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26. Jahrgang
IuLöa, Montag, den 15. Mai 1899.
Ifo 109.
von
28
(Nachdruck verboten.)
mit
alte und
Druck und Verlag der S-ldaer Acliendruckerri petersgaöe Nr. 2 (Larmouie).
Znseraie: Die einspalt. Garmondzeile oder deren Raum 15 Pf., Reklamen die Petitzeile 25 Pf.; bei Wiederholungen wird entsprechen». Rabatt gewährt.
Forderungen stellen. So macht der Central- Verband der Handlungs - Gehilfen Deutschlands in Hamburg folgende Vorschläge: Ladenschluß von 8 Uhr Abends bis 6 Uhr früh, für alle Angestellten unter 18 Jahren Feierabend Abends um 6 Uhr, zweistündige Mittagspause und viertelstündige Frühstücks- und Nachmittagspause. Die tägliche Arbeitszeit soll für alle Angestellten mit Einschluß der Pausen 12 Stunden, für Angestellte unter 18 Jahren 9 und für weibliche Angestellte 8 Stunden betragen. Außerdem sollten Handelsinspektoren angestellt werden, gewählt aus den Reihen der Handlungsgehilfen.
Ein Beschluß ist am Freitag noch nicht gefaßt worden. Schon früher ist an dieser Stelle mehrfach die Ansicht vertreten worden, daß es schwerlich den allgemeinen Bedürfnissen entsprechen könnte, wenn man ganz schablonenmäßig eine einzige Ladenschlußstunde für das ganze Reich vorschreiben wollte, dieselbe Stunde für Großstadt, Klein- stadr und plattes Land, dieselbe Stunde für eine rein landwirthschaftliche und für eine Gegend mit vorwiegender Industrie-Bevölkerung. So sehr es nun allen Handlungsgehilfen aufrichtig zu gönnen wäre, . daß ihre Forderungen einmal erfüllt werden könnten, so muß man doch aus Rücksicht auf die V e r - schieden artigkeit der Bedürfnisse den Vorschlägen der Kommission den Vorzug geben. Die Wohlfahrt der Angestellten im Handelsgewerbe braucht deswegen noch keinen Schaden zu erleiden.
Dir goldene Hoffnung.
Roman von W. Clark Ruffel.
Mit Genehmigung des Verfassers frei bearbeitet A. E. Wirz.
Der Steuermann betrachtete ihn einige Sekunden lang nachdenklich, und dann umzog ein leises, kaum wahrnehmbares Lächeln seine Lippen. Er zog eine große plumpe silbernere Uhr aus seiner Hosentasche und überzeugte sich genau, welche Zeit dieselbe zeigte, ging dann nach der Kajütemhür und rief dem Jungen, welcher den Frühstückstisch deckte, zu:
»Klopfe an die Thür vom Herrn Doktor, ich ließe ihn bitten, auf Deck zu kommen."
»Weshalb?" fragte der Kapitän.
Diese Frage wurde beantwortet durch den lauten Ruf:
„Land! — Land!"
Elchen der auf Ausguck befindliche Matrose mit aller Macht seiner Lunge ausstieß.
„Zum Henker mit dem Burschen", rief der 'Steuermann. „Von ihm sollte der Doktor es Aesth $ pten' wenigstens habe ich es zuerst . Der Kapitän starrte ihn eine Sekunde lang wit offenem Mund an, seinen eigenen Ohren W trauend, eilte dann aber mit dem Rufe: .,Wo? — Wo?" nach vorn.
.Gleichzeitig war auch die ganze Besatzung, ]? schnell sie konnte, auf Deck geeilt, und alle nach dem kleinen Punkte bläulichen Schattens am Horizont, auf den der Ausguck
g Die Stunde des Ladenschlusses
Die Reichskommifsion für Arbeiter- Statistik hatte den Vorschlag gemacht, es sollte im ganzen Deutschen Reiche durch gesetzliche Bestimmung der Ladenschluß Abends um 8 Uhr ein- qesührt werden. Die verbündeten Regierungen sind diesem Vorschläge in der neuen Novelle zur Gewerbeordnung nicht nachgekommen, wie man weiß. In der ursprünglichen Fassung dieser Novelle ist nur von einer- zehnstündigen Ruhezeit und außerdem davon die Rede, daß auf Antrag von mindestens zwei Dritttheilender Ladeninhaber eines Ortes oder Bezirkes allgemeiner Ladenschluß um 8 Uhr Abends durch die höhere Verwaltungsbehörde angeordnet werden kann.
Die Kommission, welche der Reichstag für die Vorberathung der Gewerbe-Novelle eingebracht hat, hat diese Bestimmung aber wiederum abgeändert. Nach dem Beschlüsse, den die Kommission in der ersten Lesung der Novelle gefaßt hat, schlagt sie vor, daß spätestens um 9 Uhr Abends die Läden geschloffen werden und bis 5 Uhr Morgens geschloffen bleiben müssen. Außerdem aber macht sie den Vorschlag, daß die Angelegenheit schon auf Betreiben von einem D ri ttt h eil aller Ladeninhaber von der Behörde in die Hand genommen werden und eine Aufforderung au alle Ladeninhaber erlaffen werden kann, sich darüber zu äußern, ob sie für einen Schluß der Läden schon um 8 Uhr Abends oder zu einer andern früheren Stunde als 9 Uhr Abends sind. Stimmen dann mindestens zwei Dritttheile der Ladeninhaber für einen früheren Geschäftsschluß, so kann die Behörde diesen anordnen.
Der Vorschlag der Kommission ist eine ganz erhebliche Verbesserung der Regierungsvorlage. Wenn man zugesehen hat, wie außerordentlich schwer es hält, die Geschäftsleute zu freiwilligem Zusammenwirken zu bringen, so weiß man auch, daß die Bestimmung so gut wie gar nicht vor- Händen sein würde, wenn der Reichstag sie in der ursprünglichen Fassung der Regierungsvorlage annehmen wollte; denn aus eignem Antriebe würden höchst wahrscheinlich niemals und nirgends zwei Dritttheile aller Ladeninhaber sich zu gemeinsamem Thun zusammenfinden, um den Antrag auf allgemeinen früheren Ladenschluß zu : Am letzten Freitag hat sich nun die Kommission des Reichstages von neuem mit dieser Frage beschäftigt, nämlich im Anschlüsse an Petitionen, die beim Reichstage in der Sache der Ladenschluß-Stunde eingelaufen sind. Die Mehrzahl dieser Petitionen nimmt noch den Vorschlag der Kommission für Arbeiter-Statistik zur Grundlage und bittet, nicht allgemeinen Ladenschluß um 8 Uhr anzuordnen. Aber es liegen auch 14 Petitionen vor, die für allgemeinen Ladenschluß von 8 Uhr Abends bis 6 Uhr früh eintreten und außerdem noch eine Reihe anderer
*eigte nach dem Horizont.
Der junge Schiffsherr starrte unverwandt nach der angedeuteten Richtung hin; aber der Ausdruck seines Gesichtes zeigte deutlich, daß er nichts zu sehen vermochte.
Dennoch suhr er fort nach den Horizont hin zu blicken, und fragte schließlich wie im Traum: „Ist es die Insel, welche wir suchen?"
Ich trage kein Bedenken, darauf mit „Ja" zu antworten, Herr Doktor," meinte der Kapitän, während er das Fernrohr, welches er sich hatte heraufbringen lasten, in den richtigen Focus zu stellen suchte. Hier herum kann es kein anderes Land als Stein's Insel geben."
Forsberg stand jetzt, seine Arme auf der Brust gekreuzt, gegen die Barriere gelehnt und starrte unverwandt nach dem Horizont hinaus.
Wenn jemals tiefe Erregung an Bord eines Schiffes herrfchte, so wurde dieselbe jetzt von der auf dem Deck der „Goldenen Hoffnung" ver-
züglich auf den Steuermann zu, ohne überhaupt auf das Meer hinauszublicken, und fragte zögernder Stimme: „Was gibt es?"
„Land, Herr Doktor!" antwortete der Seemann mit selbstbewußter Gelassenheit
Deutsches Deich.
Berlin, 13. Mai.
• Die in anderen Blättern enthaltene Nachricht, der Kaiser habe am letzten Donnerstag bei Metz einen B erichterstatter der New- Yorker Zeitung ,World' empfangen, wird von amtlicher Stelle aus als eine „plumpe Erfindung" bezeichnet. Der Kaiser hat überhaupt mit keinem Berichterstatter gesprochen.
* Fürst GebHard ILlücher vo« MaHk- gall hat seine Staatsangehörigkeit in Preußen aufgegeben und seinen Wohnsitz ganz nach England verlegt, wo er sich schon seit Jahren meistens aufhielt. Damit ist er auch aus dem preußischen Herrenhause, zu dessen erblichen Mitgliedern er gehörte, ausgeschieden. Es ist dies der erste Fall seit dem Bestehen des Herrenhauses, daß ein erbliches Mitglied in der Matrikel gestrichen werden mußte, weil es ausgewandert ist. Der Fürst ist der Urenkel des Feldmarschalls Blücher, dem 1814 der Titel eines Fürsten Blücher von Wahlstatt verliehen wurde mit der Bestimmung, daß seine Kinder den Grafentitel führen sollten. Seinem Enkel, dem Vater des obengenannten Fürsten Gebhard, wurde 1861 der Fürstentitel mit der Bestimmung, daß er nach dem Rechte der Erstgeburt vererblich fein sollte, von neuem verliehen. Seit 1869 ift der jedesmalige Fürst und Besitzer der Fidei- kommißherrschaften Krieblowitz und Wahlstatt erbliches Mitglied des Herrenhauses. Der Vater des jetzigen Fürsten hatte sich mit einer katholischen Gräfin Larisch-Mönnich vermählt und seine Kinder katholisch erziehen lassen; durch diese Verbindung erhielt der jetzige Fürst die große, aus etwa zehn Gütern bestehende Herrschaft in Radun in Oesterreichisch-Schlesien.
X Der preußische Kultusminister Dr. Bosse hat kein Glück mit feinen Strafanträge« Sein» DiszipkivarHofe für nicht richterliche Ae- amten. Dies hat man im Falle Delbrück ge- fehen, dies geht von neuem hervor aus dem Falle Arons. An der Berliner Universität befindet sich als Privatdozent der Sozialdemokrat Dr. Arons, der auch offen in fozial- demokratischem Sinne Propaganda treibt. Diesen wollte der Kultusminister deswegen von der Universität entfernt haben. Aber nachdem dieser Fall den Disziplinarhos beschäftigt hat, ist er an die philosophische Fakultät gegangen, und nun hat auch diese es ab gelehnt, dem Dr. Arons wegen seiner politischen Gesinnung die fernere Lehrtätigkeit zu untersagen. Für Dr. Arons haben wir wahrhaftig nicht die Spur einer Sympathie. Aber noch weniger Sympathie empfinden wir für die Taktik, die Leute deswegen unmöglich zu machen, weil sie Sozial- demokraten sind. Denn das ist falsch und unklug.
-f- Am letzten Donnerstag hat der ZLnndes- rattz wieder eine Plenarsitzung abgehalten. In dem amtlichen Berichte ist nichts erwähnt von der Vorlage zum Schutze der Arbeitswilligen. Also ist auf diese letztere vorläufig verzichtet. Denn aller Voraussicht nach wird derReichs - tag in der Mitte des MonatsJnni vertagt werden. Der Senioren - Konvent des Reichstages hat am letzten Samstag dahin sammelten Mannschaft empfunden. War jener bläuliche Punkt am Horizont die Insel, welche der junge Schiffsherr im Traume gesehen? Alles blieb liegen, sogar das Frühstück wurde vergessen —, vom Kapitän bis hinunter zum Schiffsjungen fühlte sich Niemand im Stande, irgend etwas Anderes zu thun, als zu warten, bis der Schatten am Horizont deutlich genug geworden fein würde, um imFernglase feine Umriffe zu zeigen. Alles, was an dieser Fahrt geheimnißooll, übernatürlich, wunderbar und Schauer erregend war, wirkte in dieser letzten Stunde zusammen, um das Denken und Empfinden eines Jeden aus dem Schiff ausschließlich zu beherrschen und gefangen zu halten.
Plötzlich ließ der Kapitän, welcher schon lange durch das Fernrohr geblickt hatte, dasselbe finken, wandte sich hastig zu Forsberg, dann aber wie besinnend, zum Steuermann und sagte mit leiser zitternder Stimme: „Ich sehe die Höcker alle beide. Ueberzeugt Euch selbst."
Der alte Seemann ergriff das Fernrohr, blickte hindurch und rief dann nach einigen Sekunden:
„Ja, Herr Doktor, es ist die Insel!"
„Es ist die Insel, Leute!" schrie der Kapitän den Mattosen zu, welche darauf mit einem begeisterten „Hurrah!" antworteten.
„Etwas Kognac — schnell!" rief der Kapitän und sprang vorwärts, um die schwankende Gestalt des jungen Schiffsherrn in seinen Armen aufzufangen. Große Tropfen kalten Schweißes standen auf Forsbergs Stirn, seine Lippen waren aschfarben, und seine Augäpfel drehten sich, rote in einem schweren Ohnmachtsfall, nach oben; aber als der Kapitän ihn festhült, fühlte der-
entschieden, daß die Pfingstferien am Freitag vor Pfingsten beginnen und bis zum 6. Juni dauern sollen. Alsdann sollen nur noch wenige Sitzungen abgehalten werden, um die Vertagung so bald wie möglich eintreten zu lassen; nach den verschiedenen Angaben am 15., 20. oder 25. Juni. Die Sache ist augenscheinlich die, daß man den Vertagungstag noch nicht genau im voraus bestimmen kann. Aber man kann sicher fein, daß derselbe möglichst nicht über Mitte Juni hinaus verlegt werden wird. Auch die verbündeten Regierungen sind jetzt damit einverstanden. Von anderer Seite ist berichtet worden, daß der Reichstag alsdann wieder am 10. November seine Arbeiten aufnehmen solle. Ein solcher Beschluß liegt indessen noch gar nicht vor.
* Der dem Reichstage zugegangene Wach- fragsefat enthält außer den bereits mitge- theilten Forderungen noch 100 000 M. als erste Rate für den Neubau eines Dienstwohnungsgebäudes für den kommandirenden General in Berlin, 15 000 M. als -rste Rate zur Erwerbung eines Uebungsplatzes für das 15. Armeekorps, sowie zur Errichtung von Baracken für Mannschaften und Pferde. Das in Aussicht genommene Gelände bei Bitsch und Haspelscheid umfaßt rund 3400 Ha. Davon sind 2300 Ha. elsaß- lothringischer Staatswald, 200 Ha. anberroeiuget elsaß-lothringischer Staatsbesitz, der Rest befindet sich in Privathänden. Die Kosten für den Platz und die Lagereinrichtungen, wozu zum Theil in Garnisonsorten verfügbar werdende Wellblechbaracken verwendet werden sollen, werden voraussichtlich einen Aufwand von 9 Millionen Mark erfordern.
* Die Kommission des Reichstages zur Vor- berathung der Znvakidenverficheruttgs-Gesetz- novelle hat mehrere einschneidende Aenderungen an der Regierungsvorlage vorgenommen. Der Kernpunkt der ganzen Vorlage ist bekanntlich die anderweite Vertheilung der Rentenlast und die Rentenstellen, lieber die Vertheilung der Rentenlast bestimmte der Entwurf die Bildung von Gemeinvermögen und Sondervermögen entsprechend der Theilung der Lasten in Gemeinlast und Sonderlastz von dem Vermögen jeder Versicherungsanstalt sollten dem Gemeinvermögen drei Fünftel, dem Sonderoermögen zwei Fünftel zugewiesen werden. Die Kommission hat anders verfügt. Es heißt jetzt in § 20 a:
„Zur Deckung der Gemeindelast werden in jeder Versicherungsanstalt vo m 1. Januar 1900 ab vier Zehntel der Beiträge buchmäßig ausgeschieden (Gemeinvermögen). Dem Gemeinvermögen sind für seinen buchmäßigen Bestand von der Versicherungsanstalt Zinsen gut zu schreiben. Den Zinsfuß bestimmt der Bundesrath . . .
Ergibt sich bei Ablauf der im § 20, 1 bezeichneten Zeiträume (d. h zunächst bis 1910), daß das Gemeinvermögen zur Deckung der Gemeinlast nicht ausreicht oder nicht erforderlich ist, so hat der Bundesrath für den nächstfolgenden Zeitraum (d. h. für die folgenden 10 Jahre) über die Höhe des dem Gemeinvermögen zu überweisenden Theiles der Beiträge unter Ausgleichung der entstehenden Fehlbeträge oder Ueberschüsse zu beschließen. Eine Erhöhung des dem Gemeinvermögen zu überweisenden Theiles der Beiträge bedarf der Zustimmung des Reichstags."
Es handelt sich bekanntlich darum, einigen Versicherungsanstalten zu helfen, die durch Vorgänge der Bevölkerungsbewegung in eine Üble selbe die wunderbare Kraft eines energischen Willens in dem heftigen Erbeben, welches wie im Kampfe des Geistes gegen die leibliche Schwäche den ganzen Körper des jungen Mannes erschütterte, demselben zugleich aber auch seine Fassung wiedergab.
Wenige Sekunden darauf, als der Steuermann mit der Kognacflasche aus der Kajüte heraufgeeilt kam, stand Forsberg bereits wieder straff aufrecht, wenn auch noch unfähig zum Sprechen, und wies die ihm dargebotene Stärkung mit einer ablehnenden Handbewegung zurück.
„Trinken Sie, Herr Doktor", rief der Steuermann hartnäckig, beinahe heftig. „Sie brauchen es nothwendig. Dies ist erst der Anfang. Bedenken Sie, was Sie noch Alles vor sich haben!"
„Ja trinken Sie, Herr Doktor," stimmte der Kapitän ihm bei. Der junge Schiffsherr führte das Glas an seine Lippen, und als er trank, fühlte er erst, wie sehr er dieser Stärkung bedurft hatte. Sie gab ihm neues Leben und, wie er glaubte, auch wieder die Kraft zu sprechen; aber als er mit beiden Händen dankend die rauhe Rechte des Steuermanns ergriff, versagte ihm die Stimme mit dem ersten Worte, welches er zu sprechen versuchte, sodaß er tn ferner Erregung stumm den Alten anblickte und in ^.brauen ausbrach.
„Das wird ihm gut thun, Herr Kapitän," murmelte der (Steuermann. „Nichts erleichtert so sehr wie Thränen. Das kenne ich. Es ist ein gutes Zeichen, — zeigt, daß seine Manneskraft noch nicht gebrochen ist."
„Kamerad," rief der Kapitän, „gebt mir
O Das Herrenhaus
hat am Samstag mit der geringen Mehrheit von nur 3 Stimmen einen Beschluß gefaßt, der eine unmittelbare Ungerechtigkeit gegen alle preußischen Katholiken und ein Verstoß gegen die Lehre der katholischen Kirche ist. Zu der Charfreitags-Vorlage, die am genannten Tage zu berathen war, hat das Herrenhaus nämlich mit 39 gegen 36 Stimmen einen Antrag des Grafen Pfeil-Hausdorf angenommen, der den ganzen Sinn des Gesetzes umdreht, so wie dieses nach langer. Verhandlungen von der Kommission des Herrenhauses zur beiderseitigen Zufriedenheit vereinbart worden war. Stach dem Anträge des Grafen Pfeil sollen nämlich fortan auch in überwiegend katholischen Gegenden „alle öffentlich bemerkbaren oder geräufchvollen Arbeiten" verboten fein, während dies nach dem Kommissionsantrag nur für die „Nähe von dem Gottesdienste gewidmeten Gebäuden" zutreffen sollte. Wird der Antrag des Grasen Pfeil wirklich zum gütigen Gesetze erhoben, so würde dies nicht nur ein gesetzgeberischer Widerspruch gegen die Auffassung der katholischen Kirche in kirchlichen Dingen, sondern auch eine Bestimmung sein, die tief. in die wirthschaftlichen Verhältnisse der überwiegend katholischen Gegenden eingreifen müßte. Die Vertreter der Regierung sprachen gegen den Antrag. Eine katholikenfeindliche Rede des bekannten Hetzpredigers Prof. Bey sch lag aus Halle fand die verdiente Würdigung: Kardinal Kopp unterließ es, ihm zu antworten, hinwies, und der noch so entfernt war, daß er mit jeder Wellenbewegung des Schiffes abwechselnd am Horizont versank und wieder auftauchte.
„Ja, wahrhaftig," rief der Kapitän in höchster Erregung, „das ist freilich Land!"
In demselben Augenblick kam Forsberg auf Deck. Er fah verwirrt und unsicher aus, als ob fein Herz hoffte, und sein Verstand Enttäuschung .fürchtete, und beide Empfindungen einander das Gleichgewicht hielten. Er trat unver-
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mit Zlnterhattungs-Beilage „Ilkustrirte Sonntags-Zeitung:'
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