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26. Jahrgang

JuLda, Montag, den 27. Februar 1899

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Sektionen der Gewerbegerichte sollen in ihren Funktionen als Einigungs-Amt dahin er­weitertwerden, daß ein gesetzlich gesicherter Verhandlungs-Zwang eingeführt wird.

Auch in seinem zweiten Theile bringt der An­rag nichts Neues; denn er deckt sich darin so ziemlich mit dem bereits vorliegenden Anträge res Centrumsabgeordneten Trimb orn über die Errichtung von Gewerbegerichten. Außerdem hat der nationalliberale Antrag den Mangel, daß er nichts sagt darüber, w o eigentlich Gewerbegerichte bestehen sollen. Die bestehenden Gewerbegerichte reichen nicht aus. Zunächst also muß erst die genügende Zahl von Gewerbegerichten ein­geführt werden, ehe man diese als erfolgreichen Träger so wichtiger sozialer Funktionen anrufen kann. Aber immerhin ist es erfreulich, daß die Nationalliberalen in der Sozialpolitik vom Cen­trum gelernt haben und sich bemühen, diesem auf seinen sozialpolitischen Spuren zu folgen. Man sieht, daß trotz des sozialpolitischen Stumm-Kurses das unermüdliche Arbeiten des Centrums nicht vergeblich ist. Trotz des Druckes „von oben" muß der gesunde Gedanke doch gedeihen!

«r Errichtung von Arbeitskammern.

Die Centrumsabgeordneten Dr. Lieber und Prof. Hitze haben, wie bekannt, im Reichstage bald nach dessen Zusammentritt einen Antrag auf Errichtung von Arbeuskammern eingebracht. Der Zweck dieses Antrages ist, wie dieser selbst besagt, den Arbeitern „den freien und friedlichen Ausdruck ihrer Wünsche und Beschwerden zu er­möglichen und den Staatsbehörden Gelegenheit zu geben, sich über die Verhältnisse der Arbeiter fortlaufend zu unterrichten und mit den Arbeitern Fühlung zu behalten". Dieser Antrag ist ganz in dem Sinne der sozialpolitischen kaiserlichen Erlasse vom 4. Februar 1890 gehalten, von denen Reichskanzler Fürst zu Hohenlohe im Reichs­tage gesagt hat, daß sie noch nicht vollständig zur Ausführung gelangt sind.

Der Antrag Lieber-Hitze hat den Nagel auf den Kopf getroffen. Warum? — braucht an dieser Stelle nicht mehr besonders ausgeführt werden. Das Thema ist vorläufig genügend hier besprochen worden. Aber daß dieser Antrag den Nagel auf den Kopf getroffen hat, geht sehr deutlich auch daraus hervor, daß er andere nicht hat schlafen lassen. Die Nationalliberalen sind mit einem Zusatz-Antrage dazu hervor- getreten, der den Antrag Lieber-Hitze „erweitern" soll. Der nationalliberale Antrag ersucht die verbündeten Regierungen: „für die Pflege des Friedens zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer gesetzliche Bestimmungen über die Formen in Aussicht zu nehmen, in denen Arbeiter durch Vertreter, welche ihr Vertrauen besitzen, an der Regelung gemeinsamer Angelegenheiten betheiligt und zur Wahrnehmung ihrer Interessen bei Verhandlung mit den Arbeit­gebern und mit den Organen der Regierung be­fähigt werden". Zu diesem Zwecke wird bean­tragt, das Gesetz über die Gewerbe-Gerichte dahin auszubauen, daß die Landescentralbehörden verpflichtet find, überall da, wo Gewerbegerichte bestehen, oder noch errichtet werden, dasür zu sorgen, daß Kassen zur Unterstützung von Ar­beitern in Fällen von Arbeitslosigkeit eingerichtet, Gutachten zur Förderung der gewerblichen In­teressen erstattet und Wünsche und Anträge über die gesundheitlichen Verhältnisse der Arbeiter und die Fürsorge für Arbeiterwohnungen den Be­hörden vorgelegt und berathen werden. Die

mit Anterhattungs-Meilage „Illustrirte Sonntags-Zeitung!'

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Ci« Duell.

Roman der Gegenwart von Max Benno.

4 ------ (Nachdruck verboten.)

Der Widerschein einer mächtigen Ueberraschung zeigte sich beim Anblick der Jungfrau auf seinem Gesicht. War es denn möglich, daß aus dem wilden Mädchen mit den unbändigen Flachs­haaren und den eckigen Formen, mit welchem er sich so oft auf dem Spielplatz getummelt hatte, «n so liebliches Menschenkind herangeblüht war? Dem Zauber dieser süßen, unschuldigen Tauben­augen, dem Madonnengestchtchen, der reinen Stirne mit dem reichen, blonden Haarschmuck tonnte er sich nicht entziehen, und unwillkürlich semes Besatzes, kühl zu bleiben, ein roatCTnreS Gefühl zum Durchbruch.

aufrichtiger Herzlichkeit reichte er der Iugendgesprelm die Hand, die hocherröthend, aber doch unbefangen semen Gruß erwiderte. Eine anregende Unterhaltung kam schnell in Fluß wiederholte das L.ed: „Die Blumenkönigin" und Theodor zollte ihr reichen Beifall, ohne zu gestehen, daß er schon das erste Mal den Lauscher gespielt hatte.

Nach einer Weile ging man zu Tisch, wo der junge Mann seinen Platz neben Julie bekam Der vorzügliche Eindruck, welchen das Mädchen aus ihn gemacht hatte, hielt auch jetzt noch an, und seine Unterhaltung mit ihr war so lebhaft^ daß sonst fast Niemand zum Wort kam. Da bemerkte er die hohe Genugthuung, welche diese Wahrnehmung auf dem Antlitz des Vaters zum

Deutsches Drich*

Berlin, 25. Februar.

* Die konservative,Kreuz-Zeitung' schreibt: „So weit die uns von verschiedenen Seiten zu­kommenden Berichte reichen, ist die vielbesprochene Ki«kad««g des Papstes zur Avrüsturrgs- Koufereuz nun in dem Sinne erledigt, daß diese Einladung unter bl eiben wird." Die holländische Regierung hat den Vatikan einladen wollen; aber dann sei das „aus Rücksicht auf Italien" unterblieben. Die Bestätigung dieser Meldung bleibt abzuwarten.

* Die Aache« Münchener Jenerver- fichernngsgesekkschaft hat dem Kaiser 250,000 Mark zur beliebigen Verwendung für einenge- meinnützigen Zweck zr,c Verfügung gestellt. Wie der,B. Lok.-Anz.' wissen will, hat der Kaiser diese Widmung angenommen und dabei geäußert, daß er die Summe voraussichtlich für die Zwecke des projektirten Reichsmarinemuseums zu verwenden gedenke. Letztere Angabe möchten wir doch vorläufig bezweifeln.

* Am Samstag sollte die erste Verhandlung in der Diszip linar-Sache gegen Professor Kans Delbrück stattfinden. Der Verhand­lungstermin ist von dem Disziplinarhof aus­gesetzt worden, ohne daß ein neuer Termin anberaumt worden wäre.

0 Herr von Hertzen (früher Landrath in Hanau) war lippescher Staatsminister in Detmold während der Regentschaft des Prinzen Adolf von Lippr-Schaumburg. Am l.Juli 1897 erhob er, wie üblich, sein Gehalt für das begonnene Viertel­jahr ;. elf Tage später verließ er das Land und nahm sein Ministergehalt mit. Jetzt ist Herr von Oertzen Regierungspräsisent von Hohen- zollern, und nunmehr schwebt gegen ihn beim Amtsgerichte in Hechingen ein von der lippeschen Staatsregierung angestrengter Prozeß auf Rück­zahlung des zu viel erhobenen Gehaltes. Herr von Oertzen hat, wie im lippeschen Landtage er- Ausdruck gebracht hatte, und mit einem Schlag tauchte wieder der Plan, dessen Opfer er werden sollte, vor ihm empor. Ein peinliches Gefühl beschlich ihn, das zu verbergen ihm nur mit Mühe gelang.

Er erkannte es deshalb geradezu als eine Er­lösung, als nach einer Weile der Hausdiener Philipp mit der Meldung erschien, daß ein Herr ihn zu sprechen wünsche. Theodor befand sich über die Persönlichkeit dieses Besuchs nicht im Zweifel. Er hatte ja Alberto Albani auf diese Stunde bestellt.

Mit der Bemerkung, daß er ein kleines Ge­schäft zu besorgen habe, erhob er sich und ver­ließ das Gemach. Der Künstler wartete im Haus­flur auf ihn.

Er führte diesen in sein Komptoir und nahm die Loose in Empfang.

Nachdem er sie noch einmal einer flüchtigen Musterung unterworfen hatte, wandte er sich an Alberto.

„Die Sache wird schnell in‘§ Reine gebracht sein. Ich gehe zum Kassirer hinüber und hole das Geld. Nehmen Sie einstweilen z hier Platz. In wenigen Minuten kehre ich wieder zurück.

Er ging und ließ Alberto allein.

Dieser machte von der Einladung, sich zu ietzen, keinen Gebrauch. Er warf einen prüfen­den Blick auf die Einrichtung des Zimmers, die ou§ einigen Regalen, Bücherständern, Kästen, einer Schreibmaschine und einem Schreibtische bestand. . ^.kederüberzogenen Platte des letzteren blieb fern Blick hängen.

Ein eigenartiger Blitz zuckte plötzlich aus seinen Augen hervor. Unmittelbar vor ihm lag unter

laßt, beschäftigen sich die zuständigen Ausschüsse des Bundesrathes gegenwärtig eingehend mit dem bayrischen Anträge auf die Einführung des Nefähigungsnachweises für das Aau- gewerve. Es wird berichtet, daß dis Ausschüsse dem Plenum des Bundesrathes die Annahme des Antrages empfohlen haben.

ft Die Nachrichten über den preußischen Ge­setzentwurf zur Besteuerung der Maare« hättfer weichen merkwürdig von einander ab. Kürzlich wurde berichtet, es werde noch längere Zeit dauern, bis der Entwurf an den zuständigen Stellen in Berlin vollendet sein werde. Jetzt wird gemeldet, der Entwurf sei vom Minister des Innern den Handelskammern mitgetheilt worden, deren Gutachten bis zum Anfänge des Monats März eingefordert seien. Nach dieser neuesten Meldung muß der Entwurf also doch schon eine fertige Gestalt haben.

x Ein sehr scharfes Urtheil über die vor­liegende Novelle zumIuvakide«-Merstcher»«gs- chefetze fällt in einer längeren Darlegung die partei-konservative,Kreuz-Zeitung'. Danach wären nach den Anschauungen der konservativen Partei die örtlichen Rentenstellen zu verwerfen — also die konservativen wollen von der ganzen Vorlage nichts wissen. Angenommen, diese Dar­legung der,Kreuz-Zeitung' entspräche wirklich einer einmüthig gehegten konservativen Partei-Ansicht, dann dürste es mit den Aussichten des Entwurfes schlecht genug aussehen. Aber vorläufig kann man noch kein bestimmtes Urtheil bilden. Zunächst müssen die Berathungen in der Kommission weiter vorgeschritten sein.

X Eine interessante Darstellung bringen die Amtlichen Nachrichten des Reichs-Versicherungs- Amtes über die Keikvehaudl««g, wie sie von den Versicherungsastalten und zugelaffenen Kasseneinrichtungen nach § 12 des Jnvaliden- Versicherungs-Gesetzes für Versicherte übernommen worden ist. Dieser Darstellung zufolge sind i. I. 1897 für 10,483 Personen, darunter 3586 wegen Lungentuberkulose und 5573 wegen anderer Leiden ständig behandelte Leute, nahezu 2 Millionen Mark von den Setvstverwaltungskörpern der ge­nannten Versicherung aufgewendet worden. Das ist sehr erfreulich. Es wird jedoch noch über den Mangel an einheitlichen Grundsätzen dafür geklagt, wie die Kranken behandelt werden sollen.

* Die Reichsverwaltung hat eine Erhebung über den Dervrauch von Hold zu gewerblichen Zwecken in Deutschland sür die Jahre 1896 und 1897 veranlaßt, wonach sich der,Nordd. Allgem. Ztg.' zufolge im Durchschnitt dieser beiden Jahre folgende Verarbeitung ergab: Deutsche Gold­münzen im ungefähren Werthe von 20 Mill. Mk., fremde Goldmünzen im ungefähren Werthe von 5 Mill. Mk., anderes Gold im ungefähren Werthe von 20 Mill. Mk., zusammen also Gold im Werthe von 45 Mill. Mk. entsprechend einer Feingoldmenge von etwa 16,000 Kilogramm. Mit diesem Ergebnssse stimmen die von sachkundiger Seite früher vorgenommenen Verbrauchsschätzungen ungefähr überein.

* Stuttgart, 25. Febr. Der König hat dem Bischof v. Keppler von Rottenburg das Komthurkreuz des Ordens der württembergischen Krone verliehen. Das Ritterkreuz desselben Or- Bedeutung derselben vollständig im Unklaren war.

„Du verstehst natürlich nichts von diesen Sachen," wandte Alberto sich an die Tochter, „und ich habe jetzt keine Zeit, Dich zu belehren, sondern etwas Anderes zu thun. Vor Allem gib mir die Briefe, welche Theodor bei Anbandelung eurer Liebelei schrieb und die Du hoffentlich auf­bewahrt hast."

Das Mädchen besann sich. „Einen Theil da­von," bemerkte sie dann, „alle jedoch nicht."

Sie zog die Schublade aus ihremNähtischchen und brachte aus einem kleinen Fache eine Anzahl zierlicher Briefe zum Vorschein.

Mit fieberhafter Hast griff der Künstler da­nach und musterte einen nach dem andern. „Ueberall bloß der Vorname," bxwmmte er ärgerlich, nach­dem er ungefähr die Hälfte bei Seite gelegt hatte, „und das genügt nicht." Auf einmal kam ein lautes Zischen zwischen seinen dünnen Lippen hervor.

„Bravo!" rief er, «jetzt habe ich gewonnenes Spiel." Er hielt ein Schreiben in der Hand, das unter einer Reihe von überschwenglichen Liebes- ergüffen die Unterschrift „Theodor Meinhold in Firma Ferdinand Meinhold & Co." trug.

Er ging in's Nebenzimmer und kam mit Schreibzeug und einem Bogen Papier wieder zu­rück. Unter den verwunderten Blicken Georgia s, welche immer noch nicht begriff, um was es sich handelte, begann Alberto auf dem Bogen Papier die Unterschrift auf den Brief zu schreiben, und zwar mehr als ein Dutzend Mal, und zu ihrer nicht geringen Ueberraschung erkannte das Mädchen, daß die Aehnlichkeit der Schriftzüge mit jeder Probe zunahm.

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— In Betreff der Karfreitagsvorkage öll in der Herrenhaus-Kommission, wie der Westfale' meldet, eine Einigung erzielt worden ein. Der Wortlaut des Gesetzentwurfes soll bis iiir nächsten Plenarsitzung des Herrenhauses ge­heim gehalten werden. — Ei, warum denn? Man schämt sich doch nicht etwa? Oder hat man Grund, die Kritik zu fürchten?

X Die Kommission des Reichstages für die Novelle zum Maokgesetze hat am Sams­tag den Artikel 3 der Regierungs-Vorlage mit großer Mehrheit angenommen. In diesem Ar­tikel wird bestimmt, daß der der Reichsbank zu­stehende Antheil an dem Gesammtbetrage des der Steuer nicht unterliegenden ungedeckten Noten­umlaufes auf 400 Mill. Mark festgesetzt wird, unter gleichzeitiger Erhöhung des Gesammtbetrages auf 491600000 Mark. Mehrere Abänderungs- Anträge wurden abgelehnt.

* Die preußische« S1aa1svaH«e« stellen, wie offiziös mitgetheilt wird, im laufenden Rech­nungsjahre eine Mehreinnahme von 62 Millionen Mark über den Etat in Aussicht, denen aber Mehrausgaben im Betrage von 52 Millionen Mark gegenüberstehen, sodaß der Mehr­überschuß gegen den Etat sich auf 10 Millionen stellen dürfte. Dadurch erhöht sich nach Deckung aller dauernden und einmaligen Ausgaben der Eisenbahnverwaltung einschließlich der Ruhege­hälter und Reliktengehälter für Eisenbahnbeamte und der Ausgaben für Verzinsung und Tilgung der Eisenbahnschulden sür allgemeine Staatsaus­gaben verbleibende Ueberschuß von 175 auf 185 Millionen Mark. Von diesem UebKschusse werden zunächst 50 Millionen Mark, welche in den Dispositionsfonds für unvorhergesehene Eisen­bahnen fließen, wieder den Eisenbahnen zugeführt.

0 Halbamtlicher Ankündigung zufolge wird der in der preußischen Thronrede angekündigte Gesetzentwurf über Meform der preußischen Medizinakverfastrmg in der nächsten Zeit dem Landtage zugehen. Es handelt sich dabei, wie bekannt, um eine andere Regelung der Dienststellung der Kreisärzte und die Bildung von örtlichen Gesundheits-Kommissionen.

0 Der ,Reichsanzeiger' veröffentlicht den Ent­wurf eines Gesetzes, das den Geschäftsverkehr der Natentanwärie regeln soll. Danach soll Patentanwalt nur werden, wer 25 Jahre oder älter ist und im Inlands wohnt. Mehrere Artikel behandeln die Maßregelung von Patentanwälten und unter Umständen deren Löschung in der Liste der Patentanwälte, mehrere weitere Artikel die Berufung der Patentanwälte gegen solche Maß­regelungen. Die Einleitung eines Verfahrens gegen einen Patentanwalt soll vom Reichskanzler verfügt werden. Ja der Begründung wird gesagt, daß der Gesetzentwurf hervorgerufen worden ist durch den Umstand, daß gegenwärtig die Patent­anwaltschaft „vielfach in Händen von Persönlich­keiten liegt, die weder in Bezug auf die moralische Haltung noch in Bezug auf ihre allgemeine und fachliche Vorbildung den zu stellenden Anforderungen genügen."

x Nach einer Blättermeldung, die sich im Augenblicke schwer auf ihre Richtigkeit prüfen einem gläsernen Briefbeschwerer ein ganzes Bün­del Wechsel-Formulare, von denen jedes einzelne den Vordruck der Firma „Ferd. Meinhold & Co." enthielt. Auch ein blauer Stempel-Abdruck der Firma befand sich darauf. Im Uebrigen aber waren sie nicht ausgefüllt.

Die Augen des Künstlers glühten. Seine Finger kamen in zitternde Bewegung. Mit einem raschen Griff hob er den Briefbeschwerer und steckte eine Anzahl der »Papiere zu sich. Er brachte schnell Alles wieder in die vorige Ord­nung und jetzt setzte er sich auf einen Stuhl. Er hatte seine Mienen wieder vollständig in der Gewalt, als Th.odor nach einer Weile im Zimmer erschien.

Dieser händigte ihm den Betrag für die Loose ein und ohne länger zu verweilen, ent­fernte der Künstler sich in fast auffälliger Hast.

Während Theodor wieder zu der kleinen Gesellschaft zurückkehrte, eilte Alberto seiner Wohnung zu, wo er mit glühendem Gesicht das Zimmer betrat, in welchem Georgia am Näh­tischchen saß. Die Tochter erkannte den auf­geregten Zustand des Vaters sofort und begrüßte ihn mit einem fragenden Blick.

Albani verschloß die Thüre, dann athmete er tief auf.

„So, mein Täubchen", flüsterte er mit einem boshaften Grinsen, „jetzt brauchen wir bei Deinem Galan nicht betteln zu gehen, jetzt hilft man sich selbst."

Damit brachte er die Wechsel-Formulare aus der Tasche hervor und legte sie auf den Tisch. Georgia nahm eines der Papiere und betrachtete es. Ihr Mienenspiel bekundete, daß sie über die