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Fuldaer

*

mit Nnterhattungs-Meilage „ZTusirirte Somttags-Aettmlg

. Air Mt Xztatttoa Jef-Seiw,

26. Jahrgang.

Iulba, Dienstag, den 14. März 1899.

dem Zimmer aufgehalten, das eine große Anzahl der gestempelten Firmawechsel enthielt.

Luigi hatte sich, vielleicht gerufen, wieder ein­gefunden und mit ihm hatten mein Weib und der Schwiegervater das Weite gesucht.

Ich muß mich heute noch wundern, daß ich unter dem Einfluß dieser grauenvollen Erkenntniß nicht abermals krank wurde. Ich genas körper­lich, aber die alte Spannkraft und Energie waren dahin und seelisch vollends war ich ein gebrochener Mann. Wenn mir die Ruchlosen nur wenigstens die armen Kinder gelassen hätten; gern hätte ich dafür auch noch den Rest meines Vermögens zum Opfer gebracht. Vorsichtshalber hatte ich nämlich einen Theil meiner Papiere bei der ursprüng­lichen Depositenbank erhoben und in einem andern Geschäft angelegt, worüber sich der Empfangs­schein noch in der Tasche meines Rockes befand. Vorerst fehlte es mir an den nöthigen Mitteln zum Leben noch nicht. Ich faßte den Entschluß, meine Kinder zu suchen, stand aber nach reiflicher Ueberlegung von diesem Vorhaben ab. Wohin hätte ich mich wenden sollen, in dem unermeßlichen Land? Und wer konnte wissen, ob die Elenden ihre Flucht mit dem Raube nicht nach Europa bewerkstelligt hätten? Es blieb mir keine andere Wühl, als mich mit Ergebung und Geduld in das unvermeidliche zu ergeben und Gott um seine Barmherzigkeit und Gnade zu bitten, was ich damals vertrauensvoll nach langer Zeit wieder

Das also ist der Regierung alles bewilligt, was sie haben wollte. Nur in Paragraph 2 unterscheiden sich Regierungsvorlage und Kommis-

dieFachkommission des Rheinischen Bauern» Vereins erhebt Widerspruch gegen dieselben Be­stimmungen. Außerdem ist sie der Ansicht, daß die Kosten der Schau vom Reiche getragen werden müßten. In diesem Sinne wendet sich die Fach­kommission an den Vorstand ihres Vereins und bittet diesen, in geeigneter Weise auf die Ver­treter der einzelnen Wahlkreise im Reichstage einzuwirken. t

* München, 13. März. Aus Anlaß des 100jährigen Regierungs-Jubiläums der Linie Zweibrücken-Birkenfeld des Hauses Wlttels- bach, welches gestern zugleich mit dem Geburts­tage des Prinzregenten gefeiert wurde, verlieh der Prinzregent eine große Zahl von Ordens- und anderen Auszeichnungen und theilte dem Staats­ministerium der Justiz mit, daß er einer größeren Anzahl von verurtheilten Personen Gnade zu er­weisen beabsichtige und den darauf bezüglichen Anträgen des Ministeriums alsbald entgegensetze. Die Schulen begingen die Feier des Geburtstages des Prinzregenten bereits am Samstag. Gestern früh fand große Reveille und um 10 Uhr in der St. Michaels - Hofkirche ein Pontifikalamt statt. Bei bemTeDeum wurde mit 51 Kanonenschüssen salutirt; nach Schluß des Gottesdienstes wurde eine Parade über die Truppen abgehalten.

zum ersten Mal that.

Ich fühlte mich von einer heißen Sehnsucht nach der Heimath durchglüht und mit Worten der Zerknirschung und Demuth, wie sie nur das

Kommissions-Beschlüsse.

Vom 1. Oktober 1899 ab wird die Friedenspräsenz- stärkedes oeutschenHeeres als Jahres - Durchschnittsstärke allmählich derart erhöht, daß sie im Lause des Rechnungs­jahres 1903 die Zahl von 495 500 Gemeinen, Gefrei­ten und Obergefreiten er­reicht u. s. ro.

voller Vater, der schon in das Räderwerk des Schicksals eingreift, wenn es einmal zu Deirrem Heil dient und der Bosheit und Tücke jederzeit noch zu Schanden gemacht hat. Vertraue auf ihn und lebe der Zuversicht, daß er Dir früher oder später die Verzeihung des Vaters und ein schönes Wiedersehen mit Deinen Kindern be- scheert." --

Fast ohne daß die Beiden es bemerkt hatten, war es sehr spät geworden. Die Dunkelheit war jedoch durch den vollen Mond und das Heer der Sterne erhellt. Sie erhoben sich und schritten dem Store zu, aus welchem immer noch der Lärm der Zechenden drang.

Sie traten ein und fanden, daß das Gelage an jener Grenze angekommen war, vor welcher man, wenn nicht unangenehme Zwischenfalle em» treten sollen, Halt machen muß.

Augenscheinlich hatte sie Niemand vermißt. Nicht emmal der Führer des Zuges em Tyroler von riesigen Körperdimensionen. Anton Sepp hieß er, durch den das Klarinett- und Harmomka- duett durch eine Zither vermehrt worden war, obgleich er dieses Instrument mit sehrfra^)ür- diqer Meisterschaft zu spielen verstand Seme mächtigen Finger besaßen dre erforderliche Ge- schwindiakeit nicht.

Die cheilweise greulichen Difionanzen brachten die Zuhörer jedoch nicht aus dem Konzept. Sie sangen mit und schlugen dazu mit Händen und Füßen den Takt.

Distel hatte beabsichtigt, dem Führer von dem unerwarteten Erscheinen des gefährlichen Rauf» boldes Kenntniß zu geben, als er jedoch erkannte, daß dieser des Guten auch schon zu viel gethan

Inferatf: Di« ete« spalt. Garmond» zrile oder der« Raum 1ö Pf., Re­klamen die Petib »eile 25 Pf.; bei Wiederholunge« wird entsprechend. Rabatt gewährt.

Freisinnigen und Sozialdemokraten verdächtigt, es habe ein schmachvolles Kompromiß mit der Regierung geschlossen und dadurch Rechte des Volkes verrathen. Jetzt wird es von den Kar­tellparteien angegriffen, weil es durch seinen An­trag in der Budget-Kommission angeblich die Sicherheit unserer Grenzen in Gefahr bringen soll. Daraus ersieht man am aller­klarsten, daß das Centrum selbständige Poli­tik auch in dieser Sache getrieben hat, und Eines möge man schon im Voraus wiffen: über die Beschlüsse der Kommission hinaus wird kein Centrumsmitglied etwas bewilligen!

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Aufregende Gerüchte durchschwirrten heute (Montag) die Wandelgänge und die Journalisten­tribünen des Reichstages: man erwartete, die offiziöse .Norddeutsche Allgem. Zeitung' werde einen scharfen Verwarnungs-Ar­tikel bringen an diejenigen Parteien, die nicht geneigt sind, die Militär-Forderungen der Re­gierung in ihrem vollen Umfange zu bewilligen, und überhaupt konnte die Scharfmacherei den einen Erfolg verzeichnen, daß ihr Bangemachen bei vielen Leuten ernst genommen wurde. „Sehr ernst" sollte überhaupt die Sachlage fein und die Auflösung des Reichstages unmittelbar beoorstehen. Aber die ,Nordd. Allgemeine Zeitung' hat die erwartete Verwarnung nicht ge­bracht, und vorläufig steht man sich auch in den anderen Regierungsblättern vergebens nach einer solchen Kundgebung um. Nichtsdestoweniger darf man wohl annehmen, daß innerhalb der Kreise der verbündeten Regierungen recht ernsthafte Erwägungen über die Stellung stattgefunden haben oder noch statlfinden, die man zu dem Anträge des Centrums einzunehmen gedenkt.

Welchen Ausgang solche Erwägungen ge-

nommen haben, vorausgesetzt, daß sie über­haupt stattfanden, läßt sich im gegenwärtigen Augenblick nicht ahnen. Gelegenheit dazu wäre vorhanden gewesen bei dem Bierabend, der Sonntags bei dem Kriegsminister von Goßler tattfand, und an dem der Reichskanzler, die Minister und mehrere andere Mitglieder des Bundesraihes theilvahmen. Da aber der Reichs­kanzler schon im Voraus zum 23. März Ein­ladungen hat ergehen laffen zu einem Fest­mahle an Minister, Bundesrathsmitglieder, Parlamentarier und ihre Damen, so scheint Fürst Hohenlohe zunächst die Lage doch weniger tragisch aufzufassen.

Ist die Regierung klug, dann nimmt sie, was sie bekommen kann. Niemand wird im Ernste glauben, daß das Cent rum sich durch allerhand dunkle Drohungen werde einschüchtern lasten. Nochmals: bange machen gilt nicht!

Aber wenn die Regierungen durchaus auf­lösen wollten, dann würden sie vermuthlich recht schlechte Geschäfte damit machen. Bald genug werden wir wiffen, woran wir sind!

aibt flehte" ich den Vater um Verzeihung an für das, was ich gethan. Ich erhielt keine Ant­wort Der Brief ist vielleicht verloren gegangen, wagte ich meine von banger Ahnung gemarterte Seele zu trösten und ein zweites Schreiben ging ab. Mit dem gleichen Erfolg. Nun legte ich meine letzte Hoffnung ins Grab.

Aber ich mußte dennoch leben und um weiter leben zu können, war, das fühlte ich, nothwendig, daß ich mich irgend einer Thätigkeit unterzog. Nur die Arbeit konnte mir einigermaßen Ver­gessenheit schaffen, sonst fiel ich der Verzweiflung anheim. Auch ich las von dem Leben und Treiben in Leadville und ipein Entschluß war schnell gefaßt. Nicht bloß wegen des Erwerbes, als um mich zu zerstreuen, suchte ich diesen Wirkungskreis auf. Ich verkaufte meine Villa, kam nach Denver und das weitere weißt Du."

Distel hatte während der langen Erzählung des Freundes mehrmals den Kopf geschüttelt. Nunmehr nahm er das Wort. „Das ist freilich eine ganz schlimme Geschichte," sagte er, „in welcher Du, nimm mir's nicht übel, eine fast noch bedenklichere Rolle gespielt hast als ich. Ich habe wenigstens nur mich selbst und Niemanden anders ins Unglück gebracht. Wie man nur den heillosen Duellunfug, der schon so viel Unheil anqerichtet hat, nicht abschaffen mag? Uebel genug ist man auch mit Dir umgesprungen, aber dennoch mußt du unserem Herrgott noch danken, daß er Dir schon hinieden eine so schwere Butze auserlegt hat. Du findest dann drüben gewiß einen gnädigen Richter an ihm. Auch die Hoff­nung brauchst Du nicht aufzugeben. Der ge­rechte (Sott ift auch ein barmherziger und liebe-

j täglich, „ahme der «chffeier-

Deutsches Deich.

Berlin, 13. März.

* Das preußische Staatsmittisterium hat heute (Montag) Nachmittag unter dem Vorsitze des Fürsten zu Hohenlohe im Reichstagsgebäude eine Sitzung abgehalten.

© Im Auswärtigen Amte haben heute Verhandlungen mit Herrn Kecit Ikhodes statt­gefunden. Es handelt sich dabei, wie berichtet wird, nicht nur um eine Eisenbahn vom Nil bis nach Südafrika, sondern noch um andere Eisenbahnpläne, die das deutsche Ostafrika berühren würden. _

Die internationale ASrüsirmgs Kon ferenz soll, wie bekannt, am 18. Mai ihren Anfang im Haag nehmen. Ihre Dauer wird auf sieben bis acht Wochen veranschlagt, den Vorsitz wird Baron Staat führen,russischer

Regierungs-Vorlage. Am Schlüsse des Rechnungs­jahres 1902 bestehen: bei der Infanterie 625 Bat. b.d. Feldartillerie 574 Batt, b. d. Fußartillerie 38 Bat. b. d. Pionieren 26 Bat. b. d. Verkehrstrupp. 11 Bat. b. d. Kavallerie 482Schw.

Kommissions-Beschlüsse: Am Schlüsse des Rechnungs­jahres 1902 bestehen: b. d. Infanterie 625 Bat.

b.d. Feldartillerie 574Batt, b.d. Fußartillerie 38 Bat. b.d. Pionieren 26 Bat. b. d. Berkehrstrupp. 11 Bat. b.d. Kavallerie 465Schw. b.d.Jägernz.Pserde

(Meldereitern) 17Schw. zusammen 482Schw. beim Train 23 Bat.

(4 Druck int Verlag der Fuldaer Acileudrucker« e pete^g-Se Nr. i (Darwü-i-i.

beim Train 23 Bat.

Aus dem Reichstage.

•qP 55. Sitzung vom 13. März.

Der Reichstag erledigte heute bei dem üblich schwach besetzten Hause ohne erhebliche Debatte den Rest des Etats des auswärtigen Amtes.

Bon dem bayerischen ntllib. Abg. Wünch-Ferber wurde noch eine bessere volkswirthschaftliche Ausbildung unserer Berufskonsuln befürwortet, worauf

Unterstaatssekretär v. Richthofen konstatrrte, daß in ausländischen Parlamenten die wirthschaftlrchen Be­richte unserer Konsuln als mustergiltig bezeichnet worden seien.

Es gelangte schließlich noch eine Resolution zur Annahme, auf möglichst ausführliche Bekanntgabe der Berichte der land- und forfiwirthschaftlichen Sachver­ständigen im AuSlande und auf Errichtung einer tiopen» hygienischen Anstalt.

Das Haus wandte stch dann Anträgen aus dem Hause zu, und zwar zunächst der dritten Be- rathunq des Rickert'schen Antrages, betreffend die Sicherung des Wahlgeheimnisses durch Abgabe der Stimmzettel in Kouverts, durch Jsolirräume rc.

Widerspruch fand der Antrag auf der Rechten bet dem kons. Abg. Iiettich, während die Abgg. ^achniike (frs. Bg.), Dr. Kerzfekd (Soz.), Aansmann (sd. Bp.) und Dr. Dachem (Ctr.) entschieden für den Antrag eintraten. Dr. Bachem hob besonders hervor, daß ein großer Theil des sozialen Mißbehagens schwinden wurde, wenn der Bundesrath dem Anträge zustimmen wollte. (Es nahm indessen keiner der anwesenden Bundesraths­vertreter zu dem Anträge das Wort, der schließlich gegen die Stimmen der Rechten angenommen wurde.)

Es folgte der vom hessischen Abg. Frhrn. Heyl zu Herrnsheim mit Unterstützung der National- iberalen eingebrachte Antrag auf Einsetzung einer Reichskommission zur Beaufsichtigung der mehreren Staaten gemeinsamen Wasserstraßen

Wie der Antragsteller ausführte, handele es sich darum, daß die Stadt Mannheim ihre Fäkalien tn den Rhein ableiten wolle. Dieselbe Absicht habe Karls­ruhe und auch Ludwigshafen und Mainz scheinen nach­folgen zu wollen. Dadurch sei der Stromtheil von Mannheim bis Bingen für die Städte bedroht, die ihr Trinkwasser ebenso wie die Stromschiffer aus dem Rhein beziehen. Die belr. Städte hätten sich bereits an ihre Regierungen gewandt, und sein Antrag wolle dieses Vorgehen der Städte unterstützen.

Der Antrag wurde nach kurzer Debatte ange­nommen.

Botschafter in London.

X Die große KaualMorlage sollte dem preußischen Landtage schon in diesen Tagen zu­gehen. Im letzten Augenblicke scheint noch eine Verzögerung eingetreten zu sein. Wenigstens wird neuerdings berichtet, daß die Vorlage noch nicht die Unterschrift des Kaisers erhalten, auch noch gar nicht den Bannkreis des Staatsministers verlassen hat. Augenblicklich ift die am heutigen Montag abgehaltene Sitzung des Staatsmini­steriums vornehmlich diesem Gegenstände gewid­met gewesen. Andere meinten, die Sitzung habe der Militär-Vorlage gegolten.

-L Ueberall in landwirthschaftlichen Kreisen fängt es sich jetzt an zu regen gegen den Gesetzentwurf über die Ikeischvescha«. So hat der Christliche Bauernverein tn Bayern eine mit mehr als 50000 Unterschriften versehene Petition an den Reichstag gerichtet und darin mit großer Entschiedenheit Widerspruch gegen diesen Entwurf erhoben, namentlich aber argen die Bestimmungen, durch die die Einfuhr vom AuSlande her begünstigt und ferner gegen die anderen Bestimmungen, durch die die Schlach­tung im eignen Hausstände erschwert wird. Auch

sions-Beschlüffe: Regierungs-Borlage.

Vom 1. Oktober 1899 ab wird die Friedenspräsenz- stärke des deutschenHeeres als Jahres - Durchschnittsstärke allmählich derar t erhöht, daß sie im Laufe des Rechnungs­jahres 1902 die Zahl von 502 506 Gemeinen, Gefrei­ten und Obergefreiten er-

Ein Buell.

Roman der Gegenwart von Max Benno.

16 ------ (Nachdruck verboten.)

Eine entsetzliche Prüfung stand mir noch be­vor — Alberto und Georgia waren verschwunden und mit ihnen meine Brieftasche mit reichern In­halt und dem Depositenschein der Bank, in welcher der größere Theil meines Vermögens niedergelegt war. Das Alles wäre noch zu verschmerzen ge­

wesen, aber die Schrecklichen hatten auch meine beiden Knaben mitgenommen und das war für wich ein säst tödtlicher Schlag, die unschuldigen Kinder in der Gewalt solcher Leute, über deren bodenlose Verdorbenheit ich mich nun mit e'nem Schlage nicht mehr im Zweifel befand. Es war wir, als fei eine Binde von meinen Augen ge­fallen und ich schaue in einen Abgrund hinein. Nun zweiselte ich an den Behauptungen Doktor Heilmanns, der von mir in einer rasenden Ver­blendung ums Leben gebracht worden war, nicht wehr, nun wußte ich, daß man mich betrogen, belogen und umgarnt hatte, daß Luigi damals schon der zärtliche Freund Georgias gewesen und baß er jedenfalls im Einverständniß mit meiner eigenen Gattin und dem nichtswürdigen Alberto in der Absicht, mich aus dem Wege zu schaffen die augenscheinlich auf den Mann breffirte Tigerkatze auf mich gehetzt hatte. Nun tauchte auch bie Ahnung in mir auf, durch wen jener falsche Wechsel mit meiner Namensunterschrift auSgefertigt und in Umlauf gesetzt worden war. ... -------„ - ..

Hatte doch Alberto längere Zeit allein stch in Bewußtsein des selbstverschuldeten Unglücks em«

reicht u. s. w.

Aber es nimmt sich in That nicht anders als lächerlich aus, wenn nun auf einmal die B-hauplung auftaucht, die „Sicherheit un­serer Grenzen werde gefährdet" durch diese geringfügige Herabminderung der Friedens­stärke des Heeres, die, wie man nicht vergessen darf, noch immer auch nach den Beschlüffen der Kommission die gegenwärtige Heeres- stärke um etwa 20,000 Köpfe über­trifft. Noch bis zum letzten Freitag waren auch die Kartellpolitiker der Ansicht, daß die Beschlüsse der Kommission für die Regierung annehmbar seien — und erst vom Freitag zum Samstag ist der Wind plötzlich umgesprungen.

Und das Zentrum? Erst wurde es von

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q Vor der Entscheidung.

« Dienstag beginnt im Reichs- «eSe Lesung der Militärvorlage, tage «!erlaufe der Berathungen in der

Nach Emission des Reichstages hätte man Budgel-Kom 0", ba& bie roeitere Berathung im annehmen röeid)gtage3 sich recht glatt und de- abwi«n werd" D-m --ft'nr ift, ieutung»«' ( ^ingeroiefen fei, von einer starken SSÄFS Kommission die Hauptsache in ^Forderungen der Regierung bewilligt morde? nämlich die neuen Aufwendungen für die Artillerie und die neuen Heeresforma-

„ und zweitens hat Kriegsminister von s-iltt «in« g* G«lnsf«°h-it -N d-n oeleat gegenüber der vom Centrum bean- Üalen V erminberung der von der Regierung n-rlanaten Friedenspräfenz des Heeres um rund 7000 Mann, daß auch Die Mitglieder der «oikellvarteien in der Kommission bie Meinung bekamen, die Regierung habe im Ernste gegen diese Streichung nichts einzuwenden. --Nur durch die Haltung des Ministers — so schreibt bie pationalliberale ,National-Zeitung' - ist es ge­kommen, baß biejenigen Parteien, welche m erster Reihe sür die (Regierungs-) Vorlage gestimmt hatten dann für den Lieber'scheu Antrag (eben aus Streichung von rund 7000 Mann) votirten. Hütte Herr o. Goßler diesen als unannehmbar bezeichnet, so würde er mit allen Stimmen gegen die des Centrums abgelehnt worden sein."

Nach Schluß der Kommissions-Berathungen hat sich auf einmal das Bild geändert. Da be­gannen die Offiziösen unversehens mit dem Säbel zu raffeln und zu versichern, die verbündeten Regierungen würden sich mit den Beschlüffen der Budget-Kommission über die Verminderung der Friedenspräsenz des Heeres nicht zufrieden geben. „Zur Steuer der Wahrheit — so versichert noch ganz neuerdings ein Offiziosus — erscheint die ausdrückliche Feststellung geboten, daß den ver­bündeten Regierungen jede Velleität eines Kompromisses (auf deutsch: jede Lust zu einer Vereinbarung) auf Grund der Budget-Kommis- fions-Beschlüffe fernliegt; unb ber ,Nationallib. Korresp.' wird aufs neue „von wohl unterrichteter Seite" versichert, baß „bie mafjgebenben Stellen stch zur Reichstags-Auflösung genöthigt sehen würben, wenn es bei Den Beschlüssen ber Bubget-Kommission . . . bleiben sollte".

Zunächst muß man sich noch einmal ins Ge- dächtnip zurückrufen, w a s bie Bubget-Kommission benn eigentlich beschlossen hat. Das geht am klarsten hervor, wenn man bie Forderungen ber Regierung unb bie Beschlüsse ber Kommission schematisch neben einanber stellt. Daraus ergibt sich bann folgenbes Schema für § 3 ber Vorlage: