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26. Jahrgang.
Iuköa, Dienstag, den 1. August 1899.
Dm« und Vertag der Fuldaer AckiendruckerÄ peteregaffe Nr. i (»armonie).
ankommt, und daß ihnen einseitige nationale Gesichtspunkte wichtiger erscheinen als die allgemein katholische Sache. Das ist kein katholischer Standpunkt mehr; und wenn der ,Dziennik Poznanski' sich zu folgendem Ausspruche versteigt: man „sollte nicht vergessen, daß Christus den Aposteln anbefohlen hat, die Volker in allen Sprachen zu lehren" — so sagt er damit etwas, das er durchaus nicht verantworten kann. Denn gerade die polnischen Blatter wollen ja hier durch ihre Forderung die katho- liscken Völker von einander trennen, und das wird auch der ,Dziennik Pozuanski' nichl behaupten wollen, daß der Heiland gemeint habe, die Deutschen könnten nur aus deutsch, die Polen aber nur auf polnisch selig werden. Ist es n o th l g, polnisch zu sprechen, um den Zuhörern das volle Verständniß des Gesagten zu erschließen, dann muß auch nach unserer Auffassung die Gelegenheit zu polnischen Vorträgen gegeben werden; und würde die Versammlung in einer polnisch sprechenden Gegend abgehalten, so würden wir die Ersten sein, die Forderung der polnischen Blatter zu unterstützen. Hier aber ist die Erfüllung dieser Forderung im Interesse der allgemeinen katholischen Sache nicht nöthig; und deswegen ist es unrecht, die Ausführung des an sich schwierigen
I Unternehmens noch mehr erschweren zu wollen.
Schließlich ist das Verhalten der polnischen Blätter gegen die Katholiken-Versamwlung m Neisse auch nicht klug im Interesse ihrer eigenen Sache. Die Polen haben dort sicherlich keinen Ueberfluß an Freunden. Warum stellen sie sich denn so an, als wollten siemitaller Gewalt auch bip letzten aufrichtigen Freunde, die sie haben, von sich ab drän gen?
ersehnten Glückes in ein Nichts, wie eine Fata Morgana. ,
Einen Augenblick saß er wie gelähmt, dann dankte er dem Herrn für seine Mittheitungen, erhob sich grüßend und betrat einige Minuten später sein Zimmer. , m
Schon lange war es still auf Markt und Straßen, auch in dem großen Hause. Ein Licht nach dem andern war erloschen, aber der tiefgebeugte Mann da oben in dem Prachtzimmer des Hotels saß noch immer einsam, grübelnd, sinnend und sein Loos beklagend. Um seiner Liebe willen, um Ernas willen hatte er sich frei, zufrieden und glücklich gefühlt, als die unverschuldete Schmach von ihm genommen wurde. Jetzt konnte und wollte er mit seiner unbegrenzten Liebe einen reinen, makellosen Namen bieten, er brauchte nicht vor ihr zu erröthen, jetzt hätte er um sie werben dürfen, — jetzt — nun es zu spät war.
O bitteres Wort: >Zu spät!"
„Ich wähnte mein Glück so sicher zu erreichen, in den blumenreichen Hafen der Liebe einzulaufen — aber ein Traum hat sein neckisches Spiel mit mir getrieben, aus dem die Kunde des Fremden mich erwachen ließ. Ich bin ein Schiffbrüchiger, der auf sturmgepeitschter See an kahlen, nackten Felsenriffen unrettbar dem Untergange verfallt, sagte er mit aufquellender Bitterkeit.
Er beschloß, am folgenden Morgen sogleich wieder abzureisen, znm Heere zurückzukehren und dem Glück und der Liebe zu entsagen. Was hatte er denn auf und von der Welt noch zu erwarten? Was hatte sie ihm bis jetzt geboten als Leiden und Enttäuschung? Dann aber besann er sich;
Neiße gehalten würden.
Ob dies die richtige Art und Welfe ist, wie nicht nur Katholiken, sondern überhaupt Kulturmenschen unter einander sich behandeln sollen? Das Urtheil darüber sei der Allgemeinheit überlassen. Es kann gar nicht zweifelhaft sein, daß dieses Urtheil den polnischen Zeitungen, die in dieser Weise auftreten, nicht günstig ist. Sonst wußte man nur immer zu erzählen von der feinen Höflichkeit und dem charaktervollen Auftreten unserer polnischen' Landsleute und der | Polen überhaupt — es ist recht zu bedauern, daß in diesem Falle polnische Blätter den schönen polnischen Ueberlieserungen so wenig entsprechen. . I
Die zweite Frage dabei ist die, ob denn die i polnischen Zeitungen ein gut begründetes Recht für ihre Forderung haben. Liegt etwa | die Stadt Neisse in einer polnisch sprechenden Gegend? Nein, in und um Neisse,herum wird nicht eine Silbe polnisch gesprochen. Unbedingt hat man also anzunehmen, daß die Versammlung so gut wie gar nicht von solchen Leuten besucht werden wird, die nur polnisch verstehen, denen kein volles Verständniß der deutsch gehaltenen Reden aufgehen würde. Denn der kleine polnische Mann, bei dem dies in der That der Fall sein könnte, wird wegen der Lage der Stadt Neisse in der Versammlung gar nicht vertreten sein. Unsere anderen polnischen Landsleute und Glaubensgenoffen verstehen aber bekanntlich ausgezeichnet gut deutsch. Dank dem großartigen Sprachtalente des Polen, und diesen wird deswegen auch nicht eine Silbe der deutsch geführten Verhandlungen entgehen. Im Interesse der Sache ist es also nicht nöthig, daß in Neisse auch polnische neben den deutschen Versammlungen stattfinden.
Personen.
* Dum Aröeiterschutzgesetz wird der ,Nordd. Allgem. Ztg.' geschrieben: „Die Meldung, daß in einer nahen Zeit die kaiserliche Verordnung erscheinen werde, welche den Rest des Handwerksorganisationsgesetzes in Kraft setzen werde, ist zutreffend, indeffen ist es nicht sehr wahrscheinlich, daß dies vor Oktober geschehen wird, da zu der kaiserlichen Verordnung die Zustimmung des Bundesraths nöthig ist. Der Rest des Gesetzes umfaßt bekanntlich die Abschnitte desgleichen über die Handwerkskammern und über den Meistertitel sowie namentlich über die Lehrlingsverhältnisse im Handwerke. Vornehmlich in letzterer Beziehung werden einschneidende Aenderungen insofern em- treten müssen, als das Hallen von Lehrlingen im
jMHWitlül: Air die Redaktion Soi.Zae«, fnr Inserate 3. ParzeUer i» Fnlda.
M 173.________________
+ Die Polen und die Katholiken- Verjammlung in Neisie.
In polnischen Blättern wird das Verlangen erhoben, daß. bei der Generalversammlung der Katholiken Deutschlands in Neiffe auch polnische Vorträge gehalten werden sollen. Für den Fall, daß dies nicht geschehen sollte, kündigen diese Blätter an, daß die polnisch sprechenden Katholiken Schlesiens der Versammlung fern bleiben
Nun aber weiß jedermann, daß es wahrhaftig keine leichte Arbeit ist, eine solche Generalversammlung zu organisiren und ordnungsgemäß abzuhalten. Die Generalversammlungen der Katholiken Deutschlands sind nach und nach mit allen ihren Sektionen und Nebenversamm!ungen zu wahren Riesenapparaten ausgewachsen, die sich nichts weniger als leicht handhaben lassen; und darum sollte jedermann, der es gut meint mit der allgemein katholischen Sache, ängstlich alles vermeiden, das den an sich schwierigen Apparat noch schwieriger ge« stalten muß. Wenn jetzt also polnisch-katholische Zeitungen solche Forderungen erheben, deren Ver-
Z«ftrai»:Diee-M spalt. Garmond- zeile oder derr« Llaum15Pf.,Rr^ klamen die Petita geilt 25 Pf.; bei Wiederholungen wirdentfprechend- Rabatt gewährt.
„Jawohl, Herr Oberst, das Stemausche Stammschloß liegt hier in der Nähe und wird von der Familie bewohnt, einer reichen, angesehenen Familie. Noch jetzt erzählt man sich hier von einem großen Feste, welches vor fünf bis sechs Jahren dort gefeiert wurde und zu welchem viele hiesige Herrschaften eingeladen waren; es war ein großartiges Fest. Kennen Sie die Familie, Herr Oberst?" fragte ein gegevübersitzender Gast. . .
„Ich habe mit einem von Stemau in Jena studirt und wir waren immer sehr befreundet.
„Das wird Hans gewesen sein, der Erbherr; erinnern Sie sich des Taufnamens?"
„Ganz recht, Hans von Steinau."
„O, dann sollten Sie ihn besuchen; das Gut liegt nicht weit von hier. Der Herr Baron wird sehr erfreut darüber sein, er ist ein äußerst lieber, guter Herr. Die Familie hat überhaupt Weltglück," erzählte der Herr weiter; „Baron Hans ist mit der reichsten Erbin des Umkreises ver- heirathrt und wohnt auf deren Stammgut Eber- stein. Der alte Freiherr von Steinau ist noch sehr rüstig, feine Gemahlin ebenfalls und da dem Baron von Eberstein sein schönes Schloß ohne die Anwesenheit der Tochter öde und leer erschien — seine Gemahlin ist nämlich schon lange tobt — so haben die jungen Leutchen ihren Wohnsitz auf Eberstein genommen. Die eine Baronesse von Steinau ist mit dem Grasen Felseck verheirathet, einem ebenfalls sehr reichen, hochangesehenen Herrn."
Mit Graf Felseck verheirathet!" Wie em Donnerschlag trafen Ernst diese Worte. Schon wieder versank das Gebäude seines erhofften und
Handwerk an bestimmte Voraussetzungen, wie Vollendung des 24. Lebensjahres, gewißes Maß von zurückgelegter Lehrzeit u. s. w., gebunden ist. Sodann fährt das Blatt aber fort: „Ob der Bundesrath von feiner Befugniß, für einzelne Gewerbe Ausnahmen von diesen Vorschriften zu erlassen, Gebrauch machen wird, steht noch dahin. Im übrigen ist in den Uebergangsbe- timmungen des Gesetzes selbst Vorsorge getroffen, daßnichtetwaHärten Platz greifen. Jeden- älls haben alle Gewerbetreibende, welche beim Erlaß des Handwerksorganisationsgefetzes Lehrlinge hielten, das Recht, diese auszulernen, auch nachdem die neuen Vorschriften über die Lehr- lingsverhältniffe im Handwerk in Kraft gesetzt
sage Seiner Majestät Besuch hervorgerufen hat. . Wenn es in meiner Macht liegt, durch Verzicht- leiftung auf die Freude des kaiserlichen Besuches i bei mir auf Villa Hügel den Besuch des ; bergischen Landes zu ermöglichen, so bin ich gern bereit, das schwere Opfer zu bringen. Mit Der Andeutung dieser Möglichkeit möchte ich den Beweis liefern, welches Interesse es hätte, wenn dieser Theil unseres Vaterlandes, in dem seit einem halben Jahrhundert kein Landesherr gewesen, des Kaisers Majestät die Ehre Sr allerhöchsten Anwesenheit und damit dem vorzüglichen Geiste der Bevölkerung eine verdiente Anerkennung zu Theil werden ließe. Ich wäre Ew. Exzellenz zu großem Danke verpflichtet, wenn der Inhalt dieses Briefes zur Kenntmß Sr. Majestät gelangen würde."
• Der Züchligrmgserkaß des preußische« ^«ttnsmmisters ist nicht nur im Regierungsbezirk Arnsberg, sondern auch im Regierungsbezirk Düsseldorf den Lehrern noch nicht amtlich mitgetheilt worden. Jetzt heißt es, der Kultusminister arbeite nunmehr eine Erläuterung zu dem Erlasse aus, um die Bedenken zu zerstreuen, die aus den Kreisen der Lehrer gegen den Erlaß laut geworden sind. Um alle die Bedenken zu beseitigen, die gegen diesen Erlaß bestehe», müßte eine Verordnung ergehen, die ganz einfach den ganzen alten Erlaß aufhebt. Das durfte die einzige Möglichkeit sein, um die Bedenken gegen diesen aus der Welt zuschaffen.
* Die IleSerficht der Krgevuiffe des Keeresergä«z«ngsgefchästs für das Jahr 1897 ist dem Bundesrath zugegangen. Danach wurden in den alphabetischen und Restantenlisten Überhaupt geführt 1,638,222 Personen. Davon blieben unermittelt 47,411, ohne Entschuldigung biteben aus 100,652, anderwärts wurden stellungspflichtig 423,738. Zurückgestellt wurden 574^883, ausgeschloffenl212, ausgemustert41,639, demLand- fturtn ersten Aufgebots überwiesen 109,953, der Ersatzreserve 86,752, der Marineersatzreserve 1012. Ausgehoben wurden 221,674. Heber« zählig 5987, freiwillig eingetreten in das Heer sind LI 940, in die Marine 1369. Es sind ferner vor Beginn des militärpflichtigen Alters freiwillig eingetreten in das Heer 21,503, in die Marine 29,750. — Wegen unerlaubter Auswanderung sind verurtheilt von der Landbevölkerung 29,750, von der seemännischen Bevölkerung : 258, noch in Untersuchung 14,039 bezw. 221
mit Nnterhattimgs-Mcage „Issuflrirte Sonntags-Zeitungs
fein werden."
x Die KSH«e der Arbeiter sind auch während des Jahres 1898 gegen das Jahr vorher nicht unwesentlich gestiegen. Diese erfreuliche Thatsache geht hervor aus den Rechnungsergebnissen der Berufsgenossenschasten, rote sie dem Reichs-Versicherungsamte vorliegen und von diesem gegenwärtig bearbeitet werden. Ganz genaue Verhältniß-Zahlen für die Höhe dieser Steigerung lassen sich aus diesem Material zwar nicht gewinnen. Aber daß eine solche Steigerung wieder eingetreten ist, geht daraus unzweifelhaft hervor. J =
* Die Handhabung des Gesetzes zur ZLekämpf««g des «rrkarttereirMettververös hat vielfach den gehegten Erwartungen wenig entsprochen. Eine ganze Reihe von Praktiken, die mit der im Erwerbsleben erwünschten Ordnung, Anstand und Sitte schwer vereinbar sind, wird von dem Gesetze nicht getroffen. In letzter Zeit machte wieder eine Reichsgerichts - Entscheidung von sich reden, daß die Führung der Firma Engros-Geschäft" oder „Engros-Lager" auch bet solchen Geschäften noch zu beanstanden sei, welche die landläufigen Merkmale eines Engros-Geschaftes nicht aufweifen. Es sei nicht nothwendig, daß zur Führung dieser Firma die Bedingung gemacht werde, daß das betreffende Geschäft nur nut Kleinhändlern arbeite, besonders große Vorrathe halte oder besonders billige Verkaufspreise stelle. An solchen Elkenntnissen, wie dem vorliegenden, nehmen die weitesten Geschäftskreise berechtigten Anstoß. Das Gesetz selbst ist aber nicht dafür verantwortlich zu machen, sondern lediglich die praktische Handhabung desselben durch die Recht- prechung. Der Centrums-Abgeordnete Roeren, welcher sich gerade um die Bekämpfung des unlauteren Wettbewerbes besondere Verdienste erworben hat, gab vor Kurzem in einem Vortrage den Rath, man möge gegenüber befremdlichen Entscheidungen die gegenteiligen Anschauungen der gewerblichen Kreise in der Presse oder tu Versammlungen mit Nachdruck zur Geltung bringen und sich nicht durch ungünstige Urteile abschrecken lassen, fortgesetzt von den Rechtsmitteln : des Gesetzes Gebrauch zu machen. Man solle die • Entscheidungen in derOeffentlichkeit einer gründ- i Uchen, aber ruhigen und sachlichen Kritik unter» । ziehen; dann würden die Gerichte auf die Dauer - nicht umhin können, sich der allgemeinen Anschauung i des gewerblichen Lebens anzuschließen.
• KisenvaHu-Srrperrmmerare sollen nach i einer Verfügung des Ministers von jetzt an bei den
Iwei Hrlien. !
Erzählung von Klara Wilhelmi.
Zg (Nachdruck verboten.)
Achtzehntes Kapitel.
Endlich schien Ernst der Zeitpunkt gekommen, sich vom Kriege zurückziehen zu können. Die Kraft und das Ungestüm des gegnerischen Heeres war gewichen, der Eifer war in Vielen erkaltet. Der Krieg am rechten Rheinufer, wo Oberst Hellborn mit seiner Schaar stand, war nun kein Kampf mehr für die bedrohte Freiheit des Vaterlandes, und viele Freiwillige aus den höheren Ständen kehrten in ihre Heimath zurück.
Auch Ernst eilte jetzt, von der Hoffnung und Freude belebt, dem Vaterhause zu, um sich den Segen der Mutter, die noch immer mit der alten Dienerin im eupheuurnwachsenen Waldhause wohnte und sich von diesem nicht trennen mochte, zu seinem hoffnungsvollen Schritte in das Leben zu erbitten.
Mit ganz anderen Gefühlen, als et scheidend ihn verließ, begrüßte er seinen lieben, deutschen Wald; der Gesang der Vögel bünfte ihm jetzt viel lieblicher, die Farben der Blumen leuchtender und der Duft derselben berauschender.
Mit unbeschreiblicher Freude, mit tiefem Dank- gefühl gegen Gott schloß Frau Hellborn ihren zurückkehrenden Sohn an bas Herz, freubig gab sie ihren Segen mit auf ben Weg, ber ihn zu Stiebe unb Glück zu führen schien.
In Arbach wollte er zunächst Erkundigungen über bie Familie von Steinau einziehen. Viel-
grfäetat täglich, N Ausnahme der Sonn- und Fe'.er- taqe. Biertetzahrl. Drzug»prei» ohne Bringerlohn «nd Bestellgeld m Gulda und au»- «ärt»lM.50Pf.
Deutsches Deich.
Berlin, 31. Juli.
* cheheimrath Krupp hat in Betreff bes Kaiserbesuches eine Eingabe an bas Hos- marschallarnt gerichtet, in ber es heißt: „Ich bitte Ew. Exzellenz berichten zu dürfen, eine wie große Bedeutung der von Sr. Majestät geplante Besuch des bergischen Landes haben würde. Ich habe mich durch eigenen Augenschein überzeugen können, mit welchem Enthusiasmus man den bevorstehenden Besuch erwartete und welche tiefe Niedergeschlagenheit die Ableicht war Erna schon längst verheirathet, bann war ja seine hoffnungsreiche Freude vergebens. Wie ein Blitz durchzuckte ihn der Gedanke an jene Möglichkeit unb wunderte sich, daß ihm derselbe nicht schon früher gekommen war. Fünf Jahre, eine lange Spanne Zeit, lagen zwischen dem Damals und Jetzt — was konnte sich in« zwischen Alles ereignet haben! Vielleicht weilte sie gar nicht mehr unter den Lebenden; so schmerzlich das wäre, so erschien ihm das doch erträglicher, als der Verlust durch eine Heirath, und je näher er Arbach kam, desto mehr büßte er an Hoffnungen ein.
In dem ersten Gasthause kehrte er ein.
Wohl durchzitterte ihn ein schmerzliches Gefühl in der Erinnerung an den schmerzlichsten Theil seines Lebens, allein er drängte den Gedanken daran gewaltsam zurück. Es hätte auch Niemand in dem stattlichen Oberst, in der schmucken, weißen österreichischen Uniform den einstigen Scharfrichter zu erkennen vermocht.
Es war um die Abendstunde; die Gaststube des Hotels füllte sich allmählich. Die Honoratioren der Stadt pflegten dort allabendlich beim Schoppen die Tages- und Kriegsneuigkeiten zu besprechen. Die fremde Erscheinung in Osfiziers- uniform erregte das Jntereffe, man redete Ernst an, suchte ihn mit in die Unterhaltung zu verwickeln und ließ sich dann von ihm die letzten ! Ereignisse auf dem Kriegsschauplätze er- zählen. Nachdem er der Wißbegierde der Patrioten Genüge geleistet, lenkte der Oberst das Gespräch auf Verhältnisse und Personen von Arbach und Umgebung und nannte auch den Namen Steinau.
Die' Versammlung nennt sich nicht eine Generalversammlung der deutschen Katholiken, sondern eine Generalversammlung der Katholiken i ^^lichuna^im^ Interesse" der Sache gar nicht Deutschlands. Also unbedingt dürfen,sich bekunden sie damit, daß sie
auch diejenigen Katholiken als zugehörig betrachten, y Verständniß für das haben, worauf es
pflegen. Dies ist durch das vorbereitende Komitee auch so gehandhabt worden; denn die Einladung, der Ausruf zur Thellnahme an bet Versammlung ist den polnisch-katholischen Zeitungen genau ebenso zugegangen, wie den deutsch- katholischen Blättern. Nun stellen ine polnischen Blätter ganz besondere Forderungen ; in theil- weiser schroffer Tonart beantworten sie die Höflichkeit und freundliche Einladung des Neißer Komitees mit einer Aufwiegelung ber polnischen Katholiken, diese sollten der Versammlung fern bleiben, wenn nicht auch polnische Vorträge tn