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a. Parzelle» t» L-lda. mit Ilnterßaklungs-Meikage „SffuHrtrfe Sonntags-Zeitung!' petersgaSe Nr. 2 (fcarmonit)

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JV1 93. JuLöcl, Dienstag, den 25. April 1899. 26. Jahrgang.

Q Die blamirten Amerikaner.

Mit nicht geringer Schadenfreude verfolgen die Spanier die Schicksale der Amerikaner auf den Philippinen; und ein gelindes ähnliches Ge­fühl empfindet man fast überall bei Betrachtung der Nachrichten, wie sie während der letzten Wochen nacheinander aus dem amerikanischen Hauptquartier in Manila in die Welt gesandt worden sind. Vor drei Wochen sollte die voll­kommene Unterwerfung der Filipinos unmittelbar bevorstehen, und heute ist es Thatsache, daß die Amerikaner im ganzen Gebiete der Philippinen- Inseln über nichts weiteres Herr sind, als über die Hauptstadt Manila. Aber so mußte es kommen. So bestraft sich die Heim­tücke von selbst, die die Vereinigten Staaten von Amerika nicht nur in ihrer Politik gegen Spanien, sondern auch in ihrem Verhalten gegen die Ein­geborenen der Philippinen walten ließen, denen fte angeblich Freiheit und Unabhängigkeit bringen wollten, die sie dann aber tatsächlich durch die «Gewalt der Waffen ebenso unter ihre Herrschaft zu bringen suchten, wie oie Spanier vor ihnen. Mit Leichtigkeit hofften die Amerikaner der ..halbwilden Tagalen" Herr zu werden; aber heute stehen die Aankees vor einem vollkommenen Mißerfolge, und in der Gewalt der Tagalen befindet sich ein ganzes großes Streifkorps der Amerikaner, das in einen Hinterhalt gerieth und von den Tagalen gefangen genommen wurde — nach übereinstimmenden Berichten eine mehrere hundert Mann starke Truppe.

Da ist nun der Humbug der siegreichen Depeschen des amerikanischen Oberbefehlshabers General Otis an's Tageslicht gekommen, und ganz gegen ihre eigene Erwartung befindet sich die amerikanische Regierung auf einmal in einer sehr bösen Lage vorder schlimmen Thatsache, daß ihr General Lawton, obwohl er nicht weniger als 10,000 Mann zur Verfügung hat, eiligst nach der Küste zurückmarschirt und alle Eroberungen und Gefangenen dem Feinde überläßt. Und ganze amerikanische Regimenter, so weit sie aus Frei­willigen zusammengesetzt sind, weigern sich, auf den Philippinen weiterhin Dienst zu thun. Die Zeit, für welche sie sich verpflichtet haben, ist längst abgelaufen; sie wollen von dem mörderi­schen Klima der philippinischen Sümpfe befreit werden und in ihre Heimath zurückkehren, und aller Voraussicht nach würde es der Regierung der Vereinigten Staaten gar nicht leicht werden, die genügende Anzahl neuer Truppen anzuwerben, um sie den alten nach den Philippinen nachzu­senden. „Die Lage," so gesteht eines der größten amerikanischen Blätter ein, „erscheint hoffnungs­los"; und das ist ein Blatt, nämlich der,New- Hork Herald', welches zur Partei des.Präsidenten Mac Kinley gehört. Tie Zeitungen und Politiker der demokratischen Gegenpartei ziehen natürlich ganz anders vom Leder, und in der allgemeinen Volksstimmung macht sich unver- kennbar eine wachsende Neigung geltend, auf die

Stimmen der demokratischen Politiker zu hören, die von Anfang an Gegner der „imperialistischen" Politik der Regierung waren, also Gegner der Einheimsung der westindischen Inseln und der Philippinen. Sogar hochstehende Staatsmänner, die bisher immer auf der Seite des Präsidenten Mac Kinley gestanden hatten, wie die Gouver­neure Lind vom Staate Minnesota und Pettingew von Süd-Dakota, nehmen öffentlich Stellung gegen die Philippinen-Politik der Re­gierung und fordern laut und lebhaft die Rück­berufung der Freiwilligen - Regimenter ihrer Staaten; und nicht weniger als sieben andere Staaten haben sich diesem Vorgehen bereits ange­schlossen.

Angesichts dieser'Stimmung im Lande wird er der Staaten-Regierung kaum noch gelingen, weitere sogenannte „Bürger-Regimenter" für die Philippinen aufzubringen. An stehenden Truppen aber haben die Vereinigten Staaten lange nicht so viel zur Verfügung, wie es nöthig wäre, wenn sie mit solchen Truppen die böse Philippinen- Sache gewaltsam bis zu Ende treiben wollten. Und somit werden sich die riesenhaft großen und reichen Vereinigten Staaten von Amerika dem­nächst eingestehen müssen, daß sie nicht im Stande sind, Herren der kleinen Philippinen-Gruppe zu werden, daß sie sich vielmehr mit ihrem Unter­nehmen gegen diese ganz fürchterlich bla- mirt haben. Trotzdem wird der „Humbug" lustig von einigen besonders mauleisrigen -F^.gö- Helden weitergemacht. In New-Kork fand am letzten Freitag ein Festmahl statt zu Ehren des aus den philippinischen Gewässern zurückgekehrten Kreuzers „Raleigh" und seines Kapitäns Co g hl an; und am Ende dieses Festmahles hielt Herr Coghlan in der Sekt-Stimmung eine Rede, die außerordentlich komisch wäre, wenn man sie nicht gleichzeitig außerordentlich unverschämt nennen müßte. Herr Coghlan wärmte nämlich den alten Schwindel wieder auf, wie ein deut­scher Marine-Kapitän dem amerikanischen Admiral Dew?y in der Bucht von Manila ohne weiteres habe gehorchen müssen: denn — noch Herrn Coghlan! — „ein Zuwiderhandeln gegen die Befehle des amerikanischen Admirals würde nur Eines bedeutet haben, nämlich Krieg . . ." Das ist nun freilich selbst der Jingo-Presse zu stark, und in der öffentlichen Meinung erhebt sich strenger Tadel gegen der- artig unfaßbare Ausschreitungen eines amerika­nischen Flottenoffiziers.

Angeblich sollen jetzt Friedens-Verhand­lungen eröffnet werden zwischen den Philippinern und den Amerikanern. Das wäre das Ver­nünftigste, was die Amerikaner nur immer thun könnten. Aber gleichzeitig würde ein Friede, unter dem Drucke des Waffenunglückes auf der Insel Luzon abgeschlossen, schwerlich sehr ruhm­voll für die Amerikaner ausfallen und für diese eine recht ernsthafte und eindringliche Mahnung sein und bleiben, sich in Zukunft ein wenig mehr des politischen „Humbugs" zu enthalten als bis­her, sich dagegen größerer Bescheidenheit zu be­fleißigen, als sie es bis jetzt für nothwendig ge­halten haben.

* * *

Nach den letzten Drahtmeldungen hat Kapitän Coghlan in seiner Sekt-Stimmung auch ein lächerliches Spottgedicht auf den deut­schen Kaiser vorgetragen, und am Tage nach dem Bankett zur Feier seiner Ankunft hat er in chnlicher Weise sich in dem „Army- und Navy- Klub" (Heeres- und Flottenklub) geäußert. Jn- deffen hat er bereits am Samstag Befehl erhalten, auf sein Schiff zurückzukehren, und weitere Maßregelungen des unverschämten Sektredners können unmöglich ausbleiben.

Deutsches Deich.

Berlin, 24. April.

+ „Thut nichts, die Schwester wird verbrannt" — so schließt der bekannte Chi­rurgie-Professor Geheimrath vor» Aergmauu eine Zuschrift an ein liberales Berliner Blatt, in der er treffend das Benehmen der Berliner Stadtverordneten-Versammlung gegen das katholische Josephs-Waisenhaus in Potsdam geißelt. In diesem Waisenhause sind auch Berliner Kinder untergebracht, und darunter war jüngst ein Knabe, der sich ganz besonders durch Ungezogenheit hervorthat. Der Junge be­kam endlich die verdienten Prügel, weil alles Andere bei ihm nichts half, und „blaue Flecken und Hautabschürfuno;u" waren die sehr natürliche und durchaus nicht bedauerliche Folge davon. Sonst hat es dem Jungen nichts geschadet,', im übrigen aber hoffentlich recht DuTgenu^t. Die Sache wurde, wie bekannt, bis vor Gericht ge­trieben, dort aber wurde die Schwester Carola, unter deren Aufsicht der Junge stand, kostenlos freigesprochen. Nichtsdestoweniger hat sich in der Berliner Stadtverordneten-Versamm­lung unter der Führung des Sozialdemokraten Singer eine Gruppe gebildet, die Sturm laufen will gegen das katholische Waisenhaus und diesem nie mehr Berliner Waisenkinder anoertrauen will. Der Antrag, der dies anstrebt, wurde vom Ver­treter des Magistrats bekämpft und dann einer Sber- wiesen. Auch Professor von Bergmann, damals vor Gericht als Sachverständiger vernommen, Durde in derMahr^MdNkMV?rfsmmkung an­gegriffen, weil er als Sachverständiger nicht anders konnte, als die vollkommene Unschädlich­keit der Hiebe festzustellen, und weil er aus Eigenem hinzugefügt hatte, daß die Hiebe sicher­lich dem Jungen im allgemeinen sehr wohlthätig sein würden. Darauf antwortet nun Geheime- rath von Bergmann, der Protestant ist, und kennzeichnet das Gebühren der Singer und Ge­noffen vortrefflich: es ist eine christliche, gar eine katholische Anstalt, in der der Junge war, folglich muß dagegen Sturm gelaufen werden. So oder so — Schwester Carola schuldig oder unschuldig—„thut nichts, die Schwester wird verbrannt".

X Der Gesetzentwurf zum Schutze Mr- öeitswiikiger sollte nach einer vereinzelten Nach­richt für diese Tagung des Reichstages aufge­geben fein. So hatte, wie berichtet, die Berliner ,Militär. - Polit. Korrespondenz' gemeldet. Ob­wohl manche innerliche Gründe für die Wahr­scheinlichkeit dieser Annahme sprechen, mußte man

Hit goldene Hoffnung.-

Roman von W. Clark Rüssel.

Mit Genehmigung des Verfassers frei bearbeitet von A.E. Wirz.

12 ------(Nachdruck verboten.)

7. Kapitel.

Ein Brief.

Es war Forsberg jetzt klar, daß sein Traum sich bewahrheitet habe, und wenn er je die Existenz der Insel, die er im Schlafe gesehen, bezweifelt hätte, jetzt war er vermöge der überzeugenden Kraft der logischen Genauigkeit des ganzen üb­rigen Traumgesichts, das Herr Jansen bestätigt hatte, so sicher, daß die Insel ein wirkliches Stück Land in dem großen Indischen Ozean sei, als ob ihre genaue Lage ihm von Jemandem, der sie gesehen hat und nennen konnte, angegeben worden fei. Als er aus dem Hause trat, mußte er einige Augenblicke still stehen und sich an der Gitterthüre sesthalten, denn so groß war seine Aufregung, daß er einer Ohnmacht nahe war. Er erholte sich indeß nach einer Weile, und da er bis zu seiner Abreise noch eine Stunde Zeit hatte, beschloß er, einen Buchdrucker aufzusuchen, da er in Wiesby keine Gelegenheit hatte, die Zeichnungen anfertigen zu lassen. Er trat in die Druckerei, wo er den Eigenthümer derselben traf, der ihn nach seinem Begehr fragte.

„Können Sie nach dieser Skizze Abdrücke wachen laffen?" fragte er, feine Zeichnung her- vorholeud.

„Wünschen Sie Holzschnitte, mein Herr?" „Das ist mir sehr gleichgiltig, wenn nur ge­naue Abdrücke davon gemacht werden können."

„Es wohnt ein Graveur hier in der Nähe, der sie in Kupfer stechen könnte und die Arbeit gern übernehmen würde. Es kann ja nicht fchwer fein," sagte der Drucker, die Zeichnung besehend. „Nur Umrisse mit ein wenig Schattirung. Es ist das Bild einer Insel, nicht wahr, mein Herr?"

„Ja."

„Wie viele Abzüge?"

„Fünfhundert. Ich wohne in Wiesby. Wann können Sie mir dann die Abzüge schicken?"

„Wenn Sie einen Augenblick warten wollen, will ich zum Graveur gehen."

Während seiner Abwesenheit ließ Forsberg sich von einem Lehrjungen ein Blatt Papier geben, worauf er Folgendes niederschrieb:

„Obige Zeichnung ist die Skizze einer Insel, die im Indischen Ozean liegt. Fünf­hundert Vereinsthaler werden demjenigen aus­gezahlt, der dem Unterzeichneten ihre genaue Lage auf der Karte nach weisen und zugleich ihr Aeußeres in Bezug auf Farbe, Vegetation u. s. w. beschreiben kann. Schriftliche oder persönliche Meldungen zu richten an:

Dr. Walter Forsberg, Wiesby, Holstein."

Bald, nachdem er dies geschrieben hatte, kehrte der Buchdrucker zurück. Er sagte Fors­berg, daß er im Stande fein würde, ihm in zwei Tagen die fünfhundert Abzüge zu schicken.

„Das ist gut," sagte Forsberg, „ich möchte dies in guter, kräftiger Schrift unter die Skizze drucken laffen."

Der Drucker machte große Augen Über die angebotene Belohnung, und indem er Forsberg ansah, schloß er sogleich, daß dieser em reicher Geograph fern müsse, der den Aufirag habe, eine

umfassende Karte des Indischen Ozeans anzu­fertigen. Er nahm einen respektvolleren Ton an, als er ihm Papierproben vorlegte und ihn bat, zu wählen. Forsberg suchte ein gutes, derbes Papier aus und empfahl sich, nachdem er dem Buchdrucker das feste Versprechen abgenommen, ihm nach zwei Tagen die Abdrücke zu schicken. Er verlor keine Zeit, und dieser Gedanke beun­ruhigte ihn während seiner ganzen Rückreise. Sein Traum war wahr. Die Insel hatte einen Platz in der Schöpfung; seine Braut befand sich darauf; das fühlte er jetzt mit Gewißheit. Er mußte sie suchen! Gott weiß wie. Er hatte bis jetzt überhaupt noch keinen Plan? Aber suchen mußte er sie! Wenn er erfahren konnte, wo die Insel läge, um so besser, wenn nicht, wollte er den Indischen Ozean durchsuchen. Dies sollte feine Aufgabe fein, und er wollte sie nicht auf- fchieben.

Er hatte nicht den Muth gehabt, mit Jansen über Agathe zu sprechen, zu fragen, ob ihre Ge­sundheit sich bis zum Ausbruch des Feuers ge­bessert hatte, wie sehr ihn auch darnach verlangte. Es war nicht so sehr krankhafte Empfindlichkeit, die seine Zurückhaltung bewirkt hatte, als eine nervöse, eifersüchtige Besorgniß, daß kein Lächeln, wenn auch ein wohlgemeintes, auf seinen reinen, stillen Glauben an die Mission, zu der er sich ausersehen hielt, fallen sollte.

Der Oberförster besuchte ihn am Nachmittage, da er erfahren hatte, daß er zurückgekehrt fei, und Forsberg entschuldigte sich, daß er noch nicht im Forsthause vorgesprochen habe; er habe sich bei seiner Ankunft sehr ermüdet gefühlt und am Morgen so viel zu thun gehabt.

ihr von Anfang an mit großer Vorsicht gegen' übertreten. Denn es würde sehr auffällig fein' wenn ein Gesetzentwurf fallen gelassen würde» der ganz bestimmt in der Thronrede angekündigt worden ist. Nunmehr wird von anderer Seite mitgetheilt, daß der Entwurf „in den nächsten Tagen" dem Bunde srathe zugehen werde und jedenfalls noch zur Berathung gelangen solle in der gegenwärtigen Tagung des Reichstages. Man wird ja bald sehen, was geschehen wird. Aber man darf wohl annehmen, daß die letzte Nach­richt die richtige sein, daß nämlich der Entwurf dem Reichstage noch zugehen wird.

X In sehr sachlicher und eingehender Weise wird die Frage des MitleKand-Aauats durch einen Antrag behandelt, den der Centrnmsabg. Graf vonStrachwitz in der Kanalkommiffion des preußischen Abgeordnetenhauses eingebracht hat. Nach diesem Anträge soll vor der Abstim­mung über § 1 der Vorlage von der Regierung die Beantwortung folgender Fragen erbeten wer­den: 1) Sind Kanäle heute noch überhauptprak­tisch angezeigt? Sind sie ein besseres und billi­geres Beförderungsmittel als die Eisenbahnen? 2) Welche Absicht verfolgt die Regierung mit der Vorlage eines Rhein-Elbe-Kanals? 3) Welches ist die wirthschaftliche Bedeutung des Kanals, namentlich des Mittellgnd-Kanals, für Handel und Gewerbe, für Industrie, für Land wirthschast? 4) Ist die Ausführung des Kanals technisch möglich? 5) Wie berechnet sich die Rentabilität^ des Kanals? 6) Welche Kompensationen sind er­forderlich, um die Schädigungen einzelner Landes- theile auszugleichen, und wie stellt sich die Staats­regierung zu denselben?

x lieber die sozialdemokratische Maifeier fällt ein Berliner Anarchistenblatt ein bemerkens- werthes Urtheil. Nach der Ansicht dieses Blattes, ist die Maifeier nichts weiter als ein „modernes Kirchweihfest", das „lediglich den Zweck hat, viel Geld einzubringen." Abgesehen von dem unschicklichen Vergleiche mit einem Kirchweihfeste wird das geistesverwandte Blatt &£ gen ziemlich richtig^-

kennzeichnet haben!

X Die oberoffiziöse ,Nordd. Mgem. Ztg.' bricht eme Lanze'für den verunglückten Gesetz­entwurf über die Ikeifchvescha«. Zunächst dr- hauptet das halbamtliche Organ, der Gesetzent­wurf sei „das Ergebniß von Erwägungen, die den praktischen Verhältnissen Rechnung tragen." Im Reichstage haben bekanntlich fast alle Redner die entgegengesetzte Anschauung geäußert, und auch dem genannten Regierungs-Organ ge­lingt es durchaus nicht, etwas Anderes zu be­weisen. Seine Entgegnungen auf die im Reichs­tage geäußerten Bedenken sind vielmehr außer - ordentlich schwach und gipfeln in dem Hinweise darauf, daß dem Bundesrathe die Ermäch­tigung zuertheilt werden soll, Anordnungen zu treffen über die Einfuhr des ausländischen Fleisches, unter Umständen auch gewisse Arten der Fleisch­einfuhr zu verbieten. Aber gerade diese ganz un­gewisse und vollkommen in das Ermessen des Bundesrathes gestellte Handhabung der Bestim­mungen hat ja im Reichstage ebenfalls die lebhaftesten Bedenken hervorgerufen, und man begreift darum nicht recht, wie bestehende

„Das macht nichts," sagte der Oberförster; „aber wenn Sie einen der Seeleute der Werra gesehen haben, so würde doch Alles, was er gesagt hat, mich rnleressiren, mein lieber Freund; denn ist nicht meines Bruders Leben dabei betbeiligt, und ist nicht Agathe uns ebenfalls theuer?"

„Der junge Mann konnte mir nichts mit« theilen, weil ich Alles wußte," sagte Forberg.

„Hat er Ihren Traum bestätigt?"

„Ja. Ich scheine wirklich mehr von dem, was sich zugetragen hat, gesehen zu haben, als er in der Verwirrung beachtet hat. Er glaubte, einer von den Männern, die mit ihm zugleich gerettet worden, habe den Rhedern ausführlichere Mittheilungen gemacht, als er, und diese hätten mir Alles erzählt. Anders konnte er sich mein Wissen nicht erklären."

„Haben Sie mit ihm über die Insel, die Sie im Traume gesehen, gesprochen?"

„Ich zeigte ihm die Skizze. Aber über den Traum ist mir kein Wort entschlüpft. Er konnte mir nichts über die Insel sagen — keine von denen, die er im Indischen Ozean gesehen, glich dieser."

Die absichtliche Zurückhaltung in Forsbergs Wesen konnte dem Oberförster nicht entgehen; er bemerkte, daß der junge Mann in einen Gemüths- zustand gerathen war, in dem jede Erwähnung feines Traumes oder irgend eine Bemühung seinerseils, die daraus Bezug hatte, ihm peinlich und unangenehm war. Ueberdies erinnerte sich der Oberförster, daß er feinem Freunde den Rath gegeben, sich die Sache aus dem Sinn zu schlagen, oder sich wenigstens nicht damit zu quälen, und daß er demgemäß keine Neugierde zeigen, noch