26. Jahrgang.
Iuföa, Samstag, den 10. Juni 1899
M 130
von
(Nachdruck verboten.)
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Dnul und Verlag der Fuldaer peter»-aSr kk». « tldarimmte).
Ansicht seinen Beruf verfehlt haben würde. Da» von kann im Ernste keine Rede sein. Aber es ist schon erfreulich, daß die Zusammenkunft in Bloomfontein überhaupt stattfinden konnte, ohne mit offenbaren Zwistigkeiten zu enden; und ganz unberechtigt ist die Hoffnung nicht mehr, daß schließlich doch noch einmal die beiden feindlichen Nachbarn in Südafrika sich mit einander vertragen lernen.
Mit Agathe ging unterdessen eine seltsame Veränderung vor, die jedoch Niemand außer dem alten Steuermann wahrnahm. Ihr bis dahin unverwandt auf das Kind gerichteter Blick ruhte jetzt unverwandt auf Forsberg und dabei breitete sich ein Ausdruck tiefer Erregung über ihre Ge- fichtszüge; alle Muskeln ihres Gesichtes zuckten und bebten in heftiger nervöser Aufregung, ihre klugen öffneten sich weit und nahmen einen starren Entsetzlichen Ausdruck an, als ob eine Woge des Wahnsinns ihr Gehirn durchfluthete.
Forsberg hielt inne mit einem Blick auf den alten Steuermann, den derselbe sofort verstand. Mit einer schnellen Bewegung wurde das Ende der Planke in die Höhe gehoben, die kleine weiße Hängematte schoß von der Planke herab über Bord und war in der nächsten Sekunde in der Tiefe verschwunden, während Forsberg die Begräbnißgebete verrichtete. Plötzlich rief ihm der alte Steuermann mit lauter Stimme zu: „Herr Doktor, sehen Sie doch auf Fräulein Fuchs, Herr Doktor!"
Wie versteinert stand sie da, mit einem Ausdruck des wildesten Staunens auf ihren Zügen, die sich dabei dunkel färbten. Ihre Augen waren weit ausgeriffen, und sie sah aus, als ob ihr plötzlich ein Gespenst erschienen sei, welches sie zuerst mit dem höchsten Entsetzen erfüllte. Aber dieses Entsetzen schwand allmählich, und statt
würde es den Betheiligten vermuthlich lieber sein, wenn alles recht hübsch in der Stille abgelaufen wäre, denn allem Anscheine nach sind die Besprechungen zwischen Krüger, dem Präsidenten der Burenrepublik Transvaal, und S i r A l f r e d Milner, dem Generalgouverneur der Kapkolonie, ohne nennenswerthe Ergebniffe verlaufen, doch wenigstens ohne diejenigen Erfolge, die man vorher erhofft hatte. Es kann wenig helfen, daß der offiziöse Telegraph mit vielem Fleiße die Nachricht verbreitet, die Berathungen müßten wohl in befriedigender Weise verlaufen sein; denn die Vertreter von Transvaal seien in bester Stimmung abgereist. Mit ein paar schönen Worten täuscht man Niemand, und bereits hat auch der redselige englische Minister Chamberlain ebenso wie der britische Schatzsekretär Balfour bei einem Klubessen in London recht deutlich zu verstehen gegeben, daß die Zusammenkunft in Bloomfontein ziemlich erfolglos verlaufen sei.
Was Sir Alfred Milner im Namen Britanniens eigentlich in Bloomfontein fordern sollte, wurde bisher immer ängstlich geheim gehalten. Jetzt weiß man es: von der Entschädigung für den Jameson-Einfall ist weniger und nur nebenher die Rede gewesen; der Hauptsache nach hat es sich nur um die Ansiedelung von „Ausländern" gehandelt, der bei weitem überwiegenden Mehrzahl nach Engländer natürlich. Denn so ideal ist britische Politik nicht veranlagt, daß sie sich für die Pflege allgemeiner Men, chen- rechte in einem fremden Lande in's Zeug legen sollte. Man will die Ansiedelung von Briten im Transvaal-Lande nach Möglichkeit sördern und hofft im stillen, daß sich durch diese Ansiedelung allgemach auf friedlichem und natürlichem Wege das vollziehe» möge, was durch den Jameson- Einfall und andere Umtriebe bisher nicht erzielt werden konnte: nämlich der Anschluß von Transvaal an die britische Kap-Kolonie unter englischer Oberherrschaft.
Generalgouverneur Milner wollte, daß das volle Stimmrecht in Transvaal von Ausländern nach einem Aufenthalte im Lande von 5 Jahren erworben werden kann, i>aß der Bürgereid abgeändert wird, daß die fremde Bevölkerung eine besondere Vertretung erhält und die Naturalisation sofort volles Stimmrecht verleiht. Präsident Krüger hat diese Vorschläge nicht angenommen. Vielmehr hat er sehr genau formulirte Gegenvorschläge gemacht, die natürlich die Erwerbung des Heimathsrechtes in Transvaal schwieriger gestalten würden, als das Programm Sir Alfred Milners. Aber darin hat der offiziöse Draht nicht übertrieben: die beiderseitigen Vorschläge weichen nicht so stark von einander ab, daß eine Einigung auf einerMittellinie vollkommen ausgeschlossen erschiene. Aber erreicht ist im Bloomfontein eben nichts. Es soll erst noch einiges erreicht werden, und nach dem Wunsche Transvaals soll dies auf dem Wege der Vermittelung durch ein Schiedsgericht geschehen — ein sehr vernünftiger Vorschlag.
Wenn der offiziöse Draht endlich zu melden wußte, daß die Zusammenkunft im Bloomfontein „einen sehr herzlichen Charakter getragen" habe, so ist das natürlich auch eine jener Schönfärbereien, ohne die ein Offiziosus nach seiner
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34. Kapitel.
Das Erwachen.
Dieses war die zweite Ohnmacht des jungen Mädchens innerhalb vierundzwanzig Stunden, und sie zeigte eine so todesähnliche Starrheit, daß sie Grund zu ernstlicher Besorgniß geben konnte. Die Gesichtszüge wurden ganz aschfarben und durch die halb offeh stehenden Lider zeigte sich das Weiße der Augen wie bei einer Leiche.
Während der ersten Sekunden wußte nur Forsberg, was ihr zugestoßen war, dann aber bemerkte es auch der Kapitän, eilte ihm zu Hilfe und trug sie mit ihm zusammen nach unten. Forsbergs kurzes, überwältigendes Entzücken hatte sich in Ängst und Entsetzen verwandelt, während er sich über sie beugte, um ihr Kleid zu lösen, und der Kapitän Wasser und andere Belebungsmittel herbeiholte. Ihr Puls hatte völlig ausgesetzt. Ihre Brust war gänzlich bewegungslos. Mit zitternder Hand ergriff Forsberg einen Spiegel und hielt ihn vor ihre Lippen; aber kein Hauch zeigte sich auf demselben.
War es denkbar, daß das plötzliche Erwachen zur klaren Erinnerung ihr das Herz gebrochen haben soll? Oft schon hat plötzliche Freude oder plötzlicher Schreck den Tod gebracht, und was sind Freude oder Schreck im Vergleich zu den gewaltigen Seelen«schütterungen, welche sie bewegen mußten, als der Schleier von ihrer Seele sank, und sie ihren Verlobten vor sich stehen sah. Minute auf Minute verstrich. Unablässig befeuchtete Forsberg ihre Stirn, rieb ihre Hände, that, was er wußte oder erdenken konnte, und flehte dabei im stummen Gebet zu
Au gelbtnt Hoffnung.
Roman von W. Clark Rüssel.
Mit Genehmigung des Berfaffeis frei bearbeitet A. E. Wirz.
Gott, daß er ihm die Geliebte jetzt doch nicht nehmen möchte.
So verging eine halbe Stunde, sür den jungen Mann so voll Angst und Seelenqual, wie nur ein ganzes Leben des schlimmsten Leides, und für den alten Kapitän, der stumm beobachtend daneben stand voller von ängstlicher Sorge, als er sie je im wildesten Sturm empfunden hatte. Dann hörten sie plötzlich einen schwachen Seufzer, ihre Finger zuckten, und ein schwacher Anflug von Färbung zeigte sich auf ihren weißen Lippen. Noch ein Seufzer entrang sich ihr; dann öffnete sie die Augen und blickte verwirrt um sich, als ob sie aus einer Narkose erwacht wäre, bis sie Forsberg wahrnahm, ein Ausdruck höchster Verwunderung und überwältigenden Entzückens ihre Züge verklärte, und sie sich plötzlich aufrichtete, ihre Hände ihm entgegenstreckte und mit lauter Stimme ausrief: „Walter! Walter! Mein Walter!" Er schloß sie in seine Arme und vermochte nicht zu sprechen, sein volles Herz ffoff über, und er brach in leidenschaftliche Thranen aus, während sie an seiner Brust ruhte.
Der Kapitän ging nach der Kalütentreppe und blieb etwa in halber Höhe derselben stehen mit seinem Kopfe bereits innerhalb der Dachluke, damit er aus einen etwaigen Ruf Forsberg sofort zur Hand wäre, von ihrer Unterhaltung selbst aber nichts hörte und zugleich sie vor etwaigen Störungen schützen könnte.
Forsberg war nach einiger Zeit seiner übergroßen Erregung Herr, und bis dahin war sie völlig regungslos geblieben. Sobald er jedoch sein Haupt von ihrer Schulter erhob, löste sie sich aus ihrer Umarmung, ergriff seine beiden Hände,
äX Die Kanalvorlage im preußischen Abgeordnetenhause
wird nun erfreulicherweise doch nach dem ursprünglichen Plane schon am 15. Juni zur zweiten Lesung an die Reihe kommen. Angesichts dieser Thatsache wird es nützlich sein, sich noch einmal eine Uebersicht über die Sachlage zu verschaffen, wie sie augenblicklich ist und bei Beginn dieser zweiten Lesung im Plenum des Abgeordnetenhauses sein wird. Soeben ist der Bericht über die Verhandlungen in der Kommission fertig gestellt und unter die Mitglieder des Abgeordnetenhauses vertheilt worden. Es hat den stattlichen Umfang von 123 Seiten, enthält auch bildliche Darstellungen und gibt namentlich die Erklärungen der Regierungs-Vertreter in sehr ausführlicher Weise wieder.
Die erste Lesung im Plenum mit ihrem langen Redekampfe vom 13. bis zum 18. April hatte ohne Zweifel, auch ohne Abstimmung, die Bedeutung einer Verurtheilung der Vorlage. Und daß dennoch die Kommissions-Verhandlungen zu einer unmittelbaren Ablehnung der Vorlage geführt haben, ist ja bekannt. Diese Ablehnung ist nach sehr eingehenden Berathungen erfolgt, nach Berathungen, welche sogar mit einer Reise nach dem Gebiete verknüpft wurden, durch das der geplante Kanal führen würde. Diese Ablehnung ist erfolgt, nachdem die Staatsregierung durch Herrn Verkehrs-Minister Tbielen ihren sachlichen Standpunkt dargelegt und ein sehr reichliches Material zur Begründung dieses Standpunktes vorgelegt hatte. Wenn trotz alledem eine Ablehnung erfolgte, so ist nicht einzusehen, warum nunmehr die zweite Lesung im Plenum des Abgeordnetenhauses anders enden sollte, wenn nicht die Staatsregierung mit neuem Material und neuen Gesichtspunkten in's Feld rückt. Daß die Regierung ihre Sache noch nicht verloren gibt, sondern die Absicht hat, solches Material vorzubringen, ist berichtet und auch an dieser Stelle verzeichnet worden. Es fragt sich nur, ob dieses Material von einer solchen Zugkraft fein wird, daß es die hinreichende Anzahl von Kanalgegnern zu Kanal- freunben macht, um aus der ablehnenden Mehrheit im Abgeordnetenhaufe eine Annahme-Mehrheit zu machen.
In diesen Tagen war in einem halbamtlichen Organe, das in guten Beziehungen zum preußischen Finanzministerium steht, angedeutet worden, die Staatsregierung wolle als „Kompensation" für Schlesien Wasser - Sammelbecken im fchlesischen Gebirge anlegen, um dadurch zu bewirken, daß der Wafferstand der Oder den ganzen Sommer hindurch hoch genug für eine ausgiebige Schiffahrt sei und die Oder somit eine vortheil- hafte Wasserstraße für Schlesien und seine Er- zeugniffe werde. 12 Millionen sollten dafür angelegt werden. Man konnte sich bei dem Lesen dieser Ankündigung eines Lächelns nicht erwehren. Erstens waren diese Sammelbecken schon einmal
in Aussicht gestellt, als es sich um den Schutz gegen Hochwassergefahr handelte. Die Schlesier sollten also danach mit etwas „gekauft" werden für den Mittelland-Kanal, das ihnen vorher schon einmal aus der Ferne gezeigt, aber dann wieder vorenthalten worden, war—wirklich, kein schlechtes Geschäft für die Regierung! Zweitens glaubte wohl niemand im Ernste, daß diese Verheißung eine solche Zauberkraft auf die schlesischen Abgeordneten ausüben würde, um ihren Widerstand gegen die Kanal-Vorlage aus der Welt zu schaffen. Und dann ist seinerzeit allem für die Sammelbecken im Quellgebiete eines einzigen Oderneben- flusfes, nämlich des Bobers, die doppelte Summe in Aussicht genommen gewesen, ganz abgesehen davon, daß ja eine Erhöhung des Wasserstandes der Oder in Niederschlesien den Oberschlesiern gar nichts nützen würde. Man könnte glauben, es habe sich jemand einen Scherz gemacht mit der Erfindung dieser Nachricht, so vollkommen thöricht ist sie!
In der That erscheint nun auch in einem Blatte, das den Eisenindustriellen im Ruhrgebiete nahe steht — nämlich in den .Berliner Neuesten Nachrichten'! — eine Andeutung, daß die R e g i e- rung noch fortgesetzt an einem Kompromiß in der Kanal-Frage arbeite: „Wir glauben, daß die Verständigungsversuche, welche zur Zeit gemacht werden, noch keineswegs zum Abschlüsse gekommen sind ..." Nun wir werden ja sehen. Die Schlesier zu gewinnen ist freilich eine verlockende Sache: in den Regierungsbezirken Oppeln und Breslau allein handelt es sich um 23 Centrumsabgeordnete und 19 Konservative; und sogar der Oberpräsident von Schlesien, Fürst Hatzfelde, ist bereits in diesem Sinne mobil gemacht worden. Bei einer Tischrede in Beuthen O.-S. sagte der Fürst: „Das Zustandekommen des Rhein-Elbe-Kanals liege auch im vitalsten Interesse der schlesischen Montanindustrie . . ." Aber es ist kaum anzunehmen, daß der Fürst damit diese Industrie zu seiner Ansicht bekehrt habe. Diese Ansicht ist wirklich auch sehr schwer zu begründen! Und wenn jetzt von anderer Sette mühsame und umständliche Berechnungen darüber angestellt werden, was nach Erbauung des Mittellandkanals im Jahre 1908 und später die Ruhr-Kohlen und die schlesischen Kohlen in Berlin kosten würden, so sind solche naive Mittelchen natürlich noch weit weniger zugkräftig.
Vorläufig ist nicht einzusehen, wodurch die Aktien der Kanal-Vorlage gestiegen sein sollten. Und die weitere Entwickelung der Angelegenheit kann erst dann beurtheilt werden, wenn die Staatsregierung mit ihren neuen Erklärungen auf dem Plane erschienen sein wird. Aberesist, wie gesagt, gar nicht anzunehmen, daß die Vertreter Schlesiens im Abgeordnetenhause ihre Kanal-Ansichten ändern sollten. Veatigia terrent — die Spuren der Hochwasser-Schutzfrage schrecken! '
Deutsches Reich.
Berlin, 9. Juni.
T Die Meldung, daß Deutschland von Spanien die Insel Ieraando zu erwerben gedenke, wird bestritten. Spanien denke nicht an den Verkauf afrikanischer Besitzungen.
• Uottzeikich aufgelöst wurde eine vom deutschen Antisemitenbunde veranstaltete Volksversammlung, in welcher Graf Pückler Klein- Tfchione zum ersten Male vor einem Berliner Publikum auftrat. Der Zudrang war so stark, daß der Saal lange vor Beginn der Versammlung polizeilich abgesperrt werden mußte. Nach einigen einleitenden Worten des Vorsitzenden Herrn Kretzer sprach Redakteur Wilberg über die Freisprechung des Grafen Pückler und seiner eigenen Verurtheilung wegen Äbdruckes der Reden desselben. Ihm folgte Graf Pückler; in seiner bekannten Manier zog er gegen die Juden los. Als er dann sagte: „Und der deutsche Michel sieht das Alles ruhig mit an und gafft und gafft und freut sich und klatscht den jüdischen Freunden womöglich noch Beifall, so daß man aus der Haut fahren könnte, anstatt den Knüppel zu nehmen und kräftig dazwischen zu hauen, daß die Fetzen fliegen, daß sie alle die Kränke kriegen m das klappernde Gebein —" wurde die Versammlung von den überwachenden Beamten aufgelöst.
4- Der Arveitgeöeröund für das Maur er - u«d Zimmerergeiverve von Berlin und den Vororten faßte am Donnerstag Abend m einer außerordentlichen Generalversammlung den Beschluß: „In Erwägung, daß die wirthschast- liche Lage eine- Erhöhung der Maurerlöhne nicht gestattet, ein wirkliches Bedürfniß auch selbst nach Ansichten eines großen Theils der Gesellen nicht vorliegt, beschließt die Generalversammlung^So- fern die gesperrten Bauten am Montag, 12. d. Mts., Vormittags, nicht wieder voll besetzt sind, tritt eine allgemeine Arbeitssperre ein."
x Von aktuellem Interesse ist eine Verhandlung, welche am Donnerstag vor dem Strafsenat des Kammergerichts stattgefunden hat. Es handelt sich um die Frage, ob durch das bloße Aufstellen von sogenannten „Streikpost-» auf der öffentlichen Straße ein grober Unfug begangen wird. Bei dem im Juli v. t» Potsdam herrschenden Maurerstreik waren in der Nähe des Bahnhofes derartige Posten aufgestellt, um etwaigen Zuzug fremder Gesellen möglichst fern zu halten. Von den zur Beobachtung bestimmten Schutzleuten konnten Ausschreitungen der Maurergesellen nicht festgestellt werden. Neun von ihnen wurden wegen Verübung groben Unfugs angeklagt, indem davon ausgegangen wurde, daß bereits durch die planmäßige Besetzung der Straßen eh e Belästigung des Publikums hervor-
q Transvaal.
Von der Zusammenkunft in Bloomfontein ist vorher viel Aufhebens gemacht worden. Jetzt dessen verwandelte sich der Ausdruck ihres Blickes in halb ungläubiges Staunen, gemischt mit überwältigendem Entzücken. Sie schwankte dann ein- oder zweimal, als ob sie zu Boden stürzen würde. Sie versuchte zu sprechen, aber ihre Lippen wurden ganz blaß bei dem vergeblichen Bemühen.
Ehe Forsberg noch auf sie zueilen konnte, hatte sie ihre Stimme gefunden und seinen Namen gerufen. „Walter!" rief sie zuerst kaum vernehmbar und dann noch dreimal immer lauter, zuletzt in heftigem Aufschrei: „Walter! Walter! Walter!" Dann sank sie an seine Brust, schlang ihre Arme um seinen Nacken und ließ ihr Haupt auf feine Schulter sinken.
„Agathe!" rief er endlich. „Kennst Du mich! Deine Erinnerung ist wieder erwacht! Geliebte, nenne noch einmal meinen Namen!"
Ihre Hände lösten sich und sanken von ihm herab — sie fiel in Ohnmacht.
»Das danken wir dem Kinde", rief Stein mit lauter Stimme. „Sie liebte cs wie eine Mutter, und dafür gibt es ihr ihre Erinnerung wieder. Es kam in dem Augenblick, als die Hängematte über Bord glitt. Ich iah ganz genau, wie es in ihr arbeitete. Großer Gott! Was ist es doch für ein schöner Gedanke, wenn man sich das recht klar macht, wie ihr ganzes Lebensglück ihr als eine Liebesgabe durch den Kleinen kommt, dem sie eine zweite Mutter gewesen !"
Von den Uebrigen sich abwendend, trat der Alte an die Schiffsbrüstung und blickte hinaus auf die wette Ferne des Meerxs, wo der Körper des Kleinen in den Wellen verschwunden war.
*""^^1tta1e 3. Parzelle» i» F-lda. mit Zlnlerßaktimgs-Weitage „Mustrirte Sonntags-Zeitung!'
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