übertragen wird". Angesichts der Ablehnung der ganzen übrigen Gesetze be- greift man die stürmische Heiterkeit, mit der das Haus diese Abstimmungsergebnisse begleitete. Sonst ist noch ein Antrag Graf Strachwitz- Por sch angenommen worden wegen den Kom­pensationen für Schlesien.

Diese Rettung einiger Bruchstücke der Vor- age aus der zweiten in die dritte Lesung ist da­durch ermöglicht worden, daß ein Theil der Freikonservativen unter der Führung des Freiherrn von Zedlitz-Neukirch mit dem Centrum für diese einzelnen Paragraphen und auch für den genannten Antrag stimmte. Die Herren thaten "das, nachdem Herr von Zedlitz eine Unterredung mit dem Mimster v. Miguel gehabt hotte. Man hat also anzunehmen, daß es der Regierung sehr unangenehm ge­wesen wäre, wenn alles von Anfang bis zu Ende in zweiter Lesung abgelehnt worden wäre. Daraus kann man bann auch weiter folgern, daß die Regierung nicht erfreut fein würde von einer etwa austauchenden Nothwendigkeit, das Abgeordnetenhaus aufzulösen. Sollte aber die Regierung zu Kompromissen ge­neigt sein und schließlich etwa nur nut dem Stücke des Kanals von Dortmund bis zum Rheine sich zufrieden geben wollen, vor­ausgesetzt, daß dieses etwa in dritter Lesung im Gegensätze zur zweiten eine kleine Mehrheit finden sollte?

Ereignisse drangen einander. Und somit wirb man es sehr bald genau wissen, waS bie Regierung thun wirb unb was nicht. Daran besteht schon jetzt kein Zweifel, baß sie mit ber Kanal-Vorlage eine recht kräftige Nieder- lage erlitten hat.

ihre nächste Aufgabe, den Besuch bei Ralph aus­zuführen.

Ihre Erregung gewaltsam niederkämpfenb, zog sie die Klingel, und im nächsten Augenblick stand Ralph's Mutter vor ihr.

„Ralph ist nicht hier," sagte sie auf Olga s Frage. „Willst Du nicht ein Weilchen herem- kommen? Du stehst recht müde aus."

„Nein, ich danke, es liegt mir daran, Ralph recht bald zu sprechen." .

Mit diesen Worten war sie auch schon wieder auf und davon. Sie wandte sich nach der Straße, in ber Realph's Bureau lag unb beob­achtete eine geraume Weile bie Aus- unb Ein­gehenden, Ralph war nicht barunter. Dann ging sie in das Haus unb fragte nach ihrem Bräu­tigam. t ......

„Er fei gegangen", hieß es, unb es blieb ihr nichts übrig, als ihm ein Briefchen bort zu lassen, in welchem sie ihn bat, sie so bald als irgend möglich aufzusuchen.

Zu Hause angekommen, vertiefte ste sich, um sich die Zeit des Wartens zu verkürzen, in bie Geheimschrift. Die Entdeckung, bie sie in ber Schreiberstraße gemacht, that ihr dabei gute Dienste, und nach vieler Mühe hatte sie folgende Worte entziffert: .

An meine Tochter Olga!

„In Folgendem erhältst Du die nötigen Aufschlüsse über meine Reichthümer, die sich „in meinem Zimmer in ber Schreiberstraße „befinben.

„Wenn Du ben bntten Querbalken ber „Fensterwand zurückschiebst, wirst Du eine „Höhlung finden, bort liegt ber feine Sieget

Inserat»;

spalt. Garmorck-- St oder bete»:

Konten die Petid zeile 2o Pf.; bet Wiederholungen wird entsprechend. Rabatt gewährt

0 Die Kanal-Borlage

ijt vom preußischen Abgeordnetenhause am heu- tigen Freitage in zweiter Lesung nach sehr kurzer Berathung vollkommen erledigt worben; bie dritte Lesung findet bereits an diesem Samstag statt. Nach ber heutigen Sitzung find bann, ebenso wie gestern, bie Minister zu einer Berathung im SJltnifterjimmer des Abgeordnetenhauses zusammen­getreten, um dem Kaiser drahtlichen Be­richt über den Verlaus ber heutigen (Freitags-) Sitzung zu überfenben. Heute (Freitag) waren t§ Minister-Präsident Fürst Hohenlohe, bie Minister v. Miquel, v. b. Recke, Thielen, Freiherr v. Hammerstein, unb Breselb; bie Berathung hat etwa eine halbe Stunde gedauert. Irgendwelche besondere Meinungsverschiedenheiten können also zwischen den Ministern nicht hervor­getreten sein. Die Sitzung des Abgeordneten­hauses selbst en'.behrte am heutigen Freitag der Spannung, die während der Tage vorher herrschte. Es handelte sich ja auch nicht mehr um den Kanal- Gesetzentwurf selbst, sondern nur noch um bie Staatsverträge mit Bremen, Braunschweig unb Lippe über bie Kanalisirung ber Weser von Hameln bis Bremen; unb bie Berathung biefer Staatsverträge würbe nach einem Anträge bes Centrums - Abgeorbneten Dr. Bachem durch einen mit 180 gegen 159 Stimmen gefaßten Be­schluß von der Tagesordnung abzesetzt und bis nach ber britten Lesung ber Kanal-Vorlage ver­schoben.

Wirst man einen Rückblick auf bie ganze parlamentarische Entwickelung biefer zweiten Lesung, so ist zunächst hervorzuheben, baß bie Konservativen zusammen mit ben Nationalliberalen es durchgesetzt haben, auf bie zweite Lesung so­fort bie britte Berathung folgen zu lassen. Daß bie Konservativen biefen Geschäftsgang wünschten, wußte man schon vor Beginn ber Berathungen. Nun mehr bleibt die Thalsache zu verzeichnen, baß bie Konservativen wieder einmal in rücksicktsloser Weise die Wünsche anderer großer Parteien geflissentlich übersehen und ihre Erfüllung unmöglich gemacht haben. Ob das sehr klug war in einem Augenblicke, wo bas Damokles-Schwert ber Auflösung über bem Abgeordnetenhause schwebt und möglicherweise Neuwahlen bevorstehen, kann man bem Ur- theile ber Konservativen selbst überlassen. Aus feinen Fall haben sie sich baburch beim Centrum mehr Freunde als bisher erworben.

Der Schluß ber zweiten Lesung ist schneller erfolgt, als man anfänglich annehmen konnte: nicht weniger als 36 Rebner, bie noch zum Worte gemelbet waren, haben barauf verzichtet — unter den gegenwärtigen Umständen ein sehr löblicher Entschluß. Jedes weitere Wort wäre ja ohnehin umsonst gesprochen gewesen. Das Stimmen« verhaltniß ist so gewesen, wie vorausgesagt worden war: von ben Konservativen haben haben 11 Mitglieber des Hauses für den Kanal gestimmt, acht haben bei der Abstimmung ge«

scheint täglich-

ponfl' und Fewr- Liertell-Hrl.

ÖHM»

Deutsches Deich*

Berlin, 18. August.

• Das preußische Aögeord«e1evHa«s wird voraussichtlich das vorliegende Material bis zur Mitte der nächsten Woche aufgearbeitet haben. Nachher wirb beabsichtigt, wiebet eine Pause in ben Plenarsitzungen eintreten zu lassen, bis die vom Abgeordnetenhause erledigten Vor­lagen, das Herrenhaus durchgemacht haben werden. DaS Herrenhaus wird seine Sitzungen am 29. August wieder aufnehmen.

O Die Dnsammeukuust zwischen dem IsSrfle« Aoyenkohe und dem österreichischen Minister Grafe« OokuchowsKi soll nach der neuen Bestimmung in den letzten Tagen des Monats August stattfinden. Am 28. August soll ber Reichskanzler wieber in Aussee eintreffen, unb dort wirb vermuthlich auch ben Besuch des Grafen Goluchowski empfangen.

x Die Konservalive« und die A«oe«- srage. Ein Berliner Blatt, das in jüdischem Besitze ist, aber in konservativer Politik macht, hatte in diesen Tagen die Meldung gebracht, die konservative Partei sei neuerdings von den Grund­sätzen abgegangen, bie im „Tivoli-P r o - gramm" niebergelegt seien, namentlich in ber* Jubensrage. Entgegen biefer Meldung schreibt jetzt die partei-amtliche Konservative Korre­spondenz: „Diese Behauptung ist grundlos und unbewiesen. Eine Aenderung in ber Stellung ber Partei ist nicht eingetreten und wirb von keiner Seite geplant."

X Di- Sache der Itesarm des preußische« Gememdewahk Gesetzes nimmt eine sehr be- bäuerliche Entwickelung: in ber letzten Sitzung bet Kommission, bie diese Reform-Vorlage vorzuberathen hat, ist das K o m p r o m i ß F r i tz e n- Sattler abgelehut worben, unb zwar mit 13 gegen 8 Stimmen, obwohl Minister v. Miquel persönlich anwefenb war unb bie Annahme des Antrages Fritzen-Sattler empfahl. Die ersten beiden Absätze wurden angenommen, b. h. also bie Bestimmungen, baß in Gemeinben mit mehr als 10000 Einwohnern burch Ortsstatut die Wählerabtheilungen so gebildet werden können, daß auf die erste Abtheilung fünf Zwölftel, auf bie zweite vier Zwölftel und auf die dritte Ab­theilung drei Zwölftel der ©efammtfumme der Steuerbeträge aller Wähler fallen. Ab gelehn t wurde dagegen der dritte Absatz unb zwar mit 11 gegen 10 Stimmen. Dieser Absatz bestimmt, daß zur Beschließung unb Aushebung eines solchen Ortsstatuts bie M e h r h e i t v o n z w e i D r i 11e l n der Gemeindevertretung erforderlich ist. Daraus erfolgte alsdann die vorher erwähnte Ablehnung

In ber kalten Morgenluft zitterte sie unab« lässig vor Frost unb Aufregung, in biefem Zu­stande konnte sie unmöglich auf die Polizei gehen, um ihre Entdeckungen anzuzeigen, erst mußte sie mit Ralph sprechen.

Da sah sie nur wenige Schritte von sich ent­fernt Alex Liner gehen, fte nahm sich vor? ihn nicht aus dem Auge zu verlieren und hielt sich deshalb immer in gleicher Entfernung von ihm.

Das mußte ihm schließlich auffallen, und er wandte sich mit der Frage an sie: „Was ver­schafft mir bie Ehre Ihrer Beachtung?"

„Hat bie Straße nicht sür alle Platz?" fragte sie dagegen und bemühte sich, möglichst unbefangen zu erscheinen.

Merkwürdig war ihr's, daß Liner jetzt einen ganz anderen Eindruck machte, als bisher. Sein Wesen war höflich unb anständig, seine ganze Erscheinung stand durchaus nicht im Einklang mit bem, was sie sonst an ihm gesehen.

„Mein Name ist Alex Liner," nahm er jetzt wieder das Wort, „ich irre mich wohl nickt, wenn ich vermuthe, daß Sie Fräulein Bohl sind, ich würde gern einmal Verschiedenes mit Ihnen be­sprechen, bin auch wiederholt in den letzten Tagen an Ihrer Wohnung gewesen —"

„Ich habe alles meinem Sachwalter über« geben," fiel ihm Olga in's Wort und war froh, als sich Liner mit einem höflichen Gruß von ihr

t>er Münzstraße eingeb rochen war.

Immer dichter unb undurchdringlicher wurden bie Geheimnisse, anstatt Aufklärung zu erlangen, wurde es Olga immer verwirrter zu Sinne.

Ein Weilchen machte sich der Mann unten ■ s ~

noch zu schaffen, bann ging auch er fort, unb | stöhlen, wie sie gekommen, das Haus verließ.

6 Nordamerikanische Umtriebe und Niederlagen.

Runb ein Jahr ist es her, baß bas Sternen­banner ber Vereinigten Staaten von Nordamerika über den Philippinen unb ben westinbischen Inseln Cuba unb Puerto Rico weht; aber nickt einen einzigen Tag sind sie dieses ihres neuen Besitzes sroh geworden. Von den ganzen Philippinen- Inseln gehört ihnen der Thatsache nach bis zum heutigen Tage nichts weiter als bie Hauptstadt Manila mit ihrem Hafen; unmittelbar hinter Manila beginnen die Verschanzungen ber Ein­geborenen, "unb alle Mühe unb aufgewandten

Olga war wieder allein. Sie wartete nun ein wenig, bann ging sie leise an das Fenster, zu dem die Männer eingestiegen waren, da lac die Eisenstange, die zur Sicherheit vorgeschoben wurde, am Boden, und es war ihr auch nicht möglich, sie wieder zu befestigen.

Sie fühlte sich ganz krank und elend, das Bewußtsein von Ralph's verstohlenem Thun brachte sie bald um ben Verstand. Warum hatte er ihr kein Wort davon gesagt, daß er gern Einblick in ihres Vaters Hinterlassenschaft gehabt hätte, ste hätte doch ohne Besinnen alles, alles gezeigt, die geringste Andeutung hätte genügt.

Oder that sie ihm vielleicht durch argwöhnische Gedanken Unrecht, wollte er sie etwa mit irgend einem werthoollen Fund überraschen?

Sie nahm sich vor, ihn am nächsten Morgen ganz offen zu fragen.

Unb wer konnte ber Andere fein? Sie hatte es gar zu gern gewußt unb ließ nicht noch, sich ben" Kops darüber zu zerbrechen. Am Ende war es Alex Liner! Ja, jetzt fiel ihr auch ein, daß man ihr dessen Bild auf dem Polizeiamt gezeigt hatte, und es stimmte völlig mit bem Aussehen des Einbrechers überein. Ganz werthlos war ihre Nachtwache also doch nicht gewesen.

Ungeduldig erwartete sie den Morgen, dann packte sie ihre Vorräthe zusammen, was sie nicht mitnehmen konnte, versteckte sie in einem Winkel, wo so leicht Niemand hin kam, und schickte sich zum Fortgehen an.

mit Htnterhaktungs-Metlage „Issullrirte Sonntags-Zeitung"