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schwarzen Habiten, die Komthure der Maltrser- ritter in wallenden schwarzen Sammetmänteln, da- achteckige weiße Kreuz glorreichen Angedenkens auf der Schulter. Ihnen folgten die beim hl. Stuhle akkreditirten Gesandten in ihren gold- strotzenden, ordenüberfäeten Uniforme», der hohe römische Adel, die Geheimkämmerer und Käm­merer, die Ritter di cappa e spada und ver­schiedene Palastoffiziere.

Dar bunte Bild wogte an mir vorüber, indeß von der Decke und den Wänden die ganze Ge­schichte der Menschheit in gewaltigen Zügen auf mich eindrang. Das „Werde!" und dar „Fort mit euch!", wie Michel Angelo indrer Sistina in großer, fast übermenschlicher Kraft es hingezeich-1 I ntt, ist nirgends klarer und deutlicher ausgedrückt worden, dringt nirgends tiefer und ergreifender in Geist und Seele des Beschauers.

Und nun fort auS der ernst majestätischen Pracht der Sistina und zurück in die Welt! Wieder austauchend aus dem weihevollen Schatten des Heiligthums, wieder eintretend in den vollen Sonnenglanz des herrlichen TageS, der blaue Himmel hoch sich wölbend, die aussteigenden Brunnen im Mittagstrahle funkelnd, der weite Platz vor St. Peter erfüllt von rastlos flulhen- dem Treiben, erschien das Leben so seltsam fremd, daß ich Auge und Ohr hätte schließen mögen, um nichts von dem zu verlieren, was die ver- floffenen Stunden mir gebracht.

deS Torpedobootes, Kapitän Fremont,sgab sogleich das Nachtsignal der amerikanischen Flotte, erhielt aber keine Antwort. Es konnten nur zwei Fälle vorliegen; ent­weder war das große Fahrzeug ein Feind, oder dessen Posten hatten das Signal nicht gesehen. Kapitän Fre- mont ging nun mit Gefühlen, die fich nicht beschreiben lassen, gerade gegen das Schiff, und in wenigen Augen­blicken befand er fich in solcher Nähe, daß es ganz in seiner Gewalt war. Der Abstand betrug nur 110 Meter, die tatsächliche Tragweite der Torpedos da-

bleiche Hände in überirdischer Kraft die Schlüssel des Hrmmelreiches tragen.

Kurz vor der Wandlung verließ der hl. Vater iet**ei* 2chron und las während der Elevation und fast bis zum Pater noster auSßestreckt vor Öen Stuf«, des AltareS, ein erschütternder, un­vergeßlicher Anblick, der Thräne» in die Augen treten und kalte Schauer über den'Rücken jagen ließ. Und wer vermöchte ti zu fassen, »er es £ beschreiben, was die Seelen der Schauer und Hörer durchfluthete an Rührung, Bitte und Dank, als nach Vollendung des heiligen Opfers Leo Xtll. selbst bie Absolutio ad tumbam oornahm? Wohl bebte die Stimme des fast Neunzigjährigen, als er zuerst das Pater noster anhob, aber in den folgenden Wechselgebeten gewann sie an Wohl- laut und Kraft, die gebeugte Gestalt streckte sich I wie in elastischer Jugendfrische, und Leo Xlll. Mchren in Wahrheit als ein Gewalthaber auf Erden, als ein Fürst der Fürsten trotz seiner Fesseln.

Nachdem der letzte Ton verklungen war und dte regungslos horchende Menge wieder zu athmen wagte, »erließ der hl. Vater durch die schmale Thür neben dem Altäre die Kapelle. Jedes Auge folgte der geheiligten Person des Statthalters Christi und hing noch an dem kaum sichtbaren Einschnitt, als das Pförtchen sich auch schon längst wieder geschloffen halte.

Dann entwickelte fich ein anderes Bild. Unter dem Vorantritte der päpstlichen Palastwache ver- ueßen die hohen und höchsten Würdenträger' die Kapelle. Eine prächtige Schau! Die Kardinale weißen oappa magna und den violetten schleppenden Gewänden, die Generale der »er. schledensten Orden in weißen, braunen und

reiste, mußte er unterwegs auch in Lambach Nachtqaartier nehmen. Der König und seine Begleiter verzehrten nur wenig, trotzdem aber forderte der Wirth, als am anderen Morgen die Rechnung von ihm verlangt wurde, nicht weniger als 1500 Gulden. „Das ist ja ganz entsetzlich theuer!" sagte der Kammerfourier Boshardt und setzte hinzu: „DaS getraue ich mir gar nicht, dem Könige zu melden!" Der Wirch zuckte verlegen die Achseln, antwortete aber: „Mir ists mcht möglich, billiger zu sein!" Der Kammerfourier ging zum König und machte dort seinem Aerger Lust über die Unverschämtheit des Wirthes. Der König aber lachte und sagte: „Was kümmert- Dich, Du zahlst die Forderung und damit Punktum." I Also geschah eS, und dann ging die Reise weiter. Auf der Rückreise von Wien kam man | wieder durch Lambach und auf ausdrücklichen Befehl des Königs wurde wieder bei demselben Wirthe Herberge genommen, trotzdem der Kammer­fourier die theure Zeche auf der Hinreise dem Könige ins Gedächtniß gerufen hatte. Das Ge­folge, dem die Geschichte auch bekannt geworden war, ließ eS sich nun, aber im Hinblicke auf die zu erwartende hohe Rechnung tüchtig schmecken und auftragen, was Küche und Keller vermochte, um den übermäßigen Profit deS WirtheS mög­lichst zu verringern.

Bis spät in die Nacht hinein wurde gespeist und pokulirt. Am andern Morgen fragte der Kammerfourier, wie viel der König zu bezahlen habe. „Nichts!" lautete die Antwort des Wirthes. „Der König von Bayern wird bei Euch nicht um­sonst logiren wollen und sich nichts schenken laffen!" bemerkte darauf der Kammerfourier; der Wirth aber sagte: „Dem mag sein, wie ihm wolle,;

Therrere» Nachtquartier eines Kayern- königs.

Als der bayerische König Maximilian Joseph I. zu dem großen Fürstenkongreß nach Wien

strengung ist die gleiche, die nöthig wäre, 29152 Zentnerstücke auf einen 1 Meter hohen Tisch an einem Tage zu heben. Der Verfasier rechnet auch exakt heraus, daß ein solcher Kraftverbrauch in der Zeitein­heit gar nicht ersetzt werden kann. Auch sonst er­geben sich aus den Untersuchungen zahlreiche wichtige Gefichtspunkte für die beste Art der Ausübung des j Radfahrsports, wenn Neberanstrengungen des Herzens und dergleichen verhütet werden sollen.

* Modernes Pärchen. Lehrer: „Also Pepi, was war alles in der Arche Noah drinnen?" — Pepi: „Von Jedem ein Pärchen: ein Löwe und eine Löwin, ein Wolf und eine Wölfin, ein Bär und eine Bärin, ein Hund und eine Hündin . . ." — Lehrer: „Und Du, Hans, weißt Du vielleicht noch Einiges?" — Hans: „Ein Herrenrad und ein Damenrad . . ."

* Ehrenerklärung. „Die gegen Herrn Kauf­mann Jtzig Mayer ausgestoßene Beleidigung, „daß demselben zu einem Pinsel nur noch die Haare fehlen", nehme ich hiermit reuig zurück und erkläre, „daß dem- selben zu einem Pinsel nichts mehr fehlt." A. Kränk-! heim."

Urrmifchtes.

F°br. Der Etat der Stadt Berlin balancirt pro 1899/1900 in Einnahme und Ausgabe mit 100591769 M., es entfallen in Einnahme auf das Ordmarrum 93859617 Mk., auf das Ertra- ordmarium 6732152 M., in Ausgabe auf das Srdi- Mark, auf das Extraordinarium m.a^k.74i ®<8fn ba£S Vorrahr stllt fich die Mehr-

auSgabe insgesammt auf 2 627227 M., hiervon ent. lallen auf das Ordinarium 1500558 M., auf daS Ertra- ?^)uanum 1126669 M. Die Gesammt-Anleiheschuld beläuft fich auf 293 672 358 M. Davon sollen jedoch im Etatjahre 1899 getilgt werden 6766037 M. Die Ent- 6tnhtnlrnbs” b,et städtischen Werke, welche der 5 Versammlung sämmllich vorliegen, 39 097^9 «> ,Mnb Ausgabe ab: Gaswerke

89 927142 M, Wasserwerke 9 298366 M., Kanalisations. .11206355 Mk., Vieh markt 2174 000 Mark, ^?a^Mark, Fleischbeschau daselbst

A'-Ablschbeschau für das von außerhalb ein- geführte Fletsch 291000 M, Markthallen 2605800 M 2““™ 67654633 M. Hiervon noch dem Entwurf zum ®82464M°m 100091769 Mk, Gesammtsumme

<*♦* 4?err.1 aus de« Iastaachts- I

Spitzbuben und Taschen- b e haben m den Fastnachtstagen wieder ein gutes

diesmal nehme ich aber nichts!" Der Wirth be­harrte auch auf seinem Willen und alles Zureden nützte nichts. Da lief der Kammerdiener zu seinem Herrn und berichtete die seltsame Sache. Max Joseph erstaunte nicht wenig, konnte sich die Ge- schichte auch nicht zusammenreimen und befahl schließlich, den Wirth zu ihm zu schicken. Dieser kam und wiederholte auf die Frage des Königs, was er schuldig fei: „Nichts!" Als aber der König sich über diese Antwort ungehalten zeigte, that der Wirth einen Fußfall. Der Monarch hob den Mann auf und dieser sprach schüch­tern : „Eure Majestät bitte ich fußfällig um Verzeihung. Jüngst, als allerhöchstdie- feiben mir die Gnade der Einkehr schenkten, war ich in Gefahr, in Schuldhaft zu kommen. 1500 Gulden konnten mich retten. Ich ver­langte und erhielt sie, wodurch ich vom Ruin ge­rettet wurde. Nun will ich nicht nochmals die Gnade Euerer Majestät mißbrauchen. Ich sollte eigentlich noch etwaS herauSbezahlen, aber eben deswegen kostet diesmal die Zeche nichts!" Max Joseph anwortete: „Es freut mich sehr, wenn ich Dir geholfen habe au» dem Gröbsten, aber geschenkt mag ich von keinem Wirthe eine Zeche, darum werde ich Dir noch einmal 1500 Gulden auSzahlen laffen, damit die Hilfe dauernd ist. Aber das sage ich Dir, daß Du hierfüro keinen Bayern mehr schnürst!" Der Wirth war es zu­frieden, seine Kollegen von heute aber werden denken, nachdem sie vorstehendes Histörchen ge­lesen: Im Zeichen des Verkehrs kommen leider solche schöne Dinge nicht mehr vor!" Und sie haben Recht.

stimmt war, umschloß und mit zahllosen Dolchen durchbohrte.

Eine Strafe von geradezu bestialischer Grausamkeit, gegen die jede Art von Todesstrafe milde und mensch­lich erscheint, war im 15.Jahrhundert in England im Gebrauch. Die Art dieser Strafe wird am besten klar aus dem folgenden Urtheilsspruch, mit dem sie verkündet wurde: „Der Gefangene soll zurückgebracht werden zu dem Platze, woher er kam (d. h. also ins Gefängniß), und in einen niederen dunkeln Raum ge­sperrt werden, wo er liegen soll ohne Streu oder sonst etwas unter sich, und sein einer Arm soll mit einem Strick nach einer Ecke des Raumes gezogen werden und der andere nach der anderen Ecke und seine Füße sollen ebenso behandelt werden und es sollen so viele Gewichte auf seinen Körper gelegt. werden, als er tragen kann und noch mehr. Er soll täglich drei Stückchen Gerstenbrod haben und er soll das Wasser trinken, das dicht am Gefängniß steht und nicht laufend ist; aber er soll nicht an demselben Tage essen, an dem er trinkt, noch trinken an dem Tage, an dem er ifjt, und das soll er fortsetzen, bis er stirbt."

Kein Volk ist gefühlloser und in Folge dessen grau­samer in Verhängung von Strafen, als die Chinesen. Sie haben besonders eine furchtbare Art der Strafe, nämlich die Entziehung des Schlafes. Die Wächter halten den Gefangenen auf jede Weise wach, bis er unter ihren Händen stirbt; dabei lebt er ost zwei Wochen unter den raffinirten Martern und wird schließlich gewöhnlich tobsüchtig. In Perfi en ist die Bastonade eine beliebte Strafe, von der Männer vom ! höchsten Range betroffen werden. Der Delinquent wird dabei auf das Gesicht geworfen und jeder Fuß durch starke Schlingen gezogen, die an einem Pfahl befestigt werden, der von mehreren Männern wage­recht hochgehoben und so gedreht wird, daß die Füße unbeweglich werden. Zwei Gerichtsdiener, die mit schwanken Gerten vom Granatapfelbaum bewaffnet sind, schlagen dann abwechselnd die Sohlen, vielleicht eine Stunde lang, wenn das Opfer nicht vorher vor Schmerz ohnmächtig wird. Dieselbe Strafe ist in der Türkei üblich, doch werden dort starke Stöcke dazu benutzt.

Die sibirische Strafe des Hungers ist neuer­dings noch „verbessert", indem man den Durst an die Stelle gesetzt hat. Gefangene, von denen werthvolle Nachrichten erwartet werden, sperrt man in eine kleine stark geheizte Zelle, und gibt ihnen nichts zu essen als Salzhäringe — kein Wasser und kein Brod. Der so erzeugte Durst verursacht rasende Schmerzen, so daß der Gefangene, wenn er schließlich vor die Unter- 6^'ommission gebracht wird, gewöhnlich bereit alles auszusagen, was man wünscht. Eine eigen- thümliche Strafe wurde ehemals inPolen verhängt. Wer der Verleumdung überführt war, wurde gezwungen, auf allen Vieren durch die Straßen der Stadt zu knechen, in der er wohnte, begleitet vom Büttel, zum Zeichen, daß er des Namens „Mann" nicht würdig sei. Bei der nächsten öffentlichen Festlichkeit mußte er wieder auf Händen und Füßen kriechend unter der Bankettafel erscheinen und wie ein Hund bellen. Die Gäste konnten ihn nach Belieben mit Füßen treten, I imb der Verleumdete durfte am Ende des Festes einen Knochen nach dem Schuldigen werfen, den dieser mst dem Munde aufnehmen mußte, um dann wieder auf allen Vieren das Zimmer zu verlassen.

Allerlei Nützliches.

Gegen aufgesprungene Hände. Ein einfache» M'ttel hiergegen besteht darin, daß man die tzänd? Abends mit Glyzerin einreibt. Bei tiefen Schramms ,n den Händen streiche man jeden Abend die wunden Stellt mit salzloser Butter aus. - Bei oberflächlichen Hasch rlssen, welche von der Luft herrühren, mischt man Wasser und Baumöl durcheinander, bestreicht mit diese» Sälbchen die zu heilenden Stellen des Abends und riebt wollene Handschuhe darüber. Morgens wird daS Nebel geschwunden sein.

Ein Mittel gegen Warzen ist die Schmier­seife, schwarze oder grüne Seife, wie fie auch genannt wird. Man stelle fich mit der Seife eine Art von Pflaster her, indem man sie auf ein Stück Flanell auf. streicht und dieses des Nachts über auf die Wunde legt Bei wem eS angeht, der mag das Pflaster auch am Tage tragen; er wird damit die Wirkung etwas be­schleunigen. Wiederholt man diese Behandlung der Warzen etwa zwei Wochen lang, dann sind sie völlig weich geworden, und lassen sich mit den Fingernagel ohne Muhen und Schmerzen herausheben.

DasWundreiben derHändebeim Waschen läßt sich hintanhalten, wenn man die obere Handfläche und insbesondere die Finger einige Tage vor dem Waschen mit einer schwachen Lösung von Schellack in Spnitus wiederholt einreibt.

. gegen 720 Meter. Mit allen drei Torpedorohren gegen ‘ das Schiff gerichtet und die Mannschaft fertig zum i Abfeuern, gab Ferrnont nochmals das Signal, das jedes amerikanische Fahrzeug erwidern muß, aber auch dies-

1 mal blieb die Antwort aus. Um ganz sicher zu gehen, ließ er zum dritten Mal signalisiren. Doch auch jetzt wurde nicht geantwortet, und die Mannschaft bei den Torpedo? erwartete den Befehl zum Abfeuern.In diesem Augenblick bemerkte der Kapitän, daß das Schiff drei Schornsteingruppen hatte, und da ihm einfiel, daß kein spanisches Fahrzeug mehr als zwei besaß, schrie er der Mannschaft zu, nicht zu feuern. Ein Augenblick Verzögerung hätte dem Schiff den Untergang gebracht. Es war der amerikanische Panzerkreuzer „New-Iork", dessen Posten das Torpedoboot nicht bemerkt hatten. Aeußerst aufregend gestaltete sich der Dienst auf einigen amerikanischen Kriegsschiffen zur Zeit der Blockade des Hafens von Santiago, wo Cerveras Flotte eingesperrt lag. Zwei der Schiffe hatten sich dicht unter den Batterien zu halten, wo sie jeden Augenblick aus der Bucht den Angriff eines Torpedobootes fürchten muß­ten. In mehreren Nächten hielten die Posten eine herankommende spritzende Woge für ein Torpedoboot, worauf bann sofort vom Schiffe aus das Feuer eröff­net wurde, bis man glaubte, daß das Torpedoboot ver­nichtet sei. Nicht weniger denn viermal ist aus solchen Anlässen die Meldung gemacht worden, daß man > ein feindliches Torpedoboot in den Grund geschossen habe.

* Der Kraftverbrauch beim Radfahren. In der Deutschen Medizinischen Wochensch -ift bespricht Herr Dr. Akbu (Berlin) einen von Dr. Sehrwald im Archiv für Hygiene veröffentlichien Aufsatz über den Kraftverbrauch beim Radfahren. Es heißt in diesem Referat: Die beim Radfahren erforderliche Arbeit ist bisher nur wenig bekannt. Die Untersuchun­gen des Herrn Dr. Sehrwalt sind daher recht dankenswerth und gestatten auch Schlußfolgerungen für die therapeutische Verwerthung dieser Sportübun­gen. ®er beim Radfahren nöthige Arbeitsaufwand setzt sich zusammen aus folgenden Faktoren: Ueber- windung der Reibung, der etwaigen Steigung, des Beharrvermögens des Rades und des Luftwiderstan­des. Die beiden ersten Faktoren hat Sehrwart auf Grund eigener Versuche auf einer Holzbahn bestimmt, die beiden letzten Faktoren rein mathematisch berech­net. Er hat fie in übersichtlichen Tabellen zusammen­gestellt, aus denen die Arbeitsleistung unter den ver­schiedensten Verhältnissen des Weges, der Geschwindig­keit, des Windes u. a. m. ersichtlich ist. Das haupt­sächlichste Ergebniß der Untersuchungen ergibt sich aus folgendem Satz: „Wer das Fahren nur zur Er­holung oder nur zum Vergnügen, aber nicht als

I Wettsport betreibt, geht über eine Fahrgeschwindigkeit von 4 m (in der Sekunde), eine Fahrstrecke von 40 bis 50 km in der Ebene pro Tag und eine Steigung von 3 pCt. nicht hinaus." Die gesundheitlichen Wirkungen des Wettsports werden durch die Unter­suchungen des Verfassers ins rechte Licht gesetzt. Die herausgerechnete Arbeitsleistung bei maximaler Kraft­anstrengung eines Rennfahrers ist eine ganz unglaub­liche, sie beträgt bei einer 24stündigen Rekordfahrt ! (der Gipfelpunkt, des Sportunfugs!) fast P/e Mill.

Meterkilogramm oder mit anderen Worten: Die An-

Literartsche».

Aus Aeutschkauds Aaiferzeit. Bon Otto von S ch a ch i n g. Geschichtliche Erzählungen aus der Seit Karls des Großen bis auf unsere Tage, rster Band: „Widukind, der Sachsenheld." 8°

440 Seiten. Preis 3,50 M, eleg. geb. 4,50 Mk. Osnabrück (B. Wehberg's Verlag).

Die ,Kreuzztg/ schreibt in Nr 55 vom 2. Februar: »Der Verfasser hat sich eine große, aber sehr dankbare Aufgabe gestellt: er will das Schicksal der deutschen Kaiser und des Reichsgedankens durch die Jahrhunderte bis auf die Gegenwart verfolgen, um so die Liebe zum deutschen Vaterlande und seiner eigenartigen Geschichte zu beleben und zu fördern; denn die „Selbstachtung einer Nation erhöht sich in dem Maße, als die Kennt- mß ihrer Vergangenheit Gemeingut geworden ist " Dieser Gedanke ist ganz vortrefflich, und nach Durchsicht dieses ersten vorliegenden Bandes glauben wir, daß der Ver­fasser wohl im Stande ist, diese Aufgabe in befriedigender Weise zu lösen. Seine genauen Spezialstudien, die man überall merkt, ohne daß sie sich jedoch ausschließlich in den Vordergrund drängen, laffen ihn nicht nur die Zeit­ereignisse und die handelnden Personen geschichtlich treu darstellen, sondern er versteht es auch, in wahrhaft dichterischer Weise, seinen Personen wahres und echtes Leben einzuhauchen. Seine Charaktere sind meisterhaft gezeichnet. Nicht nur bie Hauptpersonen: Karl und Widukind, auch die anderen, wie Hartmuth, Gunthar und Haduvi, Hadugast und OSdag find mit großer Liebe geschildert. Der Verfasser hat eS wohl verstanden, fich in den Sprachgeist zu versenken und es scheint unS, al? wenn er den richtigen Ton getroffen. Wir können das Werk nur empfehlen." Auch wir können das Werk des ausgezeichneten katholischen Schriftstellers nur aufs Wärmste empfehlen.

Gottesdierrkordmrug i« Fulda.

Sonntag, 19,Febr. Dom.5'/.,6,6'/.und7*/.Uhr hl. Messen, 7 Uhr hl. Messe und Kommunion der Schul­kinder in der Marienkapelle, 9 Uhr Umgang, Hochamt und Verlesung des Hirtenschreibens, 11 Uhr Christenlehre, 12 Uhr hl. Messe, l1/. Uhr Andacht u. Christenlehre, 4 Uhr Fastenpredigt und Andacht, 7 Uhr Andacht in der Marien­kapelle. Montag. Abends 8 Uhr Fastenpredigt. — Ktadtpfarrtzirche. 5>/< Uhr hl. Messe, 6 Uhr hl. Messe und Kommunion der Mitglieder des Müttervereins, 7 Uhr hl. Messe, 8 Uhr hl. Messe, Predigt u. Kommunion der Schulkinder, 9*,i U. Hochamt u. Predigt, 11 und 1 Uhr Christenlehre, 2 Uhr Predigt und Andacht für den Mütterverein, 8 Uhr Bruderschaft vom Hochw. Gute. — Michorlskirche. 10 Uhr hl. Messe. — Pfarrkirche Mw hl. Grifte. 8 Uhr Hochamt mit Predigt, 4 Uhr Andacht mit Segen. — KodalULt. 7» 10 Uhr. — 47-8. Mutterhaus 2 Uhr. — Frauenberg. 5, 6 V» und 8 Uhr hl. Messen, 9 Uhr Hochamt, 2 Uhr Predigt und Andacht für die Füns-Wunden-Bruderschast.

Marktberichte.

* W»rz»«rg, 15. Febr. Der gestrige Großviehmarkt war sehr stark, mit nahezu 1700 Stück und hauptsächlich mit Ochsen betrieben. Infolge deS starken Zutriebes gingen die Preise für Ochsen gegen die Bormärkte zurück und konnte Mittelwaare nicht ganz abgesetzt werden. Besser gekältete fich der Handel mit Kühen und Rindern, wofür gute Preise bezahlt wurden. ES kosteten: Sang- und Mastochsen 1. Qualität 950—1080 Mk., 2. Qualität 800-950 Mk., 3.Qualität600 - 790Mk.,Stiere400-620 Mark. Alles per Paar, Kühe 200—260 Mk., Jungrinder 150—190 Mk. das Stück. Nächster Großviehmarkt 28.Febr., Schafmarkt 7. März.

: I Geschäft gemacht. Bei den verschiedenen Kriminalbureaus gingen zahlreiche Anzeigen über Taschendiebstähle ein. Einem jungen Manne aus Kalk, der in die Gesellschaft maskirter Frauenzimmer gerathen war, wurde ein Porte­monnaie mit 55 Mark aus der Tasche gestohlen und ihm außerdem Uhr und Kette geraubt; in einem Lokale an der Hohenstraße stahl man einem Herrn die goldene Uhr und Kette. — Auf dem Malzbüchel wurde ein älterer Herr von zwei maskirten Personen umringt und ge« nöthigt, mitzuspringen. Als die beiden verschwunden waren, vermißte der Herr sein Portemonnaie mit 8 Mark. — Vor einer großen Restauration verhaftete ein Krimi­nalbeamter eine maskirte Person, welche die Hände in die Hosentasche eines Herrn versenkte, um das Porte­monnaie zu stehlen. Der Verhaftete entpuppte sich als ein internationaler Taschendieb aus London. — Auch drei Damen aus Bonn wurden die Portemonnaies aus den Taschen gestohlen, darunter eines mit mehreren hun­dert Mark Inhalt. — Eine neue Art von Spitzbuben hat in den Karnevalstagen ihr Wesen getrieben. V elen Damen wurden in den Hauptstraßen im Gedränge die Ha ar e, die sie aufgelöst über den Rücken hängenbtrugen, avgeschnitten. — Im Bürgerhospital wurden während der Karnevalstage etwa 40 Personen aufgenommen, die durch Messer­stiche und sonstige Instrumente erhebliche Verletzungen erlitten4 fjatten; außerdem wurden mehrere Personen aus­genommen, die sonstige Unfälle erlitten hatten. — Als in Schwenningen der Faschingsumzug beginnen sollte, wollte ein junger Mann in die Luft schießen, hielt aber die Pistole nicht hoch genug und traf einen jungen Mann so unglücklich in den Hinterkopf, daß dieser bewußtlos vom Platze getragen werden mußte. Für das Aufkommen des Verletzten ist wenig Hoffnung vorhanden. — Fraulautern. An die Folgen eine? schlechte uFastnacht-Scherz es werden zwei junge Leute von hier wohl einige Wochen denken. Dieselben durchzogen maskirt Abends den Oct und besuchten da­bei auch die Wirthschaften. Einem derselben hatte man auf dem Rücken ein Plakat befestigt, welches „zum Scherz" in Brand gesteckt wurde. Sein Kollege, der einen Flachsbart trug, wollte die Flammen löschen, wo­bei fein Bart in Brand gerieth und ihm das ganze Ge­sicht verbrannte. Bei den Löschversuchen trug auch der Gefährte erhebliche Brandwunden davon. — Düssel­dorf. Am Montag kamen auf den verschiedenen Bahn­höfen der Stadt 73,000 Fremde in Düsseldorf an. Insgesammt werden 100,000 Fremde anwesend gewesen sein. — Beckum. Bei dem Fastnachtstrubel hatte auch ein Klempnergehilfe des Guten zu viel gethan und zerschlug derselbe in seiner fröhlichen Stimmung zwei große Spiegelscheiben seines früheren Arbeitgebers im Werthe von je 100 Mk. Der Attentäter wurde alsbald festgenommen und kann in Nr. Sicher über seine Helden­thal Nachdenken Bei feiner Abführung fang er das Sieb: „Mein Herz das ist ein Bienenhaus".

| , Histörchen vom Kaiser. Bei den Hofbällen

liebt es der Kaiser sehr, den Tanzenden zuzuschauen und es ist schon vorgekommen, daß er Offiziere, die ba? Tanzbein schlecht schwangen, zu sich rief unb ihnen sagte, sie möchten erst orbentlich tanzen lernen, bevor sie sich wieder einlaben ließen; desgl. verfährt er mit jungen Damen. Bei Hoffestlichkeiten können sich nie Biele rühmen, von Majestät angesprochen zu sein; ber Kaiser ift nicht für ben oberflächlichen KonservationSton, sondern Ipricht ssch sehr leicht fest unb erörtert Themata mit Grunblichkeit. Er ist hierin das Gegentheil von feinem Großvater Wilhelm I. Dieser ging von einem zvm Andern, sprach in seiner bestrickenden Liebenswürdigkeit einige allgemeine Worte, sah dabei noch drei bis sechs Personen lächelnd an. Jeder glaubte, baß Majestät sich zu ihm geroeribet — unb so kam es benn oft, daß 500—600 Personen an einem Abende die Ehre gehabt haben wollten, mit dem Kaiser gesprochen zu haben. — Eine kleine Geschichte von unserem Kaiser dürfte wenig bekannt fein, weshalb wir sie hier erwähnen möchten. Unter den Fagdgästen des Herrn AmtSrath von Dietze. Barby befindet sich häufig der Rechtsanwalt Hagemann aus Leipzig, der wegen seines Witzes allgemein beliebt ist- Als ber Kaiser im Anfang ber 90er Jahre Jagd­gast bort war, wurde Abends Skat gespielt und Rechts­anwalt H. „saß so im Pech" daß er ca. 20 Mark ver­lor. Dieses Facit resp. Deficit veranlaßte ihn zu der Aeußerung: „Hier ist man ja wahrhaftig unter bie Räuber gerathen!" Alles lachte über biefen Rebeausfall und ber Kaiser nicht minber. Als er nun im folgenden Jahre wieder bei Herrn von Dietze roeiltejunb Herrn H. bemerkte, ging er auf ihn zu, überreichte ihm ein in Brillanten gefaßte? 20-Markstiick in Form einer Busen­nadel unb sprach dabei die Worte: „Bon ben Räubern zurück!" Diese Kaiserliche Hulb soll ben Rechtsanwalt über seinen damaligen Verlust getröstet haben.

* Besondere Erfahrungen darüber, wie die Tor­pedoboote Sei Tag oder Dacht gegen feindliche Kriegsschiffe wirken, hat ber spanisch-amerikanische Krieg nicht ergeben, doch fehlt es nicht an Vorkomm­nissen, aus denen sich erkennen läßt, von welcher Be­deutung die Torpedoboote sein können. Einen sehr in­teressanten Fall theilt ber norwegische Kriegsstipendiat W- Olssön im ,Morgenbladet' mit. Eines Nachts während ber ersten Woche ber Blokade von Havanna wartete bas Torpedoboot „The Porter", das Vorposten­bienst that, auf spanische Kreuzer, als plötzlich im Nebel die Umrisse eines Kriegsschiffes austauchten. Der Führer