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blieben, jährlich eine Beihilfe von je 120 Mk. erhalten. Das ist ja nun etwas, und es ist er­freulich, daß die Regierung endlich den wiederholt gefaßten Beschlüsfen der Parlamente wenigstens zum Theil entspricht. Aber auch diese Beihilfe ist nichts weiter als ein Almosen. Von einer Veteranen-Versorgung kann man dabei nicht sprechen, und angenommen, ein Kriegsveteran be­fände sich in drückender Noth, so würde ihn diese Reichs-Beihilfe auch nicht aus dieser Noth befreien.

Der andere Theil der, Vorlage besteht in einer Gewährung von Geldmitteln aus dem Reichs- Jnvalidenfonds anWittwen und Waisen der im Kriege gefallenen oder in Folge des Krieges verstorbenen Soldaten. Es sollen Zuschüsse gewährt werden in Fällen der Bedürftigkeit, und zwar in der Höhe, daß die Gesammtbezüge nach der Gewährung dieser Zuschüsse sich belaufen bei Wittwen von Stabsoffizieren jährlich 1500 Mk., von Hauptleuten und Leutnants 1200 Mk. Die Wittwen der Soldaten vom Feldwebel abwärts sollen im Bedarfsfälle eine jährliche Beihilfe von je 120 Mk. erhalten, so daß alsdann die Ge­sammtbezüge zu betragen haben bei Wittwen von Feldwebeln 444, von Unteroffizieren 372 und von Gemeinen 300 Mk. jährlich. Auch von diesen letztgenannten drei Anfätzen kann man nur sagen, daß sie Almo sen gleichen, niemals aber eine Versorgung genannt werden können. Entsprechend sollen die Unterstützungen für die Waisen steigen, aber nur für Kinder von Offizieren. Für Soldatenkinder ist eine Aufbesserung nicht ins Auge gefaßt. Das ist eine unmittelbare Ungerechtigkeit, die der Reichstag hoffentlich nicht Gesetz werden lassen wird!

Daß Geld gezahlt werden sollte in Fällen, wo es nicht nöthig ist, wird vernünftigerweise niemand verlangen können. Und ebenso wird kein verständiger Mensch ernsthaft fordern, daß das Reich bedürftigen Kriegsoeteranen oder be­dürftigen Hinterbliebenen von solchen zu einem Leben in Luxus und Pracht verhelfen sollte. Aber es ist doch sehr die Frage, ob es nicht eine Ehrenschuld des Reiches ist, in den Fällen statt des beabsichtigten Almosens eine wirkliche Lebensversorgung eintreten zu lassen, wo dringende Noth eine solche nachweislich erford ert.

Kriegsveteranen und Hinterbliebene von solchen in drückender, offenbarer Noth sind ein schlechtes Zeugniß für die Grundsätze, nach denen eine Regierung solche Anlegenheiten regelt. Sonst ist man stets sehr besorgt um die Meinung des Auslandes, oder man stellt sich doch so an, es zu fein, wenn es sich um die Bewilligung von Hunderten von Millionen für neue Kriegs­rüstungen handelt. Hier in diesem Fall sollte man um die Anschauung des Auslandes doch noch viel besorgter sein. Denn es würde nichts Anderes als ein Schandfleck für das Deutsche Reich sein, wenn man mit Recht im Auslande sich erzählen könnte, Deutschland lasse seine Kriegsveteranen und ihre Hinter­bliebenen in bitteren Nöthen schnöde im Stiche!

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die Wogen durchschnitt, unter ihrer unverhältniß- mäßigen Last nicht versänke oder zum Kentern gebracht würde. Die frische Brise war bitterkalt, aber der glänzende Sonnenschein durchdrängte sie mit solch freudigem Entzücken, daß Forsberg ihre frostige Schärfe nur als gesundheitsördernd empfand.

„Endlich sind wir in Ordnung, Herr Doktor," begrüßte der Steuermann den jungen Schiffsherrn, „nicht blos ein vernünftiger Wind, sondern dazu auch noch klares, beinahe schönes Wetter. — Wirklich, ich glaube, schönere Wolken habe ich noch nie gesehen."

„Das oute Wetter hat auch lange auf sich warten lassen," rief Forsberg. „Es war ent­setzlich während der letzten Tage, als wir so lang­sam dahinkriechen mußten und nicht von der Stelle kamen. Aber jetzt — es ist wahrhaft entzückend — man hat das Gefühl, als schösse man aus dem Rücken eines großen Seevogels durch die Lust dahin, statt sich blos auf dem Verdecke eines Schiffes zu befinden."

„Ich möchte zwar nicht behaupten, Herr Dok­tor, daß es keine Seevögel gibt, welche schneller fliegen können, als wir jetzt segeln."

Da aber der Steuermann bemerkte, daß Fors­berg gar nicht mehr aus seine Worte hörte, sondern ganz in Entzücken verloren seinen Blick immer wieder von den weißen sich blähenden Segel­massen zu schaumgekrönlen, leuchtenden Meeres­wellen und wieder zurück wandern ließ, sagte er weiter nichts, um ihn nicht in seinen Gedanken und seiner Bewunderung zu stören. Der alte Seemann empfand aber eine nicht geringe Freude darüber, daß Forsberg das Schiff, welches er

Deutsches

Berlin, 8. Mai.

* Se. Eminenz der Hochw. Herr Fürst­bischof von Breslau, Kardinal Kopp, war gestern Abend hier in Berlin angekommen und im Hotel Royal abgestiegen, um an der heutigen Kommissionsberathung über die Charfreitags- vorlage Theil zu nehmen. Heute Nachmittag ist der Hochw. Herr bereits in seine Residenz nach Breslau zurückgekehrt. Am Freitag wird Se. Eminenz zu den Beerdigungs-Feierlichkeiten des hochseligen Kardinals Philippus Krementz sich nach Köln begeben und auf Wunsch des dortigen Domkapitels dem entschlafenen Mitbruder im Oberhirtenamt die Leichenrede halten. Am Sonn­abend sodann gedenkt der Herr Kardinal wieder nach Berlin zurückzukehren, um an den Ver­handlungen des Herrenhauses theilzunehmen. — Eine schwere Woche für den hohen Kirchensürsten, auf dessen Schultern die Last der vielen Amts­geschäfte schwer ruht.

x Die Kyarfreitags - Worlage ist in der Montags-Sitzung der dafür eingesetzten Herren- Haus-Kommission berathen und zunächst auch zum Abschlüsse gekommen. Es handelt sich um eine Einigung auf Grund eines Kompromisses, wonach das Gesetz aus zwei Paragraphen bestehen soll. Der erste dieser beiden Paragraphen verbietet am Charfreitage für die ganze preußi­sche Monarchie alle Rechtsgeschäfte und bestimmt, daß die vom Rechte vorgeschriebenen Fristen an diesem Tage nicht ablaufen. Der zweitePara- graph bestimmt, daß durch Verordnungen der Provinzial- und Bezirks-Polizeibehör­den Handlungen verboten werden können, welche die Feier des Charfreitages stören, insoweit dies konfessionelle Verhältnisse erfordern und örtliche über gewerbliche Verhältnisse dies zulassen. Aus­drücklich aber ist in dem Paragraphen ausgesprochen, daß in überwiegend katholischen Gemein­den knechtliche Arbeiten nicht verboten werden können, wenn sie nicht etwa so geartet sind, daß sie den Gottesdienst stören. Der dritte Paragraph der Regierungs-Vorlage ist gestrichen worden, und gern wird man überall in katholi­schen Kreisen anerkennen, daß die Kommission des Herrenhauses mit diesen ihren Vorschlägen den katholischen Anschauungen über den Charsreitag ziemlich weit entgegenkommt. Herr Kultusminister D r. Bosse aber hat dadurch die gute Lehre er­halten, daß es nicht wohl angeht, Gesetzentwürfe zu machen, welche die Verhältnisse der Katholiken in Preußen unmittelbar trifft, ohne auch nur mit einem Worte nach der Meinung des Episkopates zu fragen.

x Durch einen Theil der Presse war die Nachricht gegangen, daß die Vertreter der T ü r k e t bei der inlernaliorrake« Aör«üu«gs-Ko»fe rerrz von ihrer Regierung die Anweisung er­halten sollten, sich in ihrer Haltung ganz der­jenigen der deutschen Vertretung anzu- schlteßen. Diese Mittheilung entbehrt nach einer Meldung, die von amtlicher Seite veranlaßt ist, der Begründung. Nach einem Berichte, den die ,Kreuz-Zeitung' aus dem Haag erhält, ist nachzu­tragen, daß man „eine ungewöhnlich lange Dauer der Konserenz in Aussicht nimmt". Nach diesem aus seinen Rath hin gekauft hatte, letzt mit so freudiger Befriedigung betrachtete. Und Forsberg empfand ein gewisfes Gefühl der Dankbarkeit dafür, daß der Alte ihn so ruhig und ungestört die Schönheit der ganzen Scene in sich aufnehmen ließ, ohne irgend welche weiteren Versuche, ihn zum Reden zu veranlassen, oder in eine Unter­haltung zu verwickeln. Freilich, die Schönheit des Schiffes wie die des MeerSs an sich waren für ihn nur von untergeordneter Bedeutung. So weit wenigstens die Fahrt nach der Insel in Betracht kam, mußte für ihn die Hauptfreude, die ihm die Reste bereiten konnte, fast ausschließ­lich in ihrer Schnelligkeit liegen.

Ihn konnte keinerlei Schönheit des Meeres ober des Himmels, kein goldener Glanz des Sonnenaufganges, keine rubinfarbene Gluth des Sonnenunterganges und keinerlei sonstiges Pracht­schauspiel der Natur Freude bereiten, wenn das­selbe mit trägem Dahinfahren des Schiffes ver­bunden sein sollte. Seine Seele hungerte und dürstete förmlich danach, jede Faser seines Wesens war erfüllt von einem verzehrenden, fieberhaften Verlangen, endlich die Insel zu erblicken — an das Ufer derselben zu springen — und sich davon zu überzeugen, ob sein Traum, der ihm so zweifel­los als prophetische Wahrheit und Offenbarung erschien, dies auch in Wirklichkeit, oder nur, wie der gute Oberförster behauptete, ein inhaltsloses Phanrasiegebilde gewesen.

Daher fühlte er denn an diesem Morgen das höchste Entzücken, welches seine Meerfahit ihm überhaupt bereiten konnte, das Entzücken des un­aufhaltsamen Dahinfliegens. Die Freudetrunken­heit der ihrer baldigen Eifüllung gewissen Hoff­

Berichte glaubt man, daß „die Berathungen der Sektionen allein sechs bis acht Wochen in An­spruch nehmen werden". Und nach deren Er­ledigung „dürfte, um zunächst zu grundsätzlichen Feststellungen zu gelangen und um Beschluß­fassungen über die Einzelfragen vorzubereiten, zur Einsetzung von Permanenz-Kommissionen geschritten werden —" also von Kommissionen, die für lange Zeit fest eingesetzt werden. Daß einer der hauptsächlichsten Berathungs-Gegenstände eine Durchsicht der Genfer Konvention sein soll, ist bereits bekannt.

X In der Angelegenheit des katholischen St. AosepHs-Waifesttzarrses zn Potsdam ist dem Ausschüsse derBerliner Stadtver- ordneten-Versammlung, der über den Antrag der Herren Singer, Sachs und Perls auf Entfernung der Berliner Waisenkinder aus dem genannten Waisenhause zu berathen hat, im Auftrage der Kaiserin ein Schreiben von dem Oberhofmeister der Kaiserin zugegangen, dem Freiherrn von Mirbach. In dem Schreiben wird der Wunsch ausgesprochen, daß in der An­gelegenheit recht und billig geurtheilt werden möge. Der bezeichnete Ausschuß hat bekanntlich beschlossen, bei der Stadtoerordneten-Versamm- lung die Annahme des Antrages der Herren Singer, Sachs und Perls zu befürworten, obwohl Stadtrath Kempf in der Sitzung des Aus- schusfes erklärt hatte, daß nach den Erfahrungen und Erhebungen des Berliner Magistrates die Erziehung und Behandlung der Kinder im Josephs- Waisenhaufe eine gute sei. Das Plenum der Berliner Staütverordneten-Versammlung wird sich am nächsten Mittwoch mit dieser Sache be­schäftigen. Uebrigens ist Schwester Carola ihres Amtes im Waisenhause enthoben worden. Kein verständiger Mensch wird der Schwester irgendwelche Schuld beimessen. Aber es ist ohne Zweifel eine kluge Maßnahme, die Schwester ihres bisherigen Amtes z-i entbinden. Dadurch wird d?n Berliner und Charlottenburger Kon­fessions-Hetzern für den verständig und objektiv Urtheilenden der letzte Vorwand M ihre Hetze benommen. Wir werden ja nun sehen, wie die Herren in der Berliner Stadtverordneten-Ver- sammlung selbst die Sache anfassen werden.

+ Niemand verschließt sich der Ansicht, daß die Werforgnng der KiNterökieöerren der DokksfchuKeHrer ein Gegenstand ist, der in Preußen dringendst der Regelung bedarf. Der Gesetzentwurf, der dies bewerkstelligen soll, stand heute (Montag) auf der Tagesordnung des preußischen Abgeordnetenhauses, nachdem eine Kommission dieses letzteren lange und umständ­liche Vorberathungen darüber durchqemacht bat. Diese Kommission beantragt, der Staat möge zu den Bezirks-, Witwen- und Waisenkassen drei Viertheile der erforderlichen Aufwen­dungen beitragen, ausgenommen die großen Städte, die "kreisfrei sind, also nicht zu einem landräth- lichen Kreise gehören. Nach dem Vorschläge der Regierung aber sollte der Staat nur etwa zwei Fünftel, die Gemeinden sollten dagegen drei Fünftel leisten, und noch im letzten Augenblicke läßt das Finanzministerium durch einen be­kannten Ojfiziosus den Mitgliedern des Abgeord­netenhauses zu Gemüthe führen, sie möchten in

nung, der Gedanke, daß der indische Ozean jetzt nur noch in meßbarer bald erreichbarer Ent­fernung, nicht mehr wie in Wiesby, in der un­endlichen Weite vager Einbildung liege, ließ die Augen des jungen Schiffsherrn feurig aufleuchten. Als fein Blick dem des Steuermanns begegnete, lächelte ihm dieser verstäudnißvoll zu und fragte:

„Nun, Herr Doktor, jetzt sind Sie doch hoffent­lich mit der „Goldenen Hoffnung" zufrieden?"

„Ja, wahrlich; ihre Schnelligkeit kommt mir geradezu wunderbar vor. Wie hoch schätzen Sie wohl dieselbe?"

Der Steuermann blickte scheinbar ohne be­sondere Aufmersamkeit nach beiden Seiten auf das Meer hinaus und sagte dann:

„Keinesfalls unter zehn Knoten, Herr Doktor, möglicherweise aber sogar elf. Das läßt sich aber leicht ermitteln."

Und damit rief er zwei von den Matrosen, die gerade nichts Besonderes zu thun hatten, heran und befahl ihnen, das Log auszuwerfen. Das Resultat der Messung ergab eine Schnelligkeit von zehn und dreioiertel Knoten die Stunde. In diesem Augenblicke kam der Kapitän auf Deck und erkundigte sich nach der Schnelligkeit des Schiffes.

„Zehndreiviertel Knoten nach dem Log, aber wenn man das Nachschleppen der Leine in Rech­nung zieht, mindestens elf."

„Danach soll mir noch einer mit diesen Dampf­booten kommen," tief der Kapitän mit befriedigtem Stolze, ließ seine Augen rings um den Horizont schweifen und wandte sich dann an den Steuer­mann:

„Halloh! Dort ist ein Segel!"

26. Jahrgang.

IuLöa, Dienstag, den 9. Mai 1899

M 105

BUtite

Zilsrra»:Die«M spalt. Garmond, geile oder der« Staunt 1b Pf., Re­klamen die Petit- geile 25 Pf.; bei Wiederholungen wird entsprechend- Rabatt gewährt-

Eine unbezahlte Ehrenschuld.

Es gibt manche Dinge, für die das Reich und die Staaten immer Geld haben — „Geld wie Heu" lautet in solchen Fällen der hergebrachte Ausdruck. Wenn es sich um solche Dinge handelt, Ivie z. B. Heer und Kriegsflotte, und um die Bewilligung von Geldern für diese, da ist stets die ganze Finanzlage herrlich und großartig, und die staatlichen Finanzgrößen können gar kein Ende finden in der Aufzählung aller der Reichthümer und Geldquellen, die zur Verfügung stehen. Aber manchmal schlägt der Finanzwind merkwürdig schnell um. Wenn es sich beispielsweise, wie jetzt aerobe in Preußen, um die Versorgung der Hinterbliebenen der Volksschullehrer handelt und der Staat Beihilfe dazu leisten soll, da ziehen alle Staatsfinanzmänner Schultern und Augenbrauen in die Höhe und versichern hoch und theuer, daß es dem Staate unmöglich sei, in der geforderten Höbe- Beiträge zu zahlen, daß die Staatskasse außerordentlich in Anspruch genommen sei, daß der Staat sich vor den Konsequenzen hüten müsse — und dann regnet es förmlich Paragraphen, die äußerlich die Zugeknöpftheit des Staatssäckels zu

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mit Zlnterhaktungs-Meikage „Mustrirte Sonnlags-Zertung

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rechtfertigen scheinen.

Aber es gibt im Deutschen Reiche etwas, wofür die verbündeten Regierungen keinen einzigen Paragraphen als Scheinwaffe ins Feld führen können: die Vernachlässigung der Kriegs­invaliden und Kriegsveteranen.Jn Deutsch­land gibt es, wie leider sattsam bekannt, noch etwa 14000 Veteranen, von denen festgestellt ist, daß sie in kümmerlicher Weise ihr Leben fristen, daß sie also durchaus Anspruch haben auf die ihnen schon vielfach versprochene Unterstützung aus Reichsmitteln. Der Reichstag hat — haupt­sächlich auf das Drängen der Abgg. Müller- Fulda und Graf Oriola — schon mehrmals ein« stimmige Beschlüsse in diesem Sinne gefaßt und die verbündeten Regierungen aufgefordert, hier ihre Pflicht zu thun und die alte Ehrenschuld zu bezahlen an die Männer, die einst hinauszogen auf den blutigen Plan und mit ihren Leibern Deutschlands Ehre und Deutschlands Interessen schützten; aber lange Zeit hindurch blieb alles solches Beschlüssefaffen vergeblich. Und erst in der allerjüngsten Zeit hat auch noch das preußische Abgeordnetenhaus durch einstimmigen Beschluß die Staatsregierung ersucht, im Bundes- rathe auf bessere Versorgung der Kriegsveteranen hinzuwirken, wobei vom Ministertische das höchst sonderbare Wort fiel, für „bedürftige alte Leute" fällten doch zu allererst die — Gemeinden sorgen!

Jetzt endlich ist, wie schon gestern kurz gemeldet, dem Reichstage eine Vorlage zugegangen, die den wiederholten dringenden Forderungen der Volksvertretungen zum Theil entspricht. Nach dieser Vorlage sollen die 13671 Kriegstheil- nehmer, die Anspruch auf eine Gewährung «uis Reichsmitteln haben und bisher unberücksichtigt

! Bit goldene Hoffnung.

Roman von W. Clark Rüssel.

Mit Genehmigung des Verfassers frei bearbeitet von A. E. Wirz.

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15. Kapitel.

Günstige Fahrt.

Forsberg hatte keine Ahnung vom Wechsel des Wetters, bis er auf Deck kam, obgleich er vielleicht, falls er darauf geachtet haben würde, hätte bemerken können, daß der Widerschein des Wassers durch seine Kajütenfenster nicht mehr ein schmutziges Grau, sondern ein leuchtendes Blau zeigte. Der, Wind hatte sich etwa um Mitter­nacht gedreht, und, als der junge Schiffsherr auf I Deck tarn, fand er sich nicht mehr in dichtem Vebel, beständig tröpfelnden Regen, auf einem unablässig von Sturzwellen überspülten Schiff, welches unter wenig Segeln nur langsam dahin fuhr, sondern unter einem Himmel des köstlichsten Azurs, in dem sich zahlreiche bergartige, schnee­weiße Wolkenrnassen austhürmten, durchzogen von den Bruchstücken eines Regenbogens im Osten, w herrliche und majestätische Gebilde, daß man Jte fast für schneebedeckte Eisberge hätte halten können.

In sprachlosem Entzücken starrte Forsberg uw sich und dann hinauf zum strahlenden Himmel.

erblickte nicht mehr die nackten Masten mit wenigen Segeln, sondern es blähten sich so ge­waltige Leinwandmassen von allen Raaen der »Goldenen Hoffnung", daß der schlanke zierliche Rumpf, der mit schwindelerregender Schnelligkeit