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3. Parzelle» in Suita. mit Nnterhattungs-Meikage „Mustrirte Sonntags-Zeiümgi'

26. Jahrgang.

IuLöcr, Dienstag, den 30. Mai 1899

M 121

Hoffnung

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von

40

Es manns.

lichkeits-Ergebniffe, daß das u n g a r i s ch e M i n l - terium bleiben, das österreichische gehen vird und daß die Ungarn wieder einmal -hren Willen haben werden.

Was für ein Ministerium wird in Oesterreich folgen? Ein Geschäfts-Mini- ierium, so vermuthete man, das die Sache mit Ingarn regeln und dann einem politischen Mini- terium Platz machen würde. Aber dagegen soll lach den letzten Meldungen Kaiser Franz Joseph ehr eingenommen sein, weil er alsdann gegen einen Willen für Ungarn und gegen Oesterreich ich entscheiden müßte. Hier hört vorläufig also auch das Gebiet des Wahrscheinlichen auf.

Sehr interessant ist dagegen eine andere Mel­dung: Im Vollzugs-Ausschusse der Rechten soll Graf Thun am letzten Samstag erklärt haben, das neue Programm der Deutschen ent­halte mannigfache Anknüpfungspunkte ür eine Verständigung in der nationalen Frage; und Graf Thun soll sehr lebhaft empfoh- en haben, eine solche Verständigung zu suchen. Das klingt wahrscheinlich genug. Das deutsche Programm zeichnet sich durch kluge Mäßigung aus, und soll Oesterreich aus seiner Zerfahren­leit wieder sich aufraffen, so muß vor allen Dingen der nationale Hader aus der Welt geschafft wer­den. Also kann man nur wünschen, daß über die Aeußerung des Grafen Thun recht berichtet ei und daß seine Worte auf fruchtbaren Boden allen mögen.

diese veranstalteten, im Laufe der letzten Zeit vollkommen umgeschlagen. Ehedem hatten die Gegner der Revision das Pariser Straßenvolk auf ihrer Seite, aber das ist allem Anscheine nach nicht mehr der Fall, und mit großer Ruhe liest man in Paris eine Enthüllung nach der anderen darüber, wie ganz kolossal die öffentliche Meinung in Frankreich beschwindelt worden ist. Das Neueste auf diesem Gebiete ist die Geschichte der gefälschten Briefe des deutschen Kaisers. Solche Briefe spielten ja bei der ganzen Sache eine sehr bedeutsame Rolle, und in-Frankreich gab es leider sehr viele Leute, die thöricht genug waren zu glauben, daß der Kaiser wirklich mit eignen Briefen in die .Affäre" verwickelt sei. Jetzt wird in einem Pariser Blatte die Ent­stehungsgeschichte auch dieses Schwindels mitge- theilt. Danach hat sich der Kaiser bei den russi­schen Manöoern mit dem General Boisdeffre über eine Schlacht im Alterthume unterhalten, und später hat der Monarch über dasselbe Thema an denselben französischen General einen Brief geschrieben. Nach dieser echten Handschrift soll dann später der gefälschte Brief hergestellt worden sein.

Sehr viel Schaden hat den nationalistischen Gegnern der Dreyfus-Reoiston auch das läppische Spektakelstück der Revanche-Helden Döroulöde und Hubert gethan. Man erinnert sich ja noch: Ehren-Toroulöde wollte am Tage der Wahl des neuen Repubük-Präsidenten Loubet durch eine Ansprache auf der Straße vor versammeltem Volke einen General dazu bewegen, mit seiner Brigade nach dem Elysoe zu marschiren, Loubet zu verhaften und Herrn Tö'.oulode selbst auf den Prästdentenstuhl mit der Gewalt der Waffen zu setzen . . . Das Game war so ungeheuerlich albern und verkehrt, daß man an dem Verstände des Herrn Doroulöde zweifelte; aber trotz alle­dem können sich die Dreyfus-Gegner noch nicht des Gedankens entschlagen, daß schließlich doch das Heer gemeinsame Sache mit ihnen machen und ihnen mit dem Säbel in der Faust zu der Herrschaft über Frankreich verhelfen müßte. Denn auch für diesen Montag haben die Führer der Nationalisten und Antisemiten ihre Freunde und Anhänger zu Straßenputschen aufgefordert, und eines ihrer Blätter forderte öffentlich in einem Brandartikel die Armee dazu auf, den Urtheils- spruch des Kaffationshofes gewaltsam zu ver­hindern.

Die Kommandantur von Pans hat inty für diesen Tag besondere Vorsichtsmaßregeln getroffen: den Offizieren der Garnison ist es verboten worden, während der Dauer der Verhandlungen in der Dreyfus-Sache in der Nähe des Kaffations-Hofes sich zu zeigen. Und natürlich hat auch die Polizei ihre besonderen Instruktionen erhalten. Aber Präsi­dent Loubet hat gleichzeitig für den Abend desselben Tages zu einem großen Empfange im Pr äsidenten- Pa'lais eingeladen — er wollte den Parisern zeigen, mit wie vollkommener Ruhe er den Er­eignissen und Entscheidungen entgegensieht.

Etwas ist bei der ganzen Sache nicht zu übersehen: von allen Ländern ist Frankreich das­jenige, in dem man sich am allermeisten gegen die Umstoßung eines Unheils zu wehren pflegt. Und soll derlei geschehen, so muß dazu die Staats-

regierung ihre Einwilligung geben und den ent* sprechenden Antrag stellen. Dadurch gerathen solche Sachen sehr leicht auf das politische Gebiet. Und wie sehr dieses letztere gerade in diesem Falle eingetroffen ist, ist ja leider nur allzu bekannt. Den Franzosen aber ist nichts mehr zu wünschen, als daß nun das Ungeheuer der entsetzlichen „Affäre" recht bald und recht gründlich umgebracht und aus der Welt geschafft werden möge.

Ueber das Verfahren des Kaffations-Hofes ist noch zu melden, daß dasselbe vermuthlich ziemlich lange Zeit in Anspruch nehmen wird. Alle Räthe des Kaffationshofes werden der Altersreihenfolge nach zur Abgabe ihrer Meinung aufgefordert werden. Frau Dreyfus dringt durch ihren Vertreter darauf, daß der Kassationshof das Urtheil von 1894 nicht einfach aufhebe, sonder« vor ein neues Kriegsgericht verweise; von anderer Seite sucht man eine Freisprechung des Dreyfus unmittelbar durch den Kassationshof zu erlangen.

-------(Nachdruck verboten.) 27. Kapitel.

Im Bann des Traumes.

Roman von W. Clark Ruffel.

Mit Genehmigung des Verfassers frei bearbeitet A. E. Wirz.

[] Die Krise in Oesterreich-Ungarn.

Ueber den Ausgang der Ausgleichs-Krisis in Oesterreich-Ungarn kann man auch heute noch nur Vermuthungen aufstellen. Thatsache ist bisher nur, daß Herr Koloman Szell im besonderen Auftrage des Kaisers Franz Joseph noch einmal versucht, zu anderen Abmachungen mit den ungarischen Parlamrnlsparteien zu ge­langen, die ihm nach der Ansicht des Kaisers ge­statten sollten, an die österreichische Reichshälfte einige Zugeständnisse zu machen; und ebenso ist es als Thatsache bekannt, daß Graf Thun im Vollzugsausschüsse der österreichischen Parla­ments-Rechten erklärt hat, das österreichische Ministerium stehe als Ganzes zusammen und stehe und falle mit dem Ministerpräsidenten. Also es ist ausgeschlossen, daß nur Graf Thun das Präsidium niederlegen, dann ein Anderer als Präsident an die Spitze desselben Ministeriums treten könnte.

Nun kommt das Reich der Ver­muthungen. Wie immer in solchen Fällen, so ist dasselbe auch in diesem Falle sehr groß. Aber so manches läßt sich aus der Fülle der Vermuthungen als Wahrscheinlichkeit heraus­schälen. Zunächst geht die allgemeine Ansicht dahin, daß Herr KolomanSzell in Budapest nichts ausrichten und nur zu dem Zwecke nach Wien zurückkehren wird, um dem Monarchen zu berichten, daß er unverrichteter Dinge wieder- kommt. Alsdann wird sich von Neuem die Un­möglichkeit ergeben, die Ausgleichsfrage in einer Weise zu lösen, die beide Theile befriedigt, und vermuthlich werden dann beide Minister­präsidenten ihren Rücktritt anbieten.

Was dann? DieStellungdes ungarischen Ministeriums ist stark; denn sie beruht auf einer Vereinbarung mit einer sehr ansehnlichen Mehr­heit der Volksvertretung. Und neue Wirrnisse in Ungarn würden die Folge davon sein, wenn ein neues ungarisches Ministerium diese Verein­barung zu Gunsten der österreichischen Reichs­hälfte umstoßen wollte. Das österreichische Kabinet dagegen steht nur auf den eigenen Füßen, und fällt es, so wird dadurch in Oesterreich kaum etwas geändert. Also man mag nun gegen die ungarische Begehrlichkeit eingenommen sein, wie viel man nur will, so gelangt man bei kühler Erwägung der Dinge doch zu dem Wahrschein-

Zur Dreyfus-Affaire.

An diesem Montag hat vor dem obersten ranzösischen Gerichtshöfe, dem Kaffationshofe zu Paris, die Reoisions - Verhandlung in Sachen Dreyfus begonnen. Monate lang hat die Unter­suchung gedauert, die dieser Verhandlung voran- gegangen ist. Vollständig geheim sollten die Aus- agen der verschiedenen Personen gehalten werden, die in dieser Sache zur Vernehmung vor den Kassationshof geladen wurden; aber gerade die wichtigsten dieser Aussagen sind alle miteinander der Reihe nach durch die Presse veröffentlicht worden, und man sagte, daß ein Mitglied des Ministeriums selbst es sei, das diese Veröffent­lichungen auf Umwegen veranlaßt habe. Es hat wenig zu bedeuten, ob dieses Gerücht der Wahr­heit entspricht oder nicht. Aber sehr viel hatten alle diese Veröffentlichungen zu bedeuten, denn zusammen mit den Entdeckungen der Fälschungen, die im französischen Generalstabe begangen wur­den, beweisen sie schon im voraus, i aß es bei der Verurtheilung des ehemaligen Hauptmanns Dreyfus nicht mit rechten Dingen zugegangen ist. Ob man nun ein Freund oder politischer und literarischer Gegner derjenigen Leute ist, die sich am eifrigsten des Verurtheilten angenommen haben, so muff man unter allen Umständen wünschen, daß dem Rechte gemäß verfahren werde; und wenn es dem Rechte entspricht, daß der ehemals Verurtheille nunmehr freigesprochen wird, so muß man sich darüber doch unbedingt im Sinne der Gerechtigkeit freuen.

Die Volksstimmung in Paris rst auch trotz aller möglichen gegenteiligen Bemühungen der Revistonsgegner und trotz aller Knalleffekte, die solch' ein Zusammentreffen außerordentlicher Um­stände, solch' ein Sichzusammenfügen der seltsamsten Ereigniffe beweist, daß Gott selbst seine Hand darin gehabt hat, und daß Er alles so gefügt hat."

„Wir wenigstens wissen das," meinte Fors­berg',' „und der heutige Tag hat uns bewiesen, daß wir bei gesundem Verstände sind. Vorher, fürchte ich, wurde zum Theil daran gezweifelt; aber jetzt ist die Wahrheit erkannt, und wie dank­bar ich mich Ihnen gegenüber fühle, Herr Stein für Ihr warmes Mitgefühl —"

Der alte Mann unterbrach ihn mit den Wo ten: Danken Sie mir nicht, Herr Doktor. Wir haben alle unser Theil dazu gethan — mein Antheil ist nicht der Mühe werth. Das ist freilich rich­tig, der Kapitän hatte sich schon eingebildet, meine Geschichte von der Insel sei erfunden, oder ich habe meinen Schiffbruch an der Insel und die ganze Insel mir blos ausgedacht und eingebildet, bis ich schließlich selber an die Geschichte glaubte, blos weil ich sie oft wiedererzählte. Aber das ist jetzt vorüber. Die nächste Aufgabe ist die Dame. Sie wird ihre Erinnerung schon noch wie­derfinden. Das glaube ich sicher, Herr Dok­tor". Als Forsberg hierauf schwieg, fuhr jener fort: „Erst neulich, Herr Doktor, sprachen Sie zu mir darüber wie schwer erschüttert wohl die Gesundheit der Dame sein würde, wenn wir sie überhaupt fänden. Von der Angst sind sie nun bt freit, aber das ist wohl der seltsamste Theil dieser ganzen übernatürlichen Geschichte. Sie ver­läßt Deutschland ernstlich krank; sie leidet Schiff­bruch auf einer einsamen Insel, und nach 9 Monaten finden Sie sie gesunder und kräftiger, als sie je gewesen."

war die erste Wache, die des Steuer- Das Steuer ließ er von einem Matrosen halten, und als er Forsberg das Deck entlang kommen sah, ging er ihm entgegen, zu sehen wer es sei. „Sind Sie es, Herr Doktor? Ich dachte Sie hätten sich längst schlafen gelegt," rief er

dann überrascht.

„Nein ich bin wohl schon eine Stunde au dem Vorderkastell allein, um nachzudenken. Dieser Tag ist sehr furchtbar gewesen — er hat mir viel gebracht, um darüber nachzudenken."

Sie begannen auf dem Deck auf und ab zu wandern, und der Steuermann erwiderte: „Ja, Herr Doktor, der Tag ist furchtbar gewesen, wie Sie sagen. Vieles hat sich ereignet, worüber wir nicht nur nachzudenken haben, sondern wo­für wir auch dankbar fein müssen. Die Fahrt hat ihren Zweck erfüllt. Wir haben die Dame gefunden und gerettet und außerdem auch noch ein zweites Leben. Also hat sich das Alles richtig erwiesen — Ihre Vision, Herr Doktor, meine Berechnung, wo die Insel lag, und die Leitung des Schiffes durch den Kapitän. Es ist ein ganz wunderbares Beispiel höherer Fügung! denn Alles paßte so ineinander und klappte so genau — wie Sie zuerst träumten. Ja, da muß ich sagen.

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„Arendts Erklärung dafür scheintrnir zutreffend," antwortete Forsberg.

„Der Gesundheitszustand eines jeben Menschen wird ungemein durch sein Seelenleben beeinflußt. So lang Fräulein 5ucb§ noch ihre Erinnerung hatte, grämte sie sich unablässig und schwand förmlich dahin, wie Arendt uns erzählte. Aber als sie die Einnerung verlor, verschwand auch ihr Gram; sie blickte hiyaus auf ein völlsi, neues Leben — auf ein Dasein ohne Sehnsucht nach Verlorenem, ohne Erinnerung, auf eine sie um­gebende Welt des Ozeans und des Himmels­gewölbes, aus deren Sonnenschein und Wind­hauch sie dieselbe Anregung empfing, welche den grünen Gewächsen der Insel — ihrer Heinen Welt — Schönheit und Farbe und Fruchtbarkeit verlieh. Arendt hatte ganz Recht — zwischen ihr und ihrer kräftigen Gesundheit, zwischen ihrer Jugend und der Natur stand nichts mehr hin­dernd dazwischen, als sie ihre Erinnerung ver­loren hatte. Ja, ich könnte glauben, auch dies wie alles Bisherige habe nur zu ihrem Besten gedient, wenn ich es wagen dürfte zu hoffen, daß sie ihre Erinnerung wieder gewinnt."

„Meinestheils", meinte der Steuermann, „ist daran gar nicht zu zweifeln. Die Sache würde blos schlimm stehen, wenn ihre Kraft des Sich- erinnerns völlig verschwunden wäre, wenn fre kurz nachher sich nicht mehr aus das besinnen könnte, was sie eben gesagt hat, wenn man sie nicht allein umhergehen oder allem in rhr^r Kajüte lassen könnt-. Aber wenn man sie in einer Weise sich verhalten sieht, daß, wenn man nicht wüßte, daß ihre Erinnerung vor einigen Monaten eine plötzliche Unterbrechung erfahren

Deutsches Deich*

Berlin, 29. Mai.

O Der chrotzherzog vo« Kade« hat am Sonntag bei einem Festessen aus Anlaß der Einweihung einer neuen Kirche in Pforzheim er­klärt, es fei nur zu wenig bekannt, was man Kaiser Wilhelm I. alles zu verdanken habe; es werde vielfach versucht, das Verb enst dessen, was geworden sei. Anderen zu geben; er sei es gewesen und nur er allein, der den Gedanken fest- und hochgehalten habe, nach dem Siege des Heeres, den Gedanken an ein deutsches Reich und an einen deutschen Kaiser. Diese Ausführungen des Großherzogs von Baden sind anscheinend gegen die Gedanken und Erinnerungen des Fürsten Bismarck gerichtet. Sie sind aber kaum geeignet, die auch ohne das Bismarck'sche Buch bestehende Auffassung zu erschüttern.

X Nach wenigen Tagen wird der Iierchs- tag sich nochmals versammeln, um vor der großen Sommerpause noch das Allerwichtigste zu erledigen. Daß so manche wichtige Dinge bis zum nächsten Winter zurückgestellt werden müssen, liegt zum größer« Theile "an der Regierung, die den Reichs­tag so spät einberufen hat und mit ihren für- beiten so stark im Hintertreffen geblieben ist, und man darf das Maß der im Reichstage geleisteten Arbeit nicht nach dem Besuche der Plenarsitzungen beurteilen. Man kann int Gegentheil nicht dem Reichstag das Zeugniß versagen, daß er fleißig gearbeitet hat. Im Ganzen genommen wird er es bis zu feiner Vertagung auf rund 100 Plenar- Sitzungen bringen, und das ist eine stattliche Zahl. In den Kommissionen namentlich ist sehr emsig gearbeitet worden, und vor allen Dingen ist zu bedenken, daß diese Kommissions­arbeit von vergleichsweise wenigen Mitgliedern geleistet wird. Auf diese eigentlichen Arbeitsmit- glieber bes Reichstages entfällt eine starke Ar­beitslast, unb man kann den burchschnittlichen Arbeitstag eines solcken Reichstags-Mitgliedes auf mindestens acht Stunden einfchätzen. In vielen Fällen wird diese Zeit nicht unwesentlich überschritten worden sein.

hat — aber, Herr Doktor, sehen Sie doch, da ist sie ja! Was will sie hier mitten in der Nacht?"

Sie standen ganz nahe der Deckluke und der Kajütentreppe, und brr Schreck, ben ihr uner­wartetes Emportauchen aus berfefben ihm ver­ursachte, war so heftig, baß er krampfhaft den Arm Forsberg packte und, denfelden mit sich ziehend, mehrere Schritte zurücktaumelie. Der Mond stand am Himmel, und die Weiße des Verdecks wie der Segel verstärkte noch seinen Glanz, unb als Agathe von ber Kajütentreppe auf bas Verbeck trat, konnte Forsberg sehen, baß sie basselbe Kleib angezogen, welches sie während des Tages angezogen hatte, daß sie aber barfuß war und keine Kopfbedeckung trug. Er war im Be­griff, auf sie zuzueilen, aber etwas in ihrem Wesen hielt ihn zurück, und vor heftiger Auf­regung zitterte er am ganzen Leibe, bei der Ver- mulhung, die sich ihm aufdrängte. „Still! flüsterte er dem Steuermann zu.

Agathe ging langsam in der Richtung aus das Steuer zu, blieb aber mehrmals, sobald sie einige Schritte gethan hatte, stehen und wandte das Gesicht nach rechts und links, als ob ,ie irgend einen Gegenstand draußen auf dem offenen Meere zu erspähen suchte. Forsberg schlich sich inzwischen an ihre Seite und betrachtete sie ge­spannt. Ihre Äugen standen weit offen unb sogar bei Dem Mondlicht konnte er so viel Leb­haftigkeit im Ausbruck ihrer Gesichtszüge wahr­nehmen, baß er nicht eher an ihr Schlafwandeln zu glauben vermochte, bis er sich unmittelbar vor sie hlngestellt und auf diese Weise überzeugt hatte, baß ihre weit offenen Augen nichts von ihm sahen. Darauf schlich er zum Steuermann