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in Seidenstoffen aller Art was sie wünscht, wenn sie DSHZ & CO. Muater

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26. Jahrgang

Iulöa, Mittwoch, den 16, August 1899.

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wieder auf die Jagd gehen, komme ich auch hinaus und — schau Ihnen zu!"

Drmk und Verlag der Fuldaer Actten drucke«! Petersgage Nr. 2 (Harmonie).

Die Firma ®. Stiebet, Marklstratze 3 dahier, ver­anstaltet während des Monats August einen Räumuugs- Berkauf ihrer vorräthigen Sommer-Kuxkins, sowie einer Partie zurückgesetzter Anzugstoffe zu auffallend billigen Preisen. [3250

Inserate: Die ein spalt. Garmond- geile oder deren Raum 15 Pf., Re­klamen die Petit- geile 25 Pf.; bei Wiederholungen wird entsprechens Rabatt gewährt

schäftsleuten die Anschaffung der sonst so theuren i Schreibmaschinen zu ermöglichen, fabrizirt die Firma Heinrich Kochendörfer, Deutsch-Amerik. Clrchs- und Stempelfabrik, Leipzig, Windmühlenstraße 33 jetzt eine ihr patentirte Schreibmaschine „Eureka", bie sie schon zu 35 Mark Porto und Verpackung extra in den Handel bringt. Und zwar wird hier dem Publikum eine Maschine geboten, die nicht mit den bis­her auf den Markt gebrachten billigen Spielzeugmaschinen zu verwechseln ist, sondern für jeden Geschäftsmann wirklich praktische.« Werth hat, indem sie thatsächlich Gediegenes leistet. Sie zeigt, daß auf diesem Gebiet noch manches Neue und Originelle geleistet werden kann. Die Anschaffung ist jedem Geschäftsmann«! zu empfehlen. Auch sucht die Firma Händler und Agenten da'ür im In- und Auslande.

* Die Stoppelfelder erscheinen, sie machen einen wehmüthigen Eindruck, denn sie sagen, daß die Höhe von der Herrlichkeit des Sommers vorüber ist und die Fülle nun beginnt immer mehr zu schwinden. Der reich­beladene Erntewagen hat die Felder ihres werthvollsten Schmuckes beraubt, um die Scheune zu füllen mit der kostbaren Gabe des Jahres. Wird das Korn einmal geerntet, so folgen Weizen, Gerste bald nach, von Tag zu Tag wird es immer leerer auf den Fluren in eben demselben Maße, wie früher sich das Wachsthum täg­lich mehrte. Die Augenweide verliert sich, dafür tritt die Ernte in ihr Recht, und es ist gewiß eine der schönsten Freuden, reichlich ernten zu können.

* An einen eigenartigen Gedenktag wird jetzt er­innert. Am letzten Sonntag vor 25 Jahren wurde die letzte französische Fahne, die sich in den Reichs­landen auf einem öffentlichen Gebäude befand, herab­geholt. Sie saß auf der höchsten Thurmspitze der Kathedrale von Metz, und es war Demjenigen, der sie herunter brächte, eine Belohnung von 100 Thalern ausgesetzt, denn die Sache war lebensgefährlich. Wenn der kühne Steiger auf der im gothischen Stil gebau­ten Thurmspitze angelaugt war, galt es noch, über eine große, mehrere Fuß dicke Kuppel zu gelangen, und dann, etwa 260 Fuß über der Erde, noch eine zweite kleine Kugel zu erklimmen, um zu der Fahnenstange zu gelangen. Ein Pionier, ein Brandenvurger, erbot sich zu dem gefährlichen Wagniß. Mit voller Musik marschirte am Samstag, 16. Juli 1874, kurz nach Mittag eine Truppenabtheilung nach dem Platz vor der Kathedrale der Pionier siegesgewiß im Zuge. Der Furchtlose begann seine Arbeit, die mehrere Stunden in Anspruch nahm. Zunächst wurden von der Galerie aus, von der ab sich die gothische Spitze erhebt, zwei Stangen in einem Abstand von einem Fuß von ein­ander an den über der Spitze befindlichen großen Knopf gelegt und die noch darüber hinausragenden Stangen von Militärmannschaften gehalten. Der Pionier hatte in der Tasche große Nägel und einen Hammer in der Hand, mit dem er die Nägel stufenförmig ein­schlug ; so stieg er allmählich immer höher. Auf der Höhe der großen Kugel angelangt, rutschte der Toll­kühne einmal aus. „Er fällt", tönte es aus dem Mund von Tausenden, die unten standen und aus den Fenstern das furchtbare Schauspiel betrachteten. Aber er fiel nicht, sondern stieg unerschrocken höher, bis er die Flaggenstange erreicht hatte. Noch einen Fuß — und die blau-weiß-rothe Flagge sank und an ihrer Stelle befestigte er eine hinausgezogene riesige schwarz- weiß-rothe Flagge. Der Pionier kletterte dann wieder hinunter, nachdem er noch nach Möglichkeit die große Kugel wieder blank geputzt hatte. Dann erschien er nach einer Zeit von 4 Stunden wieder unten auf dem sicheren Erdboden — er hatte sein Werk vollendet. . Der muthige Pionier hieß Karl Otto Bredenow und stammt aus der Nähe von Prenzlau. Wo er sich gegenwärtig aufhält, und ob er überhaupt noch lebt, ist nicht bekannt.

" Eine eigenartige Wette hat der Inhaber eines Friseurgeschäftes Berlins gewonnen. Gelegentlich einer Geburtstagfeier machte sich einer der Theilnehmer darüber lustig, daß der Friseur eine größere Anzahl Goldstücke im Portemonaie bei sich trug, worauf der glückliche Besitzer der Goldfüchse erwiderte, er könne dieselben nicht los werden. Natürlich glaubte dies Niemand. Darauf erklärte der Inhaber des goldge­füllten Portemonnaies, er wolle in einem beliebigen Restaurant 20-Markstücke zum Preise von 10 Pfennig das Stück ausbieten und setzte 50 Mark dagegen, daß Keiner die Goldfüchse kaufen würde. In einer Kneipe in der Landsbergerstraße wurde die Wette zum"Aus- trag gebracht und der Frisenr gewann sie glänzend. Als Handelsmann verkleidet bot er echte 20-Markstücke für 10 Pfg. zum Kaufe an. Natürlich hielt Jeder­mann die Münzen für falsch, keiner der zahlreiche Gäste nahm sich die Mühe, die „Spielmarken" auf ihren Werth zu prüfen.

* Die Bierprodnktion auf der ganzen Erde betrug im Betriebsjahre 1897/98 etwa ' « Milliarde Hektoliter. An der Spitze stand Deutschland mit 61,3 Millionen Hektoliter. Getrunken wurde das meiste Bier, auf den Kopf der Bevölkerung berechnet, in Bayern. Es entfielen durchschnittlich auf jeden Be­wohner jährlich 235,8 Liter. Das wenigste Bier wird in Rußland getrunken, 4,7 Liter auf den Kopf der Bevölkerung. Der Branntwein indessen hat dort Hoch und Niedrig unterjocht. Der deutsche Durst wird neben den 61,3 Millionen Hektoliter Bier jährlich noch mit etwa 32 Millionen Liter Wein und 230 Millionen Liter Branntwein gestillt. Nach Deutschland wurde das meiste Bier in Amerika und Australien gebraut: 55,4 Millionen Hektoliter.

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* In Gedanken. Professor: „Ist der Herr Rath zu sprechen?" — Dienstmädchen; „Der Herr Rath? Nein, der ruht schon seit zwei Wochen unter der Erde." — Professor: „O, dann will ich ihn nicht stören."

* Berschnappt. „Da hast Du Dir wieder einen schlecht sitzenden Ueberzieher angeschafft!" — „Ja, glaubst Du denn, im Restaurant kriegt man ihn an­gemessen ?"

* Furchbare Drohung. A. (der sich mit einem Sonntagsjäger gezankt): „Warten Sie nur, wenn Sie

Deutsches Reich*

Berlin, 15. August.

0 Der MeichsHarrsHattsvoranfchkag für das Jahr "1900 wird nach neueren halbamt­lichen Mittheilungen das bestätigen, was ehedem von ihm vorausgesagt worden ist: man rechnet nämlich auf Ueberschüsse aus früheren Jahren in der Höhe von im ganzen 30'/» Millionen Mk. Das «würde der höchste solche Betrag sein in diesem Jahrzehnt. Im Anfänge dieses Jahrzehnts gab es solche Ueberschüsse gar nicht. Dann haben sie sich mir kleinem Betrage eingefunden und sind von einem Jahre zum anderen langsam gestiegen.

+ Kein Kirstev-Karrak! so verkünden die halbamtlichen ,Berl. Pol. Nachrichten.' Die­selben schreiben: „Der Versuch, die Verbindung zwischen dem Dortmund-Ems-Kanal und der Elbe von der Mittelland-Linie auf die Linie Bremen- Hamburg abzulenken, muß schon deshalb als völlig aussicht-- los bezeichnet werden, weil dieser Linie Bedenken entgegenstehen, welche ihrer Ausführung als Unternehmen des preußischen Staates an sich auch abgesehen von ihrer Minderwerthigkeit gegenüber dem Mittelland- Kanal widerrathen würden." Aus allem ersieht man. daß die preußische Regierung jetzt mit starker Siegeshoffnung die ganze Kanalfrage be- urtheilt und behandelt. Bald wird man wissen, ob ihre Siegeshoffnung berechtigt ist. — Gegen den Küsten-Kanal wendet sich auch die ober- offiziöse ,Nordd. All gern. Zeitung'. Sie führt gegen diese Nordlinie an, daß diese die unbevölkerten Marschgegenden durchziehen und zum größten Theile außerhalb des preußischen Staatsgebietes liegen würde. Außerdem macht das halbamtliche Blatt darauf affmerksam, daß Hamburg schon zum größten Theil die Handels­vortheile des Karser-Wilhelm-Kanals genießt und und „foir.it kein Anlaß voriiege, auch bei der Verbindung zwischen Rhein und Elbe vorzugs­weise auf Hamburg Rücksicht zu nehmen."

Vermischtes.

* Wörishoken, 15. Ang. Ein Kneipp-Denkmal hat nunmehr Wörishosen, die langjährige Arbeitsstätte des bekannten Prälaten, erhalten. Das Denkmal besteht aus einer überlebensgroßen Büste in weißem Marmor, die die ausgeprägten Züge Kne pps naturgetreu wieder- gibt Es wurde im Garten des Kneippianums in Gegen­wart des Schumherrn Prinzen Heinrich von Bourbon, Grafen Bardi, feierlich enthüllt. Der aus rothem Marmor gearbeitete Sockel erhebt sich über einer aus Felsgestein hervorsprudelnden Quelle und trägt als Widmung „Nostra est aqua“, den Wahrspmch Kneipps.

>$< (Sine gute Schreibmaschine für 35 Mark. Angesichts des gewaltigen Fortschrittes auf allen Ge­bieten des Handels und der Industrie in den letzten Jahrzehnten ist der Konkurrenzkampf immer heftiger ge­worden ; jeder se.cht den anderen zu Überbieten in Schön­heit der Waare und Billigkeit des Preises. Aber längst auch hat man erkannt, das die Art und das Aussehen auch der Korrespondenz dazu beiträgt, Vertrauen zum Absender zu erwecken. Besonders ygt wohl schon oft ein mit Schreibmaschine geschriebener Brief dem betr. Hause einen höheren Kredit verschafft, sicher wenigstens dessen Ansehen erhöht. Um nun auch kleineren G.e-

Dreyfus beteiligt ist, und hoffen, daß der Präsident eine solche Einmischung nicht zu­lassen werde. Die Angriffe der Presse würden dahin führen, die Situation der deutschen Bot­schaft zu kompromittiren". Der Minister des Aeußern war damals nicht in Paris. Deswegen wandte sich der Botschafter Graf Münster an den Präsidenten Casimir-Pärier; und nun behauptet General Mercier: „Nach dieser Unterredung biteben Dupuy und ich von 8 bis 12 Uhr Nachts bei dem Präsidenten und warteten angftdoll (!) auf ein Telegramm aus Berlin, um zu wissen, ob aus dieser Unterredung Krieg ober Friede hervorgehen werde . . ." Herr Casimir-Por irr macht vor dem Kriegs­gerichte in Rennes eine abwehrende Armbewegung nach der andern, um damit anzudeuten, daß das alles Lüge sei; aber das stört Herrn Mercier nicht, er bleibt bei seiner lügenhaften Darstellung.

In Paris aber, Rue Chabrol 51, mitten in der Stadt, hat sich Herr Guerin, Haupt der Antisemiten - Liga, mit einer Anzahl von Freunden und einem ganzen Arsenal von Gewehren, Revolvern und Jagdmessern hinter eisernen Läden undThüren in einem zweistöckigen Hause verschanzt und trotzt dem Haftbefehl, der gegen ihn erlassen worden ist — oder sucht ihm zu trotzen. Fern­sprecher, Wasser und Gas sind dem Hause ge­sperrt worden, und nebenan auf einer Polizeiwache liegen stets etwa 200 Polizisten im Anschläge, um Freund Guerin zu empfangen, wenn er die Be­lagerung satt haben wird oder etwa einen Aus­fall machen wollte ... ein liebliches Bild am Ende des 19. Jahrhunderts! Und mit dieser Gesellschaft soll besagter General Mercier im geheimen Einverständnisse sein.

Allem Anschein nach müßte, wenn der Ge­rechtigkeit freien Lauf gelassen würde, nach der Freisprechung des Dreysus General Mercier dessen Stelle als Angeklagter einnehmen.

erscheint täglich, I Ausnahme der

güiir.' und Feier« uqe. Vierteljahr!.

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Bringerlohn iwd Bestellgeld in »niba und aus- ArtslM.bOPf.

Marktberichte.

iltKranktnrta.M.. 14. Aug. (Getreidemarkt- Bericht, mitgetheilt von Joseph Strauß, Agent, der sich bei An- und Verkäufen bestens empfiehlt.) Weizen ab unserer Umgegend (neuer-15.75—00.00 M., Desgl. frei von hier 16.00—00.00 Mark, Weizen, La Plata und Kansas 16.50—17.50 Mk., Weizen, Redwinter und ruff. Sorten, 17.00—17.75 Mk., Roggen, hiesiger, 14.25—14.50 Mk., Braugerste (Pfälzer, Ried, Wetterauer und Franken) 16.25 bis 17.50 Mk., Futtergerste (ausländ.) 12.25—13.00 Mk., Hafer (dies.) exquisiter, ca. 25—50 Pfg. über Notiz, 15.25—15.50 M.,Mais(gesundes Mixed)10.50-00.00Mk., Weizenkleie 8.50—8.7-> M, Roggenkleie9.75—10.00 M., Malzkeime 8.50—8.75 M., getr. Biertreber 9.50—9.75 M., Spelzenfpreu p. Ctr. 00—0.90 M., Milchbrod u. Brod- mehl im Verband 44.00—46.00 Mk., Nordd. unv Westfäl. Weizenmehl Nr. 00 22.00—23.00 Mk., Roggenmehl Nr. 6,1 20.50—21.50 Mk. Die Preist verstehen sich per per 100 Kilo ab hier, häufig auch loco ausrv. Stationen bei mindestens 10,000 Kilo.

Weizen, die Situation des Weizengeschäftes nur un­wesentlich verändert, unser Rendement nach Baden und Württemberg hat sich nicht gebessert, dementsprechend blieb auch der Exportverkehr wie bisher auf feinen geringen Umfang beschränkt. Roggen hatte nur sehr schwaches Geschäft. Exquisiter Gerste war etwas bester gefragt, so daß sich ihr Preisstand behauptete. Hafer unverändert, Tendenz nicht herauszufinden. Futterstoffe minimaler Umsatz, Preise stramm, Mehlmarkt zu Gunsten der Käufer. Raps umsatzlos.

Iirankfnrt, 14. Aug. Amtliche Notirung der Bieh- markt-Preise. Zum Verkauf standen: 539 Ochfen, 60 Bullen, 828 Kühe und Färsen (Stiere und Rinder), 269 Kälber, 103 Schafe und Hümmel und 1288 Schweine. Bezahlt wurde für 100 Pfund Schlachtgewicht: Ochsen: a. vollfleischige, ausgemästete höchsten Schlachtwerths bis zu 6 Jahren 65 67 M., b. junge fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete 60—63 M., c. mäßig genährte junge, gut genährte ältere 56—60 M., d. gering genährte jeden Alters 00—00 M. Bullen: a. vollfleischige höchsten Schlachtwerthes 54—56 M., b. mäßig genährte jüngere und gut genährte ältere 49 —52 M., c. gering genährte 00—00 M. Kühe und Färsen (Stiere und Rinder): a. vollfleischige, ausgemästete Färsen (Stiere und Rinder) höchsten Schlachtwerthes 60—62 M., b. vollfleischige, ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwerthes bis zu 7 Jahren 56—58 M., c. ältere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe und Färsen (Stiere und Rinder) 44—48 M., d. mäßig genährte Kühe und Färsen (Stiere und Rinder) 36 -40 M., e. gering genährte Kühe und Färsen (Stiere und Rinder) 32-36 M. Bezahlt wurde für 1 Pfund Schlachtgewicht: Kälber: a. feinste Mast- (Vollrn. Mast) und beste Saugkälber 72—76 Pf., b. mittlere Mast- und gute Saugkälber 63—67 Pf., c. geringe Saugkälber 53 bis 58 Pf., d. ältere gering genährte Kälber (Fresser) —.—. Pf. Schafe: a. Mastlämmer und jüngere Mast- hämmel 61—63 Pf., b. ältere Masthämmel 54—57 Pf., c. mäßig genährte Hammel und Schafe (Märzschafe) 00—00 Pf. Schweine: a. vollfleischige der feineren Rassen und deren Kreuzungen im Alter bis zu l‘/‘ Jahren 57 Pf., b. fleischige 56—00 Pf., c. gering entwickelte, sowie Sauen und Eber 00—OÖ Pf., d. aus­ländische Schweine (unter Angabe der Herkunft) — —. Pf. Bezahlt wurde für ein Pfund Lebend­gewicht : Kälber a. 43 -45 Pfg. b. 38—40 Pfg, Schweine a. 44—45 Pf. — Aus Oesterreich standen 157 Ochsen und 1 Bullen zum Verkauf. Geschäft gut, lieber» stand unbedeutend.

Würzburg, 12. Aug. An den sechs Markttagen waren zugeführt: 3 Bullen, 31 Ochsen, 20 Stiere, 25 Kühe, 287 Kälber, 8 Schafe, 430 Schweine. Preise per Pfund Fleischgewicht: Bullen 48—50 Pf., Ochsen 62—64 Pf., Stiere 60-61 Pf., Kühe 47—58 Pf., Kalber 43-46 Pf., Schafe 47—50 Pf., Schweine 49—52 Pf.

& Co. Muster von Barmen 103. verlangt.

siege.

Bei großer Hitze einen kalten Trunk zu nehmen, erweckt zwar momentan ein Gefühl der Befriedigung, ist aber auch der Gesundheit nicht zuträglich, in Dielen Fällen sogar schädlich. Die beste Labung ist eine mäßig warme Bouillon, welchenichtnur denDurst besser löscht,son­dern auch die Nerven angenehm anregt. Fügt man einen Tropfen Maggi hinzu, so erhält man em ganz vorzügliches Getränk.

Um fremde Körper ans dem Auge zu ent­fernen, wird empfohlen, nicht das betroffene, sondern das andere Auge zu reiben. Nach einigem Reiben be­wegt sich der Fremdkörper dem inneren Augenwinkel zu, wo er leicht entfernt werden kann.

Gegen Insekt enstiche gibt es em Mittel, das sofort angewandt, plötzlich Erleichterung bringt: So­bald man spürt, daß man im Munde oder am Halse gestochen ist, so nehme man einen Theelöffel voll Kochsalz mit etwas Wasser angefeuchtet und verschlucke es lang­sam. Geschwulst und Schmerz verschwinden m kürzester Reit.

Das Schwitzen des Körpers wird gefährlich, wenn man sich in den Schatten legt oder wenn die Sonne untergegangen ist. In Folge einer solchen plötz­lichen Abkühlung kann leicht eine Lungenentzündung, Nervenschmerz, Rheumatismus, ja selbst eine gefährliche Krankheit, den Starrkrampf, welcher bei Arbeitern, namentlich auch zur Erntezeit, in Folge von Erkaltung eintraten, wenn sie in Schweiß gebadet, sich ms frische Gras ober an einen anderen kühlen Ort legten. Solche Erkältungen sind in wollenen und baumwollenen Hem­den viel weniger zu fürchten, als in leinenen. Bei der Rückkehr nach Hanse soll man sobald als möglich trockene Wäsche anziehen und so lange, als man es thun tann, sich in Bewegung erhalten, namentlich wenn ein Wrnd geht. ______________________

D Französische Zustände.

Ein Hauptmann von einem Kriegsgerichte wegen Hochverrathes verurtheüt auf Grund von geheimen Aktenstücken, von denen weder der An­geklagte noch dessen Rechtsbeistand Kenntniß er­halten — der Mann, der auf diese Weise ver- urtheilt worden ist, auf einer einsamen und öden Felseninsel schmachvoll behandelt und zeitweise geradezu gepeinigt — ein Kriegsminister, der in hochwichtigen Staatssachen zum Schaden des eigenen Landes die Unwahrheit spricht, nur um sich selbst von schwerer Schuld zu entlasten — ein Staatsoberhaupt, das von den Ministern des Landes und namentlich von besagtem Kriegs- minisier geflissentlich in Unkenntniß erhalten wird über die 'allerwichtigsten politischen Dinge — ein Mann endlich, der wegen einer Verschwörung gegen die bestehende Regierungsform angeklagt ist und unter diesem Verdachte verhaftet werden soll, aber in einem mit schweren eisernen Läden und Thoren verwahrten Hause mitten in Paris mit einem Haufen gleichgesinnter Freunde sich verschanzt und nun von der belagernden Polizei ausgehungert werden soll, damit er sich ergebe, das sind die Merkmale der letzten Tage in Frankreich, wie sie sich ergeben aus den Verhandlungen vor dem Kriegsgerichte in Rennes und aus dem Verhaftungsbefehle gegen die Häuptlinge des Patriotenklubs und der Anti- semitenliga. Es sind sicherlich keine erfreulichen Merkmale für Frankreich, und sie reden wieder einmal eine überraschend deutliche Sprache über die Unsicherheit der Zustände im modernen Frankreich.

Zurächst ist aus den Verhandlungen vor dem Kriegsgerichte in Rennes klar erwiesen, daß das erste kriegsgerichtliche Urtheil gegen den Hauptmann Dreyfus gefällt worden ist, ohne daß dieser oder sein Rechtsbeistand etwas er­fahren hätten von den geheimen Aktenstücken, die der damalige Kriegsminister General Mercier dem Kriegsgerichte zustellen ließ, obwohl die Ver- urtheilung hauptsächlich durch diese Aktenstücke herdeigeführt wurde. General Mercier selbst aber schweigt über diese Schriftstücke zunächst voll­ständig gegenüber dem Präsidenten der Republik, Herrn Casimir-Psrier; erst vierzehn Tage nach der Verurtheilung des Hauptmanns Dreyfus macht er dem Präsidenten Mittheilung davon. Im Minitterrathe sagt General Mercier un­mittelbare Unwahrheiten. Er sagt, Dreysus habe ein Geständniß abgelegt, obwohl das Dreyfus niemals gethan, sondern bis zum letzten Augen­blicke seine Unschuld betheuert hat; und wiederum erst mehrere Tage nach dem Mtntsterrathe macht er dem Präsidenten Cafimir-Pörier Mittheilung von den Vorgängen im Ministerrathe. Und von neuem hat General Mercier sich nicht gescheut, vor dem Kriegsgerichte jetzt die alberne Lüge von dem „Zeugen Müller" oder „Advokaten Müller" oder „dem gewissen Mertian de Muller aus Lille" aufzutischen, der am 1. November 1894 im Potsdamer Palais im Schlafzimmer des deutschen Kaisers die damals neueste Nummer der Pariser Zeitung ,Libre Parole' mit dem Stempel des kaiserlichen Militärkabinets und der Blaustift-Bemerkung gesehen haben, die angeblich lautete: „Dreysus ist gefangen." Das Wort „gefangen", das General Mercier vor dem Kriegsgerichte in Rennes deutsch anführte, be­weist an sich, daß die ganze Geschichte erlogen ist; denn ein Deutscher sagt in diesem Falle gar nicht, Dreyfus ist gefangen, sondern bedient sich des Ausdruckes „verhaftet" oder „gefaßt". Und da­mit es ganz klar werde, daß dieser „gewisse Mertian de Muller" ein Schwindler ist, hat dieser selbst am letzten Samstag an den Präsi­denten des Kriegsgerichtes m Rennes geschrieben, es sei ihm unmöglich, in Rennes zu erscheinen.

Das Lügengewebe des Generals Mercier geht aber noch weiter. Er behauptet, damals sei'Frankreich keine Stunde f icher gewesen vor einem kriegerischen An­griffe Deutschlands, „keine zwei Finger breit vom Kriege entfernt". Thutsache ist nur, daß ein Theil der französischen Presse damals voll war von ebenso niedrigen wie unverschämten Verleumdungen der deutschen Botschaft in Paris, der Person 'des Botschafters und der deutschen Reichsregierung, alles deswegen, weil Dreyfus ein Spion im Solde der deutschen Regierung sein sollte. DaS wurde nachgerade unerträglich, und deswegen drahtete der Reichskanzler an den Botschafter wie folgt: „Seine Majestät der • Kaiser, vertrauend auf die Loyalität des Präsi­denten der Republik, bittet den Präsidenten der Republik zu erklären, daß die deut­sche Botschaft nicht an der Affäre

"TSSÄ.-Ää;“' mit Unterhaltungs-Beilage „Ilkustrirte Somüags-Ieilung"

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