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mit Nnterhattungs-Beilage „Zllukrirte Sonntags-Zeitung

26. Jahrgang

Iutöcr, Montag, den 20. März 1899

M 65

nachweisliche Unmöglichkeit ergeben sollte« mit dem Bewilligten auszukommen . . . " So weit die .Freisinnige Zeitung', von der Niemand behaupten kann, daß sie von Vorurtheilen für das Centrum befangen sei. Es bleibt diesem Urtheile des genannten Blattes nichts hinzuzufügen übrig.

ft Hebet das Ketinde« des Papstes wer­den auf's Neue Sensations-Nachrichten verbreitet. Namentlich taucht in einigen Blättern die Be­hauptung auf, es werde eine zweite Operation nothwendig sein. Nach sonst zuverlässigen römi­schen Quellen ist es entschieden falsch, derlei zu behaupten. Thatsache scheint nur zu sein, daß der leichte Verband der Wunde erneuert wurde.

4- In der Kommission des preuß. Abge­ordnetenhauses, die sich mit den Anträgen Gamp auf Beseitigung der Leuteuoth zu befasien hat, ist Freitag Abend das Gesammt» ergebniß der Berathungen festgestellt worden. Die Anträge an die Regierung gipfeln darin, daß mit Rücksicht auf die in der Landwirthschaft, namentlich in den Kleinbetrieben, herrschende Arbeiternoth ungesäumt die zur Linderung dieser Noth geeigneten gesetzgeberischen und Verwaltungs-Maßregeln in die Wege zu leiten sind.

* Heber dieAertyeuervttg der Steinkohle« durch das Syndikat wird aus Krefeld geschrieben: „In der letzten Stadtrathssitzung führte bei der Einzelberathung Beigeordneter Dr. Oppermann u. A. aus: Der Titel 4 „Gaserzeugung" schließt ab mit 632,400 Mark (gegen 531,600 Mark). Die Kohlen sind mit 424,000 Mark gegen 350,000 Mark im vorigen Etat festgesetzt. Diese Erhöhung ist auffallend. Der Grund ist das brutale Vorgehen des Kohlen - Syndikates gegen die Gasanstalten, welche von ihm abhängig sind. Das Syndikat liefert jetzt bedeutend schlechtere Kohlen. Ob es richtig ist, was gesagt wird, daß das Syndikat die besten Kohlen in's Ausland wandern läßt, weiß ich nicht. Jedenfalls muß heute jede Gasanstalt nehmen, was ihr das Syndikat zu geben für gut findet. Das ist eine Thatsache, der gegenüber wir wehr­los dastehen. Wir sind daher gezwungen, ein größeres Quantum Kohlen zu beziehen und dafür mehr Geld auszuwerfen. Ich kann übrigens mittheilen, daß alle Gasanstalten voll der Ent­rüstung über dieses Gebühren des Syndikates sind." Kommentar überflüssig!

+ Daß zwischen der preußischen Staats­regierung und dem Verein Berliner Getreide- und Produktenhändler Verhandlungen stattfinden über die Wiedereinrichtung einer 3$erlittet duktenöörse, ist nichts Neues mehr. Aber di« späteren Nachrichten, daß es mit diesen Verhand­lungen einen schnellen Fortgang nehme, bewahr­heiten sich nicht. In liberalen Blättern wird die Sache gern so dargestellt, als bedeute die ganze Anbahnung neuer Verhandlungen so etwas wie einen Rückzug der Regierung vor dem Berliner Gedreidehändler-Verein. Davon kann natürlich gar keine Rede sein, und zur Kennzeichnung dieser Thatsache genügt es zu wissen, daß die Berliner Händler das Zugeständniß gemacht haben, daß das Landes-Oekonomie-Kollegium landwirthschaft- liche Vertreter für die Berliner Börse ernennen möge. Jetzt handelt es sich noch sum Meinungs-

MMtwortli»: 3»t die Redaktion 3of.25«im, für Jnferatt I. parzeller in Fulda.

Morgens nach Leadville und stellte sich in Be­gleitung des Bankiers gegen Mittag wieder ein. Letzterer stieg in die Höhle hinab und das Mienen­spiel bekundete die stolze Genugthuung, welche er über die ihm in Aussicht gestellte Erwerbung empfand. In den nächsten Tagen fanden sich noch mehrere Herren ein, und am Ende der Woche fuhren etliche Wagen mit Maschinen, von einem ganzen Dutzend bis an die Zähne bewaffneter Leute begleitet, auf dem Platz an. Theodor aber Distel und Sepp warfen ihre Flinten über und'machten sich, ohne sich weiter um ihr Zelt und die übrigen Ausrüstungsgegenstände zu be­kümmern, nach Leadville aus den Weg.

Hier verkehrten sie wiederholt mit dem Bankier. Es mußte kein schlechtes Geschäft sein, das sie mit demselben abmachten, denn das breite Ge­sicht Josephs strahlte Vergnügen und auch die gewöhnlich ernsten Züge Theodors heiterten sich auf. 8 Der fröhlichste unter dem Kleeblatt aber war Sepp. Seine Aufgeräumtheit äußerte sich nament­lich bei einem Gelage, das zufolge feiner Ver­anstaltung unter Theilnahme der beiden Freunde, des Bankiers und noch einigen Herren — den Käufern der Mine — in dem abgesonderten Zimmer eines Gasthauses stattfand.

Es galt einem Abschied, wie man aus den verschiedenen Aeußerungen der Gäste entnahm.

In der Thal hatten Distel und Meinhold sich entschlossen, mit ihren reichen Mitteln nach Europa zurückzukehren, während Sepp auch sürder- hin Kompagnon der neuen Minengesellschast blieb.

„Ich werde später auch nachkommen", er­klärte er, „denn absterben will ich in Amerika nicht. Meine Zugvogelnatur läßt das schon nicht

Deutsches

Berlin, 18. März.

* Die demokratische ,Berl. Volksztg/ schreibt: „Zu der Trauerfeier für Ludwig Barn­ier ger war, wie wir unserem Berichte noch sinzufügen wollen, auch $tnf AaUefirem, der Präsident des Reichstages, erschienen. Dieser Akt objektiver Würdigung des Todten ehrt den Präsidenten, wie durch ihn den deutschen Reichstag.«

© In der Wahlprüfungs-Kommission des Reichstages ist die Wahl des freis. Abg. Gkttst (Bromberg-Czarnikau) beanstandet worden. Der Reichskanzler wird ersucht, über die Angaben )er eingereichten Proteste Erhebungen zu veran- afien. . .

X Merkwürdig verschieden lauten die Zeitungs- ! >erichte Über die Ergebnisse, die Herr Kecik Ilhodes ür seine Bemühungen in Berlin zu verzeichnen )ot. Nur eine Thatsache geht klar und unzweifel- >aft daraus hervor, daß nämlich die Abmachungen Iber die Telegraphen-Linie von Kairo nach dem Kap so gut wie fertig sind. Aber wie es mit den Bahnbauten werden wird, erscheint noch ganz unbestimmt. Anzunehmen und zu wünschen ist, daß die deutsche Regierung ihre Zustimmung zu der Bahn von Kairo bis zum Kaplande nur unter der Bedingung gegeben hat, daß die Bahn­strecke auf deutschem Gebiete nur von deut­schem Gelde gebaut wird und unter deutsche Verwaltung kommt. Außerdem klingt die andere Angabe recht wahrscheinlich, die deutsche Regierung habe Herrn Cecil Rhodes die Bedingung gestellt, daß zuerst die Centralbahn gebaut werden müsse, die das Innere von Deutsch-Ostafrika mit der Küste verbinden soll, und daß erst nach deren Vollendung die große Süd-Nord-Bahn von Aegypten nach dem Kaplande in Angriff genommen werden dürfe. Man sagt, Herr Cecil Rhodes sei nur ganz befriedigt von der Audienz, die der Kaiser ihm gewährt hat; von dieser Audienz aber sei er entzückt. Von allen übrigen Verhand­lungen indessen sei er nicht befriedigt. Wenn dieses Letztere der Fall ist, dann wird es wahrscheinlich desto bester für die deutschen Jnteresten sein.

X Gewisse Leute können dem Drange ihres Hasses gegen das Centrum nicht gebieten und bleiben hartnäckig bei der falschen Behauptung stehen, das Verhalten der Centrumspartei in Sachen der Wikilärvorlage bedeute einen „Hm- fall" dieser Partei. Dazu schreibt die,F r e i f i n n i g e Zeitung'des Abg. Eugen Richt er:,, . . . Hn- verständlich ist es, wie man. . . aus bloßem Haß gegen die Centrumspartei zu leugnen ver­sucht, daß die Regierung eine eklatante Niederlage erlitten hat, indem sie sich schließ­lich mit dem Abstriche von 7000 Mann zufrieden geben mußte. . . Nun spricht man von einer wechselmäßigen Verpflichtung, die die Resolution (des Abg. Dr. Lieber) einzegangen sei für die nächsten Jahre. Der Reichstag werde nunmehr innerhalb des Quinquennats nicht bloß diese 7000 Mann, sondern noch mehr bewilligen müssen ... In der Resolution Lieber ist aber nicht eine Verpflichtung anerkannt, auf Erfordern zu bewilligen, sondern nur in erneute Erwägung zu nehmen eine weitere Bewilligung, wenn sich die

Ein Untll.

Roman der Gegenwart von Max Benno.

21 ------ (Nachdruck verboten.)

Anton hatte eine Karrenfahrt mit der Aus­beute zu dem Bankier in Leadville gemacht und von diesem erfahren, daß das Depositum für die Quarzstücke auf Grund des Empfangsscheines durch einen ihm unbekannten Mann, der sich hier­zu beauftragt erklärt habe, wirklich abgeholt worden fei. Das in feine Verwahrung gegebene baute Geld Theodors dagegen hatte er, weil er der Sache doch nicht ganz traute, nicht sofort ausgefolgt, sondern den Mann unter dem Vor­wande, daß er augenblicklich nicht über die nöthigen Mittel verfüge, auf einen der nächsten Tage be­stellt. Er war aber nicht mehr gekommen und das Vermögen Meinholds gerettet, denn, erklärte der Geldmann, „wenn auch der Schein nicht mehr vorhanden sei, so kenne er seine Pflicht."

Diese ersreuliche Botschaft brachte Sepp mit dem Erlös aus dem Goldquarz zu den Genossen ins Gebirge zurück.

Fast jede Woche lieferte er ein Quantum ab und das Geraubte war fchon lange ersetzt.

Von seiner letzten Fahrt brachte Anton eine Nachricht mit, die bei den Freunden eine gewisse Aufregung erzeugte. Trotz ihrer Vorsicht hatte das Gerücht über eine ungeheuer reiche Mine im Gebirge droben bei den Schürfern in und um Leadville Eingang gefunden und Sepp in einem Salon davon sprechen gehört. „Wenn die Kerle wirklich unsere Spur finden," schloß er, „dürfen

66 Druck und Verla« der Fuldaer Rctieildruckeret e p-lersgaike !ir. 2 (Larwome).

Schutz im Handelsgewerbe.

Wohl in erster Reihe ist es den Erhebungen zu verdanken, die die Reichs-Kommission für Arbeiter-Statistik über die Verhältnisse der Angestellten im Handelsgewerbe veran- kaßt hat, daß in der neuen Novelle zur Gewerbe- Ordnung auch die längst erwünschten Schutzbe­stimmungen für diesen Berufsstand enthalten sind. Gleichzeitig ist dieser Theil des neuen Gesetzent­wurfes auch der wichtigste desselben und der­jenige, der wirklich neue Gesichtspunkte enthalt. Bei den meisten anderen Vorschlägen des Gesetz­entwurfes handelt es sich wehr um Abänderungen bereits vorhandener Bestimmungen so bet den Abschnitten über den Geschastsbetneb von Stellenoermittlern, Gesindevermiethern, Pfand­leihern und anderes mehr. Bei den Schutzbe- ftimmungen für die Angestellten im Handels­gewerbe handelt es sich dagegen um ein fast ganz neues soziales Gebiet.

Zwar war manches schon vorher geschehen. Es war schon vorher durch gesetzliche Bestimmungen dafür gesorgt worden, daß die Angestellten im Handelsgewerbe wenigstens gegen eine Gefähr­dung ihrer Gesundheit geschützt waren. Durch gesetzliche Bestimmungen besteht schon die Verpflichtung, daß die Geschäftsräume ebenso wie die Wohn- und Schlafräume so eingerichtet fein müssen, daß sie den hygienischen Anforderungen entsprechen; und ebenso gibt es bereits, ein ge­setzlich bestimmtes Mindestmaß für die Kündi­gungsfrist. Dieses Mindestmaß betragt jetzt bekanntlich vier Wochen. Aber die Hauptsache für die Angestellten im Handelsgewerbe, nämlich die Arbeitszeit, entbehrte bisher noch jeder bestimmten Regelung.

Heber die Dauer dieser Arbeitszeit hatten nun die auf Veranlassung der Reichskommission für Arbeiterstatistik an gestellten Erhebungen zum Theil recht unliebsameAufschlüfse ergeben. Bei mehr als fünfzig vom Hundert aller Laden­geschäfte beträgt die Arbeitszeit mehr als 14 Stunden täglich, und sehr mit Recht sagte darum die Kommission in einem ihrer Berichte: „Die Ergebnisse der Erhebung lassen eine Rege­lung der Arbeitszeit um deswillen nothwendig erscheinen, weil die derzeitige Arbeitszeit die Ge­sundheit der Angestellten schädigt und ihre geistige Fortbildung, sowie ihr Familienleben beeinträch­tigt." Nur bei etwa 15 vom Hundert aller An­gestellten im Handelsgewerbe betragt nach den angestellten Erhebungen die tägliche Arbeitszeit weniger als 12 Stunden, bei 21 vom Hundert aber bis zu 16 Stunden und bei 6,5 vom Hun­dert sogar noch mehr als 16 Stunden! Da bean­tragte denn die Kommission für Arbeiterstatistik beim Bundesrathe die Einführung einer Bestim­mung, wonach „offene Verkaufsstellen während der Zeit von 8 Hhr Abends bis 5 Hhr Morgens gef&loffen fein" sollten.

Natürlich kann im Ernste nicht die Rede davon sein, daß die kausmännischen Prinzipale

«rtijetat täglich, ^Ausnahme der Sonn- und Feier- %»• JÄ? gSÄÄ

zu. Vorher aber will ich mir meine Taschen vollends füllen, denn Geld ist ein Artikel, mit dem man draußen manches Nützliche anfangen kann."

Theodor, Joseph und Sepp befanden sich auf dem Heimweg, als nicht weit von ihnen ent­fernt ein Schuß fiel. Betroffen blieben sie stehen. Da bot sich ihnen ein Bild dar, das freilich m den Straßen Leadvilles keine Seltenheit war.

Ein Haufe von Männern balgte sich m dichtem Knäuel unter Flüchen und wildem Ge­schrei auf dem Trottoir. „Verdammter Hund, Gregori Allan," schallte vernehmlich aus dem­selben heraus. ,

Plötzlich löste sich eine Gestalt van bemRnauel ab und rannte davon. Ein Theil der Manner verfolgte sie, die anderen blieben zurück.

Der Name des Serben hatte bte Aufmerk­samkeit der drei Goldgräber geweckt. Sie griffen nach ihren Waffen und traten näher.

Da sahen sie ein weibliches Wesen am Boden in einer großen Blutlache liegen.

Anton wandte sich an einen der Manner mit der Frage, was das zu bedeuten habe.

„Gregori ist ein Elender", lautete die Ant­wort, „der sich in Acht nehmen mag. Die Tänzerin Ritti da, ein bildsauberes Kind, war seine Geliebte, die er, sobald er zu etwas komme, zu heirathen versprach. Er hat wirklich irgendwo einen Schatz gefunden und prahlte dem Mädchen gegenüber sogar damit. Als diese ihn aber an sein Versprechen mahnte, lachte er ihr ins Ge­sicht. Sie wurde dringender, er aber entfloh. Sie folgte ihm und wollte ihn festhalten, da schoß er sie über den Haufen und nun ist das

eine besondere Freude daran haben, ihre An­gestellten so lange wie möglich arbeiten zu lasten. So grausam sind die kaufmännischen Prinzipale nicht, und höchstens die sozialdemokratische Presse bringt es fertig, eine solche Verleumdung eines ganzen höchst ehrenwerthen Berufsstandes aus­zusprechen. Die Gründe für diese ungünstigen Arbeitszeiten der Angestellten im Handelsgewerbe sind vielmehr in den Konkurrenz-Verhält­nissen zu suchen. Alle Bemühungen der Kauf­leute in einzelnen Städten, durch freies Heber­einkommen zu einem einheitlichen früheren Laden­schlüsse zu gelangen, haben bisher zu keinen irgendwie beachtenswerthen Ergebnissen geführt, und allgemein drängte sich darum die Erkenntniß auf, man müffe gesetzgeberisch vorgehen, um zu dem erwünschten Ziele zu gelangen.

Dem Anträge der Kommission für Arbeiter» statistik, allgemein einenLadenschluß von 8 Hhr Abends an zu verfügen, hat nun die neue Novelle zur Gewerbeordnung nicht ent­sprochen. Aber in einem andern Punkte geht sie über den Antrag der genannten Kommission hin­aus. Dieser Antrag forderte nur ein Mindest­maß der Nachtruhe von neun Stunden (8 Hhr Abends bis 5 Hhr früh); die neue Novelle zur Gewerbeordnung verlangt die Einführung einer ununterbrochenen Ruhezeit von mindestens zehn Stunden, außerdem angemessene Mittagspause. In der That bestehen an einzelnen Orten Ver­hältnisse, die einen allgemeinen zwangsweisen Ladenschluß gerade um 8 Hhr Abends sehr unbe­quem erscheinen lassen würden, und deswegen kann man schwerlich viel dagegen sagen, daß die Novelle nicht für das ganze Deutsche Reich ohne Ausnahme eine bestimmte gleiche Stunde für den Ladenschluß vorschreiben will. Möglich ist es auch im Rahmen der neuen Novelle, einen gleich­mäßigen Ladenschluß in einem Orte auf gesetz­geberischem Wege zu erzwingen. Dies ist so ge­dacht: wenn mindestens zwei Dritttheile aller Ladeninhaber für einzelne, oder für mehrere örtlich mit einander zusammenhängende Gemeinden einen Antrag in diesem Sinne stellen, so soll die höhere Verwaltungsbehörde nach Anhörung der Gemeinde­behörde für alle Geschäfte oder einzelne Geschäfts­zweige den Schluß der Läden während einer näher zu bestimmenden Zeit von 8 Hhr Abends bis 6 Hhr Morgens oder 9 Hhr Abends bis 7 Hhr Morgens anordnen können.

Das ist ja nun schon etwas. Aber nach allen den trüben Erfahrungen, die bisher gemacht worden sind mit den Versuchen, freies Heberein­kommen zwischen den Geschäftsinhabern zu er­zielen, kann man auch für die Zukunft keine sonderlich bedeutungsvollen Erwartungen hegen von den Erfolgen einer solchen Bestimmung, wie die Novelle sie vorschlägt. Von vornherein sollten bestimmte Stunden sür den Ladenschluß festgesetzt werden; oder aber der Bruchtheil der Geschäftsinhaber müßte wesentlich kleiner als zwei Drittel genommen werden, auf dessen Antrag bin eine bestimmte Ladenschluß­stunde an einem Orte oder in einem Bezirke zwangsweise eingeführt werden müßte.

Für Prinzipale und für Angestellte bedeutet ja die Einführung einer solchen Stunde unmittel­bar eine große Wohlthat.

wir uns in Acht nehmen, denn im Handumdrehen bekommen wir sie auf den Hals."

Theodor fühlte sich durch diese Mittheilung in eine peinliche Stimmung versetzt. Das Aben­teuerleben, bei dem er nun schon wiederholt mi: einem gräßlichen Tode bedroht gewesen und das er sich nicht so gefährlich oorgestellt hatte, behagte ihm nicht mehr recht. Warum stündlich das Leben in die Schanze schlagen, nachdem sich ihr Vermögen bereits auf Millionen belief? Er gab deshalb einem Gedanken Ausdruck, mit dem er schon feit einigen Tagen umging, und rieth, die Mine zu verkaufen; dann wären sie von aller und jeder Sorge befreit.

„Auch mir kam unterwegs die gleiche Idee," erklärte Anton, „und ich glaube, daß dieselbe sich leicht verwirklichen läßt. Der Bankier ist ein ehrlicher Mann, was er durch seine Bereitwillig­keit, das Depositum auch ohne Schein herauszu­geben, bewies. Er hat sicherlich in Leadville vermögende, angesehene und einflußreiche Freunde, in deren Hand der werthvolle Besitz durchaus nicht das Gefährliche, wie in der unserigen hat. Wir sind unbekannte Fremde, und wenn es dem Gesindel einfällt, uns todtzuschlagen, so kümmert sich kaum Jemand darum. Das ist bei den vor­nehmen Herren aanz anders. Sie stehen mit den Behörden und der Polizei in Verbindung, und an das durch ihren Namen gedeckte Eigen- thum wagt sich selbst der frechste Schuft nicht heran."

Joseph erhob keinen Widersprach und so wurde denn der Tiroler mit der Einleitung der Unter« ; Handlungen betraut.

Er begab sich in der Frühe des folgenden

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